{"id":78759,"date":"2020-05-14T16:51:53","date_gmt":"2020-05-14T14:51:53","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=78759"},"modified":"2024-08-21T10:49:45","modified_gmt":"2024-08-21T08:49:45","slug":"influencerin-wollte-schwule-maenner-in-marokko-nicht-outen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/influencerin-wollte-schwule-maenner-in-marokko-nicht-outen\/","title":{"rendered":"Influencerin: Wollte schwule M\u00e4nner in Marokko nicht outen"},"content":{"rendered":"<h3>Die Influencerin, die f\u00fcr eine Welle homophober \u00dcbergriffe in Marokko verantwortlich gemacht wird, hat sich entschuldigt. Sie sei missverstanden worden und habe schwule M\u00e4nner nicht zur Zielscheibe machen wollen.<\/h3>\n<p>Naoufal Moussa \u2013 online auch bekannt als Sofia Taloni \u2013 entschuldigte sich am 13. Mai f\u00fcr ihren Instagram-Livestream vom April. Darin hatte die trans Influencerin ihre rund 620&#8217;000 Follower*innen aufgefordert, schwule Dating-Apps herunterzuladen. Die Absicht dahinter: Moussa wollte ihren Fans vor Augen f\u00fchren, dass Homosexualit\u00e4t etwas Allt\u00e4gliches sei und schwule M\u00e4nner in Marokko \u00fcberall existierten.<\/p>\n<p>Doch der Schuss ging nach hinten los: Personen nutzten die Datings-App, um Profilfotos zu speichern und User nach weiteren, teils intimen Bildern zu fragen. Diese wurden schliesslich in einschl\u00e4gigen Facebookgruppen herumgereicht mit dem Ziel, schwule M\u00e4nner \u00f6ffentlich zu outen. \u00abDie M\u00e4nner werden gemobbt und erpresst\u00bb, sagte die LGBTIQ-Organisation Nassawiyat <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/2020\/04\/27\/nach-insta-trend-maenner-in-marokko-werden-mit-grindr-fotos-erpresst\/\">(MANNSCHAFT berichtete)<\/a>. Einem Sprecher zufolge mussten viele schwule M\u00e4nner Repressalien bef\u00fcrchten oder wurden von ihren Familien gar auf die Strasse gesetzt.<\/p>\n<p>Moussa bedauert gegen\u00fcber der Nachrichtenagentur Reuters, dass schwule M\u00e4nner aufgrund ihres Livestreams \u00abzur Zielscheibe gemacht\u00bb wurden, statt sie \u00abn\u00e4her an die Mainstream-Gesellschaft\u00bb in Marokko zu bringen, wo homosexuelle Handlungen unter Strafe stehen.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"JDk9VCL8q6\"><p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/2020\/05\/08\/lgbtiq-news-wir-feiern-100-ausgaben-und-10-jahre-mannschaft\/\">Endlich 10 Jahre alt! Hier ist die MANNSCHAFT, Nr. 100<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe title=\"&#8222;Endlich 10 Jahre alt! Hier ist die MANNSCHAFT, Nr. 100&#8220; &#8212; Mannschaft Magazin\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" src=\"https:\/\/mannschaft.com\/2020\/05\/08\/lgbtiq-news-wir-feiern-100-ausgaben-und-10-jahre-mannschaft\/embed\/#?secret=JDk9VCL8q6\" data-secret=\"JDk9VCL8q6\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>Es sei nie ihre Absicht gewesen, diese M\u00e4nner zu outen. \u00abIch wollte Homosexuelle in Marokko normalisieren, sie als Menschen und nicht als D\u00e4monen darstellen, damit sie nicht mehr wie Auss\u00e4tzige behandelt werden\u00bb, sagte Moussa. \u00abIch m\u00f6chte, dass man homosexuelle Personen als den Mann oder die Frau von nebenan behandelt und sich von der negativen Vorstellung verabschiedet, wie Schwule oder Lesben auszusehen haben, wer sie sind oder wie sie leben.\u00bb<\/p>\n<p>Moussa wuchs in Marokko auf und lebt nun in der T\u00fcrkei. Nach einer Karriere als Model und einer Geschlechtsangleichung war sie als Beauty-Influencerin erfolgreich und erreichte mit ihren Livestreams bis zu 100&#8217;000 Follower*innen. Nach der Outing-Kampagne im April deaktivierten Instagram und Facebook ihre Konten. Es sei nicht zul\u00e4ssig, Mitglieder der LGBTIQ-Community zu outen, so die Begr\u00fcndung.<\/p>\n<p>Auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wurde aktiv und forderte die marokkanische Regierung auf, homosexuelle Handlungen zu entkriminalisieren. \u00abDas Anti-LGBTIQ-Gesetz Marokkos befeuert solche homophoben Kampagnen \u2013 egal, wie diese zustande kamen\u00bb, sagte Sprecher Ahmed Benchemsi.<\/p>\n<p>Die Reaktionen auf Moussas Entschuldigung waren gemischt. Ein junger Marokkaner, der anonym bleiben m\u00f6chte, bezeichnete ihr Gest\u00e4ndnis als \u00abZeichen von Reife\u00bb: \u00abSie r\u00e4umt ein, dass sie mit ihren Handlungen zum Leid von Minderheiten beigetragen hat.\u00bb<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"cAfsaGAJTR\"><p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/2019\/12\/13\/grindr-plant-neue-features-in-homophoben-laendern\/\">Grindr plant neue Features in homophoben L\u00e4ndern<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe title=\"&#8222;Grindr plant neue Features in homophoben L\u00e4ndern&#8220; &#8212; Mannschaft Magazin\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" src=\"https:\/\/mannschaft.com\/2019\/12\/13\/grindr-plant-neue-features-in-homophoben-laendern\/embed\/#?secret=cAfsaGAJTR\" data-secret=\"cAfsaGAJTR\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>F\u00fcr die Organisation Nassawiyat, die w\u00e4hrend dem Corona-Lockdown ein virtuelles Betreuungsangebot eingerichtet hat, geht Moussas Entschuldigung nicht weit genug. Die Influencerin m\u00fcsse ihre Reichweite daf\u00fcr nutzen, um Aufkl\u00e4rungsarbeit \u00fcber Homosexualit\u00e4t und Geschlechtsidentit\u00e4t zu leisten. \u00abWir sind nicht gegen sie. Sie hat jedoch vielen Menschen Schaden zugef\u00fcgt\u00bb, sagte ein Sprecher. \u00abWir haben ein echtes Problem mit dem System und wie es Monster und internalisierte Homo- und Transphobie entstehen l\u00e4sst.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Influencerin, die f\u00fcr eine Welle homophober \u00dcbergriffe in Marokko verantwortlich gemacht wird, hat sich entschuldigt. Sie sei missverstanden worden und habe schwule M\u00e4nner nicht zur Zielscheibe machen wollen. <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/influencerin-wollte-schwule-maenner-in-marokko-nicht-outen\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":78760,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2],"tags":[5442,5443,1485,5472,5501],"wps_subtitle":"Sie hatte ihre Fangemeinde aufgefordert, Grindr herunterzuladen","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78759"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=78759"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78759\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":204115,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78759\/revisions\/204115"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/78760"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=78759"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=78759"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=78759"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}