{"id":46368,"date":"2019-01-08T08:37:16","date_gmt":"2019-01-08T07:37:16","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=46368"},"modified":"2020-07-13T14:56:55","modified_gmt":"2020-07-13T12:56:55","slug":"regenbogenfamilie-unser-kind-trug-einen-anderen-namen-als-wir","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/regenbogenfamilie-unser-kind-trug-einen-anderen-namen-als-wir\/","title":{"rendered":"Deborah, Marisa &#038; Leilani \u2013 \u00abUnser Kind trug einen anderen Namen als wir\u00bb"},"content":{"rendered":"<h3>Seit einem Jahr kann man sich als Regenbogenfamilie mit der <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/2017\/07\/10\/stiefkindadoption-tritt-am-1-januar-2018-in-kraft\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Stiefkindadoption rechtlich absichern<\/a>. Doch die L\u00f6sung ist nicht ideal. Fehlregelungen im Namensrecht, Einmischungen der KESB und eine einj\u00e4hrige Wartefrist lassen Deborah Emery und ihre Partnerin Marisa wissen, dass sie heterosexuellen Elternpaaren rechtlich nicht gleichgestellt sind.<\/h3>\n<p>Im Rahmen des revidierten Adoptionsrechts steht gleichgeschlechtlichen Paaren in der Schweiz seit dem 1.\u202fJanuar 2018 die Stiefkindadoption offen. Damit ist es beispielsweise m\u00f6glich, dass eine Frau zum gesetzlichen Elternteil des Kindes ihrer Partnerin wird. Voraussetzungen daf\u00fcr sind ein mindestens einj\u00e4hriges Pflegeverh\u00e4ltnis zum Kind und ein Nachweis einer mindestens dreij\u00e4hrigen Hausgemeinschaft des Paares.<\/p>\n<p>Deborah Emery, die bereits seit mehreren Jahren mit Marisa zusammen wohnt, muss sich also noch bis zu Leilanis erstem Geburtstag gedulden, bis sie die Adoption beantragen kann. F\u00fcr die beiden M\u00fctter, die sich w\u00e4hrend dreier Jahre intensiv mit ihrem Kinderwunsch auseinandergesetzt hatten, war die Frist ein unerwarteter Stolperstein. Sie hatten sich mit anderen Paaren ausgetauscht, eine Anw\u00e4ltin engagiert und waren dem Dachverband Regenbogenfamilien beigetreten. \u00abDie Frist wurde erst nach Inkrafttreten der Revision am 1. Januar kommuniziert. Nicht einmal unsere Anw\u00e4ltin wusste, was genau auf uns zukommen w\u00fcrde\u00bb, sagt Marisa.<\/p>\n<p>\u00abIch habe keine Ahnung, was mit meinem Kind geschieht, falls ich morgen pl\u00f6tzlich sterben sollte. Ob Deborah, meine Mutter oder eine fremde Person das Sorgerecht erh\u00e4lt, entscheidet das Jugendamt.\u00bb Die einj\u00e4hrige Wartefrist zuz\u00fcglich Dauer des Adoptionsverfahrens bringen weitere Unsicherheiten mit sich, sowohl f\u00fcr das Elternpaar als auch f\u00fcr den Samenspender. Ob sich beim Samenspender nach der Geburt pl\u00f6tzlich Vatergef\u00fchle entwickeln und er die Vaterschaft anerkennen will? Oder umgekehrt: Ob die beiden M\u00fctter vom Samenspender auf einmal Unterhaltszahlungen verlangen, obwohl das im Vornerein nicht abgemacht war?<\/p>\n<blockquote><p>Ich habe keine Ahnung, was mit meinem Kind geschieht, falls ich morgen pl\u00f6tzlich sterben sollte<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Elternvereinbarung empfohlen<br \/>\n<\/strong>Dieses Elternschaftsmodell existiert als rechtlicher Sachverhalt nicht, und so besteht f\u00fcr die beiden Parteien keine M\u00f6glichkeit, sich im Zeitraum zwischen Geburt und Adoption abzusichern. \u00abEin diskriminierender Missstand\u00bb, sagt Rechtsanw\u00e4ltin Karin Hochl, die sich auf die Familienplanung gleichgeschlechtlicher Paare spezialisiert hat. \u00abIch empfehle, vor der Zeugung des Kindes eine Elternvereinbarung aufzusetzen und zu unterzeichnen.\u00bb Obwohl dieser Vertrag im Streitfall nur bedingt durchzusetzen sei, regelt er f\u00fcr alle Parteien das Verh\u00e4ltnis zum geplanten Kind mit Rechten und Pflichten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_46370\" aria-describedby=\"caption-attachment-46370\" style=\"width: 1200px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-46370 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 1200 900'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/fersg.jpg\" alt=\"Regenbogenfamilie\" width=\"1200\" height=\"900\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/fersg.jpg 1200w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/fersg-300x225.jpg 300w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/fersg-768x576.jpg 768w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/fersg-425x319.jpg 425w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/fersg-192x144.jpg 192w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/fersg-384x288.jpg 384w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/fersg-561x421.jpg 561w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/fersg-1122x842.jpg 1122w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/fersg-364x273.jpg 364w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/fersg-758x569.jpg 758w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/fersg-608x456.jpg 608w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/fersg-1152x864.jpg 1152w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/fersg-313x235.jpg 313w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/fersg-400x300.jpg 400w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/fersg-64x48.jpg 64w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/fersg-128x96.jpg 128w\" data-sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-46370\" class=\"wp-caption-text\">Marisa (links) nahm durch die eingetragene Partnerschaft den Nachnamen von Deborah Emery an. Tochter Leilani erhielt trotzdem Marisas Ledignamen \u2013 weil Deborah nicht sorgeberechtigt ist. (Foto: zvg)<\/figcaption><\/figure>\n<p><b>Die Schweiz kennt Konzept der origin\u00e4ren Elternschaft nicht<\/b><br \/>\nDer Zugang zur Fortpflanzungsmedizin ist f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare in der Schweiz verboten\u202f\u2013 gleichgeschlechtliche Paare, die sich f\u00fcr ein Co-Parenting-Modell oder eine private Samenspende entscheiden, werden vom Recht nicht gesch\u00fctzt. Der Fehler sei aber nicht bei der Stiefkindadoption zu suchen, sondern im heteronormativen Familienrecht, das auf das traditionelle Familienbild von Mann und Frau ausgelegt sei, so Hochl. \u00abDie Stiefkindadoption ist das falsche Institut f\u00fcr viele Regenbogenfamilien\u00bb, sagt sie. Die Adoption sei eine L\u00f6sung f\u00fcr Kinder, die schon existieren, und aus irgendeinem Grund keine Eltern haben. \u00abDie meisten Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern sind jedoch geplant. Es sind Wunschkinder und keine Adoptionsf\u00e4lle.\u00bb<\/p>\n<p>Gemeinsam mit Karin Hochl setzt sich der Dachverband Regenbogenfamilien f\u00fcr eine Anerkennung der origin\u00e4ren Elternschaft in der Schweiz ein. Diese er\u00f6ffnet gleichgeschlechtlichen Paaren die M\u00f6glichkeit, ab Geburt des Kindes gemeinsam rechtliche Eltern zu sein, ohne dass eine Adoption notwendig w\u00e4re. Die origin\u00e4re Elternschaft wird bereits von vielen L\u00e4ndern Europas anerkannt, darunter Belgien, Finnland, Grossbritannien, die Niederlande, \u00d6sterreich, Portugal und Spanien.<\/p>\n<figure id=\"attachment_46369\" aria-describedby=\"caption-attachment-46369\" style=\"width: 1200px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/ydfsg.jpg\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload size-full wp-image-46369\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 1200 900'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/ydfsg.jpg\" alt=\"Regenbogenfamilie\" width=\"1200\" height=\"900\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/ydfsg.jpg 1200w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/ydfsg-300x225.jpg 300w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/ydfsg-768x576.jpg 768w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/ydfsg-425x319.jpg 425w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/ydfsg-192x144.jpg 192w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/ydfsg-384x288.jpg 384w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/ydfsg-561x421.jpg 561w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/ydfsg-1122x842.jpg 1122w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/ydfsg-364x273.jpg 364w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/ydfsg-758x569.jpg 758w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/ydfsg-608x456.jpg 608w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/ydfsg-1152x864.jpg 1152w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/ydfsg-313x235.jpg 313w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/ydfsg-400x300.jpg 400w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/ydfsg-64x48.jpg 64w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/ydfsg-128x96.jpg 128w\" data-sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-46369\" class=\"wp-caption-text\">(Symbolbild, Foto: Adobe Stock)<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u00abIm Gegensatz zu heterosexuellen Eltern, die ein Kindsverh\u00e4ltnis mit Geburt oder Anerkennung begr\u00fcnden k\u00f6nnen, braucht es bei gleichgeschlechtlichen Eltern ein langwieriges und kostspieliges Adoptionsverfahren. Dieser Missstand muss durch die \u00d6ffnung der Ehe unbedingt behoben werden\u00bb, sagt Maria von K\u00e4nel, Gesch\u00e4ftsleiterin des Dachverbands Regenbogenfamilien, gegen\u00fcber der Mannschaft. Im Rahmen der Umsetzung der parlamentarischen Initiative \u00abEhe f\u00fcr alle\u00bb fordert sie den Zugang zur Fortpflanzungsmedizin f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare, darunter auch die Regelung der origin\u00e4ren Elternschaft. Die Rechtskommission des Nationalrats will die Ehe f\u00fcr alle allerdings in mehreren Etappen umsetzen und nicht mit einer einzigen Vorlage, wie von Dachverband Regenbogenfamilien und der Lesbenorganisation LOS bevorzugt. Eine Einf\u00fchrung der origin\u00e4ren Elternschaft k\u00f6nnte unter diesen Umst\u00e4nden noch Jahre dauern. Im Rahmen der n\u00e4chsten Sitzung der Rechtskommission zum Thema am 14. Februar 2019 plant der Dachverband Regenbogenfamilien eine Aktion auf dem Bundesplatz.<\/p>\n<blockquote><p>\nEs sind Wunschkinder und keine Adoptionsf\u00e4lle\n<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Anpassung des Abstammungsrechts soll gepr\u00fcft werden<\/strong><br \/>\nDer St\u00e4nderat hat erkannt, dass Handlungsbedarf besteht. Am 12. Dezember \u00fcberwies er seiner Rechtskommission ein Postulat. Der Bundesrat soll angesichts neuer Familienmodelle und Reproduktionsmethoden eine Anpassung des Abstammungsrechts pr\u00fcfen. Dabei soll jedoch das Verbot der Ei- und der Embryonenspende sowie der Leihmutterschaft nicht in Frage gestellt werden, schrieb die Nachrichtenagentur SDA in einer Mitteilung.<\/p>\n<figure id=\"attachment_46371\" aria-describedby=\"caption-attachment-46371\" style=\"width: 1200px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-46371 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 1200 900'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/vgadfsbg.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"900\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-46371\" class=\"wp-caption-text\">Deborah und Marisa Emery beim Verlassen des Frauenspitals Bern mit T\u00f6chterchen Leilani. (Foto: zvg)<\/figcaption><\/figure>\n<p><b>Ein anderer Nachname f\u00fcr das Kind<\/b><br \/>\nWie reagiert das Umfeld auf eine junge Regenbogenfamilie? Nebst den rechtlichen Auswirkungen machten sich Deborah und Marisa Emery w\u00e4hrend der Schwangerschaft vor allem auch Gedanken \u00fcber die Einstellung des Pflegepersonals im Spital oder der neuen Nachbar*innen. Das Paar war n\u00e4mlich erst gerade von seiner Wohnung in der Stadt Bern in ein Reiheneinfamilienhaus in einem l\u00e4ndlichen Vorort gezogen. \u00abUnsere Anw\u00e4ltin riet uns, in Bern zu bleiben\u00bb, erinnert sich Marisa<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"ELumFKO2yQ\"><p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/2019\/01\/03\/schwuler-italiener-adoptiert-maedchen-mit-down-syndrom\/\">Schwuler Italiener adoptiert Kind mit Down-Syndrom, wird gefeiert<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Schwuler Italiener adoptiert Kind mit Down-Syndrom, wird gefeiert&#8220; &#8212; Mannschaft Magazin\" src=\"https:\/\/mannschaft.com\/2019\/01\/03\/schwuler-italiener-adoptiert-maedchen-mit-down-syndrom\/embed\/#?secret=ELumFKO2yQ\" data-secret=\"ELumFKO2yQ\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>Doch die werdenden Eltern wurden \u00fcberall herzlich empfangen, sowohl in der neuen Nachbarschaft als auch im Krankenhaus. \u00dcberall sei man mit Akzeptanz und gr\u00f6sstem Respekt behandelt worden, \u00abund das vom Pflegepersonal bis zum Oberarzt\u00bb, erinnert sich Marisa. \u00abMan bezeichnete Deborah als meine Frau oder sprach von Mami und Mama. Es war authentisch und kam von Herzen.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Ern\u00fcchterung \u00fcber Geburtsurkunde<\/strong><br \/>\nEine erste Ern\u00fcchterung folgte einige Wochen sp\u00e4ter, als die Beurkundung der Geburt durch das Zivilstandsamt des Kantons Bern ins Haus flatterte. Leilani erhielt nicht den Familiennamen Emery, sondern Marisas Ledignamen \u2013 obwohl Deborah und Marisa ihre Partnerschaft wenige Tage vor der Geburt eintragen liessen und Marisa den Nachnamen von Deborah annahm. F\u00fcr die frischgebackenen M\u00fctter war die Mitteilung des Zivilstandsamts ein Schock. Schliesslich wollte man als Familie den gleichen Familiennamen tragen. \u00abUnser Kind trug einen anderen Namen als wir\u00bb, sagt Deborah und sch\u00fcttelt den Kopf.<\/p>\n<blockquote><p>\nEs ist wichtig f\u00fcr gleich\u00adgeschlechtliche Paare, dass sie sich sichtbar machen<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>In knappen S\u00e4tzen begr\u00fcndete das Zivilstandsamt gegen\u00fcber Marisa Emery den Entscheid: \u00abZwischen Ihrer Partnerin und dem Kind wird kein Kindsverh\u00e4ltnis durch eingetragene Partnerschaft entstehen. Nach schweizerischem Recht tr\u00e4gt das Kind den Ledig\u00adnamen der Mutter.\u00bb<\/p>\n<p>F\u00fcr Rechtsanw\u00e4ltin Karin Hochl ist der Vorfall eine Folge der fehlenden origin\u00e4ren Elternschaft in der Schweiz. Weil eine Vaterschaftsanerkennung fehlt und somit das Kind nur einen Elternteil hat, erh\u00e4lt es den Ledignamen der Mutter, ungeachtet ihres Zivilstandes. \u00abEine diskriminierende Fehlregelung\u00bb, sagt sie. Maria von K\u00e4nel vom Dachverband Regenbogenfamilien doppelt nach: \u00abDie geb\u00e4rende lesbische Frau, ungeachtet dessen, ob sie in eingetragener Partnerschaft lebt oder nicht, wird vor dem Gesetz als alleinstehende Frau behandelt. Das ist stossend.\u00bb<\/p>\n<figure id=\"attachment_46372\" aria-describedby=\"caption-attachment-46372\" style=\"width: 1200px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-46372 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 1200 900'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/sDLVNKFV.jpg\" alt=\"Regenbogenfamilie\" width=\"1200\" height=\"900\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/sDLVNKFV.jpg 1200w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/sDLVNKFV-300x225.jpg 300w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/sDLVNKFV-768x576.jpg 768w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/sDLVNKFV-425x319.jpg 425w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/sDLVNKFV-192x144.jpg 192w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/sDLVNKFV-384x288.jpg 384w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/sDLVNKFV-561x421.jpg 561w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/sDLVNKFV-1122x842.jpg 1122w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/sDLVNKFV-364x273.jpg 364w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/sDLVNKFV-758x569.jpg 758w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/sDLVNKFV-608x456.jpg 608w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/sDLVNKFV-1152x864.jpg 1152w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/sDLVNKFV-313x235.jpg 313w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/sDLVNKFV-400x300.jpg 400w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/sDLVNKFV-64x48.jpg 64w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/sDLVNKFV-128x96.jpg 128w\" data-sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-46372\" class=\"wp-caption-text\">Karin Hochl, Rechtsanw\u00e4ltin (Foto: zvg)<\/figcaption><\/figure>\n<p><b>Grosse kantonale Unterschiede<\/b><br \/>\nIm Zuge der anstehenden Stiefkindadoption durch Deborah Emery w\u00fcrde Leilani ihren Nachnamen erhalten. Doch die beiden M\u00fctter wollten nicht so lange warten. Zudem wollten sie unangenehmen Fragen und etwaigen Schwierigkeiten bei Reisen ins Ausland aus dem Weg gehen. \u00abIch h\u00e4tte immer ihre Geburts\u00adurkunde mitnehmen m\u00fcssen, um zu beweisen, dass sie mein Kind ist\u00bb, sagt Marisa Emery. Sie reichte beim Zivilstandsamt Bern ein Gesuch um Namens\u00ad\u00e4nderung ein, das im Oktober 2018 bewilligt wurde. Heute tragen alle drei denselben Familiennamen. Kostenpunkt: CHF 600.<\/p>\n<p>\u00abDas Paar hat Gl\u00fcck\u00bb, sagt Karin Hochl. \u00abH\u00e4tten sie ihren Wohnsitz im Kanton Z\u00fcrich, w\u00e4re ihr Gesuch um Namens\u00e4nderung nach j\u00fcngster Praxis abgelehnt worden.\u00bb<\/p>\n<p>Neben der Namens\u00e4nderung wird auch die Stiefkindadoption je nach Kanton unterschiedlich behandelt. \u00abW\u00e4hrend in einigen Kantonen der Adoptionsprozess reibungslos und innert dreier Monate abl\u00e4uft, sind die Familien in anderen Kantonen mit unn\u00f6tigen H\u00fcrden konfrontiert. Man braucht einen langen Atem\u00bb, sagt Maria von K\u00e4nel vom Dachverband Regenbogenfamilien.<\/p>\n<p>Eine Stiefkindadoption setzt die Zustimmung der rechtlichen Elternteile voraus. Ist jedoch kein Vater im Zivilstandsregister eingetragen, gibt es Kantone, die von der Zustimmung absehen. \u00abInteressanterweise sind tendenziell die l\u00e4ndlichen Kantone offener und liberaler als die st\u00e4dtischen Kantone\u00bb, sagt Hochl. Zu diesen Kantonen z\u00e4hlen etwa Appenzell Ausser\u00adrhoden, der Aargau und Luzern. \u00abSie sagen: Ist im Zivilstandsregister kein Vater eingetragen, entf\u00e4llt seine Zustimmung zur Adoption\u00bb.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"p47Hvsb5z4\"><p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/2018\/03\/14\/adoption-fuer-gleichgeschlechtliche-paare-nun-in-ganz-australien-moeglich\/\">Adoption f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare nun in ganz Australien m\u00f6glich<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Adoption f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare nun in ganz Australien m\u00f6glich&#8220; &#8212; Mannschaft Magazin\" src=\"https:\/\/mannschaft.com\/2018\/03\/14\/adoption-fuer-gleichgeschlechtliche-paare-nun-in-ganz-australien-moeglich\/embed\/#?secret=p47Hvsb5z4\" data-secret=\"p47Hvsb5z4\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>\u00abDer Kanton Z\u00fcrich hingegen ist sehr restriktiv und rigid. Er besteht auf die Zustimmung des Spenders zur Adoption\u00bb, sagt Hochl. Der Kanton Bern w\u00e4hlt einen Mittelweg: \u00abEr will das Recht des Kindes auf Kenntnis der eigenen Abstammung sicherstellen\u00bb, sagt sie. Der Kanton Bern bietet dazu an, dass die M\u00fctter die Personalien des Samenspenders entweder bei der KESB oder bei einem Notar oder einer Notarin hinterlegen. So habe das Kind bei Erreichen der Vollj\u00e4hrigkeit die M\u00f6glichkeit, den Namen des Spenders zu erfahren.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich sei das Verfahren der Stiefkindadoption f\u00fcr die Frauenpaare jedoch mit erheblichen Risiken verbunden, so Hochl. \u00abTrennt sich das Frauenpaar, bevor die Stiefkindadoption unter Dach und Fach ist, wird die Einelternschaft der leiblichen Mutter perpetuiert und dem Kind ein zweiter Elternteil verwehrt. Beim Todesfall der Mutter w\u00fcrde das Kind sogar ohne Elternteil dastehen.\u00bb Sie empfiehlt allen werdenden Eltern, sich rechtzeitig beraten zu lassen und die notwendigen Vorkehrungen zur Absicherung des Kindes zu treffen, um auf die Verfahren vor den verschiedenen Beh\u00f6rden vorbereitet zu sein. Von einer Vaterschaftsanerkennung wird im Regelfall abgeraten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_46373\" aria-describedby=\"caption-attachment-46373\" style=\"width: 1200px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-46373 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 1200 900'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/NGFS.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"900\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/NGFS.jpg 1200w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/NGFS-300x225.jpg 300w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/NGFS-768x576.jpg 768w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/NGFS-425x319.jpg 425w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/NGFS-192x144.jpg 192w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/NGFS-384x288.jpg 384w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/NGFS-561x421.jpg 561w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/NGFS-1122x842.jpg 1122w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/NGFS-364x273.jpg 364w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/NGFS-758x569.jpg 758w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/NGFS-608x456.jpg 608w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/NGFS-1152x864.jpg 1152w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/NGFS-313x235.jpg 313w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/NGFS-400x300.jpg 400w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/NGFS-64x48.jpg 64w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/NGFS-128x96.jpg 128w\" data-sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-46373\" class=\"wp-caption-text\">Maria von K\u00e4nel, Dachverband Regenbogenfamilien (Foto: zvg)<\/figcaption><\/figure>\n<p><b>Auch die KESB mischen sich ein<\/b><br \/>\nMit der Namens\u00e4nderung waren die Sorgen der Emerys jedoch nicht vorbei. Wenige Wochen nach Leilanis Geburt meldete sich die Kindes- und Erwachsenensch\u00fctzbeh\u00f6rden (KESB) bei Marisa Emery. Sollte innert dreier Monate keine Vaterschaftsanerkennung vorliegen, werde man die Anordnung einer Kindesschutzmassnahme erw\u00e4gen.<\/p>\n<p>\u00abWir waren auf dieses Schreiben vorbereitet\u00bb, sagt Marisa. Sie k\u00f6nne gut nachvollziehen, dass die KESB mit M\u00fcttern in Kontakt trete, die bei der Geburt ihres Kindes keinen Vater angeben. Zum einen steht die Beh\u00f6rde f\u00fcr das Recht des Kindes auf einen Vater ein. Zum anderen soll sichergestellt werden, dass eine alleinerziehende Mutter f\u00fcr ihr Kind aufkommen kann. Indem der Vater f\u00fcr Auslagen zur Verantwortung gezogen wird, kann eine etwaige Abh\u00e4ngigkeit vom Sozialamt vermieden werden.<\/p>\n<p>Marisa ist aber keine alleinerziehende Mutter. In einem Brief an die KESB schilderte sie ihre Lage \u2013 dass sie mit Deborah seit sieben Jahren eine Beziehung f\u00fchre, dass beide \u00fcber einen Job und ein stabiles Einkommen verf\u00fcgen. Leilani sei ein absolutes Wunschkind mit zwei Elternteilen.<\/p>\n<blockquote><p>Ich hatte Bauchschmerzen, dass pl\u00f6tzlich jemand vor der T\u00fcr steht und uns einen Beistand anordnen will<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Emerys wussten jedoch von anderen gleichgeschlechtlichen Paaren, dass ein solches Schreiben nicht immer durchkommt. \u00abIch hatte Bauchschmerzen, dass pl\u00f6tzlich jemand vor der T\u00fcr steht und uns einen Beistand anordnen will\u00bb, erinnert sich Marisa. Besonders die unangemeldeten Besuche machten ihr Sorgen. \u00abDann k\u00f6nnen wir nicht wie normale Leute eine Unordnung im Haus haben. Sonst k\u00f6nnte man wom\u00f6glich meinen, wir gef\u00e4hrdeten unser Kind.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Sichtbarkeit ist wichtig<\/strong><br \/>\nKnapp drei Wochen sp\u00e4ter konnte die junge Familie aufatmen: Die KESB sah von einer Kindesschutzmassnahme ab. Mit ihrem Brief habe Marisa Emery alles richtig gemacht, sagt Rechtsanw\u00e4ltin Karin Hochl. Sie empfiehlt Regenbogenfamilien, im Umgang mit den verschiedenen \u00c4mtern offen und transparent zu sein und die Beh\u00f6rden \u00fcber ihre Familiensituation zu informieren. Wird diese Information unterlassen und fehlt eine Vaterschaftsanerkennung, gehen die Beh\u00f6rden automatisch von einem traditionellen Familienbild, sprich einem heterosexuellen Elternpaar, aus und nehmen an, dass es einen Vater gebe. \u00abEs ist wichtig f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare, dass sie sich sichtbar machen\u00bb, sagt sie. \u00abMan zeigt den Beh\u00f6rden die H\u00e4ufigkeit von alternativen Familienmodellen auf und tr\u00e4gt so zur Rechtsfortentwicklung bei.\u00bb<\/p>\n<p>Maria von K\u00e4nel vom Dachverband Regenbogenfamilien fordert vom Staat ein Umdenken. \u00abFachpersonen m\u00fcssen ihr heteronormatives Familienbild ablegen und sich mit der Lebensrealit\u00e4t von Regenbogenfamilien vertraut machen\u00bb, sagt sie. Ebenso wichtig sei, dass im Hinblick auf die Stiefkindadoption die Bearbeitungszeit der Adoptionsantr\u00e4ge verk\u00fcrzt werde. \u00abDie heutigen Wartezeiten sind inakzeptabel. Eine Anpassung der Formulare ist auch n\u00f6tig. Diese richten sich beispielsweise im Kanton Z\u00fcrich in erster Linie an heterosexuelle Adoptionswillige.\u00bb<\/p>\n<p><b>Sensibilisieren und sichtbar sein<\/b><br \/>\nMit der Einf\u00fchrung der Stiefkindadoption f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare ist in der Schweiz ein erstes Zeichen f\u00fcr die rechtliche Anerkennung von Regenbogenfamilien gesetzt worden.\u00a0Bis zur Anerkennung der origin\u00e4ren Elternschaft d\u00fcrfte es f\u00fcr Regenbogeneltern und homosexuelle Paare mit Kinderwunsch weiterhin schwierig bleiben, sich im Dschungel der B\u00fcrokratie zurechtzufinden. Damit alles reibungslos klappt, empfiehlt der Dachverband Regenbogenfamilien, sich bei einer Fachperson rechtlich beraten zu lassen und s\u00e4mtliche Abmachungen schriftlich festzuhalten.<\/p>\n<p>Mittlerweile hat Leilani ihr Interesse am Gespr\u00e4ch verloren und macht strampelnd und klagend auf sich aufmerksam. Deborah nimmt sie in den Arm und geht einige Schritte auf und ab, leise summend und die Hand beruhigend auf ihren Kopf gelegt. Marisa schaut den beiden zu und l\u00e4chelt. \u00abWir machen unsere Geschichte \u00f6ffentlich, um anderen Paaren in einer \u00e4hnlichen Situation helfen zu k\u00f6nnen\u00bb, sagt sie. Die Namens\u00ad\u00e4nderung und die Angelegenheit mit der KESB sind erledigt, auch mit dem Spender l\u00e4uft soweit alles wie geplant. Trotzdem werden sich Deborah und Marisa erst zur\u00fccklehnen k\u00f6nnen, wenn auch die Stiefkindadoption endlich unter Dach und Fach ist. \u00abDann kann ich wieder ruhig schlafen.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stiefkindadoption ist seit dem 1. Januar 2018 in Kraft. 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