{"id":37408,"date":"2017-09-01T09:59:07","date_gmt":"2017-09-01T07:59:07","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/2017\/09\/01\/volker-beck-ich-kann-nicht-mit-100-noch-hier-sitzen\/"},"modified":"2021-09-20T13:08:51","modified_gmt":"2021-09-20T11:08:51","slug":"volker-beck-ich-kann-nicht-mit-100-noch-hier-sitzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/volker-beck-ich-kann-nicht-mit-100-noch-hier-sitzen\/","title":{"rendered":"Volker Beck: \u00abEs ist erst vorbei, wenn es vorbei ist\u00bb"},"content":{"rendered":"<h3>Deutschland hat gew\u00e4hlt: Dass Volker Beck (Gr\u00fcne) dem neuen Bundestag nicht mehr angeh\u00f6rt, hat parteiinterne Gr\u00fcnde: Ihm wurde ein sicherer Listenplatz verweigert. Aber die \u00d6ffnung der Ehe, f\u00fcr die er viele Jahre gek\u00e4mpft hat, bescherte ihm einen gl\u00fccklichen Abschied.<\/h3>\n<p><strong>Herr Beck, Ihnen wird massgeblich die \u00d6ffnung der Ehe als Erfolg zugeschrieben. Daf\u00fcr wurden Sie viel gefeiert im Sommer. Das ist ein sch\u00f6ner Abschluss einer Karriere als Politiker, oder?<br \/>\n<\/strong>Auf jeden Fall ein toller Erfolg eines langen Kampfes. Ich war in Sorge, dass wir das nicht mehr rechtzeitig in dieser Legislaturperiode hinkriegen\u00a0 und dass es in der n\u00e4chsten Wahlperiode wirklich nicht einfacher wird, wenn die AfD im Bundestag sitzt und die Union dann wom\u00f6glich noch \u00e4ngstlicher wird. Deshalb war ich \u00fcbergl\u00fccklich, <a href=\"http:\/\/www.mannschaft.com\/bundestag-oeffnet-die-ehe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">dass wir das jetzt noch durchgeboxt haben<\/a>. <em>\u00a0<\/em>Es waren 28 Jahre Kampf allein um diese Frage. Das ist eine verdammt lange Zeit. Und wenn es dann endlich durch ist, ist es einfach ein gro\u00dfartiges Gef\u00fchl. Auf diesem Weg gab es ja auch viele Niederlagen und viele Durststrecken.\u00a0 Das ist mit dem Durchbruch \u00a0jetzt zwar alles vergessen, Geschichte, aber man weiss eben noch darum. Carolin Emcke hat auf dem Regenbogenempfang der Gr\u00fcnen am 30. Juni abends das Bild gepr\u00e4gt: \u00abDas ist, wie wenn man einem erfrorenen Fuss wieder in warmes Wasser taucht.\u00bb Einerseits tut es ganz gut, es tut aber auch weh und man merkt auf einmal, wie sehr man vorher gefroren hat.<\/p>\n<p>Deshalb ist es f\u00fcr mich ein ganz einschneidendes Ereignis und ich bin auch sehr froh darum. Ich hatte mich \u00fcber die ganze Wahlperiode schon auf den letzten ordentlichen Sitzungstag des Bundestages, den 30. Juni, orientiert. Wir haben es ja auch mit verschiedenen Instrumenten probiert, unter anderem mit der gescheiterten Organklage. Und dass es dann doch noch nach Plan gelaufen ist, da kann man einfach nur dankbar sein.<\/p>\n<p><strong>Und stolz. Sie haben ja lange daf\u00fcr gek\u00e4mpft.<\/strong><br \/>\nJa. Aber wichtiger ist einfach, dass diese Frage gekl\u00e4rt ist. Es geht da ja gar nicht um mich, obwohl das jetzt mit mir verbunden ist. Aber was auch vielen Heteros, glaube ich, nicht klar ist: F\u00fcr Schwule und Lesben geht es darum, ob sie Menschen mit gleicher W\u00fcrde und gleichen Rechten sind oder ob sie und ihre Partnerschaften \u00abAliuds\u00bb sind, worauf fr\u00fcher manche in der Diskussion um die Lebenspartnerschaft beharrten. [Aliud ist der lat. Ausdruck f\u00fcr etwas anderes, Anm. der Red]. Das habe ich auch nach dem 30. Juni erlebt. Beim K\u00f6lner CSD bin ich vorneweg in einer Bewegungsgruppe mitgelaufen, und da sind Leute heulend auf mich zugekommen. Da merkte ich: Es ist wirklich mehr als nur die Frage, ob es im Standesamt die gleiche Zeremonie ist, sondern es geht um die ganz prinzipielle Frage: Sind wir Menschen wie alle anderen auch?<\/p>\n<p>An diesem Punkt ist auch die Politik f\u00fcr Lesben und Schwule noch nicht am Ziel: Die Epoche der Akzeptanz hat ja erst begonnen. Alle anderen gesellschaftlichen Gruppen, die Politik machen, gehen von diesem Punkt aus, den wir jetzt erst erreicht haben: gleiche Rechte.<\/p>\n<figure id=\"attachment_20738\" aria-describedby=\"caption-attachment-20738\" style=\"width: 2832px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload size-full wp-image-20738\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 2832 4256'%2F%3E\" data-src=\"http:\/\/www.mannschaft.com\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Volker_Beck_13_Foto_Angelika_Kohlmeier_2012-10-17.jpg\" alt=\"Volker Beck\" width=\"2832\" height=\"4256\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-20738\" class=\"wp-caption-text\">Geh\u00f6rt dem n\u00e4chsten Bundestag nicht mehr an: Volker Beck (Foto: Angelika Kohlmeier)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Wer waren die Menschen, die auf dem CSD zu Ihnen kamen?<\/strong><br \/>\nDas war ganz unterschiedlich. Drei Situationen blieben mir besonders im Ged\u00e4chtnis: Zwei junge M\u00e4dchen, die hatten ein Schild vorbereitet, auf dem stand \u00abDanke\u00bb. Dann kamen \u00e4ltere Leute, die wirkten nicht schwul oder lesbisch, vielleicht hatten sie schwule Neffen oder lesbische Nichten oder Enkel. Und es kam eine behinderte Frau zu mir, die mich ganz lange in den Arm nahm.<\/p>\n<p><strong>Die Gr\u00fcnen sind seit zw\u00f6lf Jahren in der Opposition. Es ist Ihnen und Ihrer Partei trotzdem gelungen, neben der Ehe\u00f6ffnung auch die Rehabilitation f\u00fcr die \u00a7175-Opfer entscheidend voranzubringen, dass sie Gesetz wurden. Es scheint nicht ganz zu stimmen, was Franz M\u00fcntefering mal gesagt hat: \u00abOpposition ist Mist\u00bb. Man kann auch etwas ver\u00e4ndern, wenn man nicht regiert.<\/strong><br \/>\nWobei es auch Leute gibt \u2013 wenn ich mir angucke, wie die arbeiten \u2013, die \u00e4ndern auch nichts, wenn sie regieren. Man muss, wenn man Politik macht, das Ziel haben, die Macht zur Gestaltung zu erlangen. Aber diese K\u00e4mpfe um die Macht finden nicht nur am Koalitionstisch statt. Man muss gesellschaftliche Hegemonie erzeugen, damit man die Anliegen durchkriegt, und manchmal muss man sich genau anschauen: Wo sind die St\u00e4rken und wo die Schw\u00e4chen einer Position und wo kann man auch was aufs Gleis setzen, auch auf un\u00fcbliche Art und Weise. Der erste parlamentarische Erfolg, den ich hatte, war 1996 in der Opposition. 300 Millionen Mark gingen damals an die Jewish Claims Conference f\u00fcr Renten von osteurop\u00e4ischen Holo\u00adcaust\u00ad\u00fcberlebenden. Das wollte die Bundesregierung damals nicht. Ich war zusammen mit Kollegen aus dem Kongress auf einer Pressekonferenz in Wash\u00adington \u2013 mich kannte damals wirklich niemand \u2013, und dann kam die Deutsche Botschaft herein und verteilte eine Pressemitteilung des damaligen Kanzleramtsministers Bohl. Und dann dachte ich, okay, jetzt hast du gewonnen. Wenn die einen Niemand wie Volker Beck bei einer Pressekonferenz mit einer solchen Intervention adeln \u2026 Das waren auch K\u00e4mpfe im Parlament mit Reden, mit Anfragen, Antr\u00e4gen, Pressearbeit, \u00dcber-Bande-Spielen mit NGOs. Damals war ich auch in der Opposition. Das war mein erster Erfolg.<\/p>\n<p><strong>Es kommt also darauf an, was man aus der Oppositionsrolle macht.<\/strong><br \/>\nDie Taktzahl, wenn man regiert und sich k\u00fcmmert, ist nat\u00fcrlich eine ganz andere. Wenn ich an Rot-Gr\u00fcn im Bund denke, mal nur beim Thema LGBT: Rehabilitierung homosexueller NS-Opfer, Ende der Diskriminierung bei der Bundeswehr, Antidiskriminierung, Lebenspartnerschaftsgesetz, Homosexuellendenkmal und, und, und \u2026 Aber es ist falsch, zu sagen, in der Opposition k\u00f6nne man nichts erreichen. Wichtig: Man darf nie zu fr\u00fch aufgeben. Ich weiss noch, als ich am Freitag vor dem 30. Juni aus dem B\u00fcro ging, sagte ich zu meinen Mitarbeitern: Jetzt schiessen wir bis Mittwoch nochmal aus allen Rohren. Da sah es n\u00e4mlich noch nicht so aus, als w\u00fcrde die SPD im Rechtsausschuss die Abstimmung mit uns durchsetzen. Aber: Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Aber man muss immer auf Sieg setzen, sonst hat der Erfolg auch keine Chance.<\/p>\n<p><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-20745 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 986 1479'%2F%3E\" data-src=\"http:\/\/www.mannschaft.com\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/170721_Marien_46-Kopie.jpg\" alt=\"Volker Beck\" width=\"986\" height=\"1479\" \/>Ehrung f\u00fcr Volker Beck (li): Mit Alexander Stra\u00dfmeier am Vorabend des Berliner CSD beim multireligi\u00f6sen Gottesdienst in der St. Marienkirche (KKBS\/Philipp Kost)<\/p>\n<p><strong>Wenn Sie k\u00fcnftig nicht mehr im Bundestag sitzen, wen werden Sie am meisten vermissen: Erika Steinbach, Norbert Lammert oder Volker Kauder?<\/strong><br \/>\nHerrn Lammert und Herrn Kauder, jeden auf eine andere Weise. Mit beiden habe ich verschiedene Dinge durchgebracht, teils streitig, teils an einem Strang ziehend: Parlamentsrecht, Sterbehilfe, Initiativen zur Religionsfreiheit. Das w\u00fcrde man vielleicht gar nicht denken, weil man in vielen Gebieten sehr weit auseinanderliegt, aber es gibt eben auch Bereiche, in denen man sich durchaus sinnvoll austauscht und zusammenarbeitet. Das ist gut f\u00fcr die Demokratie. Das ist die St\u00e4rke des Parlaments.<\/p>\n<p>Erika Steinbach \u2013 die wird mir nicht fehlen. Jenseits dessen, dass es immer wichtig ist, gute Gegner zu haben. Aber Frau Steinbach und Norbert Geis von der CSU haben sich sehr um die Sache der Lesben und Schwulen verdient gemacht, weil sie sich oft so deplatziert ge\u00e4ussert haben, dass sie uns die Mitte der Gesellschaft zugetrieben haben. Frau Steinbach hat einen so unguten Lauf, das ist schon fast tragisch: Sie steckt in einer Spirale des Hasses hin, der sich zu einer teils aggressiven menschenverachtenden Haltung steigert. Das wirkt insgesamt bedrohlich. Ich habe es im Internet bei ein paar Leuten gesehen, die sich so radikalisierten. Die Netzwerke belohnen Schrillheit mit Aufmerksamkeit und noch mehr Zustimmung. Das verf\u00fchrt manche dazu, immer lauter und schriller zu werden. Vielleicht wird es in einem stillen Moment so sein, dass Frau Steinbach zu dem Punkt kommt und sich selbst nicht mehr wiedererkennt.<\/p>\n<p><strong>Diese Stille hat sie ja vielleicht jetzt, da sie ebenfalls nicht mehr im Bundestag sitzt.<\/strong><br \/>\nIch weiss es nicht.<\/p>\n<p><strong>W\u00fcnschen wir es ihr.<\/strong><br \/>\nIch w\u00fcnsche ihr, dass sie zur Besinnung kommt. Man muss ja auch jedem, der sich verirrt, die Chance zur R\u00fcckkehr geben.<\/p>\n<p><strong>Was werden Sie am meisten an der Arbeit als Abgeordneter vermissen?<\/strong><br \/>\nDie M\u00f6glichkeit, relativ unabh\u00e4ngig und relativ schnell auf politische Entwicklungen zu reagieren und dort zu intervenieren, wo es vielleicht notwendig ist. Und das mit einer gewissen Relevanz tun zu k\u00f6nnen, die einem so als B\u00fcrgerin oder B\u00fcrger nicht immer unmittelbar zugestanden wird. Da muss man viel mehr tun, um in gleicher Weise wahrgenommen zu werden. Das war mir immer wichtig: Wir haben viele Privilegien, eine Infra\u00adstruktur, das B\u00fcro, die Mitarbeiter, die M\u00f6glichkeit zur Recherche, unser parlamentarisches Frage- und Initiativrecht. Dazu den Diplomatenausweis \u2013 auch wenn wir keine Diplomaten sind \u2013, der uns im Ausland ein wenig sch\u00fctzt. Das sind Privilegien, aber f\u00fcr mich war es auch immer eine Verpflichtung, sie politisch einzusetzen \u2013 daf\u00fcr haben wir sie ja auch. Einsetzen kann man sich als B\u00fcrger nat\u00fcrlich auch, aber man muss mehr Aufwand betreiben und man hat diese Infrastruktur nicht im R\u00fccken, die man nutzen kann.<\/p>\n<p><strong>Was w\u00e4ren denn Ihrer Ansicht nach k\u00fcnftige Aufgaben im LGBTI-Bereich?<\/strong><br \/>\nDie Sachen, die mir auf der Seele liegen, sind \u00fcberwiegend gar nicht im Bereich Lesben und Schwule. \u00c4quivalent zur Ehe f\u00fcr alle ist da im Hinblick auf die Rechte und den Respekt f\u00fcr Trans* noch das Transsexuellengesetz. Dieses muss endlich durch ein Selbstbestimmungsgesetz abgel\u00f6st werden. Es gibt ja auch einen Vorschlag, den ich hinterlasse, von dem ich hoffe, dass er in wesentlichen Z\u00fcgen zum Gesetz wird. \u00dcber die geschlechtliche Identit\u00e4t kann nur der Mensch selber kompetent Auskunft geben und nicht irgendein Gutachter, Richter oder Beamter. Und nat\u00fcrlich brauchen wir einen nationalen Aktionsplan gegen Homo-, Bi- und Transphobie. Die F\u00e4lle von Gewalt gegen LGBT steigen ja in den letzten Jahren an. Ansonsten brennen mir ein paar andere Sachen unter den N\u00e4geln. Zum Beispiel, dass die j\u00fcdischen Kontingentfl\u00fcchtlinge, die nach 1990 nach Deutschland kamen, in der Rente so behandelt werden wie christliche Sp\u00e4taussiedler \u2013 da gibts n\u00e4mlich eine schwere Diskriminierung. Das unterschiedliche Ergebnis ist eigentlich ein Ergebnis jahrhundertelanger Geschichte des europ\u00e4ischen Antisemitismus. Das ist genauso ein Gleichstellungsproblem, und das geht mir auch genauso an die Nieren. Oder das Schicksal des europ\u00e4ischen Volkes der Roma und die Verteidigung eines menschenw\u00fcrdigen Fl\u00fcchtlingsrechtes.<\/p>\n<figure id=\"attachment_119826\" aria-describedby=\"caption-attachment-119826\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/volker-beck-imago.jpg\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload size-full wp-image-119826\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 600 852'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/volker-beck-imago.jpg\" alt=\"volker beck\" width=\"600\" height=\"852\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/volker-beck-imago.jpg 600w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/volker-beck-imago-211x300.jpg 211w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/volker-beck-imago-423x600.jpg 423w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/volker-beck-imago-561x797.jpg 561w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/volker-beck-imago-265x376.jpg 265w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/volker-beck-imago-531x754.jpg 531w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/volker-beck-imago-364x517.jpg 364w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/volker-beck-imago-34x48.jpg 34w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/volker-beck-imago-68x96.jpg 68w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/volker-beck-imago-400x568.jpg 400w\" data-sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-119826\" class=\"wp-caption-text\">Volker Beck am 22. Juli 2017 beim Christopher Street Day in Berlin. (Bild: Imago\/Olaf Selchow)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Wie geht es mit der deutschen LGBT-Bewegung weiter? In den USA haben die grossen NGOs nach der Supreme-Court-Entscheidung zur Ehe\u00f6ffnung grosse Spendeneinbussen hinnehmen m\u00fcssen.<\/strong><br \/>\nBei so einer grossen Frage, die man mit Ja oder Nein beantworten kann, ist man nat\u00fcrlich in der Debatte anders pr\u00e4sent. Wir haben eine grosse Aufgabe und eine grosse Verpflichtung: Wir m\u00fcssen am Thema internationaler Solidarit\u00e4t arbeiten. Und uns daran erinnern, dass wir eine Geschichte von jahrhundertelanger Verfolgung und jahrzehntelanger Diskriminierung hinter uns haben. Die haben wir auf der rechtlichen Ebene \u00fcberwunden, aber wir m\u00fcssen uns dar\u00fcber im Klaren sein, was das mit uns gemacht hat. Am Ende wird ja immer die Frage diskutiert: Sind die Menschen verschieden und deshalb unterschiedlich viel wert \u2013 oder sind sie verschieden und gleich an W\u00fcrde und Rechten? Das muss von Generation zu Generation immer wieder neu diskutiert werden: Was bedeutet die Verschiedenheit der Menschen? Hier k\u00f6nnen wir aus unserer Geschichte und Erfahrung sch\u00f6pfend auch solidarisch mit anderen benachteiligten Gruppen sein.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche mir von der LGBT-Bewegung in Deutschland, aber auch von denen, die nicht so sehr bewegt sind, Solidarit\u00e4t mit Schwulen, Lesben, Trans* und Intersexuellen in anderen L\u00e4ndern, wo Homosexualit\u00e4t noch verfolgt wird und Gewalt gegen Trans* allt\u00e4glich ist. Dass man vielleicht sagt: Uns geht es gut. Deshalb bitte ich bei der n\u00e4chsten Geburtstagsfeier, anstelle von Geschenken, um Spenden f\u00fcr die Hirschfeld-\u00adEddy-Stiftung, zum Beispiel. Damit anderen, die sich unter dem Einsatz ihres Lebens und ihrer Freiheit f\u00fcr LGBTI-Rechte einsetzen, geholfen werden kann.<\/p>\n<p><strong>Internationale Solidarit\u00e4t ist wichtig. Aber gibt es sie \u00fcberhaupt innerhalb der deutschen LGBTI-Gemeinde? Ich habe da manchmal Zweifel.<\/strong><br \/>\nErstmal sind die Menschen immer unterschiedlich. Und es gibt in jeder Gruppe Menschen, die nur ihr h\u00f6chsteigenes Interesse im Blick haben. Das gibt es nat\u00fcrlich in der schwulen Community auch und das hat es auch immer gegeben. Ich warne da vor jeder Art Romantik, dass fr\u00fcher alles besser war. Das Einzige, das besser war, ist, dass wir j\u00fcnger waren &#8230;<\/p>\n<p><strong>\u2026 was auch nicht immer ein Vorteil ist.<\/strong><br \/>\nJa, aber ansonsten war es fr\u00fcher eben auch nicht besser. Das verwechseln die Menschen manchmal. Es geh\u00f6rt dazu, dass es in jeder Gruppe Arschl\u00f6cher und Egoisten gibt. Da sind wir als soziale Gruppe nicht anders als andere. Aber es geht immer darum, wer die Hegemonie in einer Gruppe hat. Dass alle gleich solidarisch sind, ist in einer Demokratie nicht erreichbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Volker Beck im Mannschaft+-Interview \u00fcber einen unvergesslichen Sommer, warum er auf Wahlkampf gut verzichten kann und wie man sich auf eine Niederlage vorbereitet. <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/volker-beck-ich-kann-nicht-mit-100-noch-hier-sitzen\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":37409,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3,4371],"tags":[124,5544,5501,1240],"wps_subtitle":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37408"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=37408"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37408\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":119827,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37408\/revisions\/119827"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/37409"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=37408"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=37408"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=37408"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}