{"id":89928,"date":"2020-08-25T16:43:18","date_gmt":"2020-08-25T14:43:18","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=89928"},"modified":"2020-08-26T23:22:25","modified_gmt":"2020-08-26T21:22:25","slug":"migranten-und-trans-menschen-am-theater-tendenziell-beguenstigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/migranten-und-trans-menschen-am-theater-tendenziell-beguenstigt\/","title":{"rendered":"Trans, Nicht-Bin\u00e4re und Migranten am Theater tendenziell beg\u00fcnstigt"},"content":{"rendered":"<h3>M\u00e4nner mit Migrationshintergrund und trans Menschen werden am Theater tendenziell beg\u00fcnstigt, zeigt eine Untersuchung der Freien Universit\u00e4t Berlin. Dies gelte f\u00fcr Deutschland, \u00d6sterreich und die Schweiz.<\/h3>\n<p>Am Theater erfahren M\u00e4nner mit Migrationshintergrund und Personen mit einer nicht bin\u00e4ren Geschlechteridentit\u00e4t im Vergleich zu m\u00e4nnlichen Bewerbern eine Bevorteilung, wie eine Studie von Wissenschaftler*innen der<a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/presse\/informationen\/fup\/2020\/fup_20_144-diskriminierung-theater\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> Freien Universit\u00e4t<\/a> zeigt. \u00abAuf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt werden diese Gruppen h\u00e4ufig diskriminiert, das belegen verschiedene Studien\u00bb, erkl\u00e4rt Professor J\u00fcrgen Gerhards, Soziologe an der Freien Universit\u00e4t Berlin und gemeinsam mit Tim Sawert und Julia Tuppat Autor der Publikation.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"nxc4w9h8aQ\"><p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/2020\/07\/01\/lgbtiq-news-mit-der-mannschaft-durch-den-sommer\/\">Mit der neuen MANNSCHAFT durch den Sommer<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Mit der neuen MANNSCHAFT durch den Sommer&#8220; &#8212; Mannschaft Magazin\" src=\"https:\/\/mannschaft.com\/2020\/07\/01\/lgbtiq-news-mit-der-mannschaft-durch-den-sommer\/embed\/#?secret=nxc4w9h8aQ\" data-secret=\"nxc4w9h8aQ\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>Die Wissenschaftler*innen haben \u00fcberpr\u00fcft, ob sich eine Diskriminierung auch im Bereich des Theaters nachweisen l\u00e4sst. \u00abDas hat sich nicht best\u00e4tigt, vielmehr erfahren diese Gruppen in diesem Bereich der Gesellschaft eine Bevorteilung\u00bb, so Gerhards. Insgesamt zeige die Untersuchung, dass die gesellschaftliche symbolische Ordnung der Diskriminierung im Theater auf den Kopf gestellt werde.<\/p>\n<p>Wie Gerhards gegen\u00fcber MANNSCHAFT erkl\u00e4rte, wurden den fingierten Bewerbungen Indikatoren hinzugef\u00fcgt, die annehmen lassen, dass es sich um trans, inter oder nicht-bin\u00e4re Bewerber handle. \u00abWir haben den Vornamen den Zweitnamen Gloria hinzugef\u00fcgt und in den Lebensl\u00e4ufen auf Stationen bei trans Theaterprojekten hingewiesen.\u00bb<\/p>\n<p>Diese Indikatoren seien oft auch wie gew\u00fcnscht gedeutet worden, so Gerhards weiter. Diese Bewerber*innen seien in den Antwortschreiben nicht mit <em>Sehr geehrter<\/em> oder <em>sehr geehrte <\/em>angesprochen worden, sonder oft nur mit einem schlichten <em>Hallo<\/em>.<\/p>\n<p>\u00abOb dies nur f\u00fcr die Einstellung von Praktikanten im Bereich der Dramaturgie gilt oder auch f\u00fcr h\u00f6here Hierarchiestufen wie diejenige der Theaterleitung, wurde nicht untersucht\u00bb, erkl\u00e4rt der Soziologe. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift <em>Journal of Ethnic and Migration Studies<\/em> publiziert.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"JxG0pLyFzI\"><p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/2020\/07\/03\/sven-ratzke-ich-freue-mich-wie-bolle-auf-hedwig\/\">Sven Ratzke: \u00abIch freue mich wie Bolle auf Hedwig!\u00bb<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Sven Ratzke: \u00abIch freue mich wie Bolle auf Hedwig!\u00bb&#8220; &#8212; Mannschaft Magazin\" src=\"https:\/\/mannschaft.com\/2020\/07\/03\/sven-ratzke-ich-freue-mich-wie-bolle-auf-hedwig\/embed\/#?secret=JxG0pLyFzI\" data-secret=\"JxG0pLyFzI\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>Die Befunde der Studie lasse sich den Autor*innen zufolge unterschiedlich bewerten: \u00abBetrachtet man das Theater als kritische Instanz der Beobachtung und Kommentierung gesellschaftlicher Entwicklungen und als M\u00f6glichkeitsraum der Umkehrung realer Verh\u00e4ltnisse, kann man das Ergebnis begr\u00fcssen\u00bb, erl\u00e4utert J\u00fcrgen Gerhards. Anders falle die Beurteilung aus, wenn man sich an den Antidiskriminierungsrichtlinien der Europ\u00e4ischen Union orientiere; denn die Studie zeige, dass im gesellschaftlichen Teilbereich des Theaters ebenfalls diskriminiert werde, nur eben mit umgekehrtem Vorzeichen.<\/p>\n<p>Die Soziolog*innen verschickten f\u00fcr ihre Untersuchung fingierte Bewerbungen f\u00fcr eine Hospitanz an alle 462 deutschsprachigen Theater in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz. Das Anschreiben und der Lebenslauf waren bei allen Bewerbungen bis auf zwei Charakteristika identisch: Variiert wurde zum einen die Herkunft der Bewerber; sie kamen aus Deutschland, Frankreich, und der T\u00fcrkei und hiessen Lukas Steltmeier, Matthieu Dubois und Hussein \u00d6zdemir.<\/p>\n<p>Zum anderen wurde die Geschlechtsidentit\u00e4t der Bewerber zwischen m\u00e4nnlich und transgender variiert. \u00abWeibliche Personen wurden in der Untersuchung nicht ber\u00fccksichtigt, weil dies die Merkmalskombinationen so weit ausgedehnt h\u00e4tte, dass keine statistisch gehaltvollen Aussagen mehr m\u00f6glich gewesen w\u00e4ren\u00bb, erkl\u00e4rt J\u00fcrgen Gerhards.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse widerspr\u00e4chen allen anderen bis dato vorliegenden Untersuchungen zur Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt, sagt der Soziologe. Die meisten Einladungen von den Bewerbern erhielt nicht der vorgebliche Kandidat ohne Migrationshintergrund (26,4 %), sondern der fingierte tu\u0308rkischst\u00e4mmige Bewerber (40,9 %), gefolgt von dem angeblichen franz\u00f6sischen Kandidaten (31,4 %).<\/p>\n<p>Auch die h\u00e4ufig festgestellte Diskriminierung von Personen mit einer nicht-heterosexuellen Geschlechtsidentit\u00e4t finde man im Theater nicht. Die fingierte Person mit trans Identit\u00e4t wurde etwas h\u00e4ufiger zum Bewerbungsgespr\u00e4ch eingeladen als ihre m\u00e4nnlichen Mitbewerber; der Unterschied sei jedoch mit knapp drei Prozentpunkten sehr gering und nicht signifikant, erl\u00e4utert Gerhards.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00e4nner mit Migrationshintergrund und trans Menschen werden am Theater tendenziell beg\u00fcnstigt, zeigt eine Untersuchung der Freien Universit\u00e4t Berlin. 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