{"id":25716,"date":"2017-12-18T12:58:26","date_gmt":"2017-12-18T11:58:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mannschaft.com\/?p=25716"},"modified":"2022-04-20T08:58:32","modified_gmt":"2022-04-20T06:58:32","slug":"ein-kampf-an-allen-fronten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/ein-kampf-an-allen-fronten\/","title":{"rendered":"Ein Kampf an allen Fronten"},"content":{"rendered":"<h3>Seit bald einem Jahr regiert Donald Trump im Weissen Haus und bereitet der queeren Community Kopfzerbrechen, vor allem mit seiner schrittweisen R\u00fcck\u00adstufung von LGBT-Rechten. Greg Zwygart hat sich in Washington, D. C. umgeh\u00f6rt.<\/h3>\n<p>\u00abDas Handbuch zur US-amerikanischen Politik ist aus dem Fenster geflogen, hat Feuer gefangen und ist zu Schutt und Asche zerfallen.\u00bb Mit diesen Worten beschreibt Victoria Rodr\u00edguez-Rold\u00e1n das Ohnmachts\u00adgef\u00fchl von vielen staatlichen Stellen, Nichtregierungsorganisationen, Interessensverb\u00e4nden und Aktivistengruppen seit dem Amtsantritt von Donald Trump. Einen Pr\u00e4sidenten, der impulsiv auf Twitter neue Gesetze ank\u00fcndigt, sich weder um Konventionen noch um gute Sitten schert und seine Meinung von Fall zu Fall, von Tag zu Tag \u00e4ndert \u2013 das hat es in den USA noch nicht gegeben.<\/p>\n<p>Wie viele andere LGBT-Menschen, die auf den regierenden Pr\u00e4sidenten angesprochen werden, kann die Aktivistin nur den Kopf sch\u00fctteln. \u00abEs war ein langes Jahr\u00bb, seufzt sie. Rodr\u00edguez-Rold\u00e1n ist Projektleiterin bei der <a href=\"http:\/\/www.thetaskforce.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00abNational LGBTQ Task Force\u00bb<\/a>, einen \u00fcber vierzigj\u00e4hrigen Interessensverband, der sich f\u00fcr LGBT-\u00adRechte im Alltag einsetzt, etwa am Arbeitsplatz oder im Wohnungs- oder Gesundheitswesen.<\/p>\n<p>Rodr\u00edguez-Rold\u00e1n hat sich innerhalb der Taskforce auf intersektionelle* Themen spezialisiert, zum Beispiel Waffengewalt gegen\u00fcber Transfrauen oder LGBT-Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen. Letztes Jahr ver\u00f6ffentlichte sie einen Ratgeber f\u00fcr Arbeitgeber_innen im Umgang mit transgeschlechtlichen Bewerbenden und Angestellten. Als Rednerin spricht sie h\u00e4ufig \u00fcber Diskriminierungen und Herausforderungen der Transgemeinschaft.<\/p>\n<p><b>LGBT-Rechte unter Beschuss<\/b><br \/>\n\u00abEin langes Jahr\u00bb ist ein Gef\u00fchl, das von vielen progressiven Kreisen in Washington, D. C. und den ganzen USA geteilt wird. Dabei hat sich Trumps Amtsantritt noch nicht einmal gej\u00e4hrt. In den vergangenen zehn Monaten hat es der Pr\u00e4sident allerdings geschafft, das Rad der Zeit bei vielen LGBT-Gesch\u00e4ften zur\u00fcckzudrehen.<\/p>\n<p>Im Februar machte die Trump-Administration die Freiz\u00fcgigkeitsrechte von Transmenschen r\u00fcckg\u00e4ngig. Unter Obama hatte das Bildungsministerium letztes Jahr Richtlinien f\u00fcr Schulen und Universit\u00e4ten herausgegeben, die den Schutz von Transkindern und -studierenden bekr\u00e4ftigten und ihnen das Aufsuchen von Umkleide\u00adkabinen und Toiletten gem\u00e4ss ihrer Geschlechtsidentit\u00e4t erm\u00f6glichten.<\/p>\n<p>Mit einer Exekutivanordnung beauftragte Trump das Justizministerium im Mai, Initiativen zur Religionsfreiheit zu unterst\u00fctzen. Ein solches Gesetz \u2013 wie es bereits 2014 im US-Bundesstaat Mississippi erlassen wurde \u2013\u00a0 erm\u00f6glicht es Unternehmen und Selbstst\u00e4ndigen, LGBT-Kundschaft abzuweisen, indem sie sich auf ihre religi\u00f6sen \u00dcberzeugungen berufen.<\/p>\n<p>Im Juli folgte via Twitter Trumps omin\u00f6ser Beschluss, Transmenschen von der US-Armee auszuschliessen. Der Tweet war ein Schnellschuss. Weder das Verteidigungsministerium noch ranghohe Milit\u00e4rs waren \u00fcber die neue Regelung informiert. Ende August folgte das Verbot auf offiziellem Wege: Trump ordnete dem Verteidigungs\u00administerium an, keine transgeschlechtliche Rekrut_innen in der Armee mehr aufzunehmen. Interessant: Obama hatte die Richtlinien zur Aufnahme von Transmenschen im Milit\u00e4r und der \u00dcbernahme ihrer medizinischen Kosten erst im November 2016 vorgestellt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_25719\" aria-describedby=\"caption-attachment-25719\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload size-full wp-image-25719\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 770 433'%2F%3E\" data-src=\"http:\/\/www.mannschaft.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/USA-Trump.jpg\" alt=\"\" width=\"770\" height=\"433\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-25719\" class=\"wp-caption-text\">Donald Trump, ein Verfechter von LGBT-Rechten? \u00abEin Bekenntnis\u00bb, sagt Rodr\u00edguez-Rold\u00e1n.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Gest\u00fctzt auf die Exekutivanordnung vom Mai dr\u00fcckte das Justizministerium im September in einem Schreiben an den Obersten Gerichtshof seine Unters\u00fctzung f\u00fcr eine Konditorei im US-Bundesstaat Colorado aus, die einem schwulen P\u00e4rchen keine Hochzeitstorte backen wollte. Die Klage ist h\u00e4ngig, ein Urteil des Obersten Gerichtshofs steht noch aus (siehe Box auf Seite 31).<\/p>\n<p>Im Oktober ver\u00f6ffentlichte Justizminister Jeff Sessions neue Richtlinien zum Ausbau der Religionsfreiheit. In einem weiteren Schreiben wies er die Staatsanwaltschaft an, das B\u00fcrgerrechtsgesetz von 1964 nicht als Schutz der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentit\u00e4t zu interpretieren. (Das B\u00fcrgerrechtsgesetz verbietet Diskriminierung aufgrund von Rassenzugeh\u00f6rigkeit, Haut\u00adfarbe, Religion, Geschlecht oder Herkunft.)<\/p>\n<p><b>Das Leben mit Trump und Pence als Nachbarn<\/b><br \/>\nR\u00fcckblickend wirkt es ironisch, dass Trump auf dem H\u00f6hepunkt seines Wahlkampfs im Oktober 2016 eine Regenbogenfahne in die Kameras hielt. \u00abNotabene verkehrt herum\u00bb, wie Rodr\u00edguez-Rold\u00e1n bemerkt. Die Aktion sei weder geplant noch authentisch gewesen. Irgendjemand habe \u00abLGBTs for Trump\u00bb auf die Fahne geschrieben und sie ihm in die H\u00e4nde gedr\u00fcckt. \u00abEin ziemlich falsches Bekenntnis.\u00bb<\/p>\n<p>Derselben Meinung ist auch Michael K. Lavers, leitender Nachrichtenchef bei der <a href=\"http:\/\/www.washingtonblade.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00abWashington Blade\u00bb<\/a>, einer\u00a0w\u00f6chentlich erscheinenden LGBT-Zeitung in Washington, D.\u2006C. \u00abEr ist ein Showman, kein Politiker\u00bb, sagt er. Eine Marionette, die von ihrem unmittelbaren Umfeld gesteuert wird.<\/p>\n<p>Lavers glaubt nicht, dass Trump im Innersten ein Problem mit LGBT-Menschen hat. Im Gegenteil. Als geb\u00fcrtiger New Yorker sei er in einer Stadt mit einem hohen Bev\u00f6lkerungsanteil von LGBT-Menschen aufgewachsen. Allerdings sei es w\u00e4hrend seiner Pr\u00e4sidentschaft unm\u00f6glich geworden, Trumps wahre Werte und \u00dcberzeugungen zu erkennen. Daher k\u00f6nne es gut sein, dass die j\u00fcngsten Einschr\u00e4nkungen von LGBT-\u00adRechten in erster Linie nicht Trump, sondern dem erzkonservativen Vizepr\u00e4sidenten Mike Pence zuzuschreiben seien. \u00abTrumps Aktionen sind Mittel, um seine sozialkonservative Basis zu festigen, was ihn f\u00fcr viele durchschaubar macht. In dieser Hinsicht ist er wie jeder andere Politiker, der mit dem Leben anderer Menschen spielt. George W.\u00a0Bush tat dasselbe, indem er die \u00d6ffnung der Ehe verhinderte.\u00bb<\/p>\n<p>An die Wahlnacht vom 8. November 2016 kann sich Lavers gut erinnern. Der Sieg der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton schien gesichert, ihre Niederlage in vielen entscheidenen Bundesstaaten versetzte die Linke und die Mehrheit der LGBT-Menschen in eine Schockstarre. Als Trump um drei Uhr morgens seinen Sieg verk\u00fcndete, musste Lavers, der die ganze Nacht \u00fcber die Wahl berichtet hatte, einmal eine Pause einlegen und frische Luft schnappen. Alleine spazierte er durch die verlassenen Strassen der Stadt, vorbei am Weissen Haus, das weniger als eine Meile von seiner Wohnung entfernt ist. \u00abIch konnte es einfach nicht glauben\u00bb, sagt er. \u00abZu sagen, dass das Land geschockt war, ist eine Untertreibung. Den Menschen wurde erst in den darauffolgenden Wochen wirklich bewusst, dass dieser Mann im Weissen Haus sitzen w\u00fcrde.\u00bb<\/p>\n<figure id=\"attachment_25720\" aria-describedby=\"caption-attachment-25720\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-25720 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 500 750'%2F%3E\" data-src=\"http:\/\/www.mannschaft.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/USA-Washington-Balde.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"750\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-25720\" class=\"wp-caption-text\">Michael K. Lavers \u2013 Washington Blade. (Bild: Chris Jennings)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Widerstand gegen Trump und seine Administration formierte sich schnell. Bereits am Tag nach seiner Amtseinf\u00fchrung reisten Menschen aus dem ganzen Land an, um gegen ihn am \u00abWomen\u2019s March\u00bb zu protestieren. \u00abUngeachtet dessen, was Trump und sein Pressesprecher behaupteten: Die Menge war dreimal so gross als jene an der Amtseinf\u00fchrung am Tag zuvor\u00bb, sagt Lavers. \u00abIch war dort und habe es mit eigenen Augen gesehen.\u00bb<\/p>\n<p>Die Hauptstadt hat Trump, Pence und ihr Gefolge nie wirklich willkommen geheissen. Als sich die Bewohner Washingtons f\u00fcr die Sonnenfinsternis im August in den Strassen versammelt hatte, zeigten sie dem vorbeifahrenden Trump den Finger. Lavers hat Bekannte, die sich weigern, den Pr\u00e4sidenten auch nur beim Namen zu erw\u00e4hnen. \u00abDie Stadt hat den roten Teppich eindeutig nicht ausgerollt\u00bb, sagt er. Jeden Morgen wird er um sechs\u00a0Uhr durch die Sirenen der vorbeifahrenden Wagenkolonne von Pence geweckt. Es folgt ein instinktiver Griff zum Smartphone. \u00abWas hat er dieses Mal getwittert? Welchen Staatschef hat er jetzt beleidigt? Welche Rechte will er welchen Minderheiten wegnehmen? Hat er Nordkorea den Krieg erkl\u00e4rt?\u00bb<\/p>\n<blockquote><p>\u00abTrump greift nicht nur die Rechte unserer Community an, sondern diejenigen von Frauen und von Einwanderern. Das hat uns alle zusammengeschweisst.\u00bb<\/p><\/blockquote>\n<p>Lavers war gerade in S\u00fcdamerika, als Trump f\u00fcr einzelne islamische L\u00e4ndern ein Einreiseverbot verh\u00e4ngte. Ein schwuler Iraner mit einer Greencard durfte das Land auf einmal nicht mehr betreten. Es folgte die Widerrufung von DACA, einer Einwanderungsregelung aus der Zeit Obamas, die illegal eingewanderte Minderj\u00e4hrige vor einer unmittelbaren Abschiebung sch\u00fctzte und ihnen den Zugang zu einer Arbeitserlaubnis erm\u00f6glichte. \u00abTrump greift nicht nur die Rechte unserer Community an, sondern auch diejenigen von Frauen und von Einwanderern\u00bb, sagt Lavers. \u00abDas hat uns alle zusammengeschweisst.\u00bb<\/p>\n<p>Leser_innen der \u00abWashington\u00a0Blade\u00bb\u00a0die sich nie gross f\u00fcr Politik interessiert hatten, begannen sich zu engagieren. Als DACA abgesetzt wurde, \u00fcbte die LGBT-Organisation \u00abHuman Rights Camapign\u00bb Kritik, obwohl es sich um ein Einwanderungsthema handelte und nicht zum Kerngesch\u00e4ft geh\u00f6rte. \u00abIch sehe ein Bewusstsein f\u00fcr intersektionelle Themen und einen Zusammenhalt, die vor zehn Jahren nicht existierten\u00bb, sagt Lavers.<\/p>\n<p><b>Vier Jahre m\u00f6glichst schadenfrei \u00fcberstehen<\/b><br \/>\nDie Medien spekulieren \u00fcber ein m\u00f6gliches Amtsenthebungsverfahren gegen Trump aufgrund seiner Verwicklung in die Russland-Aff\u00e4re. Lavers w\u00fcrde einen Abgang des Pr\u00e4sidenten begr\u00fcssen, selbst wenn das bedeutete, dass der LGBT-feindliche Pence die Nachfolge antreten w\u00fcrde. \u00abIrgendwo m\u00fcssen wir ja anfangen. Trump ist ein derartiges Geschw\u00fcr in der Pr\u00e4sidentschaft\u00bb, sagt Lavers.<\/p>\n<blockquote><p>\u00abTrump ist ein derartiges Geschw\u00fcr in der Pr\u00e4sidentschaft.\u00bb<\/p><\/blockquote>\n<p>Victoria Rodr\u00edguez-Rold\u00e1n hat ihre Zweifel, ob Trump seine vierj\u00e4hrige Amtszeit vollenden kann. \u00abWir wollen uns aber nicht auf einen Ast hinauswagen\u00bb, sagt sie. Auch wenn Pence nicht der Typ w\u00e4re, der um drei Uhr morgens \u00fcber Nuklearangriffe twittert, sei er eine sehr gegen LGBT-Menschen eingestellte Person, die es ernstzunehmen gelte. \u00abWir bauen nicht darauf auf, was im Amt des Pr\u00e4sidenten in den n\u00e4chsten vier Jahren geschehen kann, sondern konzentrieren uns auf Schadensbegrenzung.\u00bb<\/p>\n<p>Und diese Schadensbegrenzung seitens der verschiedenen LGBT-Organisationen ist seit Trumps erstem Arbeitstag in vollem Gange. Die Ausgangslage pr\u00e4sentiert sich allerdings als \u00e4usserst schwierig. Da sich Obama in seiner zweiten Amtszeit mit einer republikanischen Mehrheit im Kongress konfrontiert sah, waren ihm die H\u00e4nde in der Gesetzgebung gebunden. Die Freiz\u00fcgigkeitsrechte f\u00fcr transgeschlechtliche Sch\u00fcler_innen, die Ausweitung des Diskriminierungsschutzes auf LGBT-Menschen sowie die Aufnahme von Transmenschen ins Milit\u00e4r wurden lediglich durch Memoranden und neue Richtlinien eingef\u00fchrt. Entsprechend einfach konnten sie von der Trump-Administration wieder abgeschafft werden.<\/p>\n<p>Einen Erfolg konnten die Organisationen mit der Beibehaltung des \u00abAffordable Care Acts\u00bb, dem Bundesgesetz zur Krankenversicherung \u2013 im Volksmund \u00abObamacare\u00bb genannt \u2013, verbuchen. Seit der Wahl von Donald Trump sind s\u00e4mtliche Initiativen zur Abschaffung der Reform gescheitert, nicht zuletzt an der Uneinigkeit der republikanischen Partei.<\/p>\n<p>Ein weiterer Erfolg konnte im US-Bundesstaat Texas erzielt werden. Im August h\u00e4tte das von einer republikanischer Mehrheit gef\u00fchrte Repr\u00e4sentantenhaus ein Toilettengesetz gegen Transmenschen erlassen sollen. Organisationen und Aktivist_innen mobilisierten hunderte Unternehmen \u2013 darunter Exxon und Halliburton\u00a0\u2013\u00a0und sammelten \u00fcber 50\u2006000 Unterschriften, um den Gesetzesentwurf von der Traktandenliste zu bringen. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge zeigte Joe Straus, ein wirtschaftsliberaler Republikaner und als Sprecher des Repr\u00e4sentantenhauses zust\u00e4ndig f\u00fcr die Traktandenliste, schliesslich wenig Interesse am Toilettengesetz, es sei keine Priorit\u00e4t. Somit scheint die Gefahr f\u00fcrs Erste gebannt, w\u00fcrden sich doch die gesetzgebenden Parlamentarier_innen in Texas nur alle zwei Jahre treffen, sagt Rodr\u00edguez-Rold\u00e1n mit einem m\u00fcden L\u00e4cheln.<\/p>\n<blockquote><p>\u00abWir bauen nicht darauf auf, was im Amt des Pr\u00e4sidenten in den n\u00e4chsten vier Jahren geschehen kann, sondern konzentrieren uns auf Schadensbegrenzung.\u00bb<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Einsatz verschiedener Organisationen sei von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich, sagt sie. W\u00e4hrend man in Texas in der Defensive war, arbeite man andernorts eher proaktiv und versuche mittels Gerichtsverfahren, die Rechte von LGBT-Menschen auszubauen. \u00abWir gehen in jenen Staaten in die Offensive, in denen wir die gr\u00f6sste Aussicht auf einen Erfolg haben.\u00bb<\/p>\n<p>Um die verschiedenen Strategien im ganzen Land zu koordinieren, trifft sich Rodr\u00edguez-Rold\u00e1n in w\u00f6chentlichen Sitzungen mit anderen Organisationen. Je nach Thematik sitzen \u00fcber zwanzig andere Organisationen mit am Tisch, darunter andere Interessensverb\u00e4nde und B\u00fcrgerrechtsorganisationen wie \u00abLambda Legal\u00bb, die sich auf Gerichtsverfahren spezialisieren.<\/p>\n<p><b>Erfolg durch Einheit<\/b><br \/>\nAm 7. November dieses Jahres fanden seit der Wahl von Trump zum ersten Mal wieder landesweite Wahlen und Abstimmungen statt. Im Bundesstaat Virginia kam es zur Sensation: Nach 25 Jahren im Abgeordnetenhaus muss der Republikaner Bob Marshall seinen Platz zugunsten der Demokratin Danica Roem r\u00e4umen, einer Transfrau. Die Niederlage d\u00fcrfte f\u00fcr Marshall besonders bitter sein, hatte er sich doch jahrelang gegen LGBT-Rechte, Abtreibung und Verh\u00fctung ausgesprochen. Einer seiner letzten Gesetzesentw\u00fcrfe war ein Toilettengesetz, das er im Januar 2017 im Abgeordnetenhaus von Virginia eingereicht hatte, allerdings nicht durchbringen konnte. Roems Wahlsieg ist das Resultat eines sorgf\u00e4ltig geplanten und mit harter Arbeit gef\u00fchrten Wahlkampfs. Mit der Unterst\u00fctzung diverser Organisationen sammelte sie \u00fcber 370\u2006000 US-Dollar an Spendengeldern, das F\u00fcnffache von Marshall. Ein Gross\u00adteil der Gelder floss von ausserhalb der Bundesstaatsgrenzen, wie die <a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00abWashington Post\u00bb<\/a><i>\u00a0<\/i>schrieb.<\/p>\n<blockquote><p>\u00abDie Wahlnacht war ein klarer Sieg f\u00fcr so viele bemerkenswerte LGBT-Kanditat_innen, aber auch ein Sieg f\u00fcr Inklusion und Akzeptanz.\u00bb<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Wahlen signalisieren auch andernorts einen ersten Erfolg im Kampf gegen die Trump-Administration und deren sozialkonservative, ausl\u00e4nderfeindliche Politik. Die Stadt Helena in Montana w\u00e4hlte einen Afroamerikaner zum B\u00fcrgermeister \u2013 eine Premiere f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Bundesstaat. In Hoboken machte die st\u00e4dtische Stimmbev\u00f6lkerung erstmals einen Sikh zum B\u00fcrgermeister, im Stadtrat von Indianapolis h\u00e4lt mit Andrea Jenkins zum ersten Mal eine schwarze Transfrau Einzug. \u00abDie Wahlnacht war ein klarer Sieg f\u00fcr so viele bemerkenswerte LGBT-\u00adKandidat_innen, aber auch ein Sieg f\u00fcr Inklusion und Akzeptanz\u00bb, jubelt Sarah Kate Ellis, Pr\u00e4sidentin der <a href=\"https:\/\/www.glaad.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00abGay and Lesbian Alliance Against Defamation\u00bb<\/a> in einer Mitteilung. \u00abEs ist eine klare Ablehnung von Trumps hasserf\u00fcllter Politik. Das ist nur der Beginn unseres Widerstands.\u00bb<\/p>\n<p>In einem Jahr finden die Zwischenwahlen statt, wobei ein Teil des Senats, das gesamte Repr\u00e4sentantenhaus sowie die Parlamente mehrerer Bundesstaaten neu gew\u00e4hlt werden. Diese Wahlen stellen die ersten Weichen f\u00fcr die Pr\u00e4sidentschaftswahlen 2020. Bis dahin steht dem Widerstand ein langer Weg bevor.<\/p>\n<p>Eine der gr\u00f6ssten Gefahren, die von der Trump-Administration ausgehen, ist gem\u00e4ss Michael K. Lavers die Spaltung des Landes durch das Ausgrenzen von Minderheiten, der \u00abAnderen\u00bb. \u00abDie Sozialkonservativen f\u00fcrchten sich vor dem Wandel\u00bb, sagt er. Besonders unter Obama h\u00e4tten sich viele mit seiner Botschaft schwergetan, dass alle Menschen besch\u00fctzt werden sollen, egal, wen sie lieben oder wer sie sind. \u00abDiese Botschaft kam von oben herab, vom Pr\u00e4sidenten \u2013 einem Schwarzen. Viele Menschen hatten ihre M\u00fche damit, vielleicht liegt es an tiefsitzendem Rassismus.\u00bb<\/p>\n<blockquote><p>\u00abMenschen f\u00fcrchten sich vor allem, was anders ist. Und es wird immer Opportunisten geben, die aus diesen \u00c4ngsten und Vorurteilen politisches Kapital schlagen wollen.\u00bb<\/p><\/blockquote>\n<p>Victoria Rodr\u00edguez-Rold\u00e1n ist gleicher Meinung. Weil der Beschluss des Obersten Gerichtshofes zur \u00d6ffnung der Ehe nicht r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden k\u00f6nne, sei die Sozialkonservative auf der Suche nach dem n\u00e4chsten S\u00fcndenbock. \u00abDas sind die Transmenschen\u00bb, sagt sie. \u00abMenschen f\u00fcrchten sich vor allem, was anders ist. Und es wird immer Opportunisten geben, die aus diesen \u00c4ngsten und Vorurteilen politisches Kapital schlagen wollen.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit bald einem Jahr regiert Donald Trump im Weissen Haus und bereitet der LGBT-\u00adGemeinschaft Kopfzerbrechen, vor allem mit seiner schrittweisen R\u00fcck\u00adstufung von LGBT-Rechten. Greg Zwygart hat sich in Washington, D. C. umgeh\u00f6rt. <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/ein-kampf-an-allen-fronten\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":38102,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,4371],"tags":[5531,62,5544,145],"wps_subtitle":"\u00abDonald Trump ist ein Showman, kein Politiker\u00bb","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25716"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25716"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25716\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":135756,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25716\/revisions\/135756"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/38102"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25716"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25716"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25716"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}