{"id":172988,"date":"2023-06-28T11:21:07","date_gmt":"2023-06-28T09:21:07","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=172988"},"modified":"2023-06-28T11:41:54","modified_gmt":"2023-06-28T09:41:54","slug":"diskriminierung-im-job-erlebt-ueber-die-haelfte-der-lgbtiq","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/diskriminierung-im-job-erlebt-ueber-die-haelfte-der-lgbtiq\/","title":{"rendered":"Diskriminierung im Job erlebt \u00fcber die H\u00e4lfte der LGBTIQ"},"content":{"rendered":"<h3>Die Jobplattform Indeed hat gemeinsam mit der Uhlala Group Arbeitnehmer*innen aus der LGBTIQ-Community zu ihrem Arbeitsumfeld befragt.<\/h3>\n<p>Anl\u00e4sslich des Pride Month setzen viele Arbeitgeber*innen etwa mit der Regenbogenfahne in den sozialen Netzwerken ein Zeichen, um sich \u00f6ffentlich f\u00fcr die Rechte von LGBTIQ auszusprechen. Am Arbeitsplatz bietet sich jedoch ein anderes Bild: \u00dcber die H\u00e4lfte der befragten LGBTIQ hat am Arbeitsplatz bereits Diskriminierungen erlebt, gleichzeitig ziehen Arbeitgeber*innen in solchen Situationen nur selten Konsequenzen. Das hat die Jobseite Indeed gemeinsam mit der Personalberatung Uhlala Group in einer repr\u00e4sentativen <a href=\"https:\/\/de.indeed.com\/lead\/workplace-report-lgbtiq-plus-2023\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">YouGov-Umfrage<\/a> unter 1.031 Arbeitnehmer*innen herausgefunden, die sich als LGBTIQ identifizieren.<\/p>\n<p><strong>Trans Personen \u00fcberdurchschnittlich oft diskriminiert <\/strong><br \/>\n57 Prozent der Befragten geben an, dass sie aufgrund ihrer LGBTIQ-Zugeh\u00f6rigkeit bereits diskriminierende Erfahrungen am Arbeitsplatz gemacht haben. Zehn Prozent f\u00fchlen sich sogar h\u00e4ufig diskriminiert. <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/trans-oder-nicht-binaer-die-schweiz-liegt-an-der-spitze\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Trans Frauen und M\u00e4nner<\/a> erleben \u00fcberdurchschnittlich oft Diskriminierungen (87 bzw. 58 Prozent). Zu den h\u00e4ufigsten Diskriminierungserfahrungen geh\u00f6ren abf\u00e4llige Kommentare oder Witze \u00fcber LGBTIQ (51 Prozent) und Ignoranz und Unverst\u00e4ndnis (35 Prozent). Auch in Bezug auf das berufliche Fortkommen berichten die befragten LGBTIQ von negativen Erfahrungen: 31 Prozent geben an, dass sie aufgrund ihrer Geschlechtsidentit\u00e4t bzw. sexuellen Orientierung schon einmal in ihrer Karriere benachteiligt wurden.<\/p>\n<p>Wenn Queers Diskriminierungen am Arbeitsplatz erleben, reagieren 37 Prozent der Befragten nicht weiter und ignorieren solche Vorf\u00e4lle. Nur 25 Prozent melden diese bei ihren Chef*innen bzw. bei den Personalverantwortlichen oder leiten rechtliche Schritte ein (neun Prozent). Dass nur ein Viertel der Befragten Diskriminierungen meldet, kann an der Reaktion der Arbeitgeber*innen liegen. Denn fast ein Drittel (28 Prozent) der Unternehmen spielt die Situation im Fall einer Meldung herunter oder reagiert gar nicht erst darauf. 39 Prozent der Arbeitgeber*innen zeigen laut der Befragung zumindest eine informelle Reaktion. Nur bei 18 Prozent folgt eine offizielle Untersuchung mit Konsequenzen f\u00fcr die verantwortlichen Personen.<\/p>\n<p>Konsequenzen ziehen h\u00e4ufiger die Betroffenen selbst: 22 Prozent haben aufgrund von Diskriminierungen mindestens schon einmal ihren Job gek\u00fcndigt. Unter den j\u00fcngeren Besch\u00e4ftigten sind es sogar noch mehr. Von den Befragten zwischen 25 und 44 Jahren haben 34 Prozent mindestens schon einmal gek\u00fcndigt, weil sie am Arbeitsplatz diskriminiert wurden. In dieser Gruppe sind auch nur 31 Prozent bereit, Diskriminierungen klaglos hinzunehmen (vs. 37 Prozent im Durchschnitt).<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/sportpride2020-fuer-sichtbarkeit-gegen-diskriminierung-von-lgbtiq\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00abIch sagte: <em>Ich bin Sarah, k\u00f6rperlich noch ein Mann und w\u00fcrde gerne bei euch spielen.<\/em> Ich wurde super aufgenommen im Team, einzige Bedingung war damals: Duschen in Unterhose.\u00bb\u00a0 (MANNSCHAFT+)<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Nur 32 Prozent der Befragten gehen komplett offen mit der eigenen Geschlechtsidentit\u00e4t bzw. sexuellen Orientierung um. Genauso viele Befragte sind teilweise offen &#8211; bei einzelnen Kolleg*innen, die sie besser kennen, nicht aber bei Kund*innen oder Mandat*innen. Dabei f\u00fchlen sich immerhin 85 Prozent nach ihrem Coming-out im Unternehmen unterst\u00fctzt und akzeptiert. Neun Prozent aller Befragten halten ihre sexuelle Orientierung bzw. Geschlechtsidentit\u00e4t im Arbeitskontext hingegen geheim, noch h\u00f6her f\u00e4llt dieser Anteil unter trans Frauen und M\u00e4nnern (15 bzw. 19 Prozent) aus. Begr\u00fcndet wird die Geheimhaltung mit der Trennung zwischen Privat- und Berufsleben (63 Prozent), aber auch mit der Angst vor Diskriminierung oder beruflichen Nachteilen (39 bzw. 20 Prozent).<\/p>\n<p>F\u00fcr 25 % der Befragten stellt der Umgang mit der eigenen Geschlechtsidentit\u00e4t bzw. sexuellen Orientierung eine psychische Belastung am Arbeitsplatz dar. Auch hier haben vor allem trans Frauen und M\u00e4nner mit der Belastung zu k\u00e4mpfen (59 bzw. 55 Prozent). Deutlich seltener f\u00fchlen sich die Befragten psychisch belastet, die am Arbeitsplatz komplett offen mit ihrer Geschlechtsidentit\u00e4t bzw. sexuellen Orientierung umgehen (17 Prozent).<\/p>\n<p>F\u00fcr knapp ein Drittel der Befragten ist es w\u00e4hrend der Jobsuche wichtig, dass ein Unternehmen in Jobanzeigen auf eine offene Kultur in Bezug auf LGBTIQ hinweist. Unter den Befragten, die bereits Diskriminierungserfahrungen im Job gemacht haben, sind es mehr als doppelt so viele (79 Prozent). Insgesamt ist gut die H\u00e4lfte aller Befragten zufrieden mit der Unterst\u00fctzung ihrer Arbeitgeber*innen, eine wertsch\u00e4tzende Arbeitsumgebung f\u00fcr LGBTIQ zu schaffen (57 Prozent).<\/p>\n<blockquote><p>Es darf nicht sein, dass Betroffene Angst vor einem Coming-out haben.<\/p><\/blockquote>\n<p>Stuart Bruce Cameron, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Uhlala Group, kommentiert in einer Pressemitteilung: \u00abAuch 2023 werden LGBTIQ noch am Arbeitsplatz diskriminiert, die Konsequenzen f\u00fcr diskriminierendes Verhalten sind zu schwach. Hier m\u00fcssen Arbeitgeber*innen klarer durchgreifen, um eine positive und sichere Arbeitsatmosph\u00e4re f\u00fcr alle zu schaffen. Es darf nicht sein, dass Betroffene Angst vor einem Coming-out haben. Das Einsetzen f\u00fcr Belange von LGBTIQ darf nicht beim Pride Month enden, sondern muss auch heissen, dass Unternehmen keine Art von Diskriminierung dulden &#8211; das ganze Jahr \u00fcber.\u00bb<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/tugendterror-in-den-app-stores-scruff-verbietet-jockstrap-fotos\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Tugendterror in den App-Stores \u2013 Scruff verbietet Jockstrap-Fotos<\/em><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>\u00abNur gut die H\u00e4lfte der Befragten arbeitet in Unternehmen, die eine wertsch\u00e4tzende Arbeitsatmosph\u00e4re f\u00fcr LGBTIQ schaffen. In dieser Frage m\u00fcssen Arbeitgebende noch einiges an ihrer Unternehmenskultur verbessern &#8211; und sie sollten sich damit nicht allzu lange Zeit lassen. Denn knapp ein Viertel aller LGBTIQ Befragten hat nach Diskriminierungserfahrungen schon einmal den Job gek\u00fcndigt &#8211; von den j\u00fcngeren Besch\u00e4ftigten sogar noch mehr. Die junge Generation von Besch\u00e4ftigten ist weniger bereit, sich mit toxischen Strukturen abzufinden. Wer als modernes Unternehmen dem Fachkr\u00e4ftemangel etwas entgegensetzen will, muss ein attraktives Arbeitsumfeld schaffen, in dem sich auch LGBTIQ wertgesch\u00e4tzt f\u00fchlen\u00bb, so Frank Hensgens, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Indeed DACH.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut YouGov haben Indeed und die Uhlala Group nach eigenen Angaben im Zeitraum zwischen dem 23. und dem 29. Mai insgesamt 1&#8217;031 Personen befragt, die sich der LGBTIQ-Community zugeh\u00f6rig f\u00fchlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Jobplattform Indeed hat gemeinsam mit d. Uhlala Group LGBTIQ-Arbeitnehmer*innen zum Job befragt. 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