{"id":183294,"date":"2023-11-17T08:34:26","date_gmt":"2023-11-17T07:34:26","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=183294"},"modified":"2023-11-17T08:59:51","modified_gmt":"2023-11-17T07:59:51","slug":"keine-mehrheit-fuer-anti-gender-initiative-im-buergerschaftsausschuss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/keine-mehrheit-fuer-anti-gender-initiative-im-buergerschaftsausschuss\/","title":{"rendered":"Keine Mehrheit f\u00fcr Anti-&shy;Gender-Initiative im B\u00fcrger&shy;schaftsausschuss"},"content":{"rendered":"<h3>Keine Gendersternchen und Doppelpunkte mehr in Texten der Hamburger Verwaltung, der Bildungseinrichtungen und der st\u00e4dtischen Unternehmen &#8211; das fordert eine Volksinitiative. Im Gleichstellungsausschuss der B\u00fcrgerschaft sieht man das mehrheitlich skeptisch.<\/h3>\n<p>Im Gleichstellungsausschuss der Hamburgischen B\u00fcrgerschaft hat sich keine Mehrheit f\u00fcr die Volksinitiative \u00abSchluss mit Gendersprache in Verwaltung und Bildung\u00bb abgezeichnet. Abgeordnete von SPD, Gr\u00fcnen und Linke brachten ihre Ablehnung zum Ausdruck \u2013 positiver \u00e4usserten sich dagegen CDU und AFD. Nach dem Willen der Initiative sollen die Hamburger Verwaltung, Bildungseinrichtungen und st\u00e4dtische Unternehmen auf Gendersternchen und Doppelpunkte verzichten <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/anzeige-gegen-gender-gegnerin-aus-hamburg\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(MANNSCHAFT berichtete).<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/neue-queerness-mit-bekannten-schwebepunkten-in-nuernberg\/\">Neue Queerness mit alten Bekannten in N\u00fcrnberg Sonderausstellung \u2013 \u00abWho\u2019s Afraid Of Stardust? Positionen queerer Gegenwartskunst\u00bb<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Vertreter*innen der Initiative begr\u00fcndeten ihr Anliegen im Wesentlichen mit zwei Argumenten: Sprache m\u00fcsse verst\u00e4ndlich sein und alle Menschen erfassen. Verst\u00e4ndlichkeit leide durch das Gendern. Selbst f\u00fcr Muttersprachler werde die Sprache so \u00abzur Fremdsprache\u00bb, sagte Jens Jeep von der Initiative. Eine Ansprache von M\u00e4nnern und Frauen &#8211; etwa \u00abZuschauerinnen und Zuschauer\u00bb &#8211; sei \u00abeine sehr ausschliessende Formulierung\u00bb etwa mit Blick auf <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/trans-oder-nicht-binaer-die-schweiz-liegt-an-der-spitze\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">nicht-bin\u00e4re Menschen<\/a>. Allein \u00abgenerische Sammelbegriffe\u00bb wie zum Beispiel \u00abSch\u00fcler\u00bb w\u00fcrden alle Menschen ansprechen und seien \u00ableicht, einfach und verst\u00e4ndlich\u00bb.<\/p>\n<p>Die SPD-Abgeordnete Gabi Dobusch erkl\u00e4rte, ihre Fraktion stehe den \u00abForderungen der Volksinitiative skeptisch gegen\u00fcber\u00bb. Es gebe in der Hamburger Verwaltung keinen Zwang zur Nutzung \u00abgeschlechtergerechter oder geschlechtersensibler Sprache\u00bb und Verbote seien \u00abnicht zielf\u00fchrend\u00bb. \u00c4hnlich \u00e4u\u00dferte sich die Gr\u00fcnen-Abgeordnete Mareike Engels: Die Forderung der Initiative w\u00fcrde einen \u00abst\u00e4rkeren Zwang auferlegen\u00bb.<\/p>\n<p>Die Linken-Abgeordnete Cansu \u00d6zdemir sagte, Sprache m\u00fcsse sich \u00abmitanpassen\u00bb, wenn sich die Gesellschaft ver\u00e4ndere. Ein Gender-Verbot ist aus ihrer Sicht ein \u00abEingriff in die Pers\u00f6nlichkeitsrechte\u00bb.<\/p>\n<p>Andreas Grutzeck (CDU) sagte dagegen, dass seine Fraktion im Grossen und Ganzen \u00abhinter der Initiative\u00bb stehe. An den Senat gewandt appellierte er, sich gut zu \u00fcberlegen, wie man weiter mit der Initiative und dem Thema Gendern umgehen wolle. Eine deutliche Mehrheit der Bev\u00f6lkerung sei gegen das Gendern. \u00abDeshalb w\u00fcrde ich mir \u00fcberlegen, ob es sinnvoll ist, das durchzusetzen.\u00bb<\/p>\n<p>Der AfD-Abgeordnete Marco Schulz sagte: \u00abVerbote sind nie gut, unabh\u00e4ngig davon, ob es um Worte oder Heizungen geht.\u00bb Hier gehe es \u2013 so wie er es verstanden habe \u2013 allerdings nur um die Einhaltung dessen, was der Rat f\u00fcr deutsche Rechtschreibung ohnehin empfehle.<\/p>\n<p>Ende Juli hatte die Initiative nach eigenen Angaben 16&#8217;457 Unterschriften im Rathaus \u00fcbergeben. Mitte August hatte der Senat daraufhin das Zustandekommen der Volksinitiative festgestellt. Damit stand laut Volksgesetzgebung fest: Die B\u00fcrgerschaft kann einen von der Initiative vorgelegten Gesetzentwurf beschliessen.<\/p>\n<p>In diesem Gesetzestext heisst es, dass der Senat den staatlichen Verwaltungen und Bildungseinrichtungen vorgeben soll, dass die deutschsprachige amtliche, schriftliche oder elektronische Kommunikation und Ver\u00f6ffentlichungen unter Einhaltung des amtlichen Regelwerks erfolgt, die der Rat f\u00fcr deutsche Rechtschreibung empfiehlt.<\/p>\n<p>Der Rat hatte sich gegen die Verwendung von Gender-Stern, Unterstrich oder Doppelpunkt zur Kennzeichnung der Geschlechterneutralit\u00e4t ausgesprochen, zugleich aber angemahnt, \u00abdass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen\u00bb.<\/p>\n<p>Folgt die B\u00fcrgerschaft dem Anliegen der Initiative nicht, wie sich auch im Ausschuss andeutete, so wird diese nach eigenen Angaben mit einem Antrag auf Durchf\u00fchrung eines Volksbegehrens den n\u00e4chsten Schritt einleiten. Dann m\u00fcsste sie innerhalb von drei Wochen 66&#8217;000 Unterschriften sammeln. Letztlich st\u00fcnde dann auch der Weg f\u00fcr einen Volksentscheid offen.<\/p>\n<p><strong>Auch der Schweizer Autor Martin Suter h\u00e4lt nicht viel vom Gendern. Er habe nicht mehr genug Lebenszeit, sich damit zu befassen<a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/autor-martin-suter-haelt-nicht-viel-vom-gendern\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(MANNSCHAFT berichtete)<\/a>. Dagegen will SP-Nationalr\u00e4tin C\u00e9line Widmer mehr Mut zum Gendern. Ihr Ziel: eine trans-inklusive Sprache\u00a0<a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/sp-nationalraetin-celine-widmer-will-mehr-mut-zum-gendern\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(MANNSCHAFT berichtete)<\/a>.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hamburg. Keine Gendersternchen in Texten v. Verwaltung, Bildungseinrichtungen u. st\u00e4dt. Unternehmen, fordert eine Volksinitiative. 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