{"id":52240,"date":"2019-04-04T09:54:02","date_gmt":"2019-04-04T07:54:02","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=52240"},"modified":"2021-11-19T10:51:21","modified_gmt":"2021-11-19T09:51:21","slug":"zuerich-soll-gratistests-fuer-sexuell-uebertragbare-infektionen-einfuehren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/zuerich-soll-gratistests-fuer-sexuell-uebertragbare-infektionen-einfuehren\/","title":{"rendered":"Z\u00fcrich soll Gratistests f\u00fcr sexuell \u00fcbertragbare Infektionen einf\u00fchren"},"content":{"rendered":"<h3>Der Z\u00fcrcher Gemeinderat stimmte gestern f\u00fcr eine Einf\u00fchrung von Gratistests f\u00fcr sexuelle \u00fcbertragbare Infektionen (STI) nach dem Vorbild von St\u00e4dten wie M\u00fcnchen, Berlin oder Sydney. Die Massnahme sei eine Investition in die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung, so SP-Gemeinderat Marco Denoth.<\/h3>\n<p>Mit 84 gegen 34 Stimmen bei einer Enthaltung stimmte der Z\u00fcrcher Gemeinderat gestern Mittwoch einem Postulat von Marco Denoth und Patrick Hadi Huber zu. Die beiden SP-Gemeinder\u00e4te fordern die Einf\u00fchrung von Gratistests f\u00fcr die sogenannten \u00abBig Five\u00bb \u2013 HIV, Chlamydien, Syphilis, Tripper und Hepatitis.<\/p>\n<p>Die Gratistests w\u00fcrden mehr Menschen zum Testen animieren. \u00abDas Ziel ist das Unterbrechen der Infektionskette\u00bb, so Denoth in seinem Votum im Gemeinderat. Die Stadt Z\u00fcrich leiste dadurch einen Beitrag, um auch dem Ziel \u00ab90\/90\/90\u00bb der Weltgesundheitsorganisation WHO einen Schritt n\u00e4her zu kommen. Will heissen: 90 Prozent aller Menschen mit HIV sollen eine HIV-Diagnose bekommen haben. 90 Prozent der Menschen mit einer HIV-Diagnose sollen eine lebensrettende antiretrovirale Therapie machen. Und 90 Prozent der Menschen unter einer HIV-Therapie sollen eine Viruslast unter der Nachweisgrenze haben,\u00a0sodass HIV dann auch beim Sex nicht mehr \u00fcbertragen werden\u00a0kann.<\/p>\n<p>Gerade Menschen mit wenig Einkommen und hohen Franchisen, darunter Student*innen, w\u00fcrden sich die Frage stellen, ob sie sich die Tests \u00fcberhaupt leisten k\u00f6nnen. \u00abDadurch riskieren sie, die Infektion in sich zu tragen und sogar zu \u00fcbertragen\u00bb, so Denoth.<\/p>\n<p><strong>\u00abEine Investition f\u00fcr die Stadt\u00bb<br \/>\n<\/strong>Der Aids-Hilfe Z\u00fcrich zufolge liegt die Zahl der im Checkpoint Z\u00fcrich j\u00e4hrlich durchgef\u00fchrten Tests bei 7000, davon sind 2300 HIV-Tests. Die durch die Gratistests anfallenden Ausgaben w\u00fcrden rund CHF 500&#8217;000 betragen. \u00abDas sind die durchschnittlichen Kosten der Medikamente nur einer Person, die sich mit zirka 30 Jahren mit HIV ansteckten w\u00fcrde. Und wir sprechen von rund 20 Ansteckungen, die im Checkpoint Z\u00fcrich diagnostiziert werden\u00bb, so Denoth. Dabei nicht eingeschlossen seien volkswirtschaftliche Kosten durch Arbeitsausf\u00e4lle, Pflegekosten, Arztkosten und eventuell auch Sozialkosten. \u00abMan kann sagen, es ist eine Investition in die Gesunderhaltung der Bev\u00f6lkerung, welches sich zu einem X-fachen auszahlt.\u00bb<\/p>\n<p>In seinem Votum verwies Denoth auf deutsche St\u00e4dte wie K\u00f6ln, Berlin und M\u00fcnchen, in denen sich die Gratistests \u00abbew\u00e4hrt\u00bb h\u00e4tten. In M\u00fcnchen seien die Gratistests seit 1987 Bestandteil des Angebots und werden vom Freistaat Bayern bezahlt.<\/p>\n<p>\u00abDie Statistik in M\u00fcnchen, die auch mit Berlin, Frankfurt, K\u00f6ln und Hamburg, aber auch Sydney vergleichbar ist, zeigt, dass nur etwa 20% der Besucher*innen der st\u00e4dtischen Beratungsstellen schwule M\u00e4nner sind\u00bb, sagt Denoth. \u00abDas zeigt, dass die Gratistests ein Angebot f\u00fcr die gesamte\u00a0Bev\u00f6lkerung w\u00e4ren.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Unterst\u00fctzung von SVP und EVP<br \/>\n<\/strong>Die finanziellen Argumente von Marco Denoth und Patrick Hadi Huber d\u00fcrften die konservativen Parteien EVP und SVP vom Anliegen \u00fcberzeugt haben. Sie unterst\u00fctzten den Vorstoss.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" style=\"border: none; overflow: hidden;\" src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fdenoth%2Fposts%2F10217059098496962&amp;width=500\" width=\"500\" height=\"251\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>Das Postulat abgelehnt hatten Vertreter*innen von FDP und GLP \u2013 Parteien, die sich mit den eigenen LGBTIQ-Netzwerken \u00abRadigal\u00bb und \u00abGayLP\u00bb eigentlich den Anliegen von LGBTIQ-Menschen verschrieben haben. Dieses Stimmverhalten d\u00fcrfte den einen oder die andere W\u00e4hler*in aus der LGBTIQ-Community vor den Kopf stossen.<\/p>\n<p>\u00abDiese Parteien sind im urbanen Projekt vielleicht doch noch nicht so angekommen\u00bb, schreibt Denoth in einem Facebookpost.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Z\u00fcrcher Gemeinderat stimmte gestern f\u00fcr eine Einf\u00fchrung von Gratistests f\u00fcr sexuelle \u00fcbertragbare Infektionen nach dem Vorbild von St\u00e4dten wie M\u00fcnchen, Berlin oder Sydney. 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