{"id":28985,"date":"2018-03-16T16:16:14","date_gmt":"2018-03-16T15:16:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mannschaft.com\/?p=28985"},"modified":"2023-04-26T17:49:36","modified_gmt":"2023-04-26T15:49:36","slug":"homosexualitaet-nordkorea","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/homosexualitaet-nordkorea\/","title":{"rendered":"Kein Platz f\u00fcr Homosexualit\u00e4t in Nordkorea"},"content":{"rendered":"<p><strong>Jang Yeong-jin steht als erster Mann in Nordkorea offen zu seiner Homosexualit\u00e4t. Dabei entdeckte er seine sexuelle Orientierung erst in seiner zweiten Heimat Seoul.<\/strong><\/p>\n<p><em>Von Fabian Kretschmer<\/em><\/p>\n<p>Als Jang Yeong-jin vom s\u00fcdkoreanischen Geheimdienst verh\u00f6rt wird, stehen die Beamten vor einem schier unl\u00f6sbaren R\u00e4tsel: Wieso w\u00fcrde ein Mann aus gutem Hause, mit einer angesehenen Arbeit und bildh\u00fcbschen Frau an seiner Seite nur eine solch lebensbedrohliche Flucht auf sich nehmen? Gehungert habe der Nordkoreaner nicht, das schliessen die Agenten bald aus, und nur wenig deutet auf eine politische Verfolgung hin. Nach Wochen voll qu\u00e4lend langer Verh\u00f6re scheint nur mehr ein Motiv \u00fcberzubleiben: Ob er jemanden in seiner Heimat umgebracht habe, fragen die Beamten ein ums andere Mal. Dabei h\u00e4tten sie falscher gar nicht liegen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00abIch habe mich ohne Ende f\u00fcr die Wahrheit gesch\u00e4mt\u00bb, sagt der 55-J\u00e4hrige heute. Doch die Wahrheit, die erschloss sich auch ihm damals nur schemenhaft.<\/p>\n<p><b>\u00abWas ist nur in deinem Kopf los?\u00bb<\/b><br \/>\nMit grossem Stolz preist das Kim-Regime seine Bev\u00f6lkerung als homogenste der Welt, ethnisch wie auch ideologisch. Eindr\u00fccklich zelebriert sie das bei den Arirang-Massenspielen, der gr\u00f6ssten Stadion-Choreografie der Welt: Zehntausende Nordkoreanerinnen tanzen dort im Gleichschritt, haben dieselbe Hautfarbe, K\u00f6rpergr\u00f6sse, ja scheinbar auch dieselbe Gesinnung. Wie muss es sich in einer solchen Gesellschaft wohl anf\u00fchlen, anders zu sein als die anderen? Jang sagt \u00fcber sein fr\u00fcheres Leben: \u00abEs gab f\u00fcr mich keinen Traum, keine Hoffnung, keine Zukunft\u00bb.<\/p>\n<p>Als kleiner Junge schlendert er fast t\u00e4glich die drei Kilometer vom Elternhaus bis zur K\u00fcste, wo er den M\u00f6wen beim Fliegen zuschaut, und stundenlang dar\u00fcber r\u00e4tselt, welches Land wohl am anderen Ende des Meeres liegt. Sobald ein Flugzeug am Horizont auftaucht, verfinstert sich Jangs Gem\u00fct \u2013 wohl wissend, dass er niemals in einem solchen sitzen w\u00fcrde. \u00abWas ist nur in deinem Kopf los?\u00bb, fragt ihn die Mutter einmal: \u00abWas soll sp\u00e4ter bloss aus dir werden?\u00bb.<\/p>\n<blockquote><p>Offiziell gibt es keine Schwulen oder Lesben in Nordkorea, weil das Volk \u00fcber eine \u00abgesunde Denkweise\u00bb verf\u00fcge<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Vormittage in der Schule sind meist mit Aufs\u00e4tzen gef\u00fcllt, epische Lobeshymnen an Kim Il Sung, dem Staatsgr\u00fcnder und \u00dcbervater der Nation. Schon damals denkt sich Jang: Wieso soll ich schreiben, wie gl\u00fccklich ich bin \u2013 wenn ich doch jeden Morgen nur eine mickrige Reissuppe zu essen kriege? Wenn ich erwachsen werde, so schw\u00f6rt er sich, m\u00f6chte ich endlich schreiben, was ich wirklich denke.<\/p>\n<p>In der Schule lernt Jang auch das erste Mal \u00fcber die Liebe. Sie sei das sch\u00f6nste auf der Welt, m\u00fcsse revolution\u00e4r sein, bis zum \u00c4ussersten gehen. Liebe, das sei eine Widmung f\u00fcrs Leben.<\/p>\n<p><b>Homosexualit\u00e4t gibt es in Nordkorea nicht<\/b><br \/>\nSeon-cheol ist der Neue in der Klasse, ein Kopf gr\u00f6sser als die anderen, und hat ein rundliches, ebenm\u00e4ssiges Gesicht. Die beiden werden auf Anhieb beste Freunde, halten H\u00e4ndchen auf dem Schulweg, werden unzertrennlich. Oft isst Jang bei Seon-cheols Familie zu Abend, und nie will er danach nach Hause gehen, sondern stets bei seinem neuen Freund \u00fcbernachten. \u00abWenn Seon-cheol mich angeschaut hat, haben seine Augen vor Leidenschaft gebrannt\u00bb, erinnert sich Jang: \u00abHeute denke ich, er war die Liebe meines Lebens \u00bb.<\/p>\n<figure id=\"attachment_28987\" aria-describedby=\"caption-attachment-28987\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-28987 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 770 513'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Nordkorea-1.jpg\" alt=\"Nordkorea\" width=\"770\" height=\"513\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Nordkorea-1.jpg 770w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Nordkorea-1-400x266.jpg 400w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Nordkorea-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Nordkorea-1-768x512.jpg 768w\" data-sizes=\"(max-width: 770px) 100vw, 770px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-28987\" class=\"wp-caption-text\">Rund die H\u00e4lfte (!) der 25 Millionen Einwohner*innen lebt in schwerer Armut. (Bild: Pixabay)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Offiziell gibt es keine Homosexuellen in Nordkorea, weil das Volk \u00fcber eine \u00abgesunde Denkweise\u00bb und \u00abgute Sitten\u00bb verf\u00fcge. So vermeldete es die staatliche Nachrichtenagentur im Fr\u00fchjahr letzten Jahres, als der offen schwule Anwalt Michael Kirby der Welt\u00f6ffentlichkeit seinen UN-Bericht \u00fcber die Menschenrechtsverletzungen Nordkoreas pr\u00e4sentierte. Als \u00abekelhafter, alter L\u00fcstling\u00bb wurde der Australier damals beschimpft.<\/p>\n<p><b>Ber\u00fchrungslose Hochzeitsnacht<\/b><br \/>\nLaut Aussagen vieler nordkoreanischer Fl\u00fcchtlinge hat das einfache Volk gar keine wirkliche Vorstellung von Homosexualit\u00e4t. Auch Jang Yeong-jin hatte nie zuvor davon geh\u00f6rt, als er mit 17 Jahren seinen Wehrdienst antritt.<\/p>\n<p>Und dennoch sei es damals ganz selbstverst\u00e4ndlich gewesen, gar eine Frage des \u00dcberlebens, dass die Rekruten w\u00e4hrend bitterkalter Winter eine gemeinsame Decke teilen. \u00abMich lobten die Kameraden wegen meiner Sch\u00f6nheit\u00bb, sagt Jang: \u00abMein Gesicht, so sagten sie mir, sei weich wie das einer Frau\u00bb. Vorgesetzte locken ihn manchmal mit \u00c4pfeln in ihr Bett, und auch der Kantinenchef gibt dem allseits beliebten Jang gerne einen doppelten Nachschlag.<\/p>\n<blockquote><p>Meine Frau war schlau, h\u00fcbsch und gebildeter als ich. Wieso sollte sie mit mir ungl\u00fccklich werden?\u00bb<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00abRevolution\u00e4re Kameradschaft\u00bb nennt sich im Propagandajargon die Bindung der Soldaten, die \u2013 zehn Jahre auf engem Raum zusammenlebend \u2013 weder ihre Familien besuchen d\u00fcrfen, noch dem anderen Geschlecht n\u00e4her kommen k\u00f6nnen. F\u00fcr Jang Yeong-jin ist es vor allem eine Zeit der Sehnsucht. W\u00e4hrend der Nachtdienste kreisen seine Gedanken einzig um Seon-cheol.<\/p>\n<p>Auch Jahre sp\u00e4ter in der Hochzeitsnacht muss er unentwegt an ihn denken. Seine Ehefrau, vorgestellt durch die dr\u00e4ngelnde Mutter, l\u00e4sst er damals unber\u00fchrt. Nach Jahren der Kinderlosigkeit werden die Ratschl\u00e4ge der Eltern dringlicher. Sp\u00e4ter verlangen sie handfeste Erkl\u00e4rungen, schliesslich fordern sie Arztbesuche ein. Dass ihr Sohn kein Interesse an Frauen hat, wollen sie schlicht nicht h\u00f6ren.<\/p>\n<p>\u00abMeine Frau war schlau, h\u00fcbsch und gebildeter als ich. Wieso sollte sie mit mir ungl\u00fccklich werden? Sie hatte einen besseren Mann verdient, jemand, der sie aufrichtig liebt\u00bb, sagt Jang. Er \u00fcberredet sie nach neun Jahren Ehe zur Scheidung, doch die Beh\u00f6rden lehnen ab, Nur wenn ich das Land verlasse, denkt Jang damals, k\u00f6nnen wir beide gl\u00fccklich werden.<\/p>\n<p><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload size-full wp-image-28988\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 770 578'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Nordkorea-Beitragsbild.jpg\" alt=\"\" width=\"770\" height=\"578\" \/><\/p>\n<p><b>Wiedersehen mit Seon-cheol<\/b><br \/>\nEs ist ein kalter M\u00e4rztag, der Schnee liegt noch auf den Strassen, als Seon-cheol unverhofft vor Jangs T\u00fcr steht. Auch er ist mitttlerweile verheiratet und studiert wie sein alter Jugendfreund in der Hauptstadt Pj\u00f6ngjang. Jangs Frau bereitet den beiden ein \u00fcppiges Festmahl zu, sie trinken gemeinsam Reisschnaps und schwelgen in alten Erinnerungen. Nicht lange dauert es, bis sie auch ein altes Ritual aus Kindheitstagen wieder aufnehmen; W\u00e4hrend es draussen bereits dunkel ist, bittet Jang seinen Gast, \u00fcber Nacht zu bleiben. Weil nur ein Zimmer im Haus beheizt ist, schlafen die drei im selben Zimmer. Genau wie damals, denkt sich Jang.<\/p>\n<p>Und doch liegt er damals bis weit nach Mitternacht wach, beobachtet nerv\u00f6s den Mondschein aus dem Fenster und lauscht seinem heftig pochenden Herz. Erst als seine Frau fest eingeschlafen ist, fasst er all seinen Mut zusammen und schleicht sich heimlich unter Seon-cheols Decke. Behutsam ergreift er seine Hand. Doch Seon-cheol schnarcht bloss, liegt reglos da, scheinbar umbek\u00fcmmert.<\/p>\n<p>\u00abDamals ist mein letzter Funke Hoffnung erloschen\u00bb, sagt Jang heute. Wenn Seon-cheol auch nur \u00e4hnlich f\u00fcr mich empfunden h\u00e4tte, so dachte er in jenem Moment, dann w\u00fcrde er meinen H\u00e4ndedruck erwidern, ja mir zumindest ein kleines Zeichen geben. \u00abH\u00e4tte er mich damals nur umarmt\u00bb, sagt Jang, \u00abdann w\u00e4re mein Leben wohl ganz anders verlaufen\u00bb.<\/p>\n<p><b>Vorbei an Wachposten und Landminen<\/b><br \/>\nIm Winter 1996 schwimmt er \u00fcber den Tumen Fluss nach China, doch weder an der s\u00fcdkoreanischen Botschaft in Peking, noch an den Konsulaten in Qingdao und Shanghai wird ihm Asyl geboten. Wie einen Bettler schmeissen sie ihn hinaus in die K\u00e4lte.<\/p>\n<p>In China kann der Nordkoreaner jedoch nicht bleiben, denn die Polizisten k\u00f6nnten ihn jederzeit verhaften und abschieben. Um \u00fcber das Mekong Delta nach Thailand zu gelangen, fehlt Jang aber das Geld, und bis zur Mongolei trennt ihn die im Winter un\u00fcberwindbare Gobi-W\u00fcste. In seiner Verzweiflung entscheidet er sich f\u00fcr die gef\u00e4hrlichste aller Fluchtrouten: wieder zur\u00fcck nach Nordkorea und \u00fcber die innerkoreanische Grenze. Bevor der damals 36-J\u00e4hrige jedoch aufbricht, deckt er sich in einer Apotheke in Qingdao mit ausreichend Schlaf\u00adtabletten ein. Falls ihn die nordkoreanischen Sicherheitsbeamten verhaften, m\u00f6chte er lieber sterben, als den Rest seines Lebens in einem politischen Gefangenenlager zu verrotten.<\/p>\n<p>In f\u00fcnf Tagen marschiert Jang unbemerkt durchs Land, und wie durch ein Wunder \u00fcberwindet er auch die acht Wachposten, drei Drahtz\u00e4une und unz\u00e4hligen Landminen an der innerkoreanischen Grenze. Bislang ist es nur einer Handvoll Zivilisten gelungen, die Demarkationslinie zu durchqueren. \u00abIch habe meinen Traum gesucht\u00bb sagt Jang.<\/p>\n<p><b>In Seoul die Erleuchtung<\/b><br \/>\nS\u00fcdkoreanische Reporter feiern ihn als Helden, zu Dutzenden interviewen sie ihn in seiner Wahlheimat. Die Zeitungen und Magazine sammelt Jang sorgf\u00e4ltig bei sich zu Hause. Als er sie eines Tages durchbl\u00e4ttert, landet sein Blick bei einem Foto, auf dem sich zwei fest umschlungene M\u00e4nner k\u00fcssen. In dem Text daneben geht es um die aufkommende, verdeckte Schwulenszene in Seoul, und warum Homosexualit\u00e4t keinesfalls eine psychische Krankheit sei, wie die konservativen Politiker stets behaupten. Am Ende des Artikels stehen die Adressen von Schwulen-\u00adStammtischen aufgelistet, auch Bars und Aktivistenvereinen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_28986\" aria-describedby=\"caption-attachment-28986\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload size-full wp-image-28986\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 770 513'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Nordkorea.jpg\" alt=\"\" width=\"770\" height=\"513\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Nordkorea.jpg 770w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Nordkorea-400x266.jpg 400w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Nordkorea-300x200.jpg 300w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Nordkorea-768x512.jpg 768w\" data-sizes=\"(max-width: 770px) 100vw, 770px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-28986\" class=\"wp-caption-text\">Wie durch ein Wunder \u00fcberwindet Jang Yeong-jin acht Wachtposten und drei Drahtz\u00e4une. (Bild: Pixabay)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein Erweckungserlebnis sei es gewesen, zu erfahren, mit seiner sexuellen Orientierung nicht allein zu sein. Allein der Gedanke daran, geliebt zu werden und zu zweit alt werden zu k\u00f6nnen, f\u00fchlt sich f\u00fcr Jang Yeong-jin an, als w\u00fcrde in seiner Welt pl\u00f6tzlich ein Licht angehen. Mit fast 40 Jahren schliesst der Nordkoreaner erstmals eine romantische Beziehung.<\/p>\n<p>Viele seiner Hoffnungen zerschlagen sich schon bald. 2004 wird Jang Opfer eines Betr\u00fcgers, der seine Liebe ausn\u00fctzt, um mit all seinem Hab und Gut zu verschwinden. Zu jener Zeit erf\u00e4hrt Jang auch, dass seine drei Br\u00fcder sowie seine Schwester in Nordkorea gestorben sind, nachdem die Familie wegen seiner Flucht aus ihrem Heimatdorf verbannt worden ist. Ob Zuverl\u00e4ssliche Informationen aus Nordkorea zu bekommen ist fast nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>In 14-Stunden-Schichten reinigt er damals die gl\u00e4sernen Gesch\u00e4ftsb\u00fcros der Stadt, doch am Ende reicht sein Lohn kaum zum \u00dcberleben. Auch nach 18 Jahren in seiner Wahlheimat Seoul hat er die Liebe seines Lebens noch nicht gefunden. Doch die Hoffnufng, die habe er nicht aufgegeben.<\/p>\n<p>Wenn ihm die Zuversicht in manch schwierigen Zeiten verl\u00e4sst, denkt Jang meist an seinen Jugendfreund Seon-cheol in Nordkorea: \u00abWenn wir beide in Seoul geboren w\u00e4ren, vielleicht h\u00e4tten wir einander lieben k\u00f6nnen\u00bb.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jang Yeong-jin steht als erster Nordkoreaner offen zu seiner Homosexualit\u00e4t. 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