{"id":58743,"date":"2019-07-02T10:52:46","date_gmt":"2019-07-02T08:52:46","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=58743"},"modified":"2022-01-13T12:11:57","modified_gmt":"2022-01-13T11:11:57","slug":"diskriminierung-am-arbeitsplatz-beim-jahresgehalt-von-lgbtiq","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/diskriminierung-am-arbeitsplatz-beim-jahresgehalt-von-lgbtiq\/","title":{"rendered":"Diskriminierung am Arbeitsplatz \u2013 beim Jahresgehalt von LGBTIQ?"},"content":{"rendered":"<h3>Wo f\u00e4ngt Diskriminierung an? Zum Beispiel dort, wo LGBTIQ-Angestellte im Schnitt 16 Prozent weniger verdienen als ihre Hetero-Kollegen.<\/h3>\n<p>Das ergab eine Studie von LinkedIn und YouGov, die am Dienstag in Grossbritannien ver\u00f6ffentlicht wurde und \u00fcber die ein britisches LGBTIQ-Nachrichtenportal berichtet. Verglichen wurden f\u00fcr die Studie die Gehaltsabrechnungen von 4.0000 britischen LGBTIQ und Nicht-LGBTIQ. Der Unterschied zwischen beiden Gruppen war deutlich. Um genau zu sein: Die Differenz betr\u00e4gt \u00a3 6.703 (7.491 Euro) im Jahr. Das widerspricht fr\u00fcheren Studien, die das genaue Gegenteil behauptet hatten, dass n\u00e4mlich LGBTIQ mehr verdienen als ihre Hetero-Kollegen.<\/p>\n<p>Und die Diskriminierung geht weiter: Etwa 38 Prozent der sich selbst als heterosexuell identifizierenden Briten glauben, dass LGBTIQ nur dann offen zu ihrer Sexualit\u00e4t stehen sollten, wenn dies \u00abangemessen\u00bb im konkreten Arbeitsumfeld sei.<\/p>\n<p>Das passt zu einem weiteren Punkt der Studie: Einer von vier LGBTIQ-Angestellten hat sich am Arbeitsplatz nicht geoutet. In der Umfrage gab ein Viertel der Teilnehmenden an, dass daf\u00fcr Angst von den Reaktionen der Kollegen der Hauptgrund sei.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"VW99hlZc8C\"><p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/2019\/04\/30\/schweizer-gleichstellungsgesetz-schuetzt-lgbtiq-nicht\/\">Urteil: Arbeitgeber d\u00fcrfen Schwule und Lesben diskriminieren<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe title=\"&#8222;Urteil: Arbeitgeber d\u00fcrfen Schwule und Lesben diskriminieren&#8220; &#8212; Mannschaft Magazin\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" src=\"https:\/\/mannschaft.com\/2019\/04\/30\/schweizer-gleichstellungsgesetz-schuetzt-lgbtiq-nicht\/embed\/#?secret=VW99hlZc8C\" data-secret=\"VW99hlZc8C\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Homophobe Spr\u00fcche<\/strong><br \/>\nDie Sorge kommt nicht von ungef\u00e4hr: 35 Prozent der Befragten gaben an, am Arbeitsplatz schon homophobe Bemerkungen geh\u00f6rt oder selbst abbekommen zu haben. 21 Prozent best\u00e4tigten, Formen von verbaler Gewalt erlebt zu haben. Diesen Zahlen stehen die Angaben der Heteros gegen\u00fcber, von denen nur 8 Prozent meinten, jemals erlebt zu haben, dass ein LGBTIQ-Kollege diskriminiert oder \u00abanders\u00bb behandelt worden sei.<\/p>\n<figure id=\"attachment_58751\" aria-describedby=\"caption-attachment-58751\" style=\"width: 1200px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/bump-collaboration-colleagues-1068523-e1562057246859.jpg\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-58751 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 1200 784'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/bump-collaboration-colleagues-1068523-e1562057246859.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"784\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-58751\" class=\"wp-caption-text\">35 Prozent der befragten LGBTIQ gaben an, am Arbeitsplatz mit homophoben Bemerkungen konfronitert gewesen zu sein (Foto: rawpixel.com)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die \u00e4lteren Studien widersprechenden neuen Zahlen k\u00f6nnten darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren sein, dass inzwischen mehr Menschen sich zum LGBTIQ-Spektrum z\u00e4hlen und entsprechend nicht mehr nur Schwule und Lesben im Fokus standen.<\/p>\n<p><strong>Situation von Transpersonen<\/strong><br \/>\nEin besonderer Aspekt der Untersuchung war deshalb auch die Situation von Transmenschen am Arbeitsplatz. Da ist der Gehaltsunterschied besonders hoch und beeinflusst die Statistik entsprechend. Transangestellte verdienen 14 Prozent weniger als ihre Cis-Kollegen, das entspricht \u00a3 5.340 (5.968 Euro). Etwa die H\u00e4lfte (!) aller Befragten gab ab, von Kollegen schon abwertende Kommentare geh\u00f6rt zu haben.<\/p>\n<p>Die Studie empfiehlt Firmen, dieses Problem besonders anzugehen und mehr zu tun in Bezug auf Diversity- und Inklusivit\u00e4tsweiterbildung von Mitarbeitern. Denn: 68 Prozent der Transangestellten w\u00fcnschen sich ein unterst\u00fctzenderes Arbeitsplatzklima.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"sLjNS8iLKj\"><p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/2018\/10\/26\/kirchliches-arbeitsrecht-benachteiligung-fuer-homosexuelle-kirchen-mitarbeiter-muss-aufhoeren\/\">Benachteiligung homosexueller Kirchen-Mitarbeiter muss aufh\u00f6ren<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe title=\"&#8222;Benachteiligung homosexueller Kirchen-Mitarbeiter muss aufh\u00f6ren&#8220; &#8212; Mannschaft Magazin\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" src=\"https:\/\/mannschaft.com\/2018\/10\/26\/kirchliches-arbeitsrecht-benachteiligung-fuer-homosexuelle-kirchen-mitarbeiter-muss-aufhoeren\/embed\/#?secret=sLjNS8iLKj\" data-secret=\"sLjNS8iLKj\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>Insgesamt kann man beobachten, dass LGBTIQ \u00fcberrepr\u00e4sentiert sind in den Berufszweigen Psychologie, Rechtswesen und Sozialarbeit, wie eine <a href=\"https:\/\/blogs.lse.ac.uk\/businessreview\/2016\/01\/18\/there-may-be-some-truth-to-the-gay-jobs-stereotype\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Studie der London School of Economics<\/a> ergab. Einige Soziologen erkl\u00e4ren dies damit, dass man als Massagetherapeut oder Psychologe nicht so sehr von Mitarbeitern abh\u00e4ngig sei. Weswegen es einfacher sei, seine sexuelle Orientierung zu verbergen.<\/p>\n<p><strong>Lastwagenfahrerinnen und Flugbegleiter<\/strong><br \/>\nIn Berufszweigen, wo besonders viele Frauen arbeiten, ist die Wahrscheinlichkeit am h\u00f6chsten, dass Lesben als Psychologen und Schwule als Flugbegleiter t\u00e4tig sind. In \u00fcberwiegend von M\u00e4nnern dominierten Berufszweigen sind nicht-heterosexuelle Frauen vor allem als Bus- und Lastwagenfahrerinnen besch\u00e4ftigt, schwule M\u00e4nner als Schauspieler.<\/p>\n<p>Die neuen Zahlen von LinkedIn und YouGov entsprechen grob der Situation in anderen westlichen L\u00e4ndern, speziell den USA. In Australien verdienen nicht-heterosexuelle Frauen sogar ein Viertel weniger als nicht-heterosexuelle M\u00e4nner.<\/p>\n<p>In einem <a href=\"https:\/\/taz.de\/Schwules-Museum-in-Berlin\/!5602109\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>taz<\/em>-Interview hatte Birgit Bosold<\/a>, Vorstand im Schwulen Museum, erst letzte Woche auf diese grunds\u00e4tzliche Frauenbenachteiligung hingewiesen: \u00abDenn bis du mal diskriminiert wirst als Lesbe, bist du schon tausendmal diskriminiert als Frau.\u00bb F\u00fcr Bosold folgt daraus, dass \u00abqueere Politik feministische Anliegen\u00bb und den Kampf gegen Sexismus und Misogynie \u00abselbstverst\u00e4ndlich und zentral\u00bb auf der Agenda haben sollte.<\/p>\n<p><strong>Queers of Color<\/strong><br \/>\nObwohl viele Fortschritte im Bereich von Politik und Gesetzgebung zu beobachten sind, ist Diskriminierung nach wie vor Grundbestandteil der meisten Gesellschaften. Und die Arbeitswelt spiegelt dies; laut Bosold spiegelt sich dies auch in der LGBTIQ-Welt selbst. In einem Statement zur neuen Studie sagte Phyll Opoku-Gyimah, Direktorin der britischen Organisation Black Pride, dass es sogar einen noch gr\u00f6sseren Gehaltsunterschied gibt, wenn man die Lage von Queers of Color betrachte. Opoku-Gyimah meint: \u00abAuch wenn es grossartig ist, dass solche Studien wie die von LinkedIn und YouGov die Diskussion anheizen und Punkte hervorheben, an denen wir arbeiten m\u00fcssen, ist es wichtig, dass es im allt\u00e4glichen Arbeitsablauf und Arbeitsklima von Firmen einen Wandel gibt bzgl. LGBTIQ-Angestellten. Man muss ihnen helfen, sich zwischen ihren Kollegen wohl zu f\u00fchlen, und das schliesst People of Color ein, die noch ganz andere Formen von Diskriminierung und Rassismus erleben.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine neue Studie aus Gro\u00dfbritannien zeigt, dass LGBTIQ-Angestellte 16 Prozent weniger verdienen als ihre Hetero-Kollegen. <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/diskriminierung-am-arbeitsplatz-beim-jahresgehalt-von-lgbtiq\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":35,"featured_media":58752,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5094],"tags":[5431,5531,5461,5545],"wps_subtitle":"Eine neue Studie aus Gro\u00dfbritannien zeigt, dass nicht-heterosexuelle Angestellte deutlich weniger verdienen als ihre Hetero-Kollegen. 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