{"id":37372,"date":"2017-09-01T13:28:23","date_gmt":"2017-09-01T11:28:23","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/2017\/09\/01\/schwul-ein-wort-mit-einem-schweren-stand\/"},"modified":"2021-04-13T09:23:49","modified_gmt":"2021-04-13T07:23:49","slug":"schwul-ein-wort-mit-einem-schweren-stand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/schwul-ein-wort-mit-einem-schweren-stand\/","title":{"rendered":"Schwul \u2013 Ein Wort mit einem schweren Stand"},"content":{"rendered":"<h3>Der Begriff \u00abschwul\u00bb beschreibt in der Umgangssprache nicht nur die gleichgeschlechtliche M\u00e4nnerliebe, sondern er wird auch in einem negativen Sinn verwendet: Manchmal als gezielte Beleidigung gegen\u00fcber M\u00e4nnern, die nicht dem traditionellen Rollenbild entsprechen, h\u00e4ufig auch einfach als Ausdruck f\u00fcr Unangenehmes. Ersteres ist verwerflich, Letzteres schlicht unn\u00f6tig.<\/h3>\n<p>Wer kennt sie nicht, die Situation: Man unterh\u00e4lt sich mit jemandem oder h\u00f6rt andere miteinander reden, und pl\u00f6tzlich f\u00e4llt ein Satz wie \u00abDas ist dermassen schwul!\u00bb Damit kann alles M\u00f6gliche gemeint sein. Die Versp\u00e4tung des Busses, der pl\u00f6tzlich einsetzende Regen, eine h\u00e4ssliche Hose. Vor allem f\u00fcr j\u00fcngere Menschen ist am derartigen Gebrauch des Wortes nichts Ungew\u00f6hnliches. <i>Schwul<\/i> ist in der Jugendsprache zum Synonym f\u00fcr eine ganze Reihe von Ausdr\u00fccken geworden, die etwas Negatives bezeichnen.<\/p>\n<p>Der Duden tr\u00e4gt diesem Umstand Rechnung und definiert <i>schwul <\/i>unter anderem als \u00abin \u00c4rger oder Ablehnung hervorrufender Weise schlecht; unattraktiv, uninteressant\u00bb. Gegen\u00fcber MANNSCHAFT \u00e4ussert sich der Verlag zur Aufnahme dieser Bedeutung wie folgt: \u00abDer Dudenverlag bildet in seinem W\u00f6rterbuch den aktuellen Stand der Sprache ab. Wenn eine Wortbedeutung weit verbreitet ist oder ein Begriff eine Bedeutungswandlung oder -erweiterung erf\u00e4hrt, nehmen wir das auf.\u00bb Dass ein Begriff, der eigentlich die m\u00e4nnliche Homosexualit\u00e4t beschreibt, auch als Schimpfwort verwendet wird, ist ein Ph\u00e4nomen, das nicht nur im Deutschen auftritt. Auch im Englischen zum Beispiel wird mit dem Wort <i>gay<\/i> (schwul, homosexuell) etwas Unangenehmes, Seltsames oder Unerw\u00fcnschtes beschrieben.<\/p>\n<p><b>Schwul ist nicht immer gleich schwul<\/b><br \/>\nIn dieser Verwendungsform hat schwul mit seiner eigentlichen Bedeutung \u2013 der homosexuellen m\u00e4nnlichen Liebe \u2013 in der Regel nichts zu tun. In einem Artikel der Zeitung Die Zeit schreibt der Journalist Harald Martenstein \u00fcber seine Erfahrungen mit der Sprache seines 14-j\u00e4hrigen Sohnes. Dieser habe ihm erkl\u00e4rt: \u00abDas Gegenteil von geil heisst schwul. Ein schwuler Film ist ein Film, der nicht geil war. Der Pitbull \u2013 ein schwuler Hund. Oder es heisst, dieses M\u00e4dchen finde ich schwul, jenes M\u00e4dchen finde ich geil.\u00bb Auch laut Wikipedia hat sich das Wort in den letzten Jahren vermehrt als Gegenbegriff zu geil entwickelt. In diesem Sinne sei es nicht \u00abspezifisch homosexuell konnotiert\u00bb \u2013 was das Beispiel des \u00abschwulen M\u00e4dchens\u00bb beweisen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Diesbez\u00fcglich sind meine eigenen Erfahrungen dieselben. Vor allem m\u00e4nnliche, heterosexuelle Freunde benutzten das Wort regelm\u00e4ssig in dieser Gebrauchsform. Nach meinem Coming-out gab es eine Phase, in der sie dies vorerst auch weiterhin taten. Ganz automatisch. Meistens aber entschuldigten sie sich umgehend daf\u00fcr, wenn sie realisierten, dass ich neben ihnen stand. Sie versicherten stets, dass dies weder gegen\u00fcber mir noch den Schwulen allgemein beleidigend gemeint war. Sie h\u00e4tten sich halt einfach an diese Verwendung gew\u00f6hnt. Zu Beginn erwiderte ich immer, dass dies schon in Ordnung gehe. Ich verst\u00fcnde, wie sie es meinten. Heute wie damals ist es zwar nicht sch\u00f6n, das Wort in einem abwertenden Kontext zu h\u00f6ren, und unterdessen weise ich auch daraufhin, dass mir diese Verwendungsform nicht gef\u00e4llt. Gleichzeitig ist mir auch klar, dass ein gewisses Verst\u00e4ndnis angebracht ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_20763\" aria-describedby=\"caption-attachment-20763\" style=\"width: 770px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-20763 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 770 578'%2F%3E\" data-src=\"http:\/\/www.mannschaft.com\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Illustration-2.jpg\" alt=\"\" width=\"770\" height=\"578\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-20763\" class=\"wp-caption-text\">Illustration: Alashi<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es ist schwierig, Gewohnheiten sofort zu \u00e4ndern. Das erfuhr ich wiederum am eigenen Beispiel. Als ich mit einer Freundin \u00fcber dieses Thema sprach und einigermassen emp\u00f6rt verk\u00fcndete, es gebe doch weiss Gott genug andere W\u00f6rter, die man anstelle von <i>schwul<\/i> benutzen k\u00f6nnte, pflichtete sie mir zuerst verst\u00e4ndnisvoll bei. Dann wies sie aber auch darauf hin, dass nicht nur \u00abunser\u00bb Wort regelm\u00e4ssig verunglimpft werde. Auch Behinderte zum Beispiel h\u00e4tten es diesbez\u00fcglich nicht leicht. Wie oft werde das Wort <i>behindert<\/i> in genau derselben Art und Weise verwendet!<\/p>\n<p>Mir ging nicht nur ein Licht auf, ich f\u00fchlte mich auch ertappt. Mir wurde bewusst, dass ich dieses Wort regelm\u00e4ssig und v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich benutzte \u2013 und mir dabei gar nie \u00fcberlegt hatte, was das in einer Person ausl\u00f6sen k\u00f6nnte, die selbst behindert ist oder die eine behinderte Person in ihrem Umfeld hat. Seither versuche ich, das Wort nur noch dann zu verwenden, wenn es tats\u00e4chlich um behinderte Menschen geht. Aber eben. Gewohnheiten haben die unangenehme Eigenschaft, sich festzuklammern wie ein Koalab\u00e4r am Eukalyptusbaum. Die unangebrachte Verwendung von <i>behindert <\/i>konnte ich noch immer nicht vollst\u00e4ndig aus meiner Umgangssprache ausmerzen.<\/p>\n<p>Insofern habe ich (noch) ein Restverst\u00e4ndnis, wenn aus Sicht eines Freundes die vereiste Skipiste oder das versalzene Essen mal wieder <i>schwul <\/i>waren. Gerade auch deshalb, weil das Wort in meinem Umfeld immer seltener f\u00e4llt. Einerseits liegt das an einer st\u00e4rkeren Sensibilisierung meines Freundes- und Bekanntenkreises gegen\u00fcber diesem Thema. Andererseits verschwinden Jugend- und Slangausdr\u00fccke mehr und mehr aus unserem Alltagsvokabular, je \u00e4lter wir werden. Jedenfalls habe ich noch nie einen F\u00fcnfzigj\u00e4hrigen geh\u00f6rt, der sich \u00fcber die schwule Warteschlange an der Kasse im Supermarkt beschwert.<\/p>\n<p><b>Jugendliche Provokation<\/b><br \/>\nWarum aber wird <i>schwul<\/i> \u00fcberhaupt in dieser Form verwendet? Gem\u00e4ss der Politologin und Psychotherapeutin Christine Kammerer wollen sich Jugendliche mit ihrem \u00aboft sehr respektlosen und aggressiven Wortschatz\u00bb bewusst von den Erwachsenen abgrenzen. Die Jugendsprache werde zum \u00abAusdruck von Freiheitsdrang und Selbstbestimmung in einer Entwicklungsphase, die vor allem der Identit\u00e4tsfindung dient.\u00bb Typisch sei dabei, dass viele Jugendliche so tiefe Unsicherheiten zu \u00fcberspielen versuchten. Und f\u00fcr Martenstein steckt dahinter vor allem die ewige Lust der Jugend an der Provokation, wobei \u00abdie Gutw\u00f6rter und die Schlechtw\u00f6rter meist aus dem Bereich des Sexuellen\u00bb stammten. Dabei werde \u00abdas gesellschaftlich Akzeptierte stets negativ besetzt, das gesellschaftlich Verp\u00f6nte aber ins Positive verwendet\u00bb. Das zeige zum Beispiel das sehr popul\u00e4r gewordene Wort <i>porno<\/i>, mit dem Jugendliche neuerdings Positives ausdr\u00fcckten: \u00abDas Schulfest war voll <i>porno<\/i>\u00bb.<\/p>\n<blockquote><p>Die Jugendsprache werde zum \u00abAusdruck von Freiheitsdrang und Selbstbestimmung in einer Entwicklungsphase, die vor allem der Identit\u00e4tsfindung dient\u00bb<\/p><\/blockquote>\n<p>Ist es also ein Problem, wenn schwul abwertend verwendet wird? In der Pubert\u00e4t wollen die Jugendlichen halt einfach provozieren, k\u00f6nnte man sagen. Wenn die Akne spriesst und die Hormone toben, dann wollen sich die Teenager halt einfach abgrenzen, mag man einwenden. Die sind bloss verunsichert und versuchen das mit grobem Geschw\u00e4tz zu verstecken. Alles halb so wild also?<\/p>\n<p><b>Ein Schlag in die Magengrube<\/b><br \/>\nZweifellos hat es meist nichts mit Homophobie zu tun, wenn <i>schwul<\/i> derart benutzt wird. Das \u00e4ndert aber nichts an der Tatsache, dass ein solcher Gebrauch des Wortes schlicht unn\u00f6tig ist. Schliesslich konnte sich die Menschheit problemlos verst\u00e4ndigen, ohne es in diesem Sinne zu verballhornen. Ausserdem \u2013 und das ist der wichtige Punkt \u2013 kann diese Verwendung bei homosexuellen Knaben und M\u00e4nnern nach wie vor zu grosser Verunsicherung f\u00fchren, gerade bei un- oder erst k\u00fcrzlich geouteten. Dies vor allem dann, wenn man sein Gegen\u00fcber nicht gut kennt und hinter dessen Einstellung gegen\u00fcber Schwulen noch ein Fragezeichen steht. Hat er das Wort einfach so dahingesagt, wie die meisten es tun? Oder hat vielleicht doch eine homophobe Note mitgeschwungen, eine subtile, beil\u00e4ufige Beleidigung Schwuler?<\/p>\n<blockquote><p>\u00abWenn du das Wort schwul st\u00e4ndig als Schimpfwort h\u00f6rst, ist es jedes Mal ein Schlag in die Magengrube.\u00bb<\/p><\/blockquote>\n<p>Auf der Internetseite des deutschen Radio\u00adprogramms<i> N-JOY<\/i> befasst sich die Journalistin Sharon Welzel mit dem Thema. Auch sie schreibt, dass es die meisten Jugendlichen \u00abwohl eher nicht\u00bb diskriminierend meinen, wenn sie das Wort <i>schwul <\/i>gebrauchen. Einerseits klingt das positiv. Andererseits zeigt die vorsichtige Formulierung \u00abwohl eher nicht\u00bb, dass man sich eben doch nicht immer ganz sicher sein kann. Jedenfalls zitiert Welzel in ihrem Artikel auch eine Studie der Berliner Humboldt-Universit\u00e4t. Diese zeige, dass sich lesbische, schwule und bisexuelle Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler an ihrer Schule weniger sicher f\u00fchlten.<\/p>\n<p>Solche Gef\u00fchle und Ungewissheiten k\u00f6nnen unter Umst\u00e4nden die Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung schwuler Jungs und M\u00e4nner hemmen, gerade wenn diese noch j\u00fcnger oder in ihrer Sexualit\u00e4t ungefestigt sind. Wom\u00f6glich erscheint einem Schwulen der Gespr\u00e4chspartner auch unsympathisch, wenn dieser das Wort abwertend gebraucht. All das erschwert den Aufbau pers\u00f6nlicher Beziehungen. Das ist vor allem dann schade, wenn die Person mit der Verwendung von <i>schwul <\/i>tats\u00e4chlich nichts B\u00f6ses meinte, sondern wirklich nur das Gegenteil von<i> geil <\/i>oder <i>porno<\/i>. Christian Lang, Vorstandsmitglied des K\u00f6lner Lesben- und Schwulentags fand in einem Interview klare Worte: \u00abWenn du das Wort <i>schwul <\/i>st\u00e4ndig als Schimpfwort h\u00f6rst, ist es jedes Mal ein Schlag in die Magengrube.\u00bb<\/p>\n<figure id=\"attachment_20762\" aria-describedby=\"caption-attachment-20762\" style=\"width: 770px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload size-full wp-image-20762\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 770 578'%2F%3E\" data-src=\"http:\/\/www.mannschaft.com\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Illustration-1.jpg\" alt=\"\" width=\"770\" height=\"578\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-20762\" class=\"wp-caption-text\">Illustration: Alashi<\/figcaption><\/figure>\n<p><b>Nicht noch einmal von vorne, bitte!<\/b><br \/>\nDas alles klingt vielleicht \u00fcberempfindlich. Der eine oder andere wird sich denken: \u00abEntspannt euch! Den Schwulen gehts ja gut, alles in allem.\u00bb Nun, die Verwendung von <i>schwul<\/i> im beschriebenen Sinne ist nicht nur abzulehnen, weil sie Verunsicherung ausl\u00f6sen kann. Sondern auch, weil das Wort schon seit seinen Anf\u00e4ngen einen schweren Stand hatte und erst in den letzten Jahren, nach m\u00fchsamen K\u00e4mpfen fr\u00fcherer Generationen von Schwulen, endlich salonf\u00e4hig wurde.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich beschrieb <i>schwul<\/i> ein meteorologisches Ph\u00e4nomen: einen unangenehm heissen, bedr\u00fcckenden Wetterzustand. Das heutige <i>schw\u00fcl<\/i>, als Gegenbegriff zu <i>k\u00fchl<\/i>. In seiner Bedeutung als <i>homosexuell <\/i>fand das Wort um 1900 seinen Weg in die Umgangssprache. Laut dem deutschen Sprachwissenschaftler Heinz K\u00fcpper wurde damit wahrscheinlich auf die \u00abbeklemmend heisse Atmosph\u00e4re in den einschl\u00e4gigen Lokalen\u00bb angespielt, in denen sich schwule M\u00e4nner damals trafen. 1967 tauchte der Begriff dann zum ersten Mal im Duden auf. Damals bedeutete er \u00abderb f\u00fcr: homosexuell\u00bb. Vor allem in den Grossst\u00e4dten verwendeten ihn viele Schwule schon vorher, um die eigene sexuelle Orientierung und Identit\u00e4t zu beschreiben. Manche lehnten diese Selbstbezeichnung aber ab, denn bei einem Grossteil der (heterosexuellen) Bev\u00f6lkerung war das Wort \u2013 sowie auch Homosexualit\u00e4t als solche \u2013 verp\u00f6nt und anst\u00f6ssig. Eine Bekannte, die in den Sechziger- und Siebzigerjahren aufwuchs, erz\u00e4hlte mir einst, sie habe mit dem Begriff<i> schwul <\/i>noch immer M\u00fche. Es sei kein sch\u00f6nes Wort und \u00abso negativ aufgeladen\u00bb.<\/p>\n<blockquote><p>\u00abUrspr\u00fcnglich beschrieb schwul ein meteorologisches Ph\u00e4nomen: einen unangenehm heissen, bedr\u00fcckenden Wetterzustand.\u00bb<\/p><\/blockquote>\n<p>Zunehmend wurde<i> schwul<\/i> auch ausserhalb der Szene in einem positiven Kontext verwendet, das Wort erfuhr einen Imagewandel. 2001 sagte der ehemalige Schweizer Bundespr\u00e4sident Moritz Leuenberger in seiner Ansprache am Christopher Street Day in Z\u00fcrich, es sei der Beharrlichkeit der Homosexuellen zu verdanken, dass er die W\u00f6rter<i> schwul<\/i> oder <i>lesbisch <\/i>heute viel leichter \u00fcber die Lippen bringe. In seiner Jugend seien dies obsz\u00f6ne Schimpfworte gewesen, heuten seien diese Begriffe zunehmend inhaltlich akzeptiert. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund scheint es umso wichtiger, dass das Wort seinen negativen Anstrich ein f\u00fcr allemal verliert. Es sollte nicht erneut durch den Dreck gezogen und nur noch in seiner eigentlichen Bedeutung verwendet werden. Das gelingt kaum, wenn<i> schwul<\/i> so h\u00e4ufig in einem abwertenden Kontext auftritt.<\/p>\n<blockquote><p>\u00abIch werde das Gef\u00fchl einfach nicht ganz los, dass er so verwendet wird, weil letztendlich auch Schwulsein als negativ empfunden wird.\u00bb<\/p><\/blockquote>\n<p>In k\u00fcnftigen Jahren ist Homosexualit\u00e4t hoffentlich derart selbstverst\u00e4ndlich, dass wir alle \u00fcber Vergangenes lachen k\u00f6nnen und ein abgewandelter Gebrauch des Wortes erheiternd sein mag. Zurzeit jedoch ist das Bewusstsein noch zu stark, dass<i> schwul <\/i>sehr lange diskriminierend und beleidigend verwendet wurde und sich erst in den letzten Jahren den Schmutz des Anr\u00fcchigen und Verp\u00f6nten abzuwischen vermochte. Zu bitter ist auch der Beigeschmack, dass Homosexuelle noch nicht vollst\u00e4ndig gleichberechtigt sind; dass sie nicht heiraten und keine Kinder adoptieren d\u00fcrfen und dass sie in vielen Teilen der Welt mit erheblichen Nachteilen leben m\u00fcssen. Eine Kombination von alldem kommt jeweils \u2013 wenn auch nur f\u00fcr den Bruchteil einer Sekunde \u2013 in Form eines unangenehmen Gef\u00fchls in mir hoch, wenn <i>schwul<\/i> als Schimpfwort f\u00e4llt.<\/p>\n<p>Ein Freund sagte k\u00fcrzlich, es nage jeweils ein kleines bisschen an der Seele, wenn er den Begriff in dieser reduzierenden Bedeutung h\u00f6re. Und er fand: \u00abIch werde das Gef\u00fchl einfach nicht ganz los, dass er so verwendet wird, weil letztendlich auch Schwulsein als negativ empfunden wird.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Begriff \u00abschwul\u00bb beschreibt in der Umgangssprache nicht nur die gleichgeschlechtliche M\u00e4nnerliebe, sondern er wird auch in einem negativen Sinn verwendet (MANNSCHAFT+) <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/schwul-ein-wort-mit-einem-schweren-stand\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":37373,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,4371],"tags":[5435,5461],"wps_subtitle":"Der Duden definiert es so: \u00abin \u00c4rger oder Ablehnung hervorrufender Weise schlecht; unattraktiv, uninteressant\u00bb","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37372"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=37372"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37372\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/37373"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=37372"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=37372"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=37372"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}