{"id":96512,"date":"2020-11-24T08:44:47","date_gmt":"2020-11-24T07:44:47","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=96512"},"modified":"2020-11-30T16:40:37","modified_gmt":"2020-11-30T15:40:37","slug":"homosexuell-sitzen-ein-schwuler-und-eine-lesbe-auf-einer-parkbank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/homosexuell-sitzen-ein-schwuler-und-eine-lesbe-auf-einer-parkbank\/","title":{"rendered":"Sitzen ein Schwuler und eine Lesbe auf einer Parkbank \u2026"},"content":{"rendered":"<h3>Nein, wir erz\u00e4hlen hier keine Witze \u00fcber Schwule und Lesben. Stattdessen: Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber die Klischees, die in unserer Community herumgeistern. Sie m\u00f6gen humorvoll gemeint sein, sprechen jedoch B\u00e4nde \u00fcber die geltenden Hierarchien in unserer Gesellschaft. Wo reichen sich m\u00e4nnliche und weibliche Homosexuelle die H\u00e4nde, wo k\u00f6nnten wir unterschiedlicher nicht sein?<\/h3>\n<p>Vereint unter einer Flagge scheint es, als verbinde homosexuelle Frauen und M\u00e4nner einiges. So sind sie beispielsweise auf einer gemeinsamen Pride anzutreffen und stellen heteronormative Werte hinsichtlich ihrer Allgemeing\u00fcltigkeit in Frage. Aber reicht das, um sie in ein und dieselbe Schublade sortieren zu k\u00f6nnen?<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"HhvvWDh9eX\"><p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/legendaere-lesbische-piratinnen-mit-statuen-geehrt\/\">Legend\u00e4re lesbische Piratinnen mit Statuen geehrt<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Legend\u00e4re lesbische Piratinnen mit Statuen geehrt&#8220; &#8212; Mannschaft Magazin\" src=\"https:\/\/mannschaft.com\/legendaere-lesbische-piratinnen-mit-statuen-geehrt\/embed\/#?secret=HhvvWDh9eX\" data-secret=\"HhvvWDh9eX\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>Die Geschichte lehrt uns, dass Menschen trotz aller Versuche, gesellschaftliche Ungleichheiten zu vermeiden, gern auf Unterschiedlichkeiten bestehen<a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/schwuppen-gegen-kampflesbe-was-soll-das\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> (dazu auch unser Kommentar: \u00abSchwuppen\u00bb gegen \u00abKampflesben\u00bb \u2013 was soll das?)<\/a>. Vielleicht, weil es ihnen ein Gef\u00fchl von Anerkennung und Einzigartigkeit verleiht. Vielleicht aber auch, weil erst dadurch eine Abgrenzung zu denjenigen m\u00f6glich wird, mit denen man sich weniger verbunden f\u00fchlt. MANNSCHAFT-Autor Martin Busse und Emilia Roig, Direktorin des Center for Intersectional Justice in Berlin, philosophieren in einem Zwiegespr\u00e4ch \u00fcber die Beziehung zwischen Lesben und Schwulen.<\/p>\n<p><strong>So viel zum Klischee<\/strong><br \/>\n<em>Martin:<\/em> Lesbische Frauen haben oft kurze Haare, kein Stilempfinden und f\u00fcllen ihre Freizeit am liebsten mit Outdoor-Aktivit\u00e4ten. Sie schminken sich nicht, trinken Bier statt Wein und h\u00f6ren Musik von Joni Mitchell oder Pink. Im queeren Clubleben sind sie nahezu unsichtbar. Auch politisch fallen sie deutlich seltener durch lauten Aktionismus auf als wir das tun. Wir, das heisst wir schwulen M\u00e4nner. Was sie uns aber voraushaben, ist ihr Verm\u00f6gen, monogame, lange w\u00e4hrende Partnerschaften einzugehen. Lesben sind selten Single. Im Bett sind sie daf\u00fcr wenig experimentierfreudig. Ihr Sex beschr\u00e4nkt sich auf Oralverkehr und das gegenseitige Befriedigen mit Hilfsmitteln wie Dildos\u2009.\u2009.\u2009. Ich k\u00f6nnte diese Aufz\u00e4hlung ewig weiterf\u00fchren, wenngleich ich mir \u00fcber deren Unsinnigkeit komplett bewusst bin. Nur zeigt das eben, wie hartn\u00e4ckig sich verschiedene stereotype Ideen in meinem und den K\u00f6pfen vieler anderer festgesetzt haben. Ein Problem, dem man am besten mit reflektiertem Nachdenken entgegentritt. Oder was meinst du, Emilia?<\/p>\n<p><strong>Stereotype sind Spiegel dominanter Perspektiven<\/strong><br \/>\n<em>Emilia:<\/em> Lesben fallen deutlich seltener durch lauten Aktionismus auf, weil Frauen generell \u00fcber weniger Macht in der Politik und den Medien verf\u00fcgen. Das heisst aber nicht, dass sie weniger aktivistisch sind. Ich w\u00fcrde sogar das Gegenteil behaupten. Was lesbischen Sex betrifft, so wird dieser sowohl von schwulen als auch von heterosexuellen M\u00e4nnern abgewertet, weil Sex ohne Penis nicht als \u00abrichtiger\u00bb Sex wahrgenommen wird.<\/p>\n<p>Oft gehen wir davon aus, dass wir uns auf Augenh\u00f6he begegnen. Dem ist aber nicht so. M\u00e4nner, Frauen, weisse Menschen, People of Color, Menschen mit und ohne Behinderung, Heteros, Queers, trans*, cis, wir alle sind in soziale Hierarchien eingebettet. Klischees sind keine neutralen Bilder oder Repr\u00e4sentationen, die aus dem kollektiven Verstand heraus entstanden sind. Sie sind eine Spiegelung der Sichtweise dominanter Gruppen in der Gesellschaft. Wir w\u00fcrden nicht auf die Idee kommen, von einer Hetero\u00adkneipe, weisser Musik, M\u00e4nnerpolitik, M\u00e4nnerfussball, m\u00e4nnlicher Literatur oder M\u00e4nnerpornos zu sprechen. Deshalb sollten wir uns fragen: Wer hat das Privileg, andere zu definieren?<\/p>\n<blockquote><p>Junge Menschen lehnen das Schubladendenken viel h\u00e4ufiger ab.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Hoffnungsschimmer<\/strong><br \/>\n<em>Martin:<\/em> Touch\u00e9. Obwohl es mich interessiert h\u00e4tte, zu erfahren, welche stereotypen Schwulenbilder unter lesbischen Frauen kursieren, ist dein Einwurf ein wichtiger. Wir k\u00f6nnen uns gar nicht oft genug vergegenw\u00e4rtigen, dass unsere Gedanken und Einstellungen durch geltende Normen und Werte mitbestimmt werden. Nur so ist es \u00fcberhaupt m\u00f6glich, eingefahrene mentale Muster aufzubrechen und Diskriminierungen entgegenzuwirken. Selbst, wenn das manchmal wie ein Kampf gegen Windm\u00fchlen erscheinen mag. Die Psyche ist eben ein faules Gewohnheitstier und reagiert oft mit Widerwillen, wenn man sie aktiv beanspruchen und bewegen will. Hier spricht der angehende Psychologe aus mir.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"9p4abnwlJk\"><p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/from-the-bottom-to-the-top-fallt-nicht-auf-die-hetero-norm-rein\/\">From the bottom to the top: Fallt nicht auf die Hetero-Norm rein!<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;From the bottom to the top: Fallt nicht auf die Hetero-Norm rein!&#8220; &#8212; Mannschaft Magazin\" src=\"https:\/\/mannschaft.com\/from-the-bottom-to-the-top-fallt-nicht-auf-die-hetero-norm-rein\/embed\/#?secret=9p4abnwlJk\" data-secret=\"9p4abnwlJk\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>Lernen k\u00f6nnen wir jedoch von denjenigen, denen wir ihre Lebenserfahrung und ihr Recht, geh\u00f6rt zu werden, nur allzu gern absprechen: unseren Nachfolgegenerationen. Durch deren Reihen weht ein frischer Wind. Junge Menschen lehnen das Schubladendenken viel h\u00e4ufiger ab als es ihre \u00e4lteren Geschwister, ihre Eltern oder Grosseltern tun. Wenn man sich mit ihnen unterh\u00e4lt, wie ich das in meiner Arbeit oft tue, erweckt es den Eindruck, als w\u00fcrden sie vermehrt versuchen, Br\u00fccken zwischen Minorit\u00e4ten zu bauen und Schirme zu spannen, unter denen m\u00f6glichst viele Benachteiligte gleichzeitig Schutz finden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Differenzen, anerkennen und zelebrieren<\/strong><br \/>\n<em>Emilia:<\/em> Es gibt kaum Vorurteile gegen\u00fcber dominanten Gruppen. Kannst du mir Stereotype \u00fcber weisse Menschen, \u00fcber Heteros oder \u00fcber Menschen ohne Behinderung nennen? Schwule M\u00e4nner sind in der Regenbogen-Community die Privilegiertesten. H\u00e4ttest du mich allgemein zu Klischees \u00fcber Schwule gefragt, die aus dem Hetero-Mainstream stammen, h\u00e4tte ich dir eine ganze Liste liefern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zu unseren Nachfolgegenerationen: Ich bin auch der Meinung, dass sie uns Hoffnung schenken. Allerdings nicht, weil sie das Schubladendenken ablehnen. Vielmehr, weil sie vorhandene Unterschiede anerkennen, anstatt sie zu verteufeln. Sie haben keine Angst vor Labels, weil diese an sich nicht das Problem sind. Deswegen erg\u00e4nzen sie das LGBTIQ-Akronym auch wieder und wieder um neue Buchstaben. Was sie aber ablehnen sind die Hierarchien, die mit Differenzen verbunden sind. Warum haben wir \u00fcberhaupt ein Problem mit Unterschieden? Bei Augenfarben st\u00f6rt uns das zum Beispiel auch nicht. Kategorisierungen sind nur dann problematisch, wenn sie Menschen auf unterschiedliche Stufen stellen. Stufen, die die einen als \u00fcberlegen und die anderen als unterlegen darstellen. Br\u00fccken zwischen Minderheiten zu bauen und Schirme zu spannen, ist nur m\u00f6glich, wenn wir alle anerkannt und gesehen werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_96514\" aria-describedby=\"caption-attachment-96514\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/martin-busse.jpg\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-96514 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 900 1270'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/martin-busse.jpg\" alt=\"homosexuell\" width=\"900\" height=\"1270\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/martin-busse.jpg 900w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/martin-busse-213x300.jpg 213w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/martin-busse-425x600.jpg 425w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/martin-busse-768x1084.jpg 768w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/martin-busse-561x792.jpg 561w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/martin-busse-364x514.jpg 364w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/martin-busse-728x1027.jpg 728w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/martin-busse-608x858.jpg 608w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/martin-busse-758x1070.jpg 758w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/martin-busse-34x48.jpg 34w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/martin-busse-68x96.jpg 68w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/martin-busse-313x442.jpg 313w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/martin-busse-400x564.jpg 400w\" data-sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-96514\" class=\"wp-caption-text\">Neben seiner T\u00e4tigkeit als Redakteur beim Mannschaft Magazin arbeitet Martin Busse in einem Therapiezentrum und steht kurz vor dem Abschluss seines Masterstudiums im Fach Psychologie. (Bild: Susanne Erler)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Sinn und Zweck der Community<\/strong><br \/>\n<em>Martin:<\/em> Hier prallen zwei Auffassungen aufeinander. Zwei Welten, die vermutlich in unseren verschiedenen beruflichen Hintergr\u00fcnden, den Erfahrungen, die wir in der Vergangenheit gesammelt haben, und vielleicht auch unserem jeweiligen Zugeh\u00f6rigkeitsempfinden begr\u00fcndet sind. F\u00fcr mich ist es allerdings sch\u00f6n, festzustellen, dass wir uns in einem Punkt einig sind. N\u00e4mlich, dass es ein Potenzial zu geben scheint, Ungleichheiten zwischen Menschen ausr\u00e4umen zu wollen. Egal, ob mithilfe der Anerkennung oder dem Versuch der Aufhebung von Unterschiedlichkeiten.<\/p>\n<p>Was mich schon eine Weile besch\u00e4ftigt\u202f\u2013\u202fund vielleicht hast du eine Idee dazu\u202f\u2013\u202fist, inwiefern eine gemeinsame Community uns in diesem Zusammenhang helfen und vertreten kann? Was ist es, dass Lesben und Schwule, aber auch queere oder trans Menschen, miteinander verbindet? Und warum schliessen wir kategorisch aus, auch heterosexuelle, nicht queere Personen in unsere LGBTIQ-Gemeinschaft zu integrieren? Immerhin diskutieren wir nicht, ihnen ein \u00abH\u00bb zu widmen. Ist es also die Abweichung von der Norm, die derart wichtig ist, dass sie uns als Interessengruppe definiert?<\/p>\n<figure id=\"attachment_96515\" aria-describedby=\"caption-attachment-96515\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/emilia-roig.jpg\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload size-full wp-image-96515\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 800 1200'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/emilia-roig.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"1200\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/emilia-roig.jpg 800w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/emilia-roig-200x300.jpg 200w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/emilia-roig-400x600.jpg 400w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/emilia-roig-768x1152.jpg 768w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/emilia-roig-561x842.jpg 561w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/emilia-roig-364x546.jpg 364w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/emilia-roig-728x1092.jpg 728w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/emilia-roig-608x912.jpg 608w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/emilia-roig-758x1137.jpg 758w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/emilia-roig-32x48.jpg 32w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/emilia-roig-64x96.jpg 64w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/emilia-roig-313x470.jpg 313w\" data-sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-96515\" class=\"wp-caption-text\">Emilia Roig gr\u00fcndete vor drei Jahren das Center for Intersectional Justice (CIJ) und wirbt regelm\u00e4ssig f\u00fcr einen \u00f6ffentlichen Diskurs zu Themen wie Intersektionalit\u00e4t, Vielfalt, Diskriminierung und sozialer Ungleichheit. (Bild: Susanne Erler)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Eine Gemeinschaft ist nur so stark wie ihr marginalisiertestes Mitglied<\/strong><br \/>\n<em>Emilia:<\/em> Die Abweichung von der Norm verbindet uns. Der gemeinsame Kampf gegen Trans-, Homo- und Bi-Diskriminierung tut es aber noch viel mehr. Heterosexuelle, nicht queere und cis-Menschen k\u00f6nnen \u2013 beziehungsweise sollten \u2013 sich diesem Kampf gern anschliessen. Ein \u00abH\u00bb brauchen sie dennoch nicht, weil sie indirekt von besagten Diskriminierungen profitieren. Ausserdem erfahren sie keinerlei Nachteile aufgrund ihrer sexuellen Orientierung. Oft gehen wir davon aus, dass Bewegungen wie die queere oder feministische frei von Ungleichheiten seien, weil deren Mitglieder selbst von gesellschaftlichen Ausschl\u00fcssen betroffen sind. Das aber ist ein Trugschluss.<\/p>\n<p>Minderheiten und Machtgef\u00e4lle gibt es auch innerhalb dieser Bewegungen. Das gilt es zu erkennen und auch im innersten Kreis f\u00fcr Gerechtigkeit zu sorgen. Die Erkenntnis, dass es Diskriminierung, Ungleichheiten und Ausschl\u00fcsse auch innerhalb unserer Community gibt, schw\u00e4cht sie nicht, es macht sie st\u00e4rker. Glaubst du trotzdem, dass Unterschiede aufgehoben werden sollten, um Ungleichheiten auszur\u00e4umen?<\/p>\n<p><strong>Akzeptiert<\/strong><br \/>\n<em>Martin:<\/em> Ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass wir Menschen generell mehr Akzeptanz f\u00fcreinander aus\u00fcbten. Unabh\u00e4ngig davon, was uns verbindet und was uns trennt. Du sprichst die Ausgrenzungen innerhalb unserer Community an. Diese erlebe ich ebenfalls. Selbst unter uns Schwulen gibt es immer wieder Subgruppen, die sich zu emanzipieren versuchen. Mal mehr, mal weniger gl\u00fccklich. So wird zwischen femininen und maskulinen schwulen M\u00e4nnern, zwischen Ottern, Twinks, B\u00e4ren und unz\u00e4hligen anderen Typen unterschieden. Solange wir Freude an diesen Kategorisierungen haben und sie nicht als Grundlage f\u00fcr Mobbing oder Dem\u00fctigungen nutzen, kann ich gut mit ihnen leben. Mir ist nur wichtig, dass wir die Dinge, die wir tun, ab und zu hinterfragen. Dass wir offen f\u00fcr Hinweise und R\u00fcckmeldungen von aussen bleiben. Ich habe gelernt, dass mich das zu einem zufriedeneren Menschen macht.<\/p>\n<p>Als ich auf der Hochzeit zweier lesbischer Freundinnen war, sie in weissen Brautkleidern, geschminkt und \u00fcbergl\u00fccklich den Gang entlang zur Traurednerin schreiten sah, blickte ich mich um. Unter den G\u00e4sten befanden sich verschiedenste Charaktere. Queer, hetero, schwarz, weiss, dick, d\u00fcnn, m\u00e4nnlich, weiblich. Leute, die sich vielleicht nie begegnet w\u00e4ren. Verbunden waren wir in diesem Moment trotzdem. Verbunden durch ein Gef\u00fchl von bedingungsloser Liebe. Ob zwischen Lesben und Schwulen, zwischen der Community und der Aussenwelt, ich denke, davon kann es auf diesem Planeten wirklich nie genug geben.<\/p>\n<blockquote><p>Es ist unsere Unf\u00e4higkeit, Unterschiede zu erkennen, zu akzeptieren und zu feiern.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>F\u00fcr mehr Liebe: Macht und Privilegien sichtbar machen<\/strong><br \/>\n<em>Emilia:<\/em> Wir m\u00fcssen eine Linie zwischen Kategorisierungen, die Grundlage f\u00fcr gesellschaftliche Diskriminierungen sind, und denen, die es nicht sind, ziehen. Die Subgruppen, die du nennst, sind Subkulturen \u2013 mit Ausnahme vermeintlich femininer und maskuliner schwuler M\u00e4nner. Es handelt sich dabei nicht um soziopolitische Kategorien, die zu Ungleichheiten f\u00fchren, wie etwa Geschlecht oder Hautfarbe. Wenn wir f\u00fcr mehr Gerechtigkeit und mehr Liebe k\u00e4mpfen wollen, m\u00fcssen wir verstehen, wie Ungleichheiten entstehen. Daf\u00fcr m\u00fcssen wir die Hierarchien und die Privilegien, die die Entmenschlichung von vielen Gruppen erlauben, aufbrechen und sichtbar machen. Das heisst nicht, einzelne Identit\u00e4ten gegeneinander aufzuhetzen.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"leFXiwysz2\"><p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/cockyboys-porno-in-pandemiezeiten\/\">CockyBoys \u2013 Porno in Pandemiezeiten<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;CockyBoys \u2013 Porno in Pandemiezeiten&#8220; &#8212; Mannschaft Magazin\" src=\"https:\/\/mannschaft.com\/cockyboys-porno-in-pandemiezeiten\/embed\/#?secret=leFXiwysz2\" data-secret=\"leFXiwysz2\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>Ganz im Gegenteil: Diejenigen, die sich auf der bevorteilten Seite befinden, sollten Empathie und Solidarit\u00e4t zeigen, indem sie ihre Privilegien nicht verleugnen, sondern anerkennen, dass andere dadurch benachteiligt werden. Wir d\u00fcrfen unsere Andersartigkeiten nicht ausblenden. Wie die US-amerikanische Schriftstellerin und Aktivistin Audre Lorde so sch\u00f6n sagte: \u00abEs sind nicht unsere Unterschiede, die uns trennen. Es ist unsere Unf\u00e4higkeit, diese Unterschiede zu erkennen, zu akzeptieren und zu feiern.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(MANNSCHAFT+) Klischees m\u00f6gen humorvoll gemeint sein, sprechen jedoch B\u00e4nde \u00fcber geltende Hierarchien in der Gesellschaft. Wo reichen sich #Schwule und #Lesben die H\u00e4nde, wo liegen die Unterschiede? <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/homosexuell-sitzen-ein-schwuler-und-eine-lesbe-auf-einer-parkbank\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":96513,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,4371],"tags":[5531,5466,5478,5461],"wps_subtitle":"Warum bestehen Menschen trotz aller Versuche, gesellschaftliche Ungleichheiten zu vermeiden, gern auf Unterschiedlichkeiten?","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/96512"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=96512"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/96512\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/96513"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=96512"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=96512"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=96512"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}