{"id":28764,"date":"2018-03-09T11:56:02","date_gmt":"2018-03-09T10:56:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mannschaft.com\/?p=28764"},"modified":"2024-09-23T15:24:06","modified_gmt":"2024-09-23T13:24:06","slug":"es-ist-kompliziert-hier-zu-leben-es-ist-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/es-ist-kompliziert-hier-zu-leben-es-ist-moeglich\/","title":{"rendered":"Bisexuell in Belarus \u2013 \u00abkompliziert, aber nicht unm\u00f6glich\u00bb"},"content":{"rendered":"<h3>Weissrussland (Belarus) gilt als eines der homophobsten L\u00e4nder Europas. Ressentiments sind in der Bev\u00f6lkerung stark verbreitet, von staatlicher Seite wird massiver Druck auf LGBTIQ-Aktivistengruppen ausge\u00fcbt. 2013 kam die schwul-lesbische Bewegung komplett zum Erliegen.<\/h3>\n<p>Text: Stephan L\u00fccke<\/p>\n<p>Smizjer Schamtschuschnikau muss bald seinen Familiennamen \u00e4ndern. Karol wird er k\u00fcnftig heissen, wie seine Grosseltern. Dem 24-j\u00e4hrigen Weissrussen bleibt keine andere Wahl: Im Sommer 2016 hatte sich Smizjer bei seinen Eltern als bisexuell geoutet \u2013 besonders f\u00fcr den Vater eine grosse Schande f\u00fcr die ganze Familie. Als Konsequenz darf sein Sohn nicht l\u00e4nger den Familiennamen tragen.<\/p>\n<p>Umgezogen ist Smizjer schon. Zu seinen Grosseltern, die ebenfalls in der weissrussischen Hauptstadt Minsk wohnen. Diese versuchen, sich mit der verfahrenen Situation zu arrangieren.<\/p>\n<blockquote><p>Seine Schwester verbot ihm jeglichen Kontakt mit den Kindern, er d\u00fcrfe sie nicht einmal mehr anfassen. Er sei schliesslich krank.<\/p><\/blockquote>\n<p>Doch auch sie haben f\u00fcr die Neigung ihres Enkels wenig Verst\u00e4ndnis. Irgendwie m\u00fcsse man den Jungen doch \u00e4ndern k\u00f6nnen, hatten sie in einem Telefonat mit Smizjers \u00e4lterer, in Polen lebender Schwester ge\u00e4ussert. Diese wusch Oma und Opa geh\u00f6rig den Kopf: Wollt ihr ihn in den Selbstmord treiben? Akzeptiert ihn, wie er ist, forderte sie.<\/p>\n<p>Weitaus weniger verst\u00e4ndnisvoll verh\u00e4lt sich Smizjers zweite Schwester, die mit ihrem Ehemann und ihren zwei Kindern gemeinsam in der elterlichen Wohnung lebt. An Smizjers Geburtstag Anfang September verbot sie ihrem Bruder jeglichen Kontakt mit ihren Kindern, er d\u00fcrfe sie nicht einmal mehr anfassen. Er sei schliesslich krank. Smizjers Vater wolle ebenfalls alles daf\u00fcr tun, um Kommunikation seines Sohnes mit den Kindern zu unterbinden. Wenn er Hunger habe oder Geld brauche, d\u00fcrfe Smizjer aber vorbeikommen. Sie w\u00fcrden sich auch mit ihm unterhalten, aber nur \u00fcber neutrale Themen wie das Wetter.<\/p>\n<figure id=\"attachment_28765\" aria-describedby=\"caption-attachment-28765\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload size-full wp-image-28765\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 770 510'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Weissrussland-Stadt.jpg\" alt=\"\" width=\"770\" height=\"510\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Weissrussland-Stadt.jpg 770w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Weissrussland-Stadt-400x265.jpg 400w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Weissrussland-Stadt-300x199.jpg 300w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Weissrussland-Stadt-768x509.jpg 768w\" data-sizes=\"(max-width: 770px) 100vw, 770px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-28765\" class=\"wp-caption-text\">Minsk, die Hauptstadt Weissrusslands, steckt voller Gegens\u00e4tze. Sowjetische Staatssymbole sind noch \u00fcberall sichtbar, man findet jedoch auch coole Hipsterbars. (Foto: Stephan L\u00fccke)<\/figcaption><\/figure>\n<p><b>Freundeskreis reagierte positiv<\/b><br \/>\nWie geht ein 24-J\u00e4hriger damit um, wenn er in einer homophoben Umgebung aufw\u00e4chst und von seiner Familie keinerlei Unterst\u00fctzung erh\u00e4lt? Smizjer sagt, das Jahr habe ihn stark gemacht, er sei selbstbewusster geworden. \u00abNat\u00fcrlich macht mir die Situation zu schaffen, und ich bin traurig\u00bb, r\u00e4umt der Medizinstudent ein, \u00abdoch auf der anderen Seite bin ich froh, mich nicht mehr verstecken m\u00fcssen. Ich kann endlich so sein, wie ich bin.\u00bb<\/p>\n<p>Viel Unterst\u00fctzung erh\u00e4lt Smizjer von seinen Freunden, bei denen er sich in den vergangenen Monaten ebenfalls geoutet hat. \u00abAlle wissen Bescheid\u00bb, sagt er. \u00abUnd alle haben positiv reagiert. Ich habe keine einzige negative Bemerkung erhalten. Das gibt mir viel Kraft.\u00bb<\/p>\n<p>Smizjer hat zumindest in seinem Freundeskreis Gl\u00fcck gehabt, denn positive Reaktionen nach einem Outing sind in Weissrussland keineswegs selbstverst\u00e4ndlich. Homosexualit\u00e4t ist in dem oft als letzte Diktatur Europas bezeichneten Land noch immer weitgehend tabuisiert. Schwule Handlungen werden zwar seit Mitte der Neunzigerjahre nicht mehr strafrechtlich verfolgt, die Community wird aber noch immer von staatlicher Seite massiv unterdr\u00fcckt und in der Wahrnehmung ihrer Rechte eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Belarus wird seit mehr als 20 Jahren autorit\u00e4r von Aljaksandr Lukaschenka regiert. Dieser machte aus seiner ausgepr\u00e4gten Abneigung gegen\u00fcber Homosexuellen noch nie einen Hehl. F\u00fcr internationale Negativschlagzeilen sorgte beispielsweise 2012 eine s\u00fcffisante \u00c4usserung des 63-J\u00e4hrigen, lieber ein Diktator sein zu wollen als schwul \u2013 eine Anspielung auf den ehemaligen, mittlerweile verstorbenen deutschen Aussenminister Guido Westerwelle, der Lukaschenka zuvor als \u00abletzten Diktator Europas\u00bb bezeichnet hatte.<\/p>\n<p>Politiker und politische Organisationen in Belarus stehen homosexuellen Menschen und ihren Anliegen generell meist ablehnend gegen\u00fcber. Es existieren keine Antidiskriminierungsgesetze zum Schutz von Schwulen und Lesben. Straftaten, die gegen sexuelle Minderheiten ver\u00fcbt werden, werden von den Beh\u00f6rden oft nur schleppend oder gar nicht verfolgt. Hinzu kommt, dass es in Weissrussland keine unabh\u00e4ngige Justiz gibt. Die Menschen sind der Willk\u00fcr der Beh\u00f6rden meist schutzlos ausgeliefert. Auch deshalb herrsche in der Exsowjetrepublik eine \u00abdiffuse Angst\u00bb, wie es die Berliner Journalistin Pauline Tillmann treffend in einem Onlineaufsatz ausdr\u00fcckte. Man bemerke sie nicht, wenn man als Fremder durch die Strassen von Minsk laufe oder ein Caf\u00e9 besuche, aber im Gespr\u00e4ch mit den Einheimischen werde sie deutlich sp\u00fcrbar.<\/p>\n<p><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload size-full wp-image-28768 aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 770 578'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Weissrussland-Smizjer.jpg\" alt=\"\" width=\"770\" height=\"578\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Weissrussland-Smizjer.jpg 770w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Weissrussland-Smizjer-400x300.jpg 400w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Weissrussland-Smizjer-300x225.jpg 300w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Weissrussland-Smizjer-768x576.jpg 768w\" data-sizes=\"(max-width: 770px) 100vw, 770px\" \/><\/p>\n<p><b>Alle LGBTIQ-Organisationen aufgel\u00f6st<\/b><br \/>\nBis vor wenigen Jahren existierten in Weissrussland mehrere Organisationen, die sich f\u00fcr die Rechte von Homosexuellen einsetzten, jedoch staatlich nicht anerkannt wurden. Dazu z\u00e4hlten Gruppen wie Gay Belarus, Lambda, das Informationszentrum TEMA und BelQueer, ein Projekt f\u00fcr die Gleichberechtigung aller sexuellen Identit\u00e4ten. Doch alle Organisationen haben sich in den vergangenen Jahren aufgel\u00f6st. 2013 kam die schwul-lesbische Bewegung in Weissrussland vollst\u00e4ndig zum Erliegen. Seitdem hat es auch keine CSD-Paraden mehr gegeben, die von 1999 bis 2013 mit Unterbrechungen in Minsk stattfanden. Grund f\u00fcr diese traurige Entwicklung: Auf die Organisationen wurde seitens des Staates ein so starker Druck ausge\u00fcbt, dass sie aufgeben mussten. Einige der einst f\u00fchrenden Aktivisten sind ins Ausland geflohen, so Siarhei Androsenka, der heute in Stockholm lebt und von dort aus weiterhin kleinere politische Akzente setzt.<\/p>\n<blockquote><p>Jedes Wochenende gibt es geschlossene Partys, die an wechselnden Orten stattfinden und kurzfristig \u00fcber soziale Netzwerke bekannt gegeben werden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Eine schwul-lesbische Szene gibt es in Weissrussland kaum. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass es in den vergangenen Jahren in Gayclubs regelm\u00e4ssig Razzien und Festnahmen durch Polizei und Geheimdienst gegeben hat. Heute spielt sich daher fast alles im Untergrund ab. Jedes Wochenende gibt es geschlossene Partys, die an wechselnden Orten stattfinden und kurzfristig \u00fcber soziale Netzwerke bekannt gegeben werden. Diese Vorgehensweise gibt der weissrussischen Community ein hohes Mass an Sicherheit. Sie k\u00f6nnen Spass haben, tanzen, Freunde treffen, Kontakte kn\u00fcpfen \u2013 ohne Angst davor zu haben, verh\u00f6rt oder verhaftet zu werden.<\/p>\n<p>Aktuell gibt es nur noch eine schwule Disco, den unscheinbaren Kellerclub Casta Diva, der in einer ab\u00adgelegenen Wohngegend von Minsk untergebracht ist. Der Eingang befindet sich im Erdgeschoss eines Plattenbau-\u00adWohnhauses. \u00dcber der T\u00fcr ist lediglich ein schriftloses Schild angebracht, auf dem Popstar Madonna abgebildet ist.<\/p>\n<p><b>Schwulenm\u00f6rder zu drei Jahren Gef\u00e4ngnis verurteilt<\/b><br \/>\nGenau an diesem Ort ereignete sich in der Nacht zum 26. Mai 2014 ein schweres, verh\u00e4ngnisvolles Verbrechen. Michail Pischtschewskij besuchte an diesem Abend das Casta Diva und wurde beim Verlassen des Clubs von einer Gruppe gewaltt\u00e4tiger M\u00e4nner zun\u00e4chst als \u00abSchwuchtel\u00bb beschimpft, den man \u00abaufspiessen\u00bb m\u00fcsse, und dann von einem Angreifer, Dmitrij Lukaschewitsch, brutal niedergestreckt. Michail st\u00fcrzte durch die Schl\u00e4ge auf den Boden. Als die Gruppe des 29-j\u00e4hrigen Angreifers merkte, dass das Opfer ernsthaft verletzt war, fl\u00fcchteten sie vom Tatort. Aus sicherer Entfernung beobachteten sie jedoch die Ankunft der Polizei und des Rettungsdienstes. Einer der Augenzeugen bemerkte das Versteck des T\u00e4ters und \u00fcbergab ihn der Polizei.<\/p>\n<p>Die \u00c4rzte fanden Michail in einem \u00e4usserst kritischen Zustand vor. Die Verletzungen des jungen Mannes waren so massiv, dass in einer Operation rund 20\u2006% des Gehirns entfernt werden mussten. Michail lag einen Monat lang im Koma, ihm wurden nur geringe \u00dcberlebenschancen einger\u00e4umt. Dennoch wachte er auf, befand sich jedoch weiterhin in einem koma\u00e4hnlichen Zustand.<\/p>\n<figure id=\"attachment_28767\" aria-describedby=\"caption-attachment-28767\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload size-full wp-image-28767\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 770 578'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Weissrussland-casta-diva.jpg\" alt=\"\" width=\"770\" height=\"578\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Weissrussland-casta-diva.jpg 770w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Weissrussland-casta-diva-400x300.jpg 400w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Weissrussland-casta-diva-300x225.jpg 300w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Weissrussland-casta-diva-768x576.jpg 768w\" data-sizes=\"(max-width: 770px) 100vw, 770px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-28767\" class=\"wp-caption-text\">Unscheinbarer Eingang, wenig G\u00e4ste: Das \u00abCasta Diva\u00bb ist der einzige Gayclub<br \/>in Minsk, hat in der Community jedoch einen schlechten Ruf. (Foto: Stephan L\u00fccke)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Anfang 2015 wurde der T\u00e4ter wegen \u00abHooliganismus\u00bb zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und einer Geldstrafe verurteilt, obwohl das Strafmass bis zu drei Jahre betr\u00e4gt. Als erschwerenden Umstand betrachtete das Gericht lediglich die Alkoholisierung des Beschuldigten zum Tatzeitpunkt. Davon, dass das Verbrechen aus Intoleranz gegen\u00fcber der sexuellen Orientierung des Opfers ver\u00fcbt wurde, war keine Rede \u2013 trotz darauf hindeutender Zeug*innenaussagen.<\/p>\n<p>Lukaschewitsch kam bereits im August 2015 im Zuge einer landesweiten Amnestie wieder aus der Haft frei \u2013zum Entsetzen vieler Beobachter. Kurze Zeit sp\u00e4ter, am 27. Oktober 2015, starb Michail Pischtschewskij im Alter von 34 Jahren infolge seiner schweren Verletzungen. Dies veranlasste die weissrussischen Beh\u00f6rden, erneut Ermittlungen gegen Lukaschewitsch aufzunehmen. Mord lautete nun der Vorwurf. Der T\u00e4ter wurde schliesslich zu drei weiteren Jahren Gef\u00e4ngnis und einer h\u00f6heren Geldstrafe verurteilt.<\/p>\n<p><b>Die Akzeptanz w\u00e4chst<\/b><br \/>\nEin Zeichen f\u00fcr mehr Gerechtigkeit in Weissrussland, auch gegen\u00fcber Homosexuellen? \u00abWohl kaum\u00bb, sagt Andrei Zavalei trocken. \u00abWenn \u00fcberhaupt, ist es allenfalls ein schwaches Zeichen, dass sich die Dinge in unserem Land \u00e4ndern.\u00bb<\/p>\n<p>Positiv bewertet Andrei jedoch die Reaktionen der weissrussischen \u00d6ffentlichkeit. \u00abEs haben sich viele Menschen zu Wort gemeldet und sich mit dem Verstorbenen und seiner Familie solidarisiert\u00bb, so das Mitglied der 2014 gegr\u00fcndeten Initiative \u00abMakeout\u00bb, die mit einem Onlinemagazin und verschiedenen Veranstaltungen derzeit einen wichtigen Beitrag f\u00fcr mehr Sichtbarkeit der LGBT-Community in Weissrussland leistet. \u00abViele kritisierten beispielsweise, dass Lukaschewitsch weiterhin f\u00fcr Hooliganismus verurteilt wurde und nicht f\u00fcr das, was er getan hat, n\u00e4mlich einen Mord. Ich bin vorsichtig mit Verallgemeinerungen, doch insgesamt beobachte ich eine etwas toleranter werdende Gesellschaft in Weissrussland.\u00bb<\/p>\n<blockquote><p>Von beginnender Toleranz gegen\u00fcber Schwulen und Lesben w\u00fcrde ich noch nicht sprechen, aber die Weissrussen werden zumindest gelassener, was dieses Thema angeht<\/p><\/blockquote>\n<p>Zu einer \u00e4hnlichen Analyse kommt auch Smizjer Schamtschuschnikau. \u00abVon beginnender Toleranz gegen\u00fcber Schwulen und Lesben w\u00fcrde ich noch nicht sprechen, aber die Weissrussen werden zumindest gelassener, was dieses Thema angeht\u00bb, so Smizjer. Insbesondere die positiven Reaktionen seiner Freunde h\u00e4tten ihm jedoch gezeigt, dass sich zumindest bei der j\u00fcngeren Generation etwas bewege. \u00abDie Akzeptanz w\u00e4chst, auch wenn viele mit Homosexualit\u00e4t weiterhin Probleme haben.\u00bb<\/p>\n<figure id=\"attachment_28766\" aria-describedby=\"caption-attachment-28766\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload size-full wp-image-28766\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 770 513'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Weissrussland-makeout.jpg\" alt=\"\" width=\"770\" height=\"513\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Weissrussland-makeout.jpg 770w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Weissrussland-makeout-400x266.jpg 400w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Weissrussland-makeout-300x200.jpg 300w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Weissrussland-makeout-768x512.jpg 768w\" data-sizes=\"(max-width: 770px) 100vw, 770px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-28766\" class=\"wp-caption-text\">Die Initiative \u00abMakeout\u00bb greift mit einem Onlinemagazin und Veranstaltungen LGBT-Themen auf. (Bild: motolyanets)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Smizjers Res\u00fcmee f\u00e4llt ern\u00fcchternd aus: \u00abF\u00fcr einen schwulen oder bisexuellen Mann ist es kompliziert, in Weissrussland zu leben, doch es ist m\u00f6glich.\u00bb Dennoch m\u00f6chte er in absehbarer Zeit in ein anderes Land gehen, um sich weiterzuentwickeln und Neues kennen zu lernen. Smizjer: \u00abIch kann mir beispielsweise gut vorstellen, nach Deutschland zu gehen und dort mein Medizinstudium abzuschliessen.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weissrussland gilt als eines der homophobsten L\u00e4nder Europas. 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