{"id":33048,"date":"2018-07-15T09:07:37","date_gmt":"2018-07-15T07:07:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mannschaft.com\/?p=32945"},"modified":"2021-07-11T18:47:36","modified_gmt":"2021-07-11T16:47:36","slug":"afd-als-opfer-csd-berlin-untersagt-infostand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/afd-als-opfer-csd-berlin-untersagt-infostand\/","title":{"rendered":"CSD Berlin untersagt AfD-Stand &#8211; Partei sieht sich als Opfer"},"content":{"rendered":"<p>Der Berliner Nachwuchsorganisation der Afd, die Junge Alternative (JA), beschwert sich dar\u00fcber, dass ihr nicht gestattet werde, sich auf dem diesj\u00e4hrigen Christopher Street Day in der Hauptstadt mit einem Informationsstand zu pr\u00e4sentieren. Der JA-Landeschef David Eckert ver\u00f6ffentlichte am Freitagabend ein Facebook-Video, in dem er seine Partei als &#8222;Bollwerk der Freiheit und somit auch als Schutzschild f\u00fcr Homosexuelle&#8220; darstellte. <a href=\"http:\/\/www.mannschaft.com\/2017\/09\/afd-schwul-15-gute-gruende-sie-nicht-zu-waehlen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dass es etliche Parteimitglieder gibt, die gegen Homosexuelle und rechtliche Verbesserungen wie die Ehe\u00f6ffnung hetzen<\/a>, verschweigt Eckert in seinem Video.<\/p>\n<p>Neben der angeblichen Bedrohung durch die &#8222;illegale Einwanderung Hunderttausender Menschen, von denen ein gro\u00dfer Teil die Scharia als Gesellschaftsordnung bef\u00fcrworten&#8220; w\u00fcrden, macht sich Eckert auch \u00fcber Teile der LGBTIQ-Community lustig: &#8222;Nicht jeder Schwule tr\u00e4gt Lack und Leder, wedelt mit einer Handtasche und lackiert sich die N\u00e4gel.&#8220;<\/p>\n<p>Eckert arbeitet nicht nur mit Klischees \u00fcber Homosexuelle; er hat im vergangenen Jahr bei Facebook einen Beitrag zu einem KZ-Gedenkort f\u00fcr lesbische NS-Opfer mit den Worten kommentiert: &#8222;Ob es wohl auch bald eine Gedenkst\u00e4tte f\u00fcr Linksh\u00e4nder gibt, die im KZ umgekommen sind?&#8220; Damals distanzierte sich sein zust\u00e4ndiger Landesverband in NRW von ihm und seinen Positionen. Gegen\u00fcber der BILD-Zeitung sagte ein Sprecher der NRW-AfD: \u201eOb er vor dem Schreiben \u00fcberhaupt zum Denken gekommen ist, vermag ich Ihnen nicht zu sagen.\u201c<\/p>\n<p>Eckert zufolge h\u00e4tte der Berliner CSD e.V. bei seiner Ablehnung darauf hingewiesen, dass der JA-Antrag &#8222;deutlich zu sp\u00e4t&#8220; eingereicht wurde: Die Planungen seien knapp drei Wochen vor der Pride bereits abgeschlossen. Weiter hei\u00dft es in der zitierten Mail der Veranstalter: &#8222;Beim CSD Berlin und CSD Berlin e. V. stehen wir f\u00fcr ein Klima der Akzeptanz in unserer Gesellschaft und f\u00fcr eine Kultur, die Gefl\u00fcchtete willkommen hei\u00dft. Menschen und Organisationen, die versuchen, ein Klima der Angst und Ausgrenzung zu schaffen, wie es AfD, Bergida und NPD tun, sind beim CSD und beim CSD e. V. nicht willkommen.&#8220;<\/p>\n<blockquote><p>Die Teilnehmenden beim CSD Berlin stehen f\u00fcr ein Klima der Akzeptanz in unserer Gesellschaft \u2013 f\u00fcr eine Kultur, die Gefl\u00fcchtete willkommen hei\u00dft<\/p><\/blockquote>\n<p>Nun hat das CSD Forum Berlin seit 2016 folgenden Passus im Vorwort zu seinen Forderungen: &#8222;Die Teilnehmenden am CSD Berlin stehen f\u00fcr ein Klima der Akzeptanz in unserer Gesellschaft \u2013 f\u00fcr eine Kultur, die Gefl\u00fcchtete willkommen hei\u00dft. Menschen und Organisationen, die versuchen, ein Klima der Angst und Ausgrenzung zu schaffen, wie es AfD, BERGIDA und NPD tun, sind beim CSD nicht willkommen.&#8220;<\/p>\n<p>Zudem gebe es in den Teilnahmebedingungen Hinweise auf die Demo und dass eine Teilnahme nur m\u00f6glich ist, wenn die Angemeldeten sich mit den Grundwerten der Demo einverstanden erkl\u00e4ren. &#8222;Wir behalten uns vor, Gruppierungen, bei denen dies offensichtlich und nachweislich nicht der Fall ist, von der Demonstration auszuschlie\u00dfen&#8220;, erkl\u00e4rte uns ein Sprecher des Berliner CSD.<\/p>\n<p>So halten es auch andere CSD-Veranstalter. Die Leipziger hatten im Fr\u00fchjahr eine Unvereinbarkeitserkl\u00e4rung verabschiedet, wonach Mitglieder und Anh\u00e4nger der AfD vom CSD ausgeschlossen sind. Man wollte ein Zeichen setzen, &#8222;gerade in Sachsen, wo rechtspopulistische Gruppierungen und Parteien auf dem Vormarsch sind&#8220;, wie der Verein erkl\u00e4rte.<\/p>\n<p>Andere CSD-Vereine haben solche Erkl\u00e4rungen (noch) nicht verabschiedet, etwa der in Frankfurt am Mai. Dort stehe man &#8222;bisher auf dem Standpunkt, jede Partei, zumal eine, die im Frankfurter Stadtparlament sitzt, auch Stellung beziehen zu lassen &#8211; so sie das will.&#8220; Man gehe aber nicht davon aus, dass es dazu kommen werde, dass die AfD auf dem CSD pr\u00e4sent sei.<\/p>\n<blockquote><p>Rechtes Gedankengut und entsprechende Organisationen haben auf dem Hamburg Pride selbstverst\u00e4ndlich keinen Platz<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch der Hamburger CSD erkl\u00e4rte uns: &#8222;Rechtes Gedankengut und entsprechende Organisationen haben auf dem Hamburg Pride selbstverst\u00e4ndlich keinen Platz&#8220;, so der Erste Vorsitzende Stefan Mielchen gegen\u00fcber <em>Mannschaft.<\/em> &#8222;Eine Unvereinbarkeitserkl\u00e4rung haben wir bisher nicht. Ich pers\u00f6nlich halte das Beispiel aus Leipzig f\u00fcr inhaltlich gut und werde das bei uns in die Diskussion geben. Das schlie\u00dft aber auch ein, dass wir uns mir dem Rahmen auseinandersetzen m\u00fcssen, den das Demonstrationsrecht hier vorgibt.&#8220;<\/p>\n<p>Auch die Stuttgarter CSD-Veranstalter <span class=\"_5yl5\">verpflichten teilnehmende Gruppen und Organisationen im Rahmen des Anmeldeprozesses auf die Ziele und Forderungen des CSD Stuttgart. Auch einen Passus zur Ablehnung findet sich in den Bedingungen: \u201eEin Ausschluss von der Demonstration kann insbesondere dann ausgesprochen werden, wenn die anzumeldende Formation nicht dem Versammlungszweck entspricht oder diesem zuwiderhandelt.\u201c Diese Verpflichtung sei auch bei der Zulassung von Infost\u00e4nden beim Stra\u00dfenfest, rund um das Stuttgarter CSD-Kulturfestivals fest verankert, wie uns der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des CSD Stuttgart Christoph Michl mitteilte.<br \/>\n<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der CSD Berlin steht f\u00fcr ein Klima der Akzeptanz in der Gesellschaft, \u00e4hnlich positionieren sich die Pride-Veranstalter in St\u00e4dten wie Leipzig und Hamburg. <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/afd-als-opfer-csd-berlin-untersagt-infostand\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":57433,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3,2],"tags":[128,5544,5503,5461],"wps_subtitle":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33048"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33048"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33048\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/57433"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33048"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33048"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33048"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}