{"id":81836,"date":"2020-06-19T10:13:07","date_gmt":"2020-06-19T08:13:07","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=81836"},"modified":"2020-06-20T17:59:48","modified_gmt":"2020-06-20T15:59:48","slug":"katholische-zeitung-wollte-aeschbacher-wegen-sexualitaet-kippen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/katholische-zeitung-wollte-aeschbacher-wegen-sexualitaet-kippen\/","title":{"rendered":"Katholische Zeitung wollte Aeschbacher wegen Sexualit\u00e4t kippen"},"content":{"rendered":"<h3>Das Katholische Sonntagsblatt entschied sich zuerst gegen die Ver\u00f6ffentlichung eines Interviews mit Kurt Aeschbacher, da der Moderator ein \u00abbekennender Homosexueller\u00bb sei und einen Teil der Leserschaft \u00absicher verst\u00f6ren\u00bb\u00a0wird.<\/h3>\n<p>F\u00fcr die n\u00e4chste Ausgabe des <em>Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatts SKS<\/em> interviewte der freie Autor Andreas Raffeiner die Schweizer TV-Legende Kurt Aeschbacher. Wie Chefredakteurin Melanie Host dem Journalisten jedoch schriftlich er\u00f6ffnete, habe man das Interview nach interner R\u00fccksprache f\u00fcr \u00abungeeignet\u00bb befunden. Aeschbacher sei ein \u00abbekennender Homosexueller\u00bb, was \u00absicher einige Leser verst\u00f6ren wird\u00bb. Die Worte stammen aus dem E-Mail-Verkehr, der verschiedenen Schweizer Tageszeitungen vorliegt.<\/p>\n<p>\u00abEs war ein harmloses Interview \u00fcber Gott und die Welt. Ein Gespr\u00e4ch, das die Chefredakteurin als \u2039gut gelungen\u203a lobte\u00bb, schrieb der 71-j\u00e4hrige Aeschbacher auf Facebook. So seien es auch der Verleger und Graub\u00fcndens Generalvikar Andreas Fuchs, \u00abgeistlicher\u00bb Leiter des SKS, gewesen, die eine Ablehnung geltend gemacht h\u00e4tten. \u00abEine erstaunliche Haltung im 21. Jahrhundert.\u00bb<\/p>\n<p>Host begr\u00fcndete gegen\u00fcber Raffeiner den Entscheid mit einem m\u00f6glichen Verlust von Abonnent*innen. \u00abPerson und Positionen von Kurt Aeschbacher passen einfach nicht zur Linie unseres Blattes und \u2013 nicht zu vergessen! \u2013 der Leserschaft, die auf Irritationen gerne mit Abbestellung reagiert\u00bb, schrieb sie. Man habe diese Erfahrung schon oft gemacht, man k\u00f6nne sich derzeit keine weiteren Abonnementk\u00fcndigungen erlauben.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" style=\"border: none; overflow: hidden;\" src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Faeschbi%2Fposts%2F10220176139527812&amp;width=500\" width=\"500\" height=\"731\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>Nachdem Raffeiner den E-Mail-Verkehr an Aeschbacher weitergeleitet hatte, intervenierte der ehemalige Moderator bei der Redaktion. Er wolle die \u00abdiskriminierende Begr\u00fcndung\u00bb \u00f6ffentlich machen. Danach machte das <em>SKS<\/em> eine Kehrtwende: Man werde das Interview nun doch ver\u00f6ffentlichen, \u00abdie Sache ist dumm gelaufen.\u00bb<\/p>\n<p>F\u00fcr Aeschbacher ist die \u00ablapidare Nachricht\u00bb keine Entschuldigung. Er will nun den Presserat einschalten. Ob das Gespr\u00e4ch nun ver\u00f6ffentlich werde oder nicht, sei ihm \u00abv\u00f6llig wurst\u00bb. \u00abNicht gleichg\u00fcltig ist mir jedoch, was konservative katholische Kreise \u00fcber Minderheiten denken\u00bb, schreibt er weiter. Zudem habe er gerade erfahren, dass Raffeiner s\u00e4mtliche Auftr\u00e4ge entzogen worden seien.<\/p>\n<p>\u00abDer Entscheid, das Interview doch noch abzudrucken, \u00e4ndert nichts an der Brisanz der Aussage, eine Publikation zuerst abzulehnen und erst auf Druck meiner Intervention einzulenken\u00bb, sagt Aeschbacher gegen\u00fcber dem <a href=\"https:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/weil-er-schwul-ist-kirchenzeitung-wollte-aeschbacher-nicht-im-blatt-582253551198\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>Tages-Anzeiger<\/em><\/a>. \u00abIch bin der Meinung, dass der Presserat grunds\u00e4tzlich \u00fcber das Verhalten einer Schweizer Publikation, die offensichtlich Schwierigkeiten mit homosexuellen Menschen hat, informiert werden muss.\u00bb<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"1FMtavBR8T\"><p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/2019\/12\/15\/homophobie-in-kirchgemeinde-melchnau-ratsmitglieder-entlastet\/\">Homophobie in Kirchgemeinde Melchnau: Ratsmitglieder entlastet<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Homophobie in Kirchgemeinde Melchnau: Ratsmitglieder entlastet&#8220; &#8212; Mannschaft Magazin\" src=\"https:\/\/mannschaft.com\/2019\/12\/15\/homophobie-in-kirchgemeinde-melchnau-ratsmitglieder-entlastet\/embed\/#?secret=1FMtavBR8T\" data-secret=\"1FMtavBR8T\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>Raffeiner zeigte sich gegen\u00fcber der Presse erstaunt, dass das Gespr\u00e4ch mit Aeschbacher anf\u00e4nglich abgelehnt wurde. Eine deutsche Kirchenzeitung hatte sein Interview mit dem Komiker Hape Kerkeling, der ebenfalls offen schwul ist, kommentarlos akzeptiert. Ob das <em>Katholische Sonntagsblatt<\/em> ihn f\u00fcr seine Arbeit bezahlen wird, weiss er nicht. \u00abBisher habe ich keinen Rappen bekommen. Ich wurde ja nicht einmal nach meiner IBAN-Nummer, lediglich nach einer Postanschrift gefragt\u00bb, sagt er gegen\u00fcber den Medien. Unter diesen Umst\u00e4nden wolle er nicht mehr f\u00fcr das <em>SKS<\/em> schreiben.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema: \u00abKirche und Staat, lasst euch endlich scheiden!\u00bb, schrieb <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/2019\/09\/21\/kirche-homophob-lasst-euch-endlich-scheiden\/\">Predrag Jurisic in seinem Kommentar<\/a>.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Katholische Sonntagsblatt entschied sich zuerst gegen die Ver\u00f6ffentlichung eines Interviews mit Kurt Aeschbacher, da der Moderator ein \u00abbekennender Homosexueller\u00bb sei und einen Teil der Leserschaft \u00absicher verst\u00f6ren\u00bb\u00a0wird. <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/katholische-zeitung-wollte-aeschbacher-wegen-sexualitaet-kippen\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":81840,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1340],"tags":[5512,56,5540],"wps_subtitle":"Die TV-Legende will nun den Presserat einschalten","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81836"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=81836"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81836\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/81840"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=81836"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=81836"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=81836"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}