{"id":79559,"date":"2020-05-26T11:41:39","date_gmt":"2020-05-26T09:41:39","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=79559"},"modified":"2020-05-26T11:41:39","modified_gmt":"2020-05-26T09:41:39","slug":"hiv-positiv-im-lockdown-lgbtiq-besonders-betroffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/hiv-positiv-im-lockdown-lgbtiq-besonders-betroffen\/","title":{"rendered":"HIV-positiv im Lockdown: LGBTIQ besonders betroffen"},"content":{"rendered":"<h3>Von der Ukraine bis Uganda und von Kenia bis Kirgisistan kommen Menschen mit HIV nicht an Medikamente. Besonders in abgelegenen Gebieten fehlt es im Lockdown an Geld und an Transportmittel.<\/h3>\n<p>Uganda: Es begann mit Kopfschmerzen, dann kamen \u00dcbelkeit und Durchfall. Binnen zwei Wochen ohne antiretrovirale Therapie wurde Eric so schwach, dass er nicht mehr laufen konnte und ins Krankenhaus verlegt werden musste. Wie viele andere HIV-positive Menschen weltweit ist es f\u00fcr den 26-J\u00e4hrigen schwierig, im Lockdown an Medikamente zu gelangen.<\/p>\n<p>\u00abIch war elf Tage im Krankenhaus. Ich w\u00e4re beinahe gestorben\u00bb, sagt Eric im Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Der Barbier wohnt in einem Dorf im Distrikt Ntungamo im westlichen Teil von Uganda. \u00abDer Arzt sagte mir, dass ich die HIV-Medikamente nicht h\u00e4tte absetzen sollen, doch das tat ich nicht absichtlich. Aufgrund des Lockdowns gibt es keine Transportmittel und ich konnte die 20 Kilometer zur Klinik nicht zu Fuss gehen.\u00bb<\/p>\n<p>So wie Eric ergeht es vielen HIV-positiven Personen, ein Grossteil davon LGBTIQ. Menschenrechtsorganisationen aus der Ukraine, Kenia, Mosambik, Kirgisistan, Trinidad und Tobago sowie aus dem Libanon berichten, dass sexuelle Minderheiten trotz einigen Bem\u00fchungen von Beh\u00f6rden und NGOs ihre HIV-Therapie unterbrechen m\u00fcssen, weil sie aufgrund des Lockdowns das Haus nicht verlassen d\u00fcrfen. Andere haben kein Geld f\u00fcr Transportmittel, da ihr Einkommen aufgrund der Pandemie weggefallen ist.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"zD4pvZEZ26\"><p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/2020\/05\/06\/wissenschaftlerinnen-vor-revolution-in-der-hiv-therapie\/\">Neue Forschungsresultate: Revolution in der HIV-Therapie?<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe title=\"&#8222;Neue Forschungsresultate: Revolution in der HIV-Therapie?&#8220; &#8212; Mannschaft Magazin\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" src=\"https:\/\/mannschaft.com\/2020\/05\/06\/wissenschaftlerinnen-vor-revolution-in-der-hiv-therapie\/embed\/#?secret=zD4pvZEZ26\" data-secret=\"zD4pvZEZ26\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>Wiederum andere haben ihre antiretrovirale Therapie abgesetzt, da sie sich keine Lebensmittel mehr leisten und die starken Medikamente mit leeren Magen nicht vertragen k\u00f6nnen. T\u00e4glich etwas zu essen zu finden sei f\u00fcr einige Menschen w\u00e4hrend dem Lockdown schwierig geworden, sagt Real Raymond von der Stiftung Mbara Rise Foundation, die rund siebzig LGBTIQ-Personen in abgelegenen Gebieten Ugandas per Fahrrad mit antiretroviralen Medikamenten versorgt. \u00abSie sagen mir, dass ihr K\u00f6rper schwach und fiebrig wird, wenn sie sie auf leeren Magen nehmen.\u00bb<\/p>\n<p>Menschenrechtsgruppen in Uganda meldeten, die Beh\u00f6rden w\u00fcrden die Schutzmassnahmen f\u00fcr die Corona-Pandemie ausnutzen und sexuelle Minderheiten in Uganda zur Zielscheibe machen <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/2020\/05\/19\/gefangene-lgbtiq-in-uganda-endlich-wieder-frei\/\">(MANNSCHAFT berichtete)<\/a>.<\/p>\n<h4>LGBTIQ-feindliche Gesetze tragen zur Lage bei<\/h4>\n<p>Die Stiftung \u00abFrontline AIDS\u00bb verzeichnet eine Zunahme von F\u00f6rderantr\u00e4ge regionaler LGBTIQ-Basisgruppen, deren Mitglieder einen erschwerten Zugang zu HIV-Medikamenten wegen COVID-19 haben.<\/p>\n<p>\u00abMenschen mit HIV weltweit haben M\u00fche, ihre Therapie zu bekommen, doch f\u00fcr Mitglieder aus Gruppen wie der LGBTIQ-Community ist es aufgrund ihrer Verwundbarkeit und den Diskriminierungen, die sie ausgesetzt ist, besonders schwierig\u00bb, sagt Matteo Cassolato von Frontline AIDS gegen\u00fcber Reuters. \u00abIn einigen L\u00e4ndern werden sie verfolgt und verhaftet oder von der Polizei gestoppt, wenn sie ihre Medikamente abholen wollen. Wegen Stigma und Homophobie f\u00e4llt es ihnen nicht immer leicht, sich zu erkl\u00e4ren.\u00bb<\/p>\n<p>Unter anderem unterst\u00fctzt Frontline AIDS trans Personen in Trinidad und Tobago bei der Versorgung mit HIV-Medikamenten. Aufgrund ihrer erh\u00f6hten Sichtbarkeit seien trans Personen eher Schikanen ausgesetzt, so Cassolato. Eingeschr\u00e4nkte \u00d6ffnungszeiten der Apotheken und erh\u00f6htes Kundenaufkommen w\u00fcrden sie zus\u00e4tzlich abhalten.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"rz5x7m8svv\"><p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/2020\/04\/20\/regenbogenmasken-gegen-homophobie-in-polen\/\">Polen: Regenbogenmasken gegen Corona und Homophobie<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe title=\"&#8222;Polen: Regenbogenmasken gegen Corona und Homophobie&#8220; &#8212; Mannschaft Magazin\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" src=\"https:\/\/mannschaft.com\/2020\/04\/20\/regenbogenmasken-gegen-homophobie-in-polen\/embed\/#?secret=rz5x7m8svv\" data-secret=\"rz5x7m8svv\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>Gem\u00e4ss UNAIDS, dem gemeinsamen Programm der Vereinten Nationen f\u00fcr HIV\/AIDS, machen schwule M\u00e4nner 20% der HIV-Neuinfektionen weltweit aus. Das Risiko, sich mit HIV zu infizieren, ist bei schwulen M\u00e4nnern 27-mal h\u00f6her als bei anderen M\u00e4nnern, bei trans Frauen zw\u00f6lfmal h\u00f6her als bei der Gesamtbev\u00f6lkerung. Rund 16,5% von trans Frauen sind HIV-positiv. Weltweit leben sch\u00e4tzungsweise 38 Millionen Menschen mit HIV, seit Beginn der Achtzigerjahre sind zirka 35 Millionen Personen an AIDS gestorben.<\/p>\n<p>UNAIDS fordert Regierungen weltweit auf, Programme zu HIV und sexueller Gesundheit auch w\u00e4hrend der Corona-Pandemie aufrechtzuerhalten. Mit Heimlieferungen, virtuellen Arztkonsultationen oder Medikamentenausgabe f\u00fcr mehrere Monate k\u00f6nne man das Angebot den COVID-19 Umst\u00e4nden anpassen.<\/p>\n<p>Viele L\u00e4nder h\u00e4tten F\u00fchrungsst\u00e4rke bewiesen und mit tatkr\u00e4ftigen Massnahmen auf die Corona-Pandemie reagiert, sagt Christoforos Mallouris, leitender Berater f\u00fcr S\u00fcd- und Ostafrika bei UNAIDS, gegen\u00fcber Reuters. \u00abDabei d\u00fcrfen jedoch marginalisierte Gruppen wie die LGBTIQ-Community nicht vergessen gehen. Mehr als je zuvor m\u00fcssen wir sicherstellen, dass die Bev\u00f6lkerung angesichts COVID-19 gesund bleibt.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der Ukraine bis Uganda und von Kenia bis Kirgisistan kommen Menschen mit HIV nicht an Medikamente. Besonders in abgelegenen Gebieten fehlt es im Lockdown an Geld und an Transportmittel. <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/hiv-positiv-im-lockdown-lgbtiq-besonders-betroffen\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":79563,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2],"tags":[5466,5468,674],"wps_subtitle":"UNAIDS fordert Regierungen weltweit auf, die LGBTIQ-Community nicht zu vergessen","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79559"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=79559"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79559\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/79563"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79559"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=79559"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=79559"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}