{"id":36608,"date":"2016-09-29T12:05:52","date_gmt":"2016-09-29T10:05:52","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/2016\/09\/29\/es-war-eine-schmerzhafte-zeit\/"},"modified":"2018-09-28T22:16:03","modified_gmt":"2018-09-28T20:16:03","slug":"es-war-eine-schmerzhafte-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/es-war-eine-schmerzhafte-zeit\/","title":{"rendered":"Umpolungstherapien: \u00abEs war eine schmerzhafte Zeit\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><strong>Noch immer werden \u00abTherapien\u00bb angeboten, die Homosexuelle von ihrer gleichgeschlechtlichen Orientierung wegbringen sollen. Solche Behandlungen widersprechen nicht nur der modernen Wissenschaft, sie sind f\u00fcr Betroffene auch mit grossem Leid verbunden.<\/strong><\/p>\n<p>\u00abIn der Therapie wurde mir eines st\u00e4ndig eingeredet: Dass es falsch sei, so zu sein, wie ich bin\u00bb, erz\u00e4hlt Fabian.* Die \u00abTherapie\u00bb, \u00fcber die der 31-J\u00e4hrige spricht, verfolgte ein ganz bestimmtes Ziel: Fabian sollte von seiner Homosexualit\u00e4t \u00abgeheilt\u00bb und \u00abumgepolt\u00bb werden.<\/p>\n<blockquote><p>In vielem erkannte der Berater eine traumatische Erfahrung, die dann als Erkl\u00e4rung f\u00fcr meine Homosexualit\u00e4t diente<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Schwulsein \u2013 eine S\u00fcnde?<\/strong><br \/>\nFabian wuchs in einer Freikirche auf. In einem Umfeld, das einer konservativen Auslegung der biblischen Ideologie folgt. Homo\u00adsexualit\u00e4t gilt als S\u00fcnde und wird dementsprechend abgelehnt. Zum ersten Mal ging er als 15-J\u00e4hriger in eine Sitzung. \u00abDies geschah im gegenseitigen Einvernehmen mit meinen Eltern\u00bb, erinnert sich Fabian. Damals habe auch er diese Therapiebesuche f\u00fcr das Richtige gehalten \u2013 nicht zuletzt, weil er viele evangelikal-christlich gepr\u00e4gte B\u00fccher studiert hatte, die ihn mit diversen Theorien \u00fcber die Entstehung von Homosexualit\u00e4t konfrontierten. \u00abSo hiess es da zum Beispiel, dass man schwul werde, wenn man vom Vater zu wenig Liebe erhalte und sich in der Folge nach m\u00e4nnlicher Zuneigung sehne.\u00bb In seiner Jugendzeit, so Fabian, seien ihm solche Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze noch plausibel vorgekommen.<\/p>\n<p><strong>Sinnlose Angelegenheit<\/strong><br \/>\nZehn Jahre lang musste er ertragen, was er heute als \u00absinnlosen Schwachsinn\u00bb bezeichnet: Unz\u00e4hlige Therapiestunden, in denen verschiedene Methoden angewandt wurden, die seine gleichgeschlechtliche Orientierung h\u00e4tten wegwischen sollen. \u00abZum einen wurde die Kindheit durchgekaut\u00bb, sagt Fabian. Um herauszufinden, was in den j\u00fcngsten Jahren \u00abfalsch\u00bb gelaufen sei. \u00abStets liess sich ein Schuldiger eruieren, und in vielem erkannte der Berater eine traumatische Erfahrung, die dann als Erkl\u00e4rung f\u00fcr meine Homosexualit\u00e4t diente.\u00bb Zum anderen wurde auch an der gegenw\u00e4rtigen Gef\u00fchlslage gearbeitet, am \u00abJetzt-Zustand\u00bb, wie Fabian es beschreibt. Um einen \u00abgesunden Umgang\u00bb mit heterosexuellen M\u00e4nnern zu erlernen, musste er Fussball spielen oder sich mit anderen M\u00e4nnern in Ringk\u00e4mpfen messen. Auch eine \u00abUmarmungstherapie\u00bb geh\u00f6rte zum Programm. Indem er andere M\u00e4nner umarmte, sollte Fabian auf eine nichtsexuelle Art und Weise m\u00e4nnliche N\u00e4he erfahren. \u00abBei mir war das ausgesprochen kontraproduktiv\u00bb, sagt er und lacht. \u00abDiesen Teil fand ich jeweils toll!\u00bb<\/p>\n<blockquote><p>Immer wieder musste ich mir anh\u00f6ren, dass mit mir etwas nicht stimme.<\/p><\/blockquote>\n<p>Heute kann Fabian lachen, wenn er \u00fcber das Vergangene spricht. Doch darf das nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass solche Therapien grossen Schaden anrichten. Auch Fabian litt. \u00abImmer wieder musste ich mir anh\u00f6ren, dass mit mir etwas nicht stimme.\u00bb Er kenne mehrere andere M\u00e4nner, die einer solchen Behandlung unterzogen wurden, und kein einziger \u00e4ussere sich positiv dar\u00fcber. \u00abEiner von ihnen ist seit 17 Jahren in Therapie \u2013 noch nie habe ich ein solches psychisches Wrack gesehen\u00bb, sagt Fabian. \u00abOftmals fl\u00fcchten sich die Betroffenen in die Abgeschiedenheit, und auch die Selbstmordthematik ist bei vielen pr\u00e4sent.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Schwule: Nur Sex, keine Treue?<\/strong><br \/>\nHeute lebt Fabian offen schwul, die Therapie brach er ab. Einerseits, weil sie schlicht nicht funktioniert. \u00abMan kann homosexuelle Gef\u00fchle vielleicht unterdr\u00fccken und sich weigern, sie auszuleben. Verschwinden aber werden sie nie\u00bb, sagt er. Andererseits realisierte er, dass ihm in den Sitzungen ein v\u00f6llig falsches Bild von Homosexuellen vermittelt worden war. \u00abEs wird einem eingetrichtert, dass es Schwulen nur um Sex gehe und Treue nicht existiere.\u00bb Es sei ein \u00e4usserst einseitiges Bild, das da gezeichnet werde. Eines, das er jahrelang nicht revidieren konnte. \u00abLange Zeit kannte ich schlicht keine Schwulen.\u00bb Erst als er mit anderen Homosexuellen in Kontakt kam und sich mit ihnen anfreundete, begann das negative Bild zu br\u00f6ckeln. \u00abEinige meiner schwulen Freunde f\u00fchren seit Jahren gesunde Beziehungen\u00bb, so Fabian. Daraufhin begann er auch, die Thematik aus theologischer Sicht zu hinterfragen, und merkte, dass sich Schwulsein und Religion sehr wohl miteinander verbinden lassen.<br \/>\nTherapien, wie sie Fabian beschreibt, sind nicht nur schmerzhaft f\u00fcr die Betroffenen, sie widersprechen auch der \u00abherrschenden Lehre in der Psychologie, wonach die homosexuelle Pr\u00e4gung schon in fr\u00fchester Kindheit erfolgt\u00bb, sagt Philipp Th\u00fcler, stellvertretender Leiter Kommunikation der F\u00f6deration der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP), dem gr\u00f6ssten nationalen Berufsverband von Fachpersonen im Psychologie- und Psychotherapiebereich. Homosexualit\u00e4t sei eine Facette der menschlichen Sexualit\u00e4t, sagt Th\u00fcler, und \u00abTherapieangebote weg von Homosexualit\u00e4t sind nicht nur gef\u00e4hrlich f\u00fcr die Betroffenen, sondern auch unwissenschaftlich.\u00bb<\/p>\n<p><strong>\u00abGeheilte\u00bb Anbieter<\/strong><br \/>\nUmso stossender ist die Tatsache, dass in der Schweiz noch immer Angebote existieren, die auf eine Ver\u00e4nderung der homosexuellen Orientierung abzielen. Der evangelikal-christliche Verein \u00abWuestenstrom\u00bb zum Beispiel bietet auf seiner Website Behandlungen an f\u00fcr Menschen, \u00abdie ihre sexuelle Orientierung f\u00fcr sich als konflikthaft erleben und eine Ver\u00e4nderung ihrer gleichgeschlechtlichen Orientierung w\u00fcnschen\u00bb.\u00a0 Gegr\u00fcndet wurde Wuestenstrom in Deutschland, seit 2004 verf\u00fcgt die Organisation auch \u00fcber einen Schweizer Ableger. Hinter diesem steht der freikirchliche Theologe Rolf Rietmann. Dieser war laut eigenen Angaben \u00abselber schwul und pornos\u00fcchtig\u00bb, heute ist er mit einer Frau verheiratet und Vater von zwei Kindern \u2013 ein sogenannter \u00abExgay\u00bb also, der nun selbst entsprechende Therapien anbietet. Das sei typisch, sagt Michel Rudin, Co-Pr\u00e4sident von Pink Cross, in einem Interview mit dem Newsportal watson.ch. Und es zeige genau den Teufelskreis auf: \u00abDie ungesunde Haltung, die solche Therapeuten sich selber eingeredet oder eingeredet bekommen haben, geben sie nun weiter.\u00bb<\/p>\n<blockquote><p>Es erscheint mehr als fraglich, dass sich zum Beispiel ein 14-j\u00e4hriger Knabe freiwillig in Therapie begibt.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Homosexualit\u00e4t als \u00abAusdruck nicht\u00adsexueller Konflikte\u00bb<\/strong><br \/>\nOrganisationen wie Wuestenstrom gehen entgegen der wissenschaftlichen Mehrheitsmeinung davon aus, dass sich die sexuelle Orientierung eines Menschen ver\u00e4ndern kann. \u00abWir sehen die Sexualit\u00e4t als einen Erlebnisbereich des Menschen, in dem durchaus nichtsexuelle, lebensgeschichtlich verwurzelte Motive inszeniert werden k\u00f6nnen\u00bb, schreibt Rietmann auf wuestenstrom.ch. So w\u00fcrden manche Menschen die Sexualit\u00e4t \u00abzur Stabilisierung von Fragen im Bereich ihres Frau- und Mannseins\u00bb und zur L\u00f6sung von Konflikten benutzen, \u00abdie ihnen jenseits sexueller Inszenierungen nicht l\u00f6sbar erscheinen.\u00bb<br \/>\nEtwas einfacher ausgedr\u00fcckt d\u00fcrfte dies ungef\u00e4hr Folgendes heissen: Eine Person hat ein Problem. Und weil sie nicht weiss, wie sie dieses sonst l\u00f6sen soll, wird sie schwul oder lesbisch. Klingt verd\u00e4chtig nach dem Argumentationsschema, mit dem auch Fabian im Rahmen seiner Therapien konfrontiert war: Es wird in der Vergangenheit gekramt, um Konflikte und schlechte Erfahrungen aufzusp\u00fcren. Diese werden dann wiederum zur Ursache f\u00fcr die gleichgeschlechtlichen Gef\u00fchle umdefiniert.<br \/>\nWas auff\u00e4llt: Wuestenstrom h\u00fctet sich davor, das Wort \u00abUmpolung\u00bb zu benutzen. \u00abDieses Wort suggeriert uns ein gewaltsames, manipulatives Eingreifen in die Seele des Menschen.\u00bb Massnahmen der \u00abmanipulativen Umpolung\u00bb w\u00fcrden deshalb abgelehnt und als sch\u00e4dlich und gef\u00e4hrlich gebrandmarkt, schreibt Wuestenstrom in einem Dokument mit dem Titel \u00abSelbstverpflichtung und Grundlagen der Arbeit\u00bb. Vielmehr wird betont, dass im Prozess der Ver\u00e4nderung die \u00abeigene Entscheidung und Selbstbestimmung wichtig\u00bb sei und alle Angebote auf der \u00abGrundlage von Freiwilligkeit\u00bb basierten. Nun, so ehrenhaft und hehr das klingen mag: Es erscheint mehr als fraglich, dass sich zum Beispiel ein 14-j\u00e4hriger Knabe freiwillig in Therapie begibt. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass die Betroffenen \u00fcberwiegend aus dem evangelikal-freikirchlichen Umfeld stammen und haupts\u00e4chlich innerhalb dieser Kreise verkehren. Folglich sind sie einem Druck ausgesetzt \u2013 sei es seitens der Eltern, sei es seitens der Freunde -, dem sich ein junger Mensch wohl nur schwer entziehen kann.<\/p>\n<p><strong>Im Konflikt mit der Berufsethik<\/strong><br \/>\nAuch andere Organisationen sind in ihrer Wortwahl vorsichtig oder verzichten gleich ganz auf \u00f6ffentliche Werbung. \u00abDie Beratungspersonen wissen, dass es f\u00fcr sie durchaus heikel werden kann\u00bb, sagt Fabian. F\u00fchren lizenzierte psychologische Fachpersonen diese Therapien durch, dann riskieren sie eine Verletzung der f\u00fcr sie geltenden Richtlinien: \u00abBieten Mitglieder unseres Berufsverbands entsprechende Behandlungen an, dann geraten sie mit der Berufsordnung in Konflikt\u00bb, h\u00e4lt FSP-Sprecher Philipp Th\u00fcler fest. \u00abWenn eine solche \u2039Therapie\u203a der Berufsethikkommission gemeldet wird, so kann Letzere unterschiedliche Sanktionen verh\u00e4ngen.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Kontaktvermittlung leicht gemacht<\/strong><br \/>\nDie Folge von alledem: Auf den einschl\u00e4gigen Webseiten werden andere Formulierungen benutzt, um auf die Angebote hinzuweisen. \u00abSie sagen nicht explizit, worum es eigentlich geht\u00bb, sagt Fabian. Eine \u00abBeratungspraxis\u00bb aus Basel zum Beispiel ist noch relativ offen und verwendet f\u00fcr die Beschreibung ihrer Therapien exakt denselben Wortlaut wie Wuestenstrom. Bei einer freikirchlichen Vereinigung, auf die Fabian aufmerksam macht, wird auf der Homepage hingegen nicht mehr als ein Kurzbeschrieb geliefert: \u00abBeratung und Seelsorge im Bereich Identit\u00e4t und Sexualit\u00e4t\u00bb, steht kurz und knapp.<br \/>\nPersonen, die nach einer entsprechenden Behandlung suchen, werden trotz dieser Diskretion meist f\u00fcndig. Zum einen werden in Bekannten- und Freundeskreisen viele Kontakte unter der Hand weitergegeben. Zum anderen existiert der Verein \u00abHilfe bei unerw\u00fcnschter gleichgeschlechtlicher Anziehung\u00bb, der auf seiner Website \u00abFachpersonen mit einem christlichen Hintergrund\u00bb vermittelt. Das Ziel des Vereins: Er will \u00abTherapie f\u00fcr Hilfesuchende anbieten\u00bb. Diese Therapie ist dabei \u00abbewusst offen f\u00fcr Ver\u00e4nderung\u00bb. Was genau sich ver\u00e4ndern soll wird sofort klar, wenn man die \u00dcberzeugungen des Vereins studiert. So heisst es auf der Homepage, dass die gleichgeschlechtliche Anziehung sich verringern oder ganz abnehmen k\u00f6nne, w\u00e4hrend sich die heterosexuelle Orientierung entwickle. \u00abIch weiss von einem Fall, da empfahl die Organisation einen 16-J\u00e4hrigen an einen Arzt aus K\u00fcssnacht weiter\u00bb, sagt Fabian.<\/p>\n<blockquote><p>\u00abOft schicken gerade die Eltern die Kinder in die Umpolungstherapien.\u00bb<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>\u00abHomo-Heilung\u00bb als Politikum<\/strong><br \/>\nBesagte Therapien besch\u00e4ftigten j\u00fcngst auch die Schweizer Politik. Im M\u00e4rz reichte BDP-\u00adNationalr\u00e4tin Rosmarie Quadranti die Interpellation \u00abVerbot und Unterstrafestellung von Therapien zur \u2039Heilung\u203a von Homosexualit\u00e4t bei Minderj\u00e4hrigen\u00bb ein. Darin forderte sie den Bundesrat auf, mehrere Fragen zum Thema der \u00abHomoheilungen\u00bb zu beantworten. So wollte sie zum Beispiel wissen, was der Bundesrat zu unternehmen gedenke, damit \u00abPsychologen, Therapeuten und Seelsorger, die solche Therapien durchf\u00fchren, unter Strafe gestellt werden k\u00f6nnen\u00bb. Ende Mai ver\u00f6ffentlichte der Bundesrat seine Stellungnahme, in der er die \u00abTherapierung\u00bb von Homosexualit\u00e4t als eine sch\u00e4dliche Behandlung verurteilte. Sie sei \u00abnicht nur wirkungslos, sondern mit erheblichem Leid f\u00fcr die betroffenen Kinder und Jugendlichen verbunden\u00bb. Den Schutz Minderj\u00e4hriger betreffend verwies er auf das bestehende Netz \u00f6ffentlicher und privater Jugendschutzeinrichtungen. Dar\u00fcber hinaus sehe er weder das Bed\u00fcrfnis noch die M\u00f6glichkeit f\u00fcr weitere spezifische Massnahmen, die Minderj\u00e4hrige vor solchen Therapien sch\u00fctzen. Die Notwendigkeit eines zus\u00e4tzlichen Gesetzes zum Beispiel, das entsprechende Therapien unter Strafe stellen w\u00fcrde, verneinte der Bundesrat mit dem Hinweis auf die bereits vorhandenen gesetzlichen Bestimmungen des Psychologieberufsgesetzes. Die Durchf\u00fchrung von Therapien zur Heilung von Homosexualit\u00e4t, ob an Minderj\u00e4hrigen oder Erwachsenen, stelle eine Verletzung der Berufspflichten dar, so die Landesregierung. Diese k\u00f6nne Disziplinarmassnahmen bis hin zum Entzug der Berufsbewilligung zur Folge haben.<br \/>\nNach Ansicht von Pink Cross, dem Dachverband der Schweizer Schwulengruppen, sind die Antworten des Bundesrates nur bedingt zufriedenstellend. So seien zwar diverse Jugendschutzinstitutionen vorhanden. Diese k\u00f6nnten aber oft erst dann wirksam helfen, wenn sich die Jugendlichen oder deren Eltern bei den entsprechenden Stellen meldeten \u2013 ein Punkt, auf den der Bundesrat in seiner Stellungnahme selbst hinweist. Aus diesem Grund, so der Schwulendachverband, entfalle die Kontrollinstanz der Eltern. \u00abOft schicken gerade die Eltern die Kinder in die Umpolungstherapien.\u00bb<\/p>\n<blockquote><p>Auf der Abrechnung steht beispielsweise, dass die Person wegen Depressionen behandelt wird\u00bb<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch der Verweis auf das Psychologieberufsgesetz reicht laut Pink Cross nicht aus. Die heutige Situation zeige, dass hier Schlupf\u00adl\u00f6cher best\u00fcnden. Anerkannte Psychotherapeuten seien heute in diesen Umpolungstherapien t\u00e4tig, und w\u00fcrden dabei teilweise sogar von der Krankenkasse bezahlt. \u00abAuf der Abrechnung steht beispielsweise, dass die Person wegen Depressionen behandelt wird\u00bb, sagt Pink-Cross-Co-Pr\u00e4sident Michel Rudin. \u00abDie \u00c4rzte wissen, wie sie das Ganze formulieren m\u00fcssen, um kritische Fragen zu verhindern.\u00bb<\/p>\n<p><strong>\u00d6ffentliche Diskussion erw\u00fcnscht<\/strong><br \/>\nAuch Fabian sieht noch Schw\u00e4chen in der bundesr\u00e4tlichen Lagebeurteilung. Er findet, dass ein Straftatbestand geschaffen werden m\u00fcsste, der die Durchf\u00fchrung von \u00abHomoheilungen\u00bb explizit als Offizialdelikt statuiert \u2013 als Handlung also, die seitens der Strafverfolgungsbeh\u00f6rden von Amtes wegen verfolgt wird. \u00abEine derartige Strafnorm h\u00e4tte eine grosse abschreckende Wirkung auf die Person, die Behandlungen anbietet.\u00bb Zudem w\u00fcrde es ein wichtiges Signal an die betroffenen evangelikalen Jugendlichen senden. \u00abSie s\u00e4hen, dass sich ihr \u2039Therapeut\u203a wom\u00f6glich strafbar macht, indem er sie behandelt.\u00bb<br \/>\nDie Interpellation von Rosmarie Quadranti mag bisher noch nicht die Wirkung erzielt haben, die sich Fabian gew\u00fcnscht h\u00e4tte. Dennoch ist er froh, dass es die Thematik in den \u00f6ffentlichen Diskurs geschafft hat. \u00abSolche Therapien sind gef\u00e4hrlich \u2013 ich bin froh, dass vermehrt darauf aufmerksam gemacht wird.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch immer werden \u00abTherapien\u00bb angeboten, die Homosexuelle von ihrer gleichgeschlechtlichen Orientierung wegbringen sollen. Solche Behandlungen widersprechen nicht nur der modernen Wissenschaft, sie sind<br \/>\nf\u00fcr Betroffene auch mit grossem Leid verbunden.  <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/es-war-eine-schmerzhafte-zeit\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":36609,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10],"tags":[],"wps_subtitle":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36608"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36608"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36608\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/36609"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36608"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36608"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36608"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}