{"id":93349,"date":"2020-10-06T10:08:01","date_gmt":"2020-10-06T08:08:01","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=93349"},"modified":"2021-01-06T11:37:46","modified_gmt":"2021-01-06T10:37:46","slug":"kein-groesseres-tabu-als-schwuler-sex-queere-literatur-in-corona-zeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/kein-groesseres-tabu-als-schwuler-sex-queere-literatur-in-corona-zeiten\/","title":{"rendered":"\u00abKein gr\u00f6sseres Tabu als schwuler Sex\u00bb: Queere Literatur in Corona-Zeiten"},"content":{"rendered":"<h3>Der 1986 in Schaffhausen geborene Donat Blum war Co-Pr\u00e4sident des Filmfestivals \u00abQueersicht\u00bb und ist Initiator sowie Mitherausgeber der ersten queeren Literaturzeitschrift des deutschsprachigen Raums: <a href=\"https:\/\/glitter-online.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>Glitter \u2013 Die Gala der Literaturzeitschriften<\/em><\/a>. 2018 ist sein Deb\u00fct-Roman \u00abOpoe\u00bberschienen. Er lebt zwischen Berlin und der Schweiz. Wir wollten von ihm wissen, wie es generell um LGBTIQ-Sichtbarkeit im deutschsprachigen Literaturbetrieb steht \u2013 und warum schwuler Sex immer noch das gr\u00f6sste Tabu ist.<\/h3>\n<p><strong>Donat, w\u00e4hrend des ersten Lockdowns habt ihr eine Art Online-Festival mit queeren Autor*innen veranstaltet, <span class=\"tojvnm2t a6sixzi8 abs2jz4q a8s20v7p t1p8iaqh k5wvi7nf q3lfd5jv pk4s997a bipmatt0 cebpdrjk qowsmv63 owwhemhu dp1hu0rb dhp61c6y iyyx5f41\">33 Abende bzw. 165 Lesungen<\/span>. Sind dir dabei Themen aufgefallen, die Queers besonders bewegten, die andere nicht ansprachen?<br \/>\n<\/strong>Das Festival war nicht ausschliesslich mit queeren Autor*innen. Ihr Anteil war aber sehr gross, und die Themen decken eigentlich die ganze literarische Palette ab. Von Familien- \u00fcber Migrationsgeschichten bis hin zu Identit\u00e4tssuche \u2013 auch in Bezug auf Geschlechtsidentit\u00e4t. Um ein klassisches Coming-out ging es hingegen nie. Grunds\u00e4tzlich l\u00e4sst sich sagen: Eine queere Perspektive erlaubt einen anderen, oft ungesehenen Blick auf unsere Gesellschaft. Das macht die Thematik \u00e4usserst fruchtbar f\u00fcr Literatur. Literatur ist immer auch Zeitgeschichte und zugleich deren Aufarbeitung.<\/p>\n<figure id=\"attachment_93352\" aria-describedby=\"caption-attachment-93352\" style=\"width: 768px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7213.jpg\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-93352 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 768 1024'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7213.jpg\" alt=\"Queere Literatur\" width=\"768\" height=\"1024\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7213.jpg 768w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7213-225x300.jpg 225w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7213-425x567.jpg 425w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7213-561x748.jpg 561w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7213-364x485.jpg 364w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7213-728x971.jpg 728w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7213-608x811.jpg 608w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7213-758x1011.jpg 758w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7213-36x48.jpg 36w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7213-72x96.jpg 72w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7213-313x417.jpg 313w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7213-300x400.jpg 300w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7213-400x533.jpg 400w\" data-sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-93352\" class=\"wp-caption-text\">Der Schriftsteller Donat Blum (Foto: Quang Nguyen)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Merkst du, dass Corona auch in der LGBTIQ-Literatur ein wichtiger Punkt werden k\u00f6nnte?<\/strong><br \/>\nDas ist zu fr\u00fch zu sagen. Mit und w\u00e4hrend Corona haben gerade Queers noch mehr Sichtbarkeit eingeb\u00fcsst. Ich weiss eigentlich nur aus eigener Erfahrung, inwiefern sich Corona auf Queers spezifisch ausgewirkt hat. Gerade f\u00fcr Jugendliche, die noch bei den Eltern wohnen, die oftmals homo- oder transphob sind, muss es schrecklich gewesen sein, pl\u00f6tzlich 24 Stunden am Tag mit diesen Verwandten verbringen zu m\u00fcssen. Auf den Berliner Strassen liess sich sehr gut beobachten, wie die queere Szene in sich zusammenfiel. Das, was noch \u00fcbrig blieb, wurde pl\u00f6tzlich wieder viel \u00abweisser\u00bb und \u00abdeutscher\u00bb. Viele, die aus anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern wie Italien, Spanien, Portugal, Polen usw. ins progressive Berlin gefl\u00fcchtet waren, wurden gezwungen, zu ihren Eltern zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n<p><strong>Im anglo-amerikanischen Raum werden B\u00fccher mit LGBTIQ-Inhalten explizit (auch) f\u00fcr den Mainstream vermarktet und von grossen Verlagen in Umlauf gebracht. Besonders im Bereich der Young-Adult-B\u00fccher gibt\u2019s neue Star-Autor*innen wie Becky Albertalli oder Simon James Green. (<a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/2020\/08\/26\/heartbreak-boys-gefakte-sommerferien-als-rache-am-ex\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">MANNSCHAFT berichtete<\/a>.) Oft erlangen ihre Titel durch Verfilmungen riesige Bekanntheit, was ihnen erlaubt, von ihren B\u00fcchern zu leben \u2013 hauptberuflich. Wie ist das im Vergleich im deutschsprachigen Raum mit grossen Verlagen, Eink\u00fcnften aus Publikationen, Verfilmungen?<\/strong><br \/>\nZiemlich inexistent. Hier muss sich mensch noch immer gl\u00fccklich sch\u00e4tzen, wenn das eigene queere Buch \u00fcberhaupt verlegt wird. Wobei: Der eben erschienene Roman <a href=\"https:\/\/www.hanser-literaturverlage.de\/buch\/die-sommer\/978-3-446-26760-2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00abDie Sommer\u00bb von Ronya Othman<\/a> ist vermutlich der erste queere Spitzentitel eines wichtigen deutschsprachigen Literaturverlages. Und in der Programmvorschau wird klar gemacht, dass es darin eine lesbische Liebesgeschichte zu lesen gibt. F\u00fcr die Verh\u00e4ltnisse im deutschsprachigen Raum ist das geradezu revolution\u00e4r! Zu einer aktiven Vermarktung des queeren Alleinstellungsmerkmals, wie wir es aus dem anglo-amerikanischen Raum kennen, haben wir es aber noch nicht geschafft. Ronya k\u00f6nnte es mit dem Buch aber gelingen, ein oder zwei Jahre von den Tantiemen und den Lesehonoraren zu leben. Aber wie gesagt: Das ist ein grosse (grosse!) Ausnahme. Die Realit\u00e4t ist eher diese: Deutschsprachige Verlage wissen nicht mal wie \u00abqueer\u00bb ausgesprochen wird, also verschweigen sie es lieber ganz.<\/p>\n<figure id=\"attachment_93355\" aria-describedby=\"caption-attachment-93355\" style=\"width: 1662px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/120809785_645345616407382_6817091898358261160_n.png\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-93355 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 1662 1397'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/120809785_645345616407382_6817091898358261160_n.png\" alt=\"Queere Literatur\" width=\"1662\" height=\"1397\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/120809785_645345616407382_6817091898358261160_n.png 1662w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/120809785_645345616407382_6817091898358261160_n-300x252.png 300w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/120809785_645345616407382_6817091898358261160_n-425x357.png 425w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/120809785_645345616407382_6817091898358261160_n-768x646.png 768w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/120809785_645345616407382_6817091898358261160_n-1536x1291.png 1536w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/120809785_645345616407382_6817091898358261160_n-561x472.png 561w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/120809785_645345616407382_6817091898358261160_n-1122x943.png 1122w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/120809785_645345616407382_6817091898358261160_n-364x306.png 364w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/120809785_645345616407382_6817091898358261160_n-728x612.png 728w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/120809785_645345616407382_6817091898358261160_n-608x511.png 608w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/120809785_645345616407382_6817091898358261160_n-758x637.png 758w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/120809785_645345616407382_6817091898358261160_n-1152x968.png 1152w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/120809785_645345616407382_6817091898358261160_n-57x48.png 57w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/120809785_645345616407382_6817091898358261160_n-114x96.png 114w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/120809785_645345616407382_6817091898358261160_n-313x263.png 313w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/120809785_645345616407382_6817091898358261160_n-400x336.png 400w\" data-sizes=\"(max-width: 1662px) 100vw, 1662px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-93355\" class=\"wp-caption-text\">Die \u00abViral\u00bb-Ausgabe vom 14. Juni, die sich mit dem Thema \u00abSexszenen in queerer Literatur\u00bb besch\u00e4ftigte (Foto: Queer Media Society \/ Facebook-Screenshot)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Warum denkst du, dass das in einer \u00abKulturnation\u00bb wie Deutschland nicht so klappt mit der queeren Literatur \u2013 und mit Verfilmungen, wo\u2019s doch so viel staatliche Unterst\u00fctzung f\u00fcrs \u00f6ffentlich-rechtliche Fernsehen gibt und einen \u00abBildungsauftrag\u00bb?<\/strong><br \/>\nIch glaube, dem Literaturbetrieb fehlen in weiten Teilen die Umgangsformen mit queeren Themen. Da m\u00fcssen wir uns auch an der eigenen Nase nehmen: es hat sich bisher kaum jemand von uns \u00f6ffentlich daf\u00fcr eingesetzt, queere Literatur zu vermitteln. Andere marginalisierte Gruppen sind da lauter \u2013 und folglich auch erfolgreicher. Das w\u00fcnsche ich mir auch f\u00fcr uns Queers. Denn wir und die ganze Gesellschaft brauchen dringend neue queere Bilder und Narrative.<\/p>\n<blockquote><p>Die ganze Gesellschaft braucht dringend neue queere Bilder und Narrative<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Einige anglo-amerikanische Autor*innen vermarkten sich direkt im LGBTIQ-Marktsegment mit Selfpublishing-Titeln. Gibt\u2019s das im deutschsprachigen Bereich auch \u2013 oder ist man da gleich Nischenprodukt und nicht mehr mainstreamtauglich?<\/strong><br \/>\nLiteratur im engeren Sinn ist vermutlich nie mainstreamtauglich. Darum geht es aber auch gar nicht. Literatur kann der Gesellschaft Inputs geben und Bewegungen anstossen. Daf\u00fcr muss sie nicht alle erreichen und auch nicht m\u00f6glichst viele, sondern die richtigen Multiplikatoren. In diesem Prozess spielen selbstpublizierte B\u00fccher keine zentrale Rolle. Sie fallen eher ins Segment der Unterhaltungsliteratur, und als queere Geschichten in den Bereich der Fanfiction, also direkt in die Nische \u00abvon Queers f\u00fcr Queers\u00bb.<\/p>\n<p><strong>Im Fall von Becky Albertalli schreiben auch heterosexuelle (<a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/2020\/09\/02\/absage-von-pulse-gedenkkonzert-und-coming-out-aus-erschoepfung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">neuerdings als bisexuell geoutete, MANNSCHAFT berichtete<\/a>) Frauen schwule Liebesgeschichten. Ist das eine Bereicherung \u2013 oder kultureller \u00abMissbrauch\u00bb, wie einige Aktivist*innen Albertalli vorwerfen? Muss man LGBTIQ sein, um ein wichtiges LGBTIQ-Buch zu schreiben? (Ich denke da an \u00abA Little Life\u00bb, das wirklich alles in den Schatten stellt, was ich sonst kenne.)<\/strong><br \/>\nRonya Othmann hat das k\u00fcrzlich in einer Kolumne ganz sch\u00f6n auf den Punkt gebracht: Die Frage ist nicht, ob mensch das <em>darf<\/em>, sondern ob mensch das <em>kann<\/em>. Queeren Geschichten merke ich meistens an, wenn sie von Nicht-Queers geschrieben wurden. Gewisse Erfahrungen, gerade auch Innerlichkeiten, k\u00f6nnen die wenigsten Autor*innen rein durch Empathie in der Fantasie entwickeln. Und auch Recherche reicht da nicht immer aus. Hanya Yanagihara und ihr \u00abA Little Life\u00bb bzw. \u00abEin bisschen Leben\u00bb ist allerdings ein gutes Gegenbeispiel. Sie konnte es.<\/p>\n<figure id=\"attachment_93358\" aria-describedby=\"caption-attachment-93358\" style=\"width: 768px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7348.jpg\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-93358 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 768 1024'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7348.jpg\" alt=\"Queere Literatur\" width=\"768\" height=\"1024\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7348.jpg 768w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7348-225x300.jpg 225w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7348-425x567.jpg 425w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7348-561x748.jpg 561w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7348-364x485.jpg 364w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7348-728x971.jpg 728w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7348-608x811.jpg 608w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7348-758x1011.jpg 758w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7348-36x48.jpg 36w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7348-72x96.jpg 72w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7348-313x417.jpg 313w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7348-300x400.jpg 300w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7348-400x533.jpg 400w\" data-sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-93358\" class=\"wp-caption-text\">Schriftssteller Donat Blum (Foto: Quang Nguyen)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>In vielen der Young-Adult-B\u00fccher geht es um Liebe und grosse Gef\u00fchle bei Teenagern \u2013 aber Sex kommt nicht vor. Sehr im Gegensatz zu vergleichbaren Coming-out-Geschichten aus den 1970er-Jahren (z. B. Gordon Merricks \u00abThe Lord Won\u2019t Mind\u00bb, zu dt. \u00abEin Fall von Liebe\u00bb). Ist diese \u00abAngst\u00bb vor sexuellen Handlungen typisch f\u00fcr unsere neo-pr\u00fcde Zeit? Welche Rolle spiele Facebook &amp; Co. dabei?<\/strong><br \/>\nDas \u00e4rgerliche ist ja: in heterosexuellen Young-Adult-B\u00fcchern kommt es <em>sehr wohl<\/em> zu Sex \u2013 zumindest unter der Bettdecke oder in der Blumenwiese. Das heisst: Die gesellschaftliche Homophobie findet in der Angst vor schwulem oder im weiteren Sinn queerem Sex ihren definitiven Ausdruck. Verlage f\u00fcrchten, dass sie damit Leser*innen br\u00fcskieren k\u00f6nnten, Autor*innen wollen geliebt werden und Erfolg haben, und Literaturvermittler*innen wie bspw. Lehrer*innen haben Angst, von konservativen Eltern eins aufs Dach zu kriegen oder sich damit gar als lesbisch oder schwul zu outen. Das ist ja auch ganz sch\u00f6n bei Filmen zu beobachten: Es gibt quasi kein gr\u00f6sseres Tabu als schwulen Sex. Menschen k\u00f6nnen in minutenlangen Szenen gek\u00f6pft oder vergewaltigt werden, aber zwei M\u00e4nner, die sich \u2013 hart oder liebevoll \u2013 vereinigen, ist ein riesen No-Go, etwas, das noch immer als Verkaufssch\u00e4digend gilt.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"Ah1ALDbJlD\"><p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/2020\/05\/11\/queere-literaratur-als-schwuler-auf-dem-land-ein-romandebuet-mit-tiefgang\/\">Als Schwuler auf dem Land &#8211; ein Romandeb\u00fct mit Tiefgang<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Als Schwuler auf dem Land &#8211; ein Romandeb\u00fct mit Tiefgang&#8220; &#8212; Mannschaft Magazin\" src=\"https:\/\/mannschaft.com\/2020\/05\/11\/queere-literaratur-als-schwuler-auf-dem-land-ein-romandebuet-mit-tiefgang\/embed\/#?secret=Ah1ALDbJlD\" data-secret=\"Ah1ALDbJlD\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Wie reagieren die Autor*innen, mit denen du zu tun hast, darauf? Und wieso ist \u00abGame of Thrones\u00bb mit der \u00dcberf\u00fclle an queerem Sex ein Hit bei Jugendlichen und im Mainstream, andererseits bei LGBTIQ-Young-Adult-B\u00fcchern ausgeblendet?<\/strong><br \/>\nGibt es in \u00abGame of Thrones\u00bb wirklich eine \u00dcberf\u00fclle an queerem Sex? Queere Charakteren ja, aber tats\u00e4chlicher queerer Sex findet da doch auch nur am Rande statt. Aber egal: Fraglos sind Jugendlich gerade was Sexualit\u00e4t und diverse Geschlechtsidentit\u00e4ten angeht viel offener als vorangehende Generationen. Das beobachte ich bereits bei Leuten, die knapp 10 Jahre j\u00fcnger sind als ich, und da hat nat\u00fcrlich das Internet die Finger im Spiel: Digital Natives sind mit viel diverseren Narrativen und Bildern aufgewachsen, als ich es mir je h\u00e4tte ertr\u00e4umen k\u00f6nnen. Diese neuen Generationen sitzen allerdings noch nicht in den Entscheidungspositionen, erst recht nicht bei den Verlagen. Der Literaturbetrieb ist \u00e4usserst konservativ. Das hat auch mit dem schwindenden Buchmarkt zu tun. Die Risikobereitschaft ist enorm klein.<\/p>\n<blockquote><p>Der Literaturbetrieb ist \u00e4usserst konservativ. Das hat auch mit dem schwindenden Buchmarkt zu tun. Die Risikobereitschaft ist enorm klein<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Mal abgesehen von Corona: Welche weiteren neuen Themen siehst du in LGBTIQ-Romanen der letzten 10 Jahre? Hat sich da etwas ver\u00e4ndert\/entwickelt?<\/strong><br \/>\nGeschlechtsidentit\u00e4t wird mehr und mehr ein Thema. \u00dcberhaupt: Identit\u00e4t wird nochmals ganz neu verhandelt. Gerade in der Literatur. Manchmal auch in der deutschsprachigen. \u00c4ltere Generationen bleiben aber definitiv auf der Strecke. Ich denke, das k\u00f6nnte auch damit zusammenh\u00e4ngen, dass \u00e4ltere queere Autor*innen irgendwann aufgeben und sich entweder dem Druck beugen und nicht mehr Queeres erz\u00e4hlen oder aber das Schreiben ganz sein lassen. Der Wind im Literaturbetrieb ist f\u00fcr queere Autor*innen sehr rau. Ich verstehe jede und jeden, der sich diesem irgendwann nicht mehr aussetzen m\u00f6chte. Die Entt\u00e4uschung, wenn jemand jahrelang an einem Text arbeitet, und der dann von Verlagen und Agenturen nicht mal angeschaut wird, die ist schon schwer zu verkraften.<\/p>\n<figure id=\"attachment_93359\" aria-describedby=\"caption-attachment-93359\" style=\"width: 768px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7308.jpg\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-93359 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 768 1024'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7308.jpg\" alt=\"Queere Literatur\" width=\"768\" height=\"1024\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7308.jpg 768w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7308-225x300.jpg 225w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7308-425x567.jpg 425w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7308-561x748.jpg 561w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7308-364x485.jpg 364w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7308-728x971.jpg 728w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7308-608x811.jpg 608w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7308-758x1011.jpg 758w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7308-36x48.jpg 36w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7308-72x96.jpg 72w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7308-313x417.jpg 313w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7308-300x400.jpg 300w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/MG_7308-400x533.jpg 400w\" data-sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-93359\" class=\"wp-caption-text\">Beim Kaffee mit Donat Blum (Foto: Quang Nguyen)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Du lebst zwischen der Schweiz und Berlin. Welche Unterschiede bemerkst du, was aktuelle Queer-Debatten betrifft?<\/strong><br \/>\nDie Schweiz hinkt dem Deutschen Literaturbetrieb nochmals 10 Jahre hinterher. Sogenannte Migrationsliteratur kommt da erst gerade aufs Tapet und der Umgang damit, gerade auch von Verlagsseite, ist ziemlich dilettantisch. Ich habe noch keinen einzigen Beitrag im Schweizer Feuilleton oder Radio zu queerer Literatur geh\u00f6rt. Noch nie! Von den dazugeh\u00f6rigen Debatten mal ganz zu schweigen.<\/p>\n<p><strong>Warum ausgerechnet Berlin als zweite Heimat?<br \/>\n<\/strong>Die Schweiz ist mir ganz klassisch \u00abzu eng geworden\u00bb. In der schwulen Community gibt es dort keine Debattenkultur \u2013 Kritik und Widerspruch werden als Angriff gewertet. Und bei der Kleinheit der Schweizer Community kann sich niemand Feinde leisten.<br \/>\nEs gibt aber wohl auch keine schwulere und progressivere Stadt als Berlin auf dieser Welt. Also, ich habe noch keine gesehen, ausser Toronto vielleicht. Und Berlin als gr\u00f6sste Stadt im deutschsprachigen Raum ist auch so etwas wie dessen geistiges Zentrum. Hier kommt alles zusammen: Film, Verlage, Theater, Politik, Clubkultur. Die Bereiche, die den gesellschaftlichen Diskurs voranbringen.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"e9KFn0am3n\"><p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/2020\/09\/03\/appell-auswirkungen-von-corona-auf-lgbtiq-beruecksichtigen\/\">Appell: Auswirkungen von Corona auf LGBTIQ ber\u00fccksichtigen!<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Appell: Auswirkungen von Corona auf LGBTIQ ber\u00fccksichtigen!&#8220; &#8212; Mannschaft Magazin\" src=\"https:\/\/mannschaft.com\/2020\/09\/03\/appell-auswirkungen-von-corona-auf-lgbtiq-beruecksichtigen\/embed\/#?secret=e9KFn0am3n\" data-secret=\"e9KFn0am3n\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Nachdem Corona viele Autor*innen gezwungen hat, neue Formate auszuprobieren: Was wird sich davon in Zukunft halten, was sind positive Impulse?<br \/>\n<\/strong>Im Idealfall tr\u00e4gt das Internet zu einer Demokratisierung bei. Das gilt im Prinzip auch f\u00fcr die Literatur: Mit den vielen Online-Lesungen haben Autor*innen \u2013 ganz trivial \u2013 Ber\u00fchrungs\u00e4ngste vor der Technik ablegen k\u00f6nnen. Die meisten wissen nun, wie ihre Webcam funktioniert, wie sie live gehen k\u00f6nnen, um aus ihren B\u00fcchern vorzulesen. Das er\u00f6ffnet Autor*innen neue M\u00f6glichkeiten, um sich und ihre B\u00fccher auf Social Media zu bewerben: Etwas, das Verlage immer mehr an uns Autor*innen abw\u00e4lzen. Darin liegt auch viel Potential. Ich w\u00fcrde mir beispielsweise w\u00fcnschen, dass Literatur mehr und mehr die sozialen Medien schwemmt, dass sie Teil davon wird, dass sie das sprachliche Niveau dieser Kan\u00e4le erh\u00f6ht.<\/p>\n<p><strong>Wie steht es denn um die Verfilmung deines eigenen Romans \u00abOpoe\u00bb, der 2018 bei Ullstein erschien? (<a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/2018\/11\/03\/queerer-buchtipp-opoe-von-donat-blum\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">MANNSCHAFT berichtete \u00fcber das Buch<\/a>.) Wen w\u00fcrdest du in einer Filmadaption des Buchs gern sehen \u2013 und wo?<\/strong><br \/>\nLustige Frage. Als Narzisst, wie wir Schwule es dem Vorurteil nach doch alle sind: mich selbst?\u00a0 Haha, ne, das w\u00e4re schrecklich. Das spielt keine Rolle f\u00fcr mich. Wenn sich irgendjemand von meinem Roman inspirieren l\u00e4sst, ist das sowieso das Gr\u00f6sste, egal, was diese Person daraus macht. Es reicht auch, wenn sie ihre Grossmutter deswegen mal wieder besuchen und sie nach ihrer Lebensgeschichte fragen \u2013 wie es mir eine Leserin berichtet hat. Oder die eigene monogame Beziehung befragen und sich darauf einlassen herauszufinden, was der Kern von Liebe abseits von \u00abExklusivit\u00e4t\u00bb noch sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"DKPxLJ5w4i\"><p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/2018\/11\/03\/queerer-buchtipp-opoe-von-donat-blum\/\">Queerer Buchtipp: \u00abOpoe\u00bb von Donat Blum<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Queerer Buchtipp: \u00abOpoe\u00bb von Donat Blum&#8220; &#8212; Mannschaft Magazin\" src=\"https:\/\/mannschaft.com\/2018\/11\/03\/queerer-buchtipp-opoe-von-donat-blum\/embed\/#?secret=DKPxLJ5w4i\" data-secret=\"DKPxLJ5w4i\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Offene LGBTIQ-Beziehungen sind ja nun kein wirklich neues Thema, oder?<br \/>\n<\/strong>F\u00fcr jede Person immer wieder von Neuem neu, oder? Wir wachsen ja alle mit heteronormativen Vorstellungen auf. Auch in Bezug auf Beziehungsformen. Das heisst jede*r muss sich die Offenheit selber erk\u00e4mpfen \u2013 gut m\u00f6glich, dass das viele erst mit einem gewissen Alter tun. Ich glaube allerdings auch, in schwulen Kreisen Bewegungen hin zu mehr Konformit\u00e4t zu beobachten. Aber es ist ja auch einfach ein Trugschluss, und war es schon immer, zu glauben, nur weil jemand schwul ist, sei er auch progressiv und links.<\/p>\n<p><strong>Selber lebst du polyamor, hast mehrere Freunde und Partner.<br \/>\n<\/strong>Ich rede selber kaum von \u00abpolyamor\u00bb, weil meiner Lebens- und Liebensart kein Konzept voranging. Aber ich mag den Begriff \u00abNahbeziehungen\u00bb, den Lann Hornscheit gepr\u00e4gt und in der ersten Ausgabe von <em>Glitter<\/em> zum ersten Mal ausgef\u00fchrt hat. Nahbeziehungen lebe ich mehrere: Mit meinen beiden Nichten, mit drei schwulen M\u00e4nnern, mit vier besten Freundinnen und noch einigen mehr. Mit einigen wenigen schlafe ich auch. Das spielt prim\u00e4r eigentlich gar keine Rolle f\u00fcr mich. Vertrauen, Offenheit und Zugewandheit scheinen mir die zentralen Pfeiler von Beziehungen zu sein. Und Neugier \u2013 ein wichtiges Element von zumindest meiner Sexualit\u00e4t.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Donat Blum organisierte w\u00e4hrend des Corona-Lockdown das digitale Literaturfestival \u00abViral\u00bb, das sich f\u00fcr queere Sichtbarkeit einsetzte. 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