{"id":171322,"date":"2023-06-08T08:47:53","date_gmt":"2023-06-08T06:47:53","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=171322"},"modified":"2023-06-11T09:30:20","modified_gmt":"2023-06-11T07:30:20","slug":"lgbtiq-gesundheitsbericht-zeigt-diskriminierung-macht-krank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/lgbtiq-gesundheitsbericht-zeigt-diskriminierung-macht-krank\/","title":{"rendered":"LGBTIQ-Gesundheitsbericht zeigt: \u00abDiskriminierung macht krank\u00bb"},"content":{"rendered":"<h3>60 Prozent der Queers bezeichnen ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut, in der Gesamtbev\u00f6lkerung sind es 74 Prozent. Das zeigt der erste \u00f6sterreichische LGBTIQ-Gesundheitsbericht, den Gesundheitsminister Johannes Rauch pr\u00e4sentiert hat.<\/h3>\n<p>89 Prozent der Befragten LGBTIQ-Personen haben schon einmal Diskriminierung erlebt, im Gesundheitsbereich waren es 54 Prozent. Das Gesundheitsministerium hat bereits erste Massnahmen f\u00fcr eine bessere, diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung von LGBTIQ-Personen gesetzt. \u00abDiskriminierung macht krank. Deshalb m\u00fcssen wir sicherstellen, dass alle Menschen sich auch trauen, medizinische Versorgung in Anspruch zu nehmen\u00bb, betont Rauch bei der Vorstellung mit Projektleiterin Sylvia Gaiswinkler von der Gesundheit \u00d6sterreich GmbH<\/p>\n<p>Nach wie vor werden trans und inter sowie homo- und bisexuelle Menschen aufgrund ihrer Geschlechtsidentit\u00e4t oder sexuellen Orientierung benachteiligt. Das hat grosse Auswirkungen auf die Gesundheit der Betroffenen. Der erste \u00f6sterreichische LGBTIQ-Gesundheitsbericht belegt das erstmals mit Zahlen.<\/p>\n<p>Der Bericht wurde im Auftrag des Gesundheitsministeriums von der Gesundheit \u00d6sterreich GmbH erarbeitet und von einer Expert*innengruppe, mit Vertreter*innen der verschiedenen Communities, begleitet: Courage \u2013 \u00d6sterr. Institut f\u00fcr Beziehungs- und Sexualforschung; FH Vorarlberg; Equality Management FH Technikum Wien; <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/tag\/hosi\/\">HOSI Salzburg<\/a>; TransX; \u00d6GPH-Kompetenzgruppe Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt; Gender Medicine &amp; Diversity Unit (Medizinische Universit\u00e4t Innsbruck); Queer Base \u2013 Anlaufstelle f\u00fcr lesbische, schwule, bisexuelle, inter, trans und queere Fl\u00fcchtlinge; Venib &#8211; Verein nicht-bin\u00e4r; VIM\u00d6 &#8211; Verein intergeschlechtlicher Menschen \u00d6sterreich. F\u00fcr den Bericht wurden im vergangenen Jahr 1047 Personen aus der Gruppe online befragt.<\/p>\n<p>29 Prozent bewerteten den eigenen Gesundheitszustand als mittelm\u00e4ssig, weitere 11 Prozent als schlecht oder sehr schlecht. Das ist deutlich mehr als in der Gesamtbev\u00f6lkerung, wo die Anteile bei 19 bzw. 6 Prozent lagen (\u00d6sterreichische Gesundheitsbefragung 2019). 45 Prozent der LGBTIQ-Personen berichten von einer mindestens 6 Monate dauernden Erkrankung.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/menschen-mit-hiv-werden-vor-allen-im-gesundheitswesen-diskriminiert\/\">Menschen mit HIV werden diskriminiert \u2013 am h\u00e4ufigsten im Gesundheits\u00adwesen. Das zeigt der Bericht zum Welt-Aids-Tag der Aids-Hilfe Schweiz<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Besonders h\u00e4ufig leiden LGBTIQ-Personen unter psychischen Erkrankungen: 53 Prozent hatten nach eigenen Angaben in den letzten 12 Monaten eine Depression. Bei 29 Prozent der Befragten wurde die Depression \u00e4rztlich diagnostiziert. In der Gesamtbev\u00f6lkerung waren es laut Gesundheitsbefragung 2019 lediglich 6 Prozent.<\/p>\n<p>Immer noch sind LGBTIQ-Personen besonders oft mit Diskriminierung konfrontiert: 89 Prozent haben in den vergangenen zwei Jahren entsprechende Erfahrung gemacht. Drei Viertel von ihnen f\u00fchrten das auf ihre sexuelle Orientierung zur\u00fcck, 61 Prozent auf ihr Geschlecht bzw. ihre Geschlechtsidentit\u00e4t. 54 Prozent berichteten \u00fcber Diskriminierung im Gesundheitsbereich, etwa durch unangebrachte Kommentare, Beleidigungen oder den Druck, sich einer bestimmten medizinischen oder psychologischen Behandlung zu unterziehen.<\/p>\n<p>Daraus resultierend gab fast die H\u00e4lfte der Befragten an, den Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen teilweise zu meiden. Mit der Gesundheitsversorgung insgesamt sind 52 Prozent der befragten LGBTIQ-Personen eher oder sehr zufrieden, nur 16 Prozent sind eher oder sehr unzufrieden.<\/p>\n<blockquote><p>Personen, die Bedarf an medizinischer Versorgung haben, m\u00fcssen vor abwertenden \u00c4usserungen gesch\u00fctzt sein<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00abWir haben ein hervorragendes Gesundheitssystem. Dass so viele Menschen \u00fcber diskriminierende Erfahrungen berichten, zeigt dennoch Handlungsbedarf. Personen, die Bedarf an medizinischer Versorgung haben, m\u00fcssen vor abwertenden \u00c4usserungen gesch\u00fctzt sein. Zudem zeigt die Studie deutlichen Bedarf an besseren Informationen f\u00fcr das Gesundheitspersonal\u00bb, schildert Gesundheits- und Sozialminister Johannes Rauch. \u00abGerade in der Gesundheitsversorgung haben wir die Verantwortung, alle Menschen bestm\u00f6glich zu versorgen \u2013 unabh\u00e4ngig von ihrer Geschlechtsidentit\u00e4t oder sexuellen Orientierung.\u00bb<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\">\n<p dir=\"ltr\" lang=\"de\">Mit dem <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/LGBTIQ?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#LGBTIQ<\/a>+ <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Gesundheitsbericht?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#Gesundheitsbericht<\/a> machen wir erstmals sichtbar, wie es queeren Menschen in \u00d6sterreich geht. Besonders gefreut hat mich, dass so viele Organisationen und Menschen aus der Community als Expert:innen an der Studie mitgearbeitet haben. <a href=\"https:\/\/t.co\/NaioHe6MZa\">pic.twitter.com\/NaioHe6MZa<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Johannes Rauch (@johannes_rauch) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/johannes_rauch\/status\/1666481808765071361?ref_src=twsrc%5Etfw\">June 7, 2023<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>\u00abMit dem Pride Month erhalten LGBTIQ-Personen knapp einen Monat lang Sichtbarkeit. Sichtbarkeit, die f\u00fcr das Gesundheitssystem 365 Tage im Jahr w\u00fcnschenswert w\u00e4re. <a href=\"file:\/\/\/Users\/corrado\/Downloads\/LGBTIQ_Gesundheitsbericht_2022%20(1).pdf\">Der LGBTIQ-Gesundheitsbericht 2022<\/a> ist ein erster Schritt, diese Vielfalt sichtbar zu machen. Dieser erste Bericht zeigt, dass zu den unterschiedlichen Gruppen und gesundheitsrelevanten Themen weitere Arbeiten notwendig sind, damit sich im Gesundheitssystem vorhandene Benachteiligungen hin zu gleichen Chancen entwickeln k\u00f6nnen\u00bb, so Sylvia Gaiswinkler.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/homophobie-in-oesterreich-viele-worte-wenig-taten\/\">Homophobie in \u00d6sterreich: \u00abViele Worte, wenig Taten\u00bb \u2013 SP\u00d6-Mann Lindner beklagt einen deutlichen Zuwachs an Drohungen und Angriffen gegen Queers<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Auf Basis des Berichts werden nun Massnahmen zur Sensibilisierung des Gesundheitspersonals und ein Gesundheitsf\u00f6rderungsprogramm f\u00fcr Coming-out-Prozesse und Transitionsprozesse konzipiert. F\u00fcr die Befragten hat ein auf LGBTIQ-Themen sensibilisiertes und geschultes Personal eine hohe Bedeutung. Dabei geht es nicht nur um Kenntnisse zu LGBTIQ-Themen, sondern generell um eine respektvolle Haltung gegen\u00fcber den Patient*innen.<\/p>\n<p>\u00abDie im Gesundheitsbereich t\u00e4tigen Menschen wollen sicher das Beste f\u00fcr alle Patient*innen. Vor allem in den Bereichen inter und trans gelingt das leider nicht immer, wie der vorliegende Bericht aufzeigt. F\u00fcr diese Themen braucht es eine an die Lebensrealit\u00e4ten der betroffenen Menschen angelehnte Sensibilisierung des Gesundheitspersonals. Die vom Ministerium geplanten Massnahmen sind ein wichtiger erster Schritt\u00bb, so Conny Felice, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin HOSI-Salzburg.<\/p>\n<p>Als erste Massnahmen neu erarbeitet wurden bereits die Brosch\u00fcren \u00abComing out\u00bb und \u00abVielfalt willkommen heissen\u00bb. Sie sollen eine begleitende Unterst\u00fctzung f\u00fcr LGBTIQ-Personen sein sowie das Gesundheitspersonal im Umgang mit LGBTIQ-Patient*innen unterst\u00fctzen. Noch in diesem Jahr soll zus\u00e4tzlich ein E-Learning-Tool zur Sensibilisierung von Gesundheitspersonal starten. Dabei wird der Fokus auf inklusive Kommunikation, Bewusstseinsbildung und Wissenstransfer gelegt. Zus\u00e4tzlich wurde <a href=\"https:\/\/www.sozialministerium.at\/public.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Website<\/a> des Bundesministeriums f\u00fcr Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz mit weiteren Inhalten zur LGBTIQ-Gesundheit und Informationen zu Coming-out-Beratungsangeboten erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p><strong>Auch in der Schweiz wurde k\u00fcrzlich eine erste umfassende Studie zum Gesundheitszustand queerer Personen und ihrem Zugang zur Gesundheitsversorgung ver\u00f6ffentlicht. Die Ergebnisse sind ern\u00fcchternd, so die LGBTIQ-Dachverb\u00e4nde und die Aids-Hilfe Schweiz <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/erste-studie-zum-gesundheitszustand-von-lgbtiq-ernuechternd\/\">(MANNSCHAFT berichtete)<\/a>.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wien \u2013 60 % der Queers bezeichnen ihren Gesundheitszustand als gut o. sehr gut, in der Gesamtbev\u00f6lkerung: 74 % Das zeigt der erste LGBTIQ-Gesundheitsbericht, den Gesundheitsminister Rauch pr\u00e4sentiert hat. <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/lgbtiq-gesundheitsbericht-zeigt-diskriminierung-macht-krank\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":68620,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[25,2527],"tags":[5493,5467,5545,567],"wps_subtitle":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/171322"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=171322"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/171322\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":171353,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/171322\/revisions\/171353"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68620"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=171322"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=171322"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=171322"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}