{"id":35949,"date":"2016-09-20T17:08:51","date_gmt":"2016-09-20T15:08:51","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/2016\/09\/20\/edu-will-die-ehe-fuer-alle-im-kanton-zuerich-verbieten\/"},"modified":"2016-09-20T17:08:51","modified_gmt":"2016-09-20T15:08:51","slug":"edu-will-die-ehe-fuer-alle-im-kanton-zuerich-verbieten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/edu-will-die-ehe-fuer-alle-im-kanton-zuerich-verbieten\/","title":{"rendered":"EDU will die \u00abEhe f\u00fcr Alle\u00bb im Kanton Z\u00fcrich verbieten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im Februar konnte knapp ein Eheverbot fu\u0308r gleichgeschlechtliche Paare verhindert werden. Nun fordert die EDU im Kanton Z\u00fcrich mit einer eigenen Initiative ein solches Verbot \u2013 die Abstimmung ist am 27. November 2016.<\/strong><\/p>\n<p><em>Text: Marco Fritschi f\u00fcr HAZ Magazin<\/em><\/p>\n<p>Es war erst Anfang Jahr, als sich das Stimmvolk gegen die CVP-Initiative \u00abF\u00fcr Ehe und Familie\u00bb ausgesprochen hat. Mit diesem Verdikt wurde auf die Abschaffung der \u00abHeiratsstrafe\u00bb verzichtet, um eine konservative und diskriminierende Ehedefinition in der Bundesverfassung zu verhindern, welche de facto die Ehe\u00f6ffnung f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare langfristig verhindert h\u00e4tte.<\/p>\n<p><strong>Gleichstellung braucht Ehe f\u00fcr Alle\u2028<\/strong><\/p>\n<p>In \u00fcber 20 L\u00e4ndern auf der Welt d\u00fcrfen gleichgeschlechtliche Paare auch eine Ehe eingehen. In der Schweiz ist dies heute noch nicht m\u00f6glich. Sie kennt erst die 2007 eingef\u00fchrte eingetragene Partnerschaft. Das Partnerschaftsgesetz weist jedoch gegen\u00fcber der Ehe Unterschiede auf, welche eine unbegr\u00fcndete Schlechterstellung von queeren Menschen bedeuten.<\/p>\n<p>Mit der Revision des Adoptionsrechts hat sich das Parlament zwar in diesem Sommer dazu entschlossen, eine dieser Schlechterstellungen teilweise zu beheben, bleibt jedoch auch dort auf halbem Weg stehen. Die einzige Option, um Paare unabh\u00e4ngig von der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentit\u00e4t \u2028gleichzustellen, ist die Ehe f\u00fcr Alle. Und auch nur wenn alle Paare den gleichen Zivilstand eingehen k\u00f6nnen, kann ein unfreiwilliges Outing, zum Beispiel gegen\u00fcber dem Arbeitgeber, verhindert werden.<\/p>\n<p><strong>EDU greift erneut an<\/strong><\/p>\n<p>Die CVP versuchte mit ihrer Initiative\u00abF\u00fcr Ehe und Familie\u00bb in der Verfassung der Schweiz die Ehe als \u00abVerbindung zwischen Mann und Frau\u00bb festzuschreiben. Damit wollte sie den aktuellen Kompromiss, den das Partnerschaftsgesetz darstellt, zementieren und die Ehe\u00f6ffnung verhindern. Doch der gesellschaftliche Fortschritt machte ihr einen Strich durch die Rechnung: Das Stimmvolk lehnte am 28. Februar 2016 die verlockende Initiative, welche vordergr\u00fcndig die Abschaffung der \u00abHeiratsstrafe\u00bb bewirken sollte, mit 50,8 Prozent ab. Damit ist es weiterhin m\u00f6glich, die Zivilehe schweizweit auf Gesetzesebene f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare zu \u00f6ffnen. Was die CVP auf Bundesebene nicht geschaffthat, versucht die EDU nun mit ihrer Initiative \u00abSchutz der Ehe\u00bb im Kanton Z\u00fcrich: Sie will die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau in der Kantonsverfassung festschreiben. Damit will sie gleichgeschlechtlichen Paaren im Kanton die Ehe verbieten. Genauso, wie sie im Jahr 2002 versucht hat, das kantonale Partnerschaftsgesetz zu verhindern, welches erstmals eine rechtliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren im Kanton Z\u00fcrich bedeutet hat. Damit scheiterte sie jedoch und das Stimmvolk des Kantons Z\u00fcrich nahm das Gesetz deutlich an.<\/p>\n<p><strong>Kanton Z\u00fcrich braucht deutliches NEIN zum Ehverbot\u2028<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber das von der EDU geforderte Eheverbot f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare wird die Stimmbev\u00f6lkerung des Kantons Z\u00fcrich am 27. November 2016 abstimmen m\u00fcssen. Doch das diskriminierende Anliegen der christlich-fundamentalistischen Konservativen d\u00fcrfte es schwer haben. Die Stimmbev\u00f6lkerung hat sich 2002 nach dem deutlichen Ja zum kantonalen Partnerschaftsgesetz (62,70 Prozent) auch 2005 bei der nationalen Abstimmung zum Partnerschaftsgesetz mit 64,33 Prozent ebenso deutlich f\u00fcr die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ausgesprochen. Und auch die CVP-Initiative wurde im Februar mit 56,54% klar abgelehnt, obwohl sie durch die \u00abAbschaffung der Heiratsstrafe\u00bb finanzielle Anreize versprach.<\/p>\n<p>Wir haben es somit bereits mehrfach geschafft, die Menschen im Kanton Z\u00fcrich auf unsere Anliegen aufmerksam zu machen. Ihre Unterst\u00fctzung konnten wir dank einer sichtbaren und engagierten LGBTQ-Community gewinnen. Das k\u00f6nnen wir nun auch bei der Abstimmung am 27. November 2016 schaffen. Die Verhinderung des Eheverbots ist nicht nur wichtig, um eine Diskriminierung abzuwenden, sondern hat auch eine grosse Signalwirkung f\u00fcr den Kanton und die ganze Schweiz. Deshalb braucht es ein deutliches NEIN zur EDU-Initiative \u00abSchutz der Ehe\u00bb.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.mannschaft.com\/2016\/09\/einander-treu-zu-sein-duerfte-eine-grosse-herausforderung-sein-in-ihren-kreisen\/\" target=\"_blank\">Momentan sammelt ein \u00fcberparteiliches Kommitee \u2013 zu dem auch die EDU geh\u00f6rt \u2013 Unterschriften f\u00fcr das Referendum gegen das neue Adoptionsrecht.<\/a><\/p>\n<p><em>Dieser Artikel erschien erstmals im HAZ-Magazin Nr. 3 2016 und ist mit Zustimmung der <a href=\"http:\/\/www.haz.ch\/\" target=\"_blank\">Homosexuellen Arbeitsgruppen Z\u00fcrich<\/a> ver\u00f6ffentlicht worden.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Februar konnte knapp ein Eheverbot fu\u0308r gleichgeschlechtliche Paare verhindert werden. Nun fordert die EDU im Kanton Z\u00fcrich mit einer eigenen Initiative ein solches Verbot \u2013 die Abstimmung ist am 27. November 2016. 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