{"id":30967,"date":"2018-05-25T11:57:05","date_gmt":"2018-05-25T09:57:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mannschaft.com\/?p=30967"},"modified":"2023-10-25T15:06:21","modified_gmt":"2023-10-25T13:06:21","slug":"lesbische-aktivistinnen-besetzen-raeume-der-berliner-schwulenberatung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/lesbische-aktivistinnen-besetzen-raeume-der-berliner-schwulenberatung\/","title":{"rendered":"Lesbische Aktivist*innen besetzen Berliner Schwulenberatung"},"content":{"rendered":"<h3>Am Mittwochnachmittag zog ein gutes Dutzend Aktivistin*innen mit beschrifteten Umzugskartons und einem gro\u00dfen Banner symbolisch in einen Standort der Schwulenberatung in der Wilhelmstra\u00dfe ein.<\/h3>\n<p>Nach einem Rundgang durch die R\u00e4um verlie\u00dfen sie das Haus wieder und positionierten sich vor dem Eingang. \u201eWir kommen jetzt \u00f6fter\u201c, lautete einer ihrer Slogans. Mit der Aktion sollte die Forderung nach einem Wohnhaus f\u00fcr Lesben unterstrichen werden, das der Verein Rad und Tat \u2013 Offene Initiative f\u00fcr lesbische Frauen (RuT) in Berlin seit langem umsetzen will &#8211;\u00a0das bundesweit erste, inklusive Wohnprojekt f\u00fcr \u00e4ltere, queere Frauen: 80 barrierefreie Wohnungen, zwei Wohngemeinschaften f\u00fcr pflegebed\u00fcrftige und demenzkranke Frauen, ein Frauen- und ein Kiezcaf\u00e9.<\/p>\n<p>Ein Wohnhaus f\u00fcr queere Menschen will aber auch die Schwulenberatung bauen, auf demselben Grundst\u00fcck genannt Sch\u00f6neberger Linse, einem Gel\u00e4nde zwischen dem Bahnhof S\u00fcdkreuz und dem S-Bahnhof Sch\u00f6neberg. Geplant ist ein zweiter \u201eLebensort Vielfalt\u201c, mit einem deutlich h\u00f6heren Frauenanteil, als dies im ersten Haus in Charlottenburg der Fall ist, dazu eine queere Kindertagesst\u00e4tte mit 44 Pl\u00e4tzen.<\/p>\n<blockquote><p>Zwischen uns und RuT gibt es keinen Streit<\/p><\/blockquote>\n<p>Hintergrund der Aktion vom Mittwoch, so ist im Berliner Szenemagzain <em>Siegess\u00e4ule<\/em>\u00a0&#8211; deren Herausgeberin Manuela Kay auch die Kuratorin des RuT-Projekts ist &#8211; zu lesen, sei nun ein Streit zwischen RuT und Schwulenberatung um ein Grundst\u00fcck am S\u00fcdkreuz.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" style=\"border: none; overflow: hidden;\" src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2FRuTBerlin%2Fphotos%2Fa.944863075587910%2F1962736980467176%2F%3Ftype%3D3&amp;show_text=true&amp;width=500\" width=\"500\" height=\"634\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>Marcel de Groot, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Schwulenberatung, erkl\u00e4rt dazu gegen\u00fcber der <em>Mannschaft<\/em>: \u201eZwischen uns und RuT gibt es keinen Streit. Wenn \u00fcberhaupt, dann sind wir im Streit mit dem Land Berlin, denn die haben sich das Verfahren ausgedacht.\u201c Das Verfahren gilt als intransparent und inkonsequent, es\u00a0treibe soziale Tr\u00e4ger in eine knallharte Investorenkonkurrenz, so die Kritik.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" style=\"border: none; overflow: hidden;\" src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fpermalink.php%3Fstory_fbid%3Dpfbid0343WKc5QNox3A6zA6hYHd6xzXJjnuyBZ7xDoR3g6TNYswNCzxXYxbuJX163CLWoEDl%26id%3D100013975872555&amp;show_text=true&amp;width=500\" width=\"500\" height=\"584\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>De Groot wundert sich, dass unter den Aktivistinnen auch die queerpolitische Sprecherin der Gr\u00fcnen Anja Kofbinger war, deren Partei dem Senat angeh\u00f6rt \u2013 der\u00a0das komplizierte Verfahren einst in Gang gebracht hat, damals war allerdings noch die CDU der Koalitionspartner der SPD. Bestandteil des Verfahrens ist, dass bereits bei der Bewerbung Geld investiert werden muss, etwa f\u00fcr Gutachter\u00a0und Architekten; so ist die Schwulenberatung bereits mit fast 100.000 Euro in Vorleistung gegangen. Einer der Hauptgr\u00fcnde, warum man auf keinen Fall die Bewerbung zur\u00fcckziehen werde. Zumal man bei 400 Anmeldungen auf der Warteliste Bedarf f\u00fcr ein weiteres Haus sieht.<\/p>\n<p>An der Aktion vom Mittwoch um 16 Uhr wundern den Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Schwulenberatung noch mehr Dinge. Bis 10 Uhr desselben Tages mussten die Unterlagen f\u00fcr den dritten Durchlauf bei der BIM abgegeben werden, was man auch rechtzeitig erledigt habe. Die Aktivisten seien also mindestens sechs Stunden zu sp\u00e4t gekommen \u2013 das Verfahren laufe ja schon einige Jahre. Und dann waren die Aktivistinnen offenbar noch am falschen Ort, in der Wilhelmstra\u00dfe. Die Gesch\u00e4ftsr\u00e4ume der Schwulenberatung befinden sich jedoch in der Charlottenburger Niebuhrstra\u00dfe, wo auch das Mehrgenerationenhaus Lebensort Vielfalt steht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_30986\" aria-describedby=\"caption-attachment-30986\" style=\"width: 720px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload size-full wp-image-30986\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 720 540'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/de-groot_101043636629874_8146836_n.jpeg\" alt=\"Schwulenberatung Berlin\" width=\"720\" height=\"540\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/de-groot_101043636629874_8146836_n.jpeg 720w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/de-groot_101043636629874_8146836_n-400x300.jpeg 400w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/de-groot_101043636629874_8146836_n-300x225.jpeg 300w\" data-sizes=\"(max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-30986\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Facebook\/Marcel de Groot<\/figcaption><\/figure>\n<p>Man habe von Anfang an bei mehreren Verwaltungen das Verfahren kritisiert und als v\u00f6llig ungeeignet f\u00fcr soziale Tr\u00e4ger gefunden, so de Groot. Die Antwort, die er bekam: Man k\u00f6nne\u00a0das Verfahren nicht mehr \u00e4ndern. RuT dagegen kritisiert, dass man ein Konzeptverfahren um den Standort an der Sch\u00f6neberger Linse bereits gewonnen hatte. Die Schwulenberatung habe das Ergebnis nicht akzeptiert und lie\u00df das Verfahren juristisch pr\u00fcfen. Resultat: Der dreistufige Entscheidungsprozess dar\u00fcber, wer das Grundst\u00fcck bekommen soll, wurde auf die zweite Stufe zur\u00fcckgesetzt.<\/p>\n<blockquote><p>In Berlin wird einem nichts geschenkt, man muss immer k\u00e4mpfen<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Anfechtung durch die Schwulenberatung habe sich aber nicht gegen RuT gerichtet, so Marcel de Groot. Sondern gegen einen Verfahrensfehler, der die Schwulenberatung benachteiligt h\u00e4tte; in der Sache habe man dann ja auch Recht bekommen. Dass man sich juristisch gewehrt habe, sei alternativlos gewesen. \u201eAuch in Berlin wird einem nichts geschenkt; man muss immer k\u00e4mpfen&#8220;, so de Groot.<\/p>\n<p>Was die RuT-AktivistInnen zudem st\u00f6rt, sei, dass die Berliner Schwulenberatung bereits zwei Wohnprojekte betreibe \u2013 in Charlottenburg und am Ostkreuz. In beiden aber, so de Groot, wohnten auch Lesben und trans Menschen. Und das Projekt am Ostkreuz sei auch mit dem geplanten Haus am S\u00fcdkreuz nicht zu vergleichen, da dort ab Juni Schwule, Lesben und trans Menschen (die aus der Fl\u00fcchtlingsunterkunft in Treptow stammen) wohnten, LGBTIQ mit psychischen Beeintr\u00e4chtigungen, und die w\u00fcrden betreut.<\/p>\n<p><strong>RuT-Aktivistinnen f\u00fcrchten, leer auszugehen<\/strong><br \/>\nDie RuT-Aktivistinnen f\u00fcrchten, dass die Schwulenberatung den Zuschlag erhalte und die lesbischen Frauen somit leer ausgegehen w\u00fcrden. Die Gr\u00fcnen-Abgeordnete Kofbinger sagte gegen\u00fcber der <em>Siegess\u00e4ule,<\/em> sie habe \u201eeinfach die Schnauze voll\u201c: \u201eSeit Jahren k\u00e4mpfe man um Gelder f\u00fcr das Wohnprojekt von RuT, f\u00fcr \u00e4ltere Frauen, aber auch generationen\u00fcbergreifend. Das Geld ist mittlerweile da, das Land Berlin ist jedoch nicht in der Lage, einen ad\u00e4quaten Bauplatz zur Verf\u00fcgung zu stellen.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Jetzt sind die Lesben dran<\/p><\/blockquote>\n<p>Dass die Schwulenberatung an ihrer Bewerbung festhalte, finden die Aktivistinnen \u201eunsolidarisch&#8220;. Manuela Kay sagte : Die Frage ist: \u201cWer kriegt am Ende ein Haus? Jetzt sind eigentlich mal die Lesben dran, aber die Schwulen lassen die Muskeln spielen.\u201c Darum erwarte sie, dass sich die Schwulenberatung solidarisch zeigt und ihren Antrag zur\u00fcckziehe, ungeachtet der Kritik am Verfahren. Das kommt f\u00fcr de Groot aber nicht in Frage.<\/p>\n<p>Die Entscheidung f\u00e4llt nach dem Sommer. Ob die Frauen ihre Ank\u00fcndigung wahrmachen und nun \u00f6fter kommen, wird sich zeigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesben und Schwule sind in Berlin knallharte Konkurrenten: Es geht um den Bau von queeren Wohnprojekten und ein umstrittenes Vergabeverfahren. Die Schwulenberatung soll ihre Bewerbung zur\u00fcckziehen, das lehnt man dort aber ab. <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/lesbische-aktivistinnen-besetzen-raeume-der-berliner-schwulenberatung\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":30983,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3,2],"tags":[128,5545],"wps_subtitle":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30967"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30967"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30967\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":181352,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30967\/revisions\/181352"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/30983"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30967"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30967"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30967"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}