{"id":66765,"date":"2019-11-17T17:58:36","date_gmt":"2019-11-17T16:58:36","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=66765"},"modified":"2021-09-20T11:03:31","modified_gmt":"2021-09-20T09:03:31","slug":"kiew-pride-vieles-hat-sich-in-der-ukraine-zum-guten-gewendet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/kiew-pride-vieles-hat-sich-in-der-ukraine-zum-guten-gewendet\/","title":{"rendered":"\u00abSo vieles hat sich in der Ukraine zum Guten gewendet\u00bb"},"content":{"rendered":"<h3>Wer in Osteuropa an einem CSD teilnimmt, muss damit rechnen, zumindest angefeindet zu werden. Die Pride im polnischen Bialystok etwa wurde von Hooligans attackiert. Bei der Kiew Pride dagegen blieb es diese Jahr ruhig, trotz Gegendemonstranten. Allerdings ist eine Parade in der Ukraine nichts f\u00fcr schwache Nerven.<\/h3>\n<p>Als sich beim Rammstein-Konzert Anfang August in Moskau die Gitarristen Richard Kruspe und Paul Landers auf der B\u00fchne k\u00fcssten <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/rammstein-musiker-knutschen-bei-ausverkauftem-konzert-in-moskau\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">(MANNSCHAFT berichtete)<\/a>, beschimpfte der Duma-Abgeordnete Witali Milonow aus St. Petersburg \u2013 der Vater des Gesetzes gegen \u00abHomo-Propaganda\u00bb \u2013 die Musiker als \u00abIdioten\u00bb und erkl\u00e4rte: \u00abWenn sie sich k\u00fcssen wollen, sollen sie das in der Ukraine tun.\u00bb<\/p>\n<figure id=\"attachment_67151\" aria-describedby=\"caption-attachment-67151\" style=\"width: 2362px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_0145c-Mark-Kamin-.jpg\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-67151 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 2362 1639'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_0145c-Mark-Kamin-.jpg\" alt=\"\" width=\"2362\" height=\"1639\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_0145c-Mark-Kamin-.jpg 2362w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_0145c-Mark-Kamin--300x208.jpg 300w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_0145c-Mark-Kamin--768x533.jpg 768w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_0145c-Mark-Kamin--425x295.jpg 425w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_0145c-Mark-Kamin--265x185.jpg 265w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_0145c-Mark-Kamin--561x389.jpg 561w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_0145c-Mark-Kamin--1122x779.jpg 1122w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_0145c-Mark-Kamin--364x253.jpg 364w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_0145c-Mark-Kamin--758x526.jpg 758w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_0145c-Mark-Kamin--608x422.jpg 608w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_0145c-Mark-Kamin--1152x799.jpg 1152w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_0145c-Mark-Kamin--69x48.jpg 69w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_0145c-Mark-Kamin--138x96.jpg 138w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_0145c-Mark-Kamin--313x217.jpg 313w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_0145c-Mark-Kamin--400x278.jpg 400w\" data-sizes=\"(max-width: 2362px) 100vw, 2362px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-67151\" class=\"wp-caption-text\">Kai Kundrath war erstmals bei der Kiew Pride dabei (Foto: privat)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nicht dass die Ukraine ein solches LGBTIQ-Paradies w\u00e4re. Im April dieses Jahres wurden Teilnehmerinnen der zweiten Europ\u00e4ischen Lesben-Konferenz in Kiew angegriffen, rechte Demonstranten schlugen Fensterscheiben ihres Hotels ein. Im selben Monat wurden Besucher des schwulen Clubs \u00abPotemkin\u00bb in der ost-ukrainischen Stadt Dnipro bei einer dreist\u00fcndigen Razzia festgehalten <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/ukraine-polizei-fuehrt-aggressive-razzia-in-schwulenclub-durch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">(MANNSCHAFT berichtete)<\/a>. Die Polizei rechtfertigte die Aktion mit Verst\u00f6ssen gegen die Prostitutionsgesetze, Aktivisten sahen Homophobie als Hauptmotiv.<\/p>\n<p>Solche Vorf\u00e4lle kennen wir auch aus Russland. Aber im Gegensatz zu dort werden in der Ukraine, die der EU beitreten will und dieses Ziel Anfang des Jahres sogar in die Verfassung aufgenommen hat, werden Pride-Veranstaltungen nicht nur genehmigt, sie werden auch von der Polizei gesch\u00fctzt. In diesem Sommer blieb es weitgehend friedlich, ein grosser Erfolg. Am 23. Juni demonstrierten knapp 8000 Menschen beim einst\u00fcndigen Pride-Marsch in der ukrainischen Hauptstadt unter dem Motto \u00abUnsere Tradition ist Freiheit\u00bb.<\/p>\n<p>Die queerpolitische Sprecherin der Gr\u00fcnen, Ulle Schauws, die in Kiew dabei war, twitterte sp\u00e4ter euphorisch: \u00abAlles andere als selbstverst\u00e4ndlich, sich hier offen lesbisch, schwul, trans, bi, inter, queer zu zeigen. In diesem Jahr hat der Kiew Pride alle Erwartungen gesprengt &#8211; so viele Menschen wie noch nie, der l\u00e4ngste Zug ever.\u00bb<\/p>\n<p><strong>M\u00fcnchen unterst\u00fctzt Kiew Pride<br \/>\n<\/strong>Auch der M\u00fcnchner Kai Kundrath war als Teil einer internationalen Delegation angereist. Er ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Sub.e.V.schwul.in.muenchen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> Schwulenzentrums SUB (zum Facebook-Profil)<\/a>. Das SUB kooperiert neben anderen Einrichtungen der Stadt mit der Kontaktgruppe Munich Kyiv Queer. M\u00fcnchen und Kiew sind Partnerst\u00e4dte, seit 2012 sind auch ihre LGBTIQ-Communitys miteinander verbunden. L\u00e4ngst reicht die Partnerschaft hinaus in die ganze Ukraine. So unterst\u00fctzt man schon im f\u00fcnften Jahr die Odessa Pride. Und auch dort ging es diesen Sommer verh\u00e4ltnism\u00e4ssig zivilisiert zu, wie Lorenz Kloska f\u00fcr Munich Kyiv Queer berichtete. \u00abSo vieles hat sich in der Ukraine zum Guten gewendet.\u00bb<\/p>\n<p>Dass die Kiew Pride l\u00e4ngst nicht so sicher ist wie der heimische CSD, wusste Kai. Die Parade wird immer von rechten Gegendemonstrant*innen begleitet, die sehr gewaltbereit seien. \u201eEs gibt Leute, die sagen, die Ukraine ist, was Akzeptanz von LGBTIQ angeht, auf dem Stand von Deutschland in den 1980ern Jahren \u2013 mit dem Unterschied, dass die Gewaltbereitschaft hier nie so hoch war.\u00bb<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich gab es schon zwei Tage vor der Parade einen Zwischenfall: Ein schwuler Mann wurde mit Pfefferspray attackiert und verpr\u00fcgelt, als er von der U-Bahn zum Pride House ging. Nach dem \u00dcberfall forderten Aktivist*innen B\u00fcrgermeister Vitali Klitschko auf, Stellung zu beziehen und beim Marsch mitzugehen. Der reagierte nicht. Daf\u00fcr liess der Verwaltungschef des Rathauses auf der Homepage der Stadt verbreiten, dass die Pride zu unterst\u00fctzen sei. Kiew sei kein Platz f\u00fcr Diskriminierung und Hass. Ein beeindruckendes Signal, fand Kai.<\/p>\n<p>Als die Delegation nach einem Empfang in der kanadischen Botschaft ein Restaurant besuchte, bemerkte man am Nebentisch vier M\u00e4nner, die Fotos von ihnen machten. \u00abWir waren 16 oder 17 schwule M\u00e4nner. Wir redeten miteinander, man ber\u00fchrt sich auch mal am Arm oder an der Schulter \u2013 aber sowas ist in der Ukraine un\u00fcblich.\u00bb<\/p>\n<figure id=\"attachment_67150\" aria-describedby=\"caption-attachment-67150\" style=\"width: 1599px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG-20190623-WA0049.jpg\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-67150 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 1599 1200'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG-20190623-WA0049.jpg\" alt=\"Kiew Pride\" width=\"1599\" height=\"1200\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG-20190623-WA0049.jpg 1599w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG-20190623-WA0049-300x225.jpg 300w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG-20190623-WA0049-768x576.jpg 768w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG-20190623-WA0049-425x319.jpg 425w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG-20190623-WA0049-192x144.jpg 192w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG-20190623-WA0049-384x288.jpg 384w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG-20190623-WA0049-561x421.jpg 561w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG-20190623-WA0049-1122x842.jpg 1122w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG-20190623-WA0049-364x273.jpg 364w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG-20190623-WA0049-758x569.jpg 758w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG-20190623-WA0049-608x456.jpg 608w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG-20190623-WA0049-1152x865.jpg 1152w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG-20190623-WA0049-64x48.jpg 64w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG-20190623-WA0049-128x96.jpg 128w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG-20190623-WA0049-313x235.jpg 313w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG-20190623-WA0049-400x300.jpg 400w\" data-sizes=\"(max-width: 1599px) 100vw, 1599px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-67150\" class=\"wp-caption-text\">Kiew Pride 2019 (Foto: Kai Kundrath)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die M\u00e4nner, die die Delegation fotografierten, waren vermutlich Einheimische \u2013 was sie im Schilde f\u00fchrten, dar\u00fcber konnte man nur spekulieren. Zur Sicherheit trug der Leiter der Delegation den M\u00e4nnern auf, sich von nun an nur noch zu zweit oder zu dritt in der Stadt zu bewegen.<\/p>\n<p>Als Kai mit der Delegation schliesslich am Sonntag mit der U-Bahn zum Startpunkt der Pride fuhr, wurden sie schon von religi\u00f6sen Gruppen empfangen. \u00abDas waren richtig verbitterte Personen, die haben dort f\u00fcr uns gebetet.\u00bb Auf Plakaten waren Spr\u00fcche zu lesen wie \u00abSodomie = der Weg in die H\u00f6lle\u00bb oder \u00abIhr seid die Schande Eurer Eltern\u00bb.<\/p>\n<p>Die Pride-Teilnehmer*innen mussten eine Sicherheitsschleuse passieren und wurden von oben bis unten abgescannt. Anschliessend kamen sie einen abgesperrten Bereich, wo sich auch die Gegendemonstrant*innen aufhielten, wenngleich unbewaffnet. Die Route, die die Parade nahm, musste noch kurzfristig ver\u00e4ndert worden &#8211; wegen einer Gegenveranstaltung. Aber dann ging es los.<\/p>\n<p>\u00abAlle Gruppen der Community waren gut vertreten, hinter uns lief eine riesige Gruppe mit einer trans Fahne\u00bb, erinnert sich Kai. \u201eIch habe vor allem junge Leute bei der Parade gesehen, gr\u00f6\u00dftenteils unter 30 oder sogar 25; teilweise liefen auch Familien mit. Die \u00e4ltere LGBTIQ-Generation traut sich eher nicht, teilzunehmen.\u00bb<\/p>\n<figure id=\"attachment_119807\" aria-describedby=\"caption-attachment-119807\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/kiew-pride-muenchen.jpg\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload size-full wp-image-119807\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 900 600'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/kiew-pride-muenchen.jpg\" alt=\"kiew pride\" width=\"900\" height=\"600\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/kiew-pride-muenchen.jpg 900w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/kiew-pride-muenchen-300x200.jpg 300w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/kiew-pride-muenchen-425x283.jpg 425w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/kiew-pride-muenchen-768x512.jpg 768w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/kiew-pride-muenchen-180x120.jpg 180w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/kiew-pride-muenchen-561x374.jpg 561w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/kiew-pride-muenchen-265x177.jpg 265w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/kiew-pride-muenchen-531x354.jpg 531w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/kiew-pride-muenchen-364x243.jpg 364w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/kiew-pride-muenchen-728x485.jpg 728w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/kiew-pride-muenchen-608x405.jpg 608w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/kiew-pride-muenchen-758x505.jpg 758w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/kiew-pride-muenchen-72x48.jpg 72w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/kiew-pride-muenchen-144x96.jpg 144w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/kiew-pride-muenchen-400x267.jpg 400w\" data-sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-119807\" class=\"wp-caption-text\">F\u00fcr den M\u00fcnchner Kai Kundrath (3. v.r.) war es die erste Pride in Kiew. (Bild: zvg)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bei dem Marsch ging es nicht nur um LGBTIQ-Rechte, demonstriert wurde auch f\u00fcr Frauenrechte und f\u00fcr die Freiheit der Ukraine. Die Gegendemonstranten schimpften und p\u00f6belten, es wurden Eier auf die Parade geworfen, aber ansonsten gab es keine Zwischenf\u00e4lle \u2013 zum ersten Mal bei Kiew Pride. Der rechte Mob wurde mit panzerartigen Fahrzeugen abgeschirmt.<\/p>\n<p>Insgesamt war Kai beeindruckt vom funktionierenden Sicherheitskonzept. Freunde fragten ihn, ob es \u00dcbergriffe von Polizisten gegeben haben, wie man es beispielsweise von CSD Veranstaltungen in der T\u00fcrkei kenne. \u00abDie sind so gut ausgebildet und professionell, dass sie die Parade sch\u00fctzen\u00bb, erz\u00e4hlt der M\u00fcnchner.<\/p>\n<p><strong>Gut gesch\u00fctzt bei der Kiew Pride<br \/>\n<\/strong>Als die Parade vor\u00fcber war, standen Busse und U-Bahnen f\u00fcr die Teilnehmer*innen bereit, um sie sicher fortzubringen. Die U-Bahnh\u00f6fe wurden schon seit dem Vortag nicht mehr angefahren. Es geh\u00f6rt zu den Sicherheitsauflagen in Kiew, dass die Teilnehmer*innen nach der Pride nicht noch in der Stadt herumlaufen. \u00abWeil die Rechten da eine Art Safari spielen. Sie laufen in der Stadt rum, und schauen, ob sie jemanden finden, den sie verpr\u00fcgeln k\u00f6nnen.\u00bb<\/p>\n<p>Die Polizei begleitete die Pride-Teilnehmer*innen bis zum U-Bahnhof, der ebenfalls von Polizist*innen gesichert wurde. Dann fuhren leere Z\u00fcge ein. Sie fuhren etwa sechs, sieben Stationen stadtausw\u00e4rts, ohne irgendwo zu halten, dann kamen sie in einer Wohnsiedlung an. Dort gingen sie etwas essen und machen sich sp\u00e4ter wieder auf den R\u00fcckweg in die Stadt.<\/p>\n<p><strong>Fortschritte binnen kurzer Zeit<\/strong><br \/>\nKai findet es erstaunlich zu beobachten, wie schnell sich die Situation in Kiew gewandelt hat. Im Jahr 2013 hatte es erstmals eine Pride mit 150 Menschen gegeben, die Premiere im Vorjahr war wegen aggressiver Anfeindungen gestrichen worden. Auch 2014 fand keine Parade statt, wegen Sicherheitsbedenken angesichts des Krieges in der Ostukraine. 2015 waren es rund 200 Teilnehmer*innen, die weit entfernt vom Stadtzentrum demonstrierten, Bei Angriffen durch Ultranationalisten wurden neun Polizisten verletzt. 2018 z\u00e4hlte man 5000 und in diesem Jahr noch einmal 3000 Demonstrant*innen mehr \u2013 bei rund 1000 Gegendemonstranten.<\/p>\n<p>Die Parade 2019 war ein Erfolg und ist Anlass f\u00fcr Hoffnung auf bessere Zeiten. Im n\u00e4chsten Jahr ist Kai vielleicht wieder dabei. \u00abIch finde es wahnsinnig wichtig, die Community dort zu unterst\u00fctzen.\u00bb Den neuen ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj bekam man bei der Parade dieses Jahr nicht zu sehen, auch wenn ihn die Organisator*innen eingeladen hatten. Ganz so weit ist man in der Ukraine dann doch noch nicht.<\/p>\n<hr class=\"strich\" \/>\n<h3 class=\"lavendeltitel\">LGBTIQ in der Ukraine<\/h3>\n<p class=\"lavendel\">Laut dem 2019er-Bericht der Kiewer Menschenrechtsorganisation \u00abNasch Mir\u00bb ist der Reformkurs der Ukraine im Bereich LGBTIQ ins Stocken geraten, gewaltbereite ultrarechte Splittergruppen bestimmen die Agenda. Tats\u00e4chlich attackieren immer wieder Organisationen wie \u00abNationaler Korpus\u00bb oder \u00abRechter Sektor\u00bb \u00f6ffentliche Veranstaltungen und Einrichtungen der Community. Um den 17. Mai herum gibt es immer wieder Vorf\u00e4lle, die sich gegen Veranstaltungen zum IDAHoBIT richten. In Saporischschja wurde bei einer Zusammenkunft der \u00f6rtlichen LGBTIQ-Organisation \u00abGender Z\u00bb ein Feuerwerksk\u00f6rper in die Menge der Protestierenden geschleudert und ein Polizist verletzt. In Tschernowitz blockierten Rechtsradikale und religi\u00f6se Fanatiker das Equality-Festival, zu dem die Organisation \u00abInsight\u00bb aus Kiew regelm\u00e4ssig an einen anderen Ort der Ukraine l\u00e4dt. Insgesamt dokumentierte Nasch Mir im Jahr 2018 \u00fcber 300 Vorf\u00e4lle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer in Osteuropa an einem CSD teilnimmt, muss damit rechnen, zumindest angefeindet zu werden. 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