{"id":26150,"date":"2018-01-04T12:50:40","date_gmt":"2018-01-04T11:50:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mannschaft.com\/?p=26150"},"modified":"2023-01-11T08:55:44","modified_gmt":"2023-01-11T07:55:44","slug":"das-leben-als-escort-ist-stressig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/das-leben-als-escort-ist-stressig\/","title":{"rendered":"\u00abDas Leben als Escort ist stressig\u00bb"},"content":{"rendered":"<h3>Mehrere hundert m\u00e4nnliche Escorts bieten in Z\u00fcrich ihre Dienste an. F\u00fcr manche ist es ein lukrativer Nebenerwerb, f\u00fcr andere ein notwendiges Mittel zur Existenzsicherung. Die MANNSCHAFT sprach mit zwei von ihnen \u00fcber ihren Alltag als Sexarbeiter.<\/h3>\n<p>F\u00fcnf Jahre ist es nun her, seit der Autor Oliver Demont \u00abM\u00e4nner kaufen\u00bb ver\u00f6ffentlichte \u2013 ein Buch, das die M\u00e4nnerprostitution in der Limmatstadt beleuchtet. Sp\u00e4testens seit Erscheinen dieses Buches ist es ein offenes Geheimnis: Der \u00abPredigerhof\u00bb im Z\u00fcrcher Niederdorf ist eines jener Lokale, in denen sich Sexarbeiter und Freier begegnen. Markus Stehle und Greg Zwygart verbrachten je einen Abend in der Bar, um Escorts zu treffen und sich mit ihnen \u00fcber deren Beruf zu unterhalten. Was sie dabei erfuhren, schildern sie in ihren Erfahrungsberichten.<\/p>\n<p><strong>Alexi<\/strong><br \/>\nIn meiner Vorstellung war alles ganz einfach: Ich w\u00fcrde in den \u00abPredigerhof\u00bb hineinspazieren, auf einen der jungen M\u00e4nner zugehen und ihn fragen, ob ich ihn interviewen d\u00fcrfte. Offen und direkt, kein Problem. Jetzt sitze ich an der Bar des Lokals, und mein Mut hat mich verlassen. Es ist kurz vor 22 Uhr, an einem Mittwochabend Anfang M\u00e4rz. Der Predigerhof ist relativ gut gef\u00fcllt: In der Mitte des Raums zu meiner Linken steht ein grosser, ovaler Tisch, um den zehn M\u00e4nner stehen und sitzen. Die meisten von ihnen sind jung, schlank und tragen modische Kleidung, ich sch\u00e4tze sie auf Anfang bis Mitte zwanzig. Einige von ihnen sprechen am einen Ende des Tisches mit drei M\u00e4nnern mittleren Alters, vor allen steht ein Bier oder ein Longdrink. Es wird gelacht, ab und an f\u00e4llt ein Spruch, gelegentlich bleibt eine Hand auf einem fremden Knie oder Arm liegen.<\/p>\n<p>Am anderen Ende der Tafel sitzt ein zweites Gr\u00fcppchen junger M\u00e4nner, drei an der Zahl. Manchmal lassen sie ihren Blick durch den Raum schweifen, meistens aber unterhalten sie sich in einer Sprache, die ich nicht verstehe, und schauen dabei auf ihre Smartphones. Rechts von mir an der Bar noch einmal drei M\u00e4nner, alle etwas \u00e4lter, und schliesslich, alleine an einem Tischchen, sitzt ein einzelner Gast, der ebenfalls mit seinem Handy besch\u00e4ftigt ist. Dann betritt jemand die Bar, der Neuank\u00f6mmling wird mit K\u00fcsschen, einer Umarmung oder einem kurzen Satz von den anderen begr\u00fcsst. Die Stimmung ist relativ locker, die meisten hier scheinen sich zu kennen.<\/p>\n<p>Was mich betrifft, so f\u00fchle ich mich etwas verloren. Mit der einen Hand umklammere ich mein Telefon, in der anderen Hand halte ich ein Bier, das ich schneller trinke als gew\u00f6hnlich. Es f\u00e4llt mir nicht leicht, auf einen der jungen M\u00e4nner zuzugehen. Was soll ich schon sagen? \u00abHallo, du bist doch sicher ein Stricher \u2013 darf ich dir ein paar Fragen stellen?\u00bb Doch dann l\u00f6st sich das Problem von selbst, als neben mir pl\u00f6tzlich ein Mann erscheint. Er tr\u00e4gt Bart, ein Baseball-Cap, Jeans und T-Shirt, l\u00e4chelt mich freundlich an und fragt mich nach meinem Namen. Und was ich denn hier wolle \u2013 Sex, vielleicht? Eigentlich, antworte ich, w\u00fcrde ich lieber mit ihm \u00fcber seine Arbeit und sein Leben hier in der Schweiz sprechen. F\u00fcr einen kurzen Moment h\u00e4lt er inne, dann meint er: \u00abKein Problem\u00bb. Und so setzen wir uns in eine ruhige Ecke und beginnen, miteinander zu reden.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/italien-escort-outet-34-katholische-priester\/\">Italien: Escort outet 34 katholische Priester<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Alexi* stammt aus Sofia, der Hauptstadt Bulgariens. Er ist 33-j\u00e4hrig und seit Januar in der Schweiz. Sein Deutsch ist etwas gebrochen, dennoch kann man sich gut mit ihm unterhalten. \u00abDie Sprache habe ich erst zu lernen begonnen, als ich hier ankam\u00bb, sagt er. Auf meinen \u00fcberraschten Gesichtsausdruck hin l\u00e4chelt er und meint, er lerne schnell. \u00abIch l\u00fcge nicht, ganz ehrlich.\u00bb Noch im Verlauf des Monats wird Alexi in die Heimat zur\u00fcckkehren \u2013 ja, er sei als Tourist hier \u2013, doch bereits im April will er erneut in die Schweiz reisen und weiterhin nach einem Job in einem Restaurant Ausschau halten. \u00abIch bin gelernter Koch\u00bb, sagt Alexi. \u00abMit der Stellensuche hat es noch nicht geklappt, deshalb arbeite ich als Escort.\u00bb<\/p>\n<p>Die Frage, ob er schwul sei, bejaht er. Das ist insofern nicht selbstverst\u00e4ndlich, als gelegentlich auch heterosexuelle M\u00e4nner auf dem Schwulenstrich anschaffen. \u00abDiejenigen Escorts, die ich kenne, sind alle gay\u00bb, erkl\u00e4rt Alexi, und er kennt viele. Sie stammen aus aller Herren L\u00e4nder, Brasilien, Marokko, Kolumbien oder der T\u00fcrkei. Freundschaftlich verbunden ist er dabei mit keinem. \u00abWir begr\u00fcssen uns, halten einen kurzen Smalltalk \u2013 das w\u00e4r\u2019s dann, alles sehr oberfl\u00e4chlich.\u00bb Ob die Konkurrenz unter den Escorts gross sei, will ich wissen. \u00abF\u00fcr mich nicht \u2013 ich habe einen grossen Schwanz, das hilft\u00bb, sagt Alexi lachend \u2013 und h\u00e4lt mir zum Beweis sogleich ein Bild unter die Nase, das den Wahrheitsgehalt seiner Aussage best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Ich spreche ihn auf seine Kunden an. Er habe \u00abvielleicht f\u00fcnf pro Woche\u00bb, so Alexi, manchmal aber auch weniger. Er empf\u00e4ngt sie in seinem Hotelzimmer, das er ganz in der N\u00e4he des Predigerhofs mietet. Kostenpunkt f\u00fcr die Unterkunft: 100 Franken pro Nacht. \u00abDer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Hotels weiss, was ich mache. Er bereitet mir keine Schwierigkeiten.\u00bb Im Gegenteil, der Manager sei ein netter Typ, der ihm ab und zu auch einen Kaffee spendiere. Und wie sehen Alexis Bedingungen aus? \u00abF\u00fcr eine Stunde verlange ich 300 Franken. Das beinhaltet Massage, blasen, ficken und spritzen\u00bb.<\/p>\n<p>Er erkl\u00e4rt, dass er beim Analverkehr ausschliesslich den aktiven Part \u00fcbernehme, und stellt eines sofort klar: \u00abIch mache es nur mit Kondom.\u00bb Zwar w\u00fcrden sich viele potenzielle Freier dahingehend erkundigen, ob er auch ungesch\u00fctzt mit ihnen schlafe. F\u00fcr Alexi kommt das aber nicht in Frage. \u00abSoll ich f\u00fcr ein paar hundert Franken das Risiko eingehen, krank zu werden?!\u00bb Das lohne sich nicht. \u00abMeistens sagen sie dann, sie seien sauber \u2013 aber das glaube ich nicht\u00bb, f\u00e4hrt er fort. Und f\u00fcgt an, dass ihm aufgrund seiner Einstellung viel Geld entginge. \u00abWenn ich ihnen klarmache, dass ohne Kondom nichts l\u00e4uft, verlieren viele das Interesse und gehen.\u00bb<\/p>\n<blockquote><p>Viele potenzielle Freier erkundigen sich dahingehend, ob er auch ungesch\u00fctzt mit ihnen schlafe.<\/p><\/blockquote>\n<p>Seine Kundschaft besteht mehrheitlich aus bi- oder homosexuellen M\u00e4nnern, \u00abviele von ihnen haben zuhause Frau und Kinder\u00bb, so Alexi. \u00abEs geht ihnen nicht immer nur um Sex, zum Teil wollen sie einfach reden.\u00bb Wor\u00fcber denn, frage ich. \u00abImmer dasselbe\u00bb, lautet die Antwort. \u00abSie beklagen sich \u00fcber ihren Job, \u00fcber ihre Familien \u2013 was soll ich dazu schon sagen, ausser, dass es mir Leid tut?\u00bb Die meisten Kunden seien nett und respektvoll, Gewalt habe er noch nie erlebt, versichert er. Dennoch wird schnell klar, dass seine Arbeit eine Belastung f\u00fcr ihn darstellt. \u00abEs ist katastrophal\u00bb, sagt er, und macht eine spontane Handbewegung Richtung Bar, wo ein paar \u00e4ltere M\u00e4nner stehen. \u00abManchmal entsprechen die Kunden zwar durchaus meinem Typ, dann ist es okay.\u00bb Schlimm sei es aber, wenn eine \u00abalte, stinkende Person\u00bb zu ihm komme. Ausserdem, f\u00fchrt er aus, sei er schon zweimal um sein Geld geprellt worden. \u00abEiner ist nach dem Ficken einfach verschwunden, ohne zu bezahlen.\u00bb Der andere erz\u00e4hlte ihm, er m\u00fcsse schnell zum Bankomaten, und kam nicht zur\u00fcck. \u00abWas will ich machen?\u00bb, sagt Alexi und zuckt mit den Schultern.<\/p>\n<p>Zigarettenpause, wir gehen nach draussen. Wie wir vor der Bar stehen, weist Alexi mit dem Kopf quer \u00fcber die Strasse zum Z\u00e4hringerplatz, wo eine Treppe zum \u00fcberdachten Eingang der Z\u00fcrcher Zentralbibliothek hochf\u00fchrt. \u00abDort habe ich schon geschlafen\u00bb, erz\u00e4hlt er. Ich bin schockiert, woraufhin er erkl\u00e4rt, nun ja, er habe schon zweimal den Zimmerschl\u00fcssel verloren, und im Hotel sei die Rezeption nach 22 Uhr nicht mehr besetzt. \u00abDann habe ich die Nacht eben draussen verbracht.\u00bb In der Januark\u00e4lte, w\u00e4hrend Schnee fiel. Erneut zuckt Alexi mit den Schultern und meint, das sei kein Problem, \u00abich bin ein starker Mann\u00bb. Und \u00fcberhaupt \u2013 er kenne die Misere, habe schon vieles gesehen. \u00abDas ist das Leben eines Escorts, verstehst du? Wenn die Kunden ausbleiben, dann hast du kein Geld.\u00bb So einfach sei das. \u00abIch weiss, was es heisst, hungrig zu sein.\u00bb Auf die Frage, was und wo er denn jeweils esse, antwortet er mit \u00abD\u00f6ner und Eistee\u00bb. Die Tatsache, dass Alexi wom\u00f6glich seit Wochen keine selbstgekochte Mahlzeit mehr zu sich genommen hat, hebt meine Stimmung nicht gerade, um es milde auszudr\u00fccken.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck am Tisch. Alexi erz\u00e4hlt, wie er seine Kunden akquiriert. \u00abDas Meiste findet online statt, auf PlanetRomeo zum Beispiel. Das funktioniert am besten.\u00bb In seinen Profilen gibt er sich klar als Escort zu erkennen. \u00abSo wissen die Leute von Anfang an, was Sache ist.\u00bb Alexi verbringt viel Zeit auf den Apps, schreibt mit potenziellen Kunden hin und her. Allzu hoch ist die Erfolgsquote nicht, \u00abdie meisten wollen dann doch nicht\u00bb, meint er. Noch schwieriger sei es, die Freier im direkten Kontakt in der Bar anzuwerben.<\/p>\n<p>Viele w\u00fcrden mit den Escorts reden, etwas trinken, zum Teil stundenlang. \u00abDoch pl\u00f6tzlich heisst es, sie seien m\u00fcde. Sie gehen, du selbst kannst nichts machen.\u00bb Alexi sagt es ganz unverbl\u00fcmt: \u00abEscort zu sein bedeutet Stress f\u00fcr mich \u2013 fast jeden Tag muss ich mich fragen, ob genug Geld da ist, um das Hotel zu bezahlen, um Essen zu kaufen.\u00bb Er verdiene nicht sehr viel, \u00ababer immer noch mehr als in Bulgarien\u00bb, wie er klarstellt. In seiner Heimat arbeitet er bereits seit acht Jahren als Escort, nun geht er dieser T\u00e4tigkeit zum ersten Mal im Ausland nach. \u00abZuhause bin ich gelassener, weniger nerv\u00f6s\u00bb, sagt er. \u00abAber ich habe dort einfach zu wenig Einkommen.\u00bb Anstrengend sind f\u00fcr Alexi nicht nur die finanziellen Sorgen, auch das Fehlen sozialer Kontakte setzt ihm zu. Er hat \u00abeigentlich keine Freunde hier\u00bb, wie er sagt, und so verbringt er den Grossteil seiner Tage im Hotelzimmer, f\u00fcr Ausfl\u00fcge fehlt schlicht das Geld. \u00abDie ganze Zeit im Zimmer \u2013 das ist scheisse.\u00bb<\/p>\n<p>Schliesslich kommen wir auf seine Familie zu sprechen. Vor dieser h\u00e4lt Alexi geheim, dass er als Escort arbeitet. \u00abIch sage einfach, dass ich im Restaurant eine Stelle habe.\u00bb Auch dass er schwul ist, wissen seine Verwandten nicht. Alexi lebt alleine in Sofia, einen Freund hat er nicht. Warum er nicht out sei? Nun, so genau k\u00f6nne er das nicht sagen. Seine Familie h\u00e4tte zwar keine Probleme mit Schwulen, meint er, und wirkt dabei noch nachdenklicher als zuvor. Trotzdem, er k\u00f6nne die Reaktionen nicht absch\u00e4tzen. \u00abMeine Mutter, zum Beispiel &#8230; vielleicht w\u00e4re sie traurig oder w\u00fctend\u00bb. Ob ich ihn fragen d\u00fcrfe, wovon er tr\u00e4umt? \u00abIch will einfach ein ruhiges Leben f\u00fchren k\u00f6nnen\u00bb, antwortet Alexi. \u00abUnd eine Person finden, die ich wirklich liebe.\u00bb Auch Kinder h\u00e4tte er gerne. \u00abWenn ich gestorben bin, soll in ihnen weiterleben, was ich ihnen beigebracht habe.\u00bb<\/p>\n<p>Ich danke Alexi f\u00fcr das offene Gespr\u00e4ch und beginne, meine Sachen zu packen. Dabei merke ich, dass mir die Unterhaltung von eben ziemlich nahe geht. In den letzten eineinhalb Stunden sass mir ein ausgesprochen sympathischer und reflektierter Mann gegen\u00fcber, der \u00e4usserlich stark, gleichzeitig aber sanftm\u00fctig und verletzlich wirkt. F\u00fcr mich erhielten Worte wie \u00abSexarbeiter\u00bb oder der bisweilen salopp und absch\u00e4tzig dahingesagte Ausdruck \u00abStricher\u00bb ein Gesicht an diesem Abend, sie wurden menschlich. Zu erfahren, welche Schicksale sich hinter diesen Begriffen mitunter verbergen, hat mich \u2013 um ganz ehrlich zu sein \u2013 betroffen gemacht. Wir stehen auf und treten in die Nacht hinaus. \u00abIch muss da lang\u00bb, sagt Alexi, l\u00e4chelt und zeigt Richtung Limmat. Wir verabschieden uns mit einer kurzen Umarmung, dann geht jeder seines Weges.<\/p>\n<p><strong>Dorin<\/strong><br \/>\nEs ist Dienstagabend, 20 Uhr. Wohl noch ziemlich fr\u00fch, denke ich, als ich den Predigerhof betrete. An der Bar bestelle ich ein Bier und setze mich an das eine Ende des l\u00e4nglichen Tischs, der in der Mitte des Lokals steht. Zehn St\u00fchle rundherum sollen wohl daf\u00fcr sorgen, dass G\u00e4ste einfacher miteinander ins Gespr\u00e4ch kommen. Am anderen Ende sitzen vier junge M\u00e4nner, die lebhaft in einer osteurop\u00e4ischen Sprache diskutieren, gleichzeitig tippen sie etwas in ihre Smartphones oder scrollen durch irgendeinen Feed. Bulgaren? Rum\u00e4nen? Sie w\u00fcrdigen mich keines Blickes, weder als ich mich setze, noch als mir der Barkeeper das bestellte Bier bringt. In regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden erklingt der bekannte Benachrichtigungston einer schwulen Dating-App.<\/p>\n<p>In der Ecke am Fenster ersp\u00e4he ich den Bulgaren, mit dem Markus letzte Woche gesprochen hat. Damit ich ihn versehentlich nicht auch noch interviewe, hatte mir Markus in weiser Voraussicht dessen Facebookprofil gezeigt. An der Wand hinter mir sitzt ein schwarzhaariger junger Mann mit einem kurzen, leicht struppigen Bart, sein Blick ist ebenfalls auf das Smartphone gebannt. An einem anderen Tisch wechseln zwei \u00e4ltere M\u00e4nner \u2013 offensichtlich Einheimische \u2013\u00a0 in unregelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden ein paar Worte und starren dabei auf ihre halbleeren Gl\u00e4ser. Ich sch\u00e4tze sie auf Ende sechzig.<\/p>\n<p>Ich stelle mir einen Schlachtplan zusammen. Mit dem Bulgaren Alexi hat Markus bereits gesprochen. Die vier M\u00e4nner an meinem Tisch scheinen zu fest mit sich selbst und ihren Smartphones besch\u00e4ftigt. Der Schwarzhaarige sitzt alleine und ist sicherlich \u2013 wie alle anderen M\u00e4nner hier unter 35 \u2013 nicht zum Vergn\u00fcgen hier. Mit der \u00dcberzeugung, dass er hier auf Arbeit ist, spreche ich ihn an.<\/p>\n<p>Wir kommen \u00fcberraschend schnell ins Gespr\u00e4ch. Der junge Mann entpuppt sich als T\u00fcrke, der f\u00fcr ein paar Wochen zu Besuch aus M\u00fcnchen ist. Allerdings ist sein Deutsch ziemlich schlecht und wir k\u00f6nnen uns nur bedingt verst\u00e4ndigen. Ob er vielleicht Englisch bevorzugt? \u00abNein, Deutsch\u00bb, sagt er. Wo er denn wohne, will ich wissen. Bei Freunden in Winterthur, erwidert er. Das macht mich stutzig, verf\u00fcgen doch die meisten Sexarbeiter, die in dieser Bar anschaffen, \u00fcber eine Bleibe in unmittelbarer N\u00e4he, wohin sie sich mit einem Freier z\u00fcgig zur\u00fcckziehen k\u00f6nnen. In einer Stadt zu wohnen, die eine halbe Stunde Zugfahrt von Z\u00fcrich entfernt ist, scheint unpraktisch. Unsere Konversation ist sehr einseitig. Ich frage, er antwortet. Manchmal besteht seine Antwort nur aus einem L\u00e4cheln und einem Schulterzucken. Dazwischen herrschen Momente betretener Stille. Ob er denn schwul sei, frage ich. Er nickt, sein Freund sei in M\u00fcnchen. Ich erz\u00e4hle von mir und meinem Freund. Schweigen. Wie es ihm in Z\u00fcrich denn so gefalle, was er hier denn so alles gesehen habe, will ich wissen. Ein L\u00e4cheln und ein Schulterzucken.<\/p>\n<p>Ich beschliesse, mit der T\u00fcr ins Haus zu fallen. Ich w\u00fcrde M\u00e4nner suchen, die f\u00fcr Geld Sex mit M\u00e4nnern haben. Ich sei Journalist und bereit, f\u00fcr ein kurzes Interview auch zu zahlen. Wieviel, fragt der T\u00fcrke schliesslich. 50 Franken, antworte ich. Schweigen. \u00abSchl\u00e4fst du mit M\u00e4nnern f\u00fcr Geld?\u00bb, frage ich z\u00f6gerlich. Er k\u00f6nnte mir jetzt auch einfach eine reinhauen, denke ich mir. Er sch\u00fcttelt langsam den Kopf. Er habe eine Freundin, sagt er mir.<\/p>\n<p>Ich gebe auf. Vielleicht sind 50 Franken schlicht und einfach zu mickrig. H\u00e4tte er meine Fragen \u00fcberhaupt verstanden? Den Verdacht, dass er als armer Tourist in der falschen Bar gelandet sein k\u00f6nnte, verwerfe ich wieder. Die Indizien, die dagegen sprechen, sind zu eindeutig. Wir schweigen beide vor uns hin. Kurz darauf steht er auf, nimmt seine Jacke und seine Cola und setzt sich an einen anderen Tisch.<\/p>\n<p>Und was jetzt, frage ich mich. An der Konstellation hat sich nichts ge\u00e4ndert. Die vier jungen M\u00e4nner am anderen Ende meines Tisches schwatzen ununterbrochen weiter, Smartphones in den H\u00e4nden, und die alten M\u00e4nner starren in die nun leeren Gl\u00e4ser auf ihrem Tisch. Auch Alexi ist weiterhin mit seinem Handy besch\u00e4ftigt. Ob sich Freier \u00fcber das Aufkommen der Dating-Apps und des Internets \u00e4rgern? Oder ob sie sich ihren Escort bequem mit einem Fingerwisch nach Hause bestellen? Ich stelle mir vor, dass es in dieser Bar vor zwanzig Jahren ziemlich lebhaft zu- und hergegangen sein muss.<\/p>\n<p>Fast eine Stunde vergeht, in der nichts wirklich geschieht. Ich bestelle mir ein zweites Bier, verfolge als Einziger das Eishockeyspiel im Fernseher an der Wand und spiele mit dem Gedanken, den Versuch abzubrechen. Markus hatte es ja einfach, grummle ich vor mich hin.<\/p>\n<p>Alexi steht auf und geht zu den M\u00e4nnern an meinem Tisch. Er wechselt ein paar Worte mit ihnen. Lachen und gegenseitiges Schulterklopfen \u2013 man scheint sich zu kennen. Mir f\u00e4llt auf, dass alle jungen M\u00e4nner in dieser Bar eine Cola trinken. Bei den \u00e4lteren Herren ist es ein Bier, ein Glas Weisswein oder ein Tee.<\/p>\n<p>Ich fasse den Entschluss, Alexi anzusprechen und mich als Kollegen von Markus \u00abzu erkennen\u00bb zu geben. Vielleicht kann er mich ja seinen Kumpels vorstellen. Doch bevor ich handeln kann, verabschiedet sich Alexi von der Gruppe, packt seine Jacke und geht. Ein Kundenbesuch?<\/p>\n<p>Verdammt. Ich sch\u00fcttle den Kopf \u00fcber meine langsame Reaktionsf\u00e4higkeit, als ein Herr \u2013 ich sch\u00e4tze ihn um die 60 \u2013 die Bar betritt. Er ist grossgewachsen, mit einem vollen Schopf graumelierter Haare. Trotz kugelrundem Bierbauch macht er einen stattlichen Eindruck in seinem Mantel und dem geb\u00fcgelten dunklen Hemd. Einer der vier M\u00e4nner am unteren Tisch blickt augenblicklich auf und verfolgt den Herren mit seinen Augen wie ein L\u00f6we die Gazelle, die nichtsahnend am Wasserloch trinkt. Der Mann bestellt sich ein Glas Sekt an der Bar und setzt sich \u2013 ausgerechnet \u2013mir gegen\u00fcber. Im gleichen Augenblick rutscht der junge Mann einen Barstuhl r\u00fcber und sitzt so direkt neben ihm, die Augen immer noch gebannt auf den Neuank\u00f6mmling gerichtet.<\/p>\n<p>\u00abHallo, wer bist du? Ich bin Dorin. Sprichst du italienisch?\u00bb, sagt der J\u00fcngling, kaum hat sich der andere gesetzt, und streckt seine Hand aus. Hier wird nicht lange gefackelt.\u00a0Der Mann mit dem Bierbauch spricht ausgesprochen gut Italienisch und stellt sich als Michael vor. Da sich die ganze Szene unmittelbar vor meiner Nase abspielt und ich gl\u00fccklicherweise ein Jahr lang unsere dritte Landessprache gelernt habe, kann ich dem Gespr\u00e4ch relativ gut folgen. Dorin ist Rum\u00e4ne \u2013 ein schlanker Mann mit dunklen Augenbrauen und hellbraunen Haaren, etwa Mitte zwanzig. Er bestellt sich ein Wodka-Redbull, ein fragender Blick vom Bartender wird von Michael mit einem Nicken quittiert.<\/p>\n<p>\u00abWie alt bist du?\u00bb will Dorin wissen. Als Michael \u00ab62\u00bb erwidert, sagt er: \u00abIch h\u00e4tte dich h\u00f6chstens auf 55 gesch\u00e4tzt!\u00bb Der Rum\u00e4ne weiss, wie man \u00e4ltere Herren um den Finger wickelt. Eine ganze Weile geht das so hin und her, bis sich Michael schliesslich zu mir dreht, mir direkt in die Augen schaut, und auf Schweizerdeutsch sagt: \u00abDer hier ist ein bisschen aufdringlich.\u00bb\u00a0Erst jetzt d\u00e4mmert mir, dass mich Michael f\u00fcr einen Sexarbeiter h\u00e4lt. Und Dorin sieht in mir wohl die knallharte Konkurrenz, wie sein teils verwirrter, teils ver\u00e4rgerter Blick verr\u00e4t.<\/p>\n<figure id=\"attachment_26151\" aria-describedby=\"caption-attachment-26151\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload size-full wp-image-26151\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 770 1154'%2F%3E\" data-src=\"http:\/\/www.mannschaft.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Escort-1.jpg\" alt=\"\" width=\"770\" height=\"1154\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Escort-1.jpg 770w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Escort-1-400x599.jpg 400w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Escort-1-200x300.jpg 200w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Escort-1-768x1151.jpg 768w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Escort-1-683x1024.jpg 683w\" data-sizes=\"(max-width: 770px) 100vw, 770px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-26151\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Barbara Hess, pictura.ch<\/figcaption><\/figure>\n<p>Na dann, spielen wir das Spielchen doch mit. Michael und ich stellen uns einander vor. Mehr muss ich gar nicht sagen, denn er plappert einfach drauf los. Er erz\u00e4hlt von der Fasnacht** in Basel, von US-Pr\u00e4sident Trump und fragt sich, wann man ihm wohl das Handwerk legen werde. Wir witzeln dar\u00fcber, dass am Fernsehen Eishockey l\u00e4uft und sich keine Sau hier drin daf\u00fcr interessiere. Dorin kann einem Leid tun. Er schaut abwechslungsweise Michael und mich an und lacht, wenn wir es tun. Ein paar Mal versucht er, sich bei Michael mit einer Frage auf italienisch ins Gespr\u00e4ch zu bringen, doch dieser h\u00e4lt sich jeweils knapp, den Blick stets mir zugewandt.\u00a0\u00abUnd, was bringt dich denn hierher?\u00bb, fragt Michael. Ich entscheide mich daf\u00fcr, ehrlich zu sein. Schliesslich bin ich nicht f\u00fcr Smalltalk hier und will auch nicht Dorins Gesch\u00e4ft vermiesen. \u00abIch bin ein Journalist und schreibe einen Artikel \u00fcber das Treiben in dieser Bar\u00bb, sage ich.\u00a0\u00abAha!\u00bb, sagt Michael laut und zeigt mit dem Finger auf mich, als h\u00e4tte er es gerade erraten. Ob er nun aufsteht und geht? Im Gegenteil: Er plaudert aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen. Vielleicht suchen die alten M\u00e4nner hier nebst physischer N\u00e4he einfach nur ein bisschen Aufmerksamkeit?<\/p>\n<p>Michael ist Augenarzt. \u00abNicht in Z\u00fcrich, ehm \u2026 ausserhalb\u00bb, sagt er und gestikuliert mit seiner Hand in eine unbestimmte Richtung. Er ist unverheiratet, f\u00fcr \u00abdieses Beziehungsdings habe ich keine Nerven.\u00bb Seit meinem Coming-out als Vertreter der Presse geniesse ich die Angaben zu seiner Person mit Vorsicht, sie k\u00f6nnten gerade so gut frei erfunden sein. \u00ab\u00c8 un giornalista\u00bb, sagt er zu Dorin, dessen Miene sich augenblicklich aufhellt.<\/p>\n<p>Michael ist oft in dieser Bar unterwegs, sicherlich jede zweite Woche. Doch zum Sex mit einem Stricher kommt es h\u00f6chstens alle zwei Monate. Diesen \u00abSpass\u00bb lasse er sich gerne 200 Franken kosten. Das Verhandeln um Preis und Angebot findet hier in der Bar statt, die Verrichtung der Dienstleistung in einem Hotelzimmer in der N\u00e4he, wo der Escort \u00fcblicherweise wohnt.\u00a0\u00abOft wollen sie mir einfach eine erotische Massage geben, aber das will ich nicht\u00bb, sagt er. \u00abWas willst du denn?\u00bb frage ich. \u00abSex, einfach nur Sex. Richtigen Sex\u00bb, sagt Michael, als w\u00e4re es die selbstverst\u00e4ndlichste Forderung der Welt. \u00abUnd einen richtigen Mann.\u00bb Was denn ein richtiger Mann sei, will ich wissen. \u00abEiner, der nach einem Mann aussieht und den Schwanz hochkriegt.\u00bb Michael klingt wie ein genervter Kunde, der sich beim Kundendienst \u00fcber ein defektes Produkt beschwert. Die Frage, ob er sich selbst denn so attraktiv finde, dass junge M\u00e4nner gleich eine Latte kriegen, wenn sie ihn nackt sehen, erspare ich mir.<\/p>\n<p>Dorin hat es mittlerweile aufgegeben, das Gespr\u00e4ch an sich zu reissen, und sitzt wie ein treuer Hund neben seinem Herrchen. Aus den Augenwinkeln sehe ich, wie seine Hand auf Michaels Oberschenkel ruht. Er will sich einen zweiten Longdrink bestellen, doch dieses Mal winkt Michael ab, als der Bartender ihn fragend anschaut. \u00abGenug getrunken jetzt, ihr Stricher kostet schon so genug Geld\u00bb, sagt er auf Deutsch. Er steht auf und geht Richtung Toilette. Dorin l\u00e4sst ihn erst aus den Augen, als die T\u00fcr zuschl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Inzwischen hat sich die Bar langsam gef\u00fcllt. Sowohl junge als auch \u00e4ltere M\u00e4nner sind da. Einige stehen herum, andere sitzen alleine an einem Tisch oder haben bereits erste Bekanntschaften gemacht.<\/p>\n<p>Mit meinem k\u00fcmmerlichen Italienisch versuche ich, mich mit Dorin zu verst\u00e4ndigen. Er wohnt im Hotel um die Ecke und ist erst seit zehn Tagen in der Schweiz. Das Hotelzimmer kostet 75 Franken pro Nacht und Dorin hat heute noch kein Geld verdient. Das erkl\u00e4rt wohl seinen Eifer.\u00a0\u00abIn Rum\u00e4nien gibt es keine Arbeit und wenn es welche gibt, dann ist sie schlecht bezahlt\u00bb, sagt er. Er erkl\u00e4rt mir, dass er bisexuell und beim Sex nur aktiv sei. Ich frage, ob er denn nie ein Problem habe mit &#8230; mir fehlen die italienischen Worte daf\u00fcr und so richte ich zur Veranschaulichung einen gekr\u00fcmmten Finger auf. \u00abNie\u00bb, sagt er mit einem breiten Grinsen.<\/p>\n<p>Michael kommt von der Toilette zur\u00fcck, setzt sich aber nicht wieder zu uns, sondern gesellt sich zu einem jungen Mann an die Bar. Dorin hat verstanden. Schade, h\u00e4tte er doch bieten k\u00f6nnen, was Michael so dringend sucht. Dorin steht auf und setzt sich an einen anderen Tisch zu einem anderen Herren. Und so beginnt das Ganze wieder von vorne. Das Verhandeln von Preis und Angebot.<\/p>\n<p><em>** Fasching<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Folgende St\u00e4dte haben ein Projekt f\u00fcr m\u00e4nnliche Sexarbeiter<\/strong><\/p>\n<p><b>Berlin<\/b><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.subway-berlin.de\/?cat=16\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">subway-berlin.de<\/a><\/p>\n<p><b>Dortmund<\/b><br \/>\n<a href=\"http:\/\/neonlicht-dortmund.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">neonlicht-dortmund.de<\/a><\/p>\n<p><b>Essen<\/b><br \/>\n<a href=\"https:\/\/nachtfalke-ruhr.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">nachtfalke-ruhr.de<\/a><\/p>\n<p><b>Frankfurt<\/b><br \/>\nKISS \u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/www.frankfurt-aidshilfe.de\/content\/kiss\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">frankfurt-aidshilfe.de\/content\/kiss<\/a><\/p>\n<p><b>Hamburg<\/b><br \/>\n<a href=\"http:\/\/basis-projekt.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">basis-projekt.de<\/a><\/p>\n<p><b>K\u00f6ln<\/b><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.looks-ev.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">looks-ev.de<\/a><\/p>\n<p><b>M\u00fcnchen<\/b><br \/>\n<a href=\"http:\/\/marikas.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">marikas.de<\/a><\/p>\n<p><b>Stuttgart<\/b><br \/>\nCaf\u00e9 Strich-Punkt \u2013\u00a0<a href=\"http:\/\/www.verein-jugendliche.de\/home\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">verein-jugendliche.de<\/a><\/p>\n<p><b>Z\u00fcrich<\/b><br \/>\nHerrmann \u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/zah.ch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">zah.ch<\/a><\/p>\n<hr \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hunderte m\u00e4nnliche Escorts bieten in Z\u00fcrich ihre Dienste an. 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