{"id":25998,"date":"2017-12-22T17:58:08","date_gmt":"2017-12-22T16:58:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mannschaft.com\/?p=25998"},"modified":"2018-09-24T10:49:21","modified_gmt":"2018-09-24T08:49:21","slug":"bayern-sieht-keinen-grund-fuer-aktionsplan-gegen-homophobie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/bayern-sieht-keinen-grund-fuer-aktionsplan-gegen-homophobie\/","title":{"rendered":"Bayern sieht keinen Grund f\u00fcr Aktionsplan gegen Homophobie"},"content":{"rendered":"<p>Die Zahl der Gewalttaten gegen Schwule, Lesben und Trans* nimmt zu, auch in Bayern. Laut Innenministerium wurden 2007 nur vier F\u00e4lle gez\u00e4hlt, wie die <em>Bayerische Staatszeitung<\/em> berichtet, aber die Zahl stieg schon 2009 auf 15, 2013 auf 23 und im Jahr 2014 sogar auf 49 Straftaten. 2015 und 2016 sind die Straftaten &#8211; d.h. diejenigen, die angezeigt wurden &#8211; leicht auf 32 beziehungsweise 21 zur\u00fcckgegangen. Insgesamt gab es laut offizieller Statistik in den letzten zehn Jahren 16 Opfer von explizit homo- beziehungsweise transfeindlich motivierten Gewalttaten. Wie viele Verfahren eingeleitet und wie viele T\u00e4ter verurteilt wurden, kann das Ministerium leider nicht sagen.<\/p>\n<p>Nun sind offizielle Statistiken immer mit Vorsicht zu genie\u00dfen, denn die Dunkelziffer liegt nach Einsch\u00e4tzung von Experten deutlich h\u00f6her. Vielerorts trauen sich queere Menschen nicht zur Polizei zu gehen, weil sie dort f\u00fcrchten, nicht ernst genommen oder erneut diskriminiert zu werden.<\/p>\n<p>Die CSU-Staatsregierung sieht jedenfalls keinen Grund f\u00fcr einen eigenen Aktionsplan, berichtet die <em>Bayerische Staatszeitung<\/em>. Sprich: keinen Handlungsbedarf, um queere Personen besser zu sch\u00fctzen. Die Erkl\u00e4rung ist erstaunlich: \u201eEine spezielle Schwerpunksetzung w\u00fcrde den Blick auf das gesamte Spektrum polizeilicher Aufgaben verengen\u201c, hei\u00dft es in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von Ludwig Hartmann, dem Fraktionschef der Gr\u00fcnen im Bayerischen Landtag.<\/p>\n<p>Innenminister Joachim Herrmann von der CSU glaubt: \u201eBei allen Polizeipr\u00e4sidien in Bayern stehen die Beauftragten der Polizei f\u00fcr Kriminalit\u00e4tsopfer als Ansprechpartnerinnen f\u00fcr Gewaltopfer und damit auch allen transsexuell beziehungsweise homosexuell orientierten Personen zur Verf\u00fcgung\u201c, so der Minister. Eine eigene Ansprechstelle f\u00fcr diese Gruppe w\u00fcrde seiner Meinung nach \u201enur zur Stigmatisierung f\u00fchren\u201c.<\/p>\n<blockquote><p>Die Pr\u00e4ventions- und Beratungsarbeit der CSU-Regierung gegen Homo- und Transfeindlichkeit ist nicht existent<\/p><\/blockquote>\n<p>Hartmann (Gr\u00fcne) dagegen fordert, dass es auch in Bayern eigene LGBTI-Ansprechpersonen in Polizei und Staatsanwaltschaft gibt. In Berlin ist das seit 26 Jahren der Fall. Man macht gute Erfahrungen damit, die Zahl der angezeigten \u00dcbergriffe ist deutlich gestiegen. Hamburg hat seit diesem Jahr hauptamtliche Ansprechpersonen f\u00fcr LGBTI. <a href=\"http:\/\/www.mannschaft.com\/2017\/11\/hassgewalt-gegen-schwule-wie-kann-opferhilfe-und-praevention-verbessert-werden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Im Rest der Republik gibt es zwar Ansprechpartner bei den Polizeibeh\u00f6rden, allerdings nur nebenamtlich &#8211; oft werden sie nach Feierabend aktiv und auf private Initiative.<\/a><\/p>\n<p>Der bayerische Gr\u00fcnen-Politiker fordert f\u00fcr Bayern einen landesweiten Aktionsplan f\u00fcr Antidiskriminierung, Gleichstellung und Akzeptanz sexueller Vielfalt und eine verbesserte polizeiliche Tatanalyse, damit homo- und transphobe Hassverbrechen auch als solche erkannt und behandelt werden. \u201eDie Pr\u00e4ventions- und Beratungsarbeit der CSU-Regierung gegen Homo- und Transfeindlichkeit\u201c ist laut Hartmann \u201enicht existent\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kritik: Die Pr\u00e4ventions- und Beratungsarbeit der CSU-Regierung gegen Homo- und Transfeindlichkeit ist &#8222;nicht existent&#8220;. <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/bayern-sieht-keinen-grund-fuer-aktionsplan-gegen-homophobie\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":26000,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3,2],"tags":[17,5544,5461],"wps_subtitle":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25998"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25998"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25998\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25998"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25998"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25998"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}