{"id":35869,"date":"2016-07-25T21:36:19","date_gmt":"2016-07-25T19:36:19","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/2016\/07\/25\/cardinal-will-gender-klischees-ueberdenken\/"},"modified":"2016-07-25T21:36:19","modified_gmt":"2016-07-25T19:36:19","slug":"cardinal-will-gender-klischees-ueberdenken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/cardinal-will-gender-klischees-ueberdenken\/","title":{"rendered":"\u00abWie aus den F\u00fcnfzigerjahren\u00bb: Festivalg\u00e4ste kritisieren Cardinal-Werbung"},"content":{"rendered":"<p><strong>An den Sommerfestivals spricht die Cardinal-Werbung f\u00fcr sich: M\u00e4nner trinken Bier, Frauen unalkoholisches oder ein \u00abEve Litchi\u00bb. Nachdem sich mehrere Festivalg\u00e4ste via Facebook beschwerten, verspricht der Bierhersteller, \u00abdie Anregungen intern zu platzieren\u00bb und bei \u00abzuk\u00fcnftigen Events zu ber\u00fccksichtigen\u00bb.<\/strong><\/p>\n<p>Ist der Bierhersteller Cardinal im letzten Jahrhundert stehengeblieben? Die Getr\u00e4nkekarte am Berner Gurtenfestival spricht eine klare Sprache: F\u00fcr \u00abCopains\u00bb gibt\u2019s Bier, f\u00fcr \u00abCopines\u00bb eine unalkoholische oder mit Litchi ges\u00fcsste Variante \u2013 f\u00fcr viele Festivalbesucherinnen und Festivalbesucher ein Tritt ins Fettn\u00e4pfchen.<\/p>\n<p>Durch diese Geschlechterteilung w\u00fcrden gesellschaftliche Klischees und Geschlechterrollen gespiegelt und gef\u00f6rdert, findet Stefan Egli. Er schreibt auf die <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/cardinalbeer\/\" target=\"_blank\">Facebookseite von Cardinal:<\/a> \u00abWenn ein Mann als \u2039schwul\u203a bezeichnet wird, weil er ein Eve Litchi oder ein alkoholfreies Bier kauft, dann ist das nicht nur homophob, sondern auch sexistisch, da diese Getr\u00e4nke (genau wie die Homosexualit\u00e4t) pauschal und klischiert als unm\u00e4nnlich bzw. weiblich gelten und mit den entsprechenden Vorurteilen behaftet sind.\u00bb<\/p>\n<p>Die Getr\u00e4nkekarte w\u00fcrde durch die Unterscheidung von Mann und Frau diesen Sexismus nicht nur f\u00f6rdern, sondern auch unterstreichen. \u00abDenn im Grunde w\u00e4re ich sehr gl\u00fccklich, wenn ich in Zukunft an der Cardinal-Bar lediglich das gute Bier, nicht jedoch die vermeintlich dazugeh\u00f6rige M\u00e4nnlichkeit kaufen k\u00f6nnte\u00bb, schreibt Stefan.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12206\" aria-describedby=\"caption-attachment-12206\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.mannschaft.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/cardinal-geschlechter-klischees-bier.jpg\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload size-full wp-image-12206\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 1010 1010'%2F%3E\" data-src=\"http:\/\/www.mannschaft.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/cardinal-geschlechter-klischees-bier.jpg\" alt=\"Auf Facebook muss Bierhersteller Cardinal Kritik f\u00fcr seine Werbung einstecken. \u00abWie aus den F\u00fcnfzigerjahren\u00bb, schreibt ein User. (Bild: Facebook)\" width=\"1010\" height=\"1010\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-12206\" class=\"wp-caption-text\">Auf Facebook muss Bierhersteller Cardinal Kritik f\u00fcr seine Werbung einstecken. \u00abWie aus den F\u00fcnfzigerjahren\u00bb, schreibt ein User. (Bild: Facebook)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nicht nur die Getr\u00e4nkekarte am Gurtenfestival schl\u00e4gt manchen sauer auf, sondern auch die Facebook-Posts von Cardinal. Ein Flowchart bringt ein m\u00e4nnliches Piktogramm mit einer Stange Bier in Verbindung. Einem weiblichen Piktogramm wird hingegen eine ganze Reihe von Getr\u00e4nken gegen\u00fcbergestellt, vom Kaffee und Martiniglas bis hin zum Cocktail mit Schirmchen \u2013 vom Bier fehlt jede Spur. In den Kommentaren wird Cardinal Sexismus vorgeworfen. Viele seiner Freundinnen w\u00fcrden Bier trinken, schreibt der User Sylvain Cabrol. \u00abWollt ihr uns mit Werbung aus den F\u00fcnfzigerjahren zum Narren halten? Marketing, kennt ihr?\u00bb<\/p>\n<p><strong>\u00abWir machen Bier f\u00fcr Menschen\u00bb<\/strong><br \/>\n\u00abEs tut uns sehr leid, falls sich anhand unserer Getr\u00e4nkekarte am Gurtenfestival gewisse Personen diskriminiert gef\u00fchlt haben. Das war keinesfalls unsere Absicht\u00bb, schreibt das Cardinal Team in einer Antwort auf Stefan Eglis Kommentar. \u00abWir werden deine Anmerkung intern entsprechend platzieren und bei zuk\u00fcnftigen Events ber\u00fccksichtigen. Mann und Frau sollen unsere Biere nat\u00fcrlich in gleichem Masse geniessen k\u00f6nnen, da hast du absolut Recht!\u00bb<\/p>\n<p>\u00abEs ist zwar so, dass es f\u00fcr Produkte Zielgruppen gibt, von denen wir wissen, dass sie gewisse Geschm\u00e4cker mehr m\u00f6gen und wir sie deshalb besonders aktiv in der Kommunikation ansprechen\u00bb, sagt Gabriela Gerber, Leiterin der Unternehmenskommunikation, gegen\u00fcber Mannschaft Magazin. Grunds\u00e4tzlich soll jeder trinken was er mag. \u00abWir machen Bier f\u00fcr Menschen.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An den Sommerfestivals spricht die Cardinal-Werbung f\u00fcr sich: M\u00e4nner trinken Bier, Frauen unalkoholisches oder ein \u00abEve Litchi\u00bb. Nachdem sich mehrere Festivalg\u00e4ste via Facebook beschwerten, verspricht der Bierhersteller, \u00abdie Anregungen intern zu platzieren\u00bb und bei \u00abzuk\u00fcnftigen Events zu ber\u00fccksichtigen\u00bb. Ist der Bierhersteller Cardinal im letzten Jahrhundert stehengeblieben? 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