{"id":36666,"date":"2017-04-01T17:50:29","date_gmt":"2017-04-01T15:50:29","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/2017\/04\/01\/moepse-machos-manila\/"},"modified":"2024-09-23T16:50:51","modified_gmt":"2024-09-23T14:50:51","slug":"moepse-machos-manila","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/moepse-machos-manila\/","title":{"rendered":"M\u00f6pse, Machos, Manila \u2013 Die Blattkritik von Frank Richter"},"content":{"rendered":"<h3>Frank Richter durchforstet die Medienlandschaft nach den wahren Perlen unter den Zeitschriften. Seine humorvolle Analyse erscheint jeweils in der Printausgabe von Mannschaft Magazin.<\/h3>\n<p>Die Hiobsbotschaft kam letztes Jahr: Schluss mit nackt! Der Playboy verk\u00fcndete, dass er seine Models in Zukunft nur noch bekleidet zeigen wolle. Das Prinzip \u00absex sells\u00bb funktioniere im Printbereich nicht mehr \u2013 wegen der Pornokonkurrenz aus dem Netz. Seit M\u00e4rz erscheint das Herrenmagazin in Amerika darum ohne blanke Br\u00fcste. Auf die deutsche Ausgabe hat das allerdings keinen Einfluss. Hier gilt nach wie vor: Pralle Hupen sorgen f\u00fcr pralle Kassen.<\/p>\n<blockquote><p>\u00abAlles, was M\u00e4nnern Spass macht.\u00bb<\/p><\/blockquote>\n<p>Den Playboy zu lesen, ist ein Erlebnis. Das viel gr\u00f6ssere ist allerdings, ihn zu kaufen. Ich stehe in einem Kiosk in S\u00fcddeutschland. Die Kassiererin grinst mich dreckig an, w\u00e4hrend sie das Heft scannt. Ihr Blick sagt: \u00abDu kleines Ferkel hast wohl kein WLAN zuhause\u00bb. Die ultimative Dem\u00fctigung folgt dann beim Verlassen des Gesch\u00e4fts. \u00abEin sch\u00f6nes Wochenende und viel Spass \u2039beim Lesen\u203a.\u00bb Ich kann ihr Augenzwinkern f\u00f6rmlich h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Als Baby fand auch ich Br\u00fcste grossartig. Sie waren warm, bequem und voll mit leckerer Milch. So mit acht Monaten war mein Interesse dann weg. Komischerweise kam es auch in der Pubert\u00e4t nicht mehr zur\u00fcck. Jetzt, Jahre sp\u00e4ter, sitze ich mit einem Tittenmagazin in einem Bus und frage mich, ob meine Leidenschaft f\u00fcr Busen nochmals auf\u00adflammen wird.<\/p>\n<p>Der Werbespruch des Playboys lautet: \u00abAlles, was M\u00e4nnern Spass macht.\u00bb Verstohlen bl\u00e4ttere ich das Heft durch. S\u00e4mtliche Klischees scheinen best\u00e4tigt. Operierte M\u00f6pse, Autos, primitive Witze. Hugh Hefner steht also auf Kalauer wie \u00abWoran erkennt man einen guten Tangot\u00e4nzer? \u2013 Am feuchten Knie.\u00bb Das Heft wirkt anr\u00fcchig. Nicht nur fototechnisch, auch die Texte triefen nur so vor schmieriger Zweideutigkeit. Ein Beispiel: Auf Seite 82 wird die Wichsvorl&#8230;, pardon, das Playmate des Monats mit folgenden Worten vorgestellt: \u00abLea G\u00f6tz wollte f\u00fcr ein paar Tage bei uns einziehen, da haben wir nicht nein gesagt. Und als echte Gentlemen haben wir ihr nat\u00fcrlich sp\u00e4ter auch beim Ausziehen geholfen &#8230;\u00bb<\/p>\n<p>Der Playboy ist bekannt f\u00fcr seine guten Interviews. Das behaupten zumindest Leute, die ihn regelm\u00e4ssig lesen. Und tats\u00e4chlich. Regisseur Oliver Stone erz\u00e4hlt im Gespr\u00e4ch mit dem Heft \u00e4usserst offenherzig, was falsch l\u00e4uft in den USA und warum die Amerikaner mit ihrer Konsumkultur Kuba ruinieren werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15451\" aria-describedby=\"caption-attachment-15451\" style=\"width: 2874px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload size-full wp-image-15451\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 2874 2094'%2F%3E\" data-src=\"http:\/\/www.mannschaft.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/B.jpg\" alt=\"\" width=\"2874\" height=\"2094\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-15451\" class=\"wp-caption-text\">Playboy ist bekannt f\u00fcr seine Interviews. Regisseur Oliver Stone spricht \u00fcber Titten, Trump und Terrorismus.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auch die Kolumnen \u00fcberzeugen. Eine Sexautorin verr\u00e4t, warum nicht nur schwule M\u00e4nner zur Kosmetikerin sollten, und Komiker Ingmar Stadelmann setzt sich f\u00fcr die politisch unkorrekte Gags von Andreas Thiel ein. Am besten ist jedoch die Reportage mit dem Titel \u00abZum Abschuss frei\u00bb, die sich zwischen gef\u00fchlten zwanzig Paar Br\u00fcsten versteckt. Der Journalist begleitet eine Nacht lang einen Nightcrawler in Manila. Ein Sensationsfotograf, der Bilder von erschossenen Junkies macht. Jedoch nicht, um sie an den Meistbietenden zu verkaufen. Die Fotos sollen den Drogenkrieg auf den Philippinen mit all seiner Grausamkeit dokumentieren. Denn Pr\u00e4sident Rodrigo Duterte sprach im Mai zum Volk: \u00abWenn ihr Abh\u00e4ngige kennt, geht und bringt sie um.\u00bb Seither stellt die Polizei die Ermittlungen ein, wenn ein Mord etwas mit Drogen zu tun hatte. Dass nun viele Tatorte so hergerichtet werden, als h\u00e4tten sie etwas mit Rauschgift zu tun, ist nur die Spitze des Eisbergs.<\/p>\n<p>Es sind Artikel wie dieser, die den Playboy meiner Meinung nach lesenswert machen. Die ganzen Nacktfotos sowie die d\u00fcmmlichen Witze dazwischen ziehen das Niveau allerdings arg unter die G\u00fcrtellinie. Oder wie der Playboy sagen w\u00fcrden: Hin zum feuchten Knie des Tangot\u00e4nzers.<\/p>\n<p><strong>Kaufempfehlung f\u00fcr\u2009\u2026<\/strong><br \/>\nheterosexuelle M\u00e4nner ohne Laktoseintoleranz, Aktfotografen<\/p>\n<p><em>Frank Richter<\/em><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><em>Was soll ich als N\u00e4chstes lesen? Wie kann man diese Kolumne verbessern? Sags mir auf<\/em><br \/>\n<em><strong>frank@mannschaft.com<\/strong>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frank Richter durchforstet die Medienlandschaft nach den wahren Perlen unter den Zeitschriften. Seine humorvolle Analyse erscheint jeweils in der Printausgabe von Mannschaft Magazin. <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/moepse-machos-manila\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2892,"featured_media":36667,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3270],"tags":[],"wps_subtitle":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36666"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2892"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36666"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36666\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":207037,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36666\/revisions\/207037"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/36667"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36666"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36666"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36666"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}