{"id":36127,"date":"2014-04-10T13:56:58","date_gmt":"2014-04-10T11:56:58","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/2014\/04\/10\/ungewisse-zukunft-fuer-schwule-in-kenia\/"},"modified":"2014-04-10T13:56:58","modified_gmt":"2014-04-10T11:56:58","slug":"ungewisse-zukunft-fuer-schwule-in-kenia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/ungewisse-zukunft-fuer-schwule-in-kenia\/","title":{"rendered":"Ungewisse Zukunft f\u00fcr Schwule in Kenia"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kenia galt verfolgten Homosexuellen aus anderen afrikanischen Staaten lange als halbwegs liberaler Zufluchtsort. Doch ein Stimmungswandel in der Politik sorgt bei Aktivisten im Land f\u00fcr Unruhe.<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_4348\" aria-describedby=\"caption-attachment-4348\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.mannschaft.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/nairobi-kenia.jpg\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 300 225'%2F%3E\" data-src=\"http:\/\/www.mannschaft.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/nairobi-kenia-300x225.jpg\" alt=\"Seit der Verabschiedung des Anti-Homosexuellengesetzes in Uganda  ist Kenia Zufluchtsort f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge aus dem Nachbarland geworden. (Symbolbild: Angela Sevin)\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"lazyload size-medium wp-image-4348\" data-wp-pid=\"4348\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4348\" class=\"wp-caption-text\">Seit der Verabschiedung des Anti-Homosexuellengesetzes in Uganda  ist Kenia Zufluchtsort f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge aus dem Nachbarland geworden. (Symbolbild: Angela Sevin)<\/figcaption><\/figure><em>(dpa)<\/em> &#8211; Sich zu seiner Homosexualit\u00e4t zu bekennen, erfordert selbst in Kenia noch immer jede Menge Mut. Zwar ist es den Schwulen im Land gelungen, sich einen gewissen Grad an Akzeptanz zu erstreiten, ihre sexuelle Orientierung ist dem Gesetz nach aber illegal. Was f\u00fcr deutsche Ohren nach mittelalterlichen Verh\u00e4ltnissen klingt, nimmt sich angesichts der zunehmenden Schwulenfeindlichkeit in ganz Afrika noch vergleichsweise harmlos aus.<\/p>\n<p><strong>Kondome und Gleitmittel in Kenia erh\u00e4ltlich <\/strong><br \/>\nSo k\u00f6nnen Schwule in Kenia kleine Demonstrationen abhalten, bei denen sie f\u00fcr gleiche Rechte streiten. Die Szene hat zudem eigene Filmfestivals hervorgebracht. Online-Netzwerke er\u00f6ffnen seit geraumer Zeit diskrete M\u00f6glichkeiten, andere M\u00e4nner zu treffen. Im vergangenen Jahr kandidierte David Kuria Mbote als erster offen homosexuell lebender Kenianer f\u00fcr ein \u00f6ffentliches Amt. Und als der gefeierte Autor Binyavanga Wainaina im Januar in einem innigen Text seine Homosexualit\u00e4t offenbarte, da erhielt er von vielen Landsleuten Zustimmung.<\/p>\n<p>Schwule Aktivisten haben durch ihr Engagement dazu beigetragen, dass sich auch die Gesundheitsversorgung verbessert hat. So l\u00e4sst der nationale Aids-Rat des Landes Homosexuellen gezielt Behandlungs- oder Pr\u00e4ventionsmassnahmen zukommen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend etwa Gleitmittel in anderen afrikanischen L\u00e4ndern eingeschmuggelt w\u00fcrden, seien diese genau wie Kondome in Kenia problemlos zu bekommen, sagt Kevin Mwachiro von der Organisation Hivos. Mwachiro hat ein Buch geschrieben \u00fcber das Leben schwuler Kenianer.<br \/>\n<strong><br \/>\n12 Kenianer aufgrund ihrer Sexualit\u00e4t angegriffen <\/strong><br \/>\nSeit der ugandische Pr\u00e4sident Yoweri Museveni im Februar ein Gesetz mit teils drakonischen Haftstrafen f\u00fcr Schwule und Lesben verabschiedet hat, ist Kenia zudem Zufluchtsort f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge aus dem Nachbarland geworden. Dutzende sind wegen der gewaltt\u00e4tigen Ausschreitungen in Uganda, die einer Hexenjagd in Zeiten der Inquisition gleichen, nach Kenia gekommen.<\/p>\n<p>Derweil halten es die dortigen Schwulen, Lesben und Transgender nicht f\u00fcr ausgeschlossen, dass es auch in ihrem Land zu einem R\u00fcckfall kommen k\u00f6nnte. \u00abEs gibt die Angst, dass es hier wie in Uganda laufen k\u00f6nnte\u00bb, sagt Anthony Oluoch von der Aktivistengruppe Kaleidoscope Trust. So gebe es daf\u00fcr bereits erste Anzeichen, sagt er. Seit Museveni das gegen Homosexuelle gerichtete Gesetz unterzeichnet habe, seien mindestens zw\u00f6lf Kenianer aufgrund ihrer sexuellen Orientierung angegriffen worden, hat Oluoch festgestellt.<\/p>\n<p>So sei eine junge Frau an einer Bushaltestelle so schwer zusammengeschlagen worden, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden musste. Seitdem w\u00fcrde sie sich verstecken. Mindestens 26 Kenianer h\u00e4tten ihre H\u00e4user aus \u00e4hnlichen Gr\u00fcnden verlassen m\u00fcssen.<br \/>\n<strong><br \/>\nInternationale Reaktion w\u00e4re kontraproduktiv <\/strong><br \/>\nNach der Unterzeichnung des ugandischen Gesetzes bildeten einige kenianische Abgeordnete einen schwulenfeindlichen Ausschuss und verlangten die polizeiliche Durchsetzung des Verbots von Homosexualit\u00e4t, das bisher weitgehend ignoriert wurde. Zugleich verlangten die Politiker h\u00e4rtere Strafen f\u00fcr Schwule und Lesben. Erst k\u00fcrzlich verglich der parlamentarische Mehrheitsf\u00fchrer Aden Duale Homosexualit\u00e4t mit Terrorismus.<\/p>\n<p>Doch die Aktivisten im Land warnen derzeit eher vor einer harschen internationalen Reaktion so wie im Falle Ugandas. Eine solche Antwort k\u00f6nnte sich eher kontraproduktiv f\u00fcr die Schwulen im Land auswirken, mutmassen die Aktivisten. \u00abWir wollen hier nicht Alarm schlagen\u00bb, sagt Oluoch. Die Kenianer h\u00e4tten eine \u00abLeben-und-leben-lassen-Haltung\u00bb, was die Situation im Vergleich zu den Nachbarl\u00e4ndern etwas ertr\u00e4glicher mache. Gleichwohl r\u00e4umt Oluoch ein, die Zukunft bleibe ungewiss.<\/p>\n<p>Text: Jason Patinkin (dpa)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kenia galt verfolgten Homosexuellen aus anderen afrikanischen Staaten lange als halbwegs liberaler Zufluchtsort. Doch ein Stimmungswandel in der Politik sorgt bei Aktivisten im Land f\u00fcr Unruhe. (dpa) &#8211; Sich zu seiner Homosexualit\u00e4t zu bekennen, erfordert selbst in Kenia noch immer jede Menge Mut. 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