{"id":170988,"date":"2023-06-04T16:42:41","date_gmt":"2023-06-04T14:42:41","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=170988"},"modified":"2023-06-05T11:23:03","modified_gmt":"2023-06-05T09:23:03","slug":"grauer-regenbogen-als-erinnerung-fuer-homosexuelle-ns-opfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/grauer-regenbogen-als-erinnerung-fuer-homosexuelle-ns-opfer\/","title":{"rendered":"Grauer Regenbogen als Erinnerung f\u00fcr homosexuelle NS-Opfer"},"content":{"rendered":"<h3>Das Denkmal f\u00fcr verfolgte Homosexuelle wird nach jahrelangen Diskussionen im Wiener Resselpark errichtet. Der Park war fr\u00fcher ein beliebter Treffpunkt von Schwulen.<\/h3>\n<p>Fast 20 Jahre wurde in \u00d6sterreich dar\u00fcber diskutiert, nun ist es endlich so weit: Am Montag wird in Wien ein Denkmal f\u00fcr homosexuelle Menschen, die w\u00e4hrend der NS-Zeit verfolgt wurden, enth\u00fcllt. Vertreter*innen der queeren Community bedauern es, dass B\u00fcrgermeister Michael Ludwig (SP\u00d6) nicht an der Veranstaltung teilnimmt.<\/p>\n<p>Am Vormittag laden Vizeb\u00fcrgermeister Christoph Wiederkehr (Neos), Wiens Kulturstaatssekret\u00e4rin Veronica Kaup-Hasler (SP\u00d6) und Hannes Sulzenbacher, Co-Leitung des queeren Forschungszentrums QWIEN, Vertreter*innen der Medien zu einer Pr\u00e4sentation ein. Die offizielle Er\u00f6ffnung findet am sp\u00e4ten Nachmittag statt.<\/p>\n<p>Bereits im Vorfeld haben Politiker*innen erkl\u00e4rt, warum sie das Denkmal f\u00fcr wichtig halten. \u00abDas Denkmal soll uns alle mahnen, die Zukunft in unserer Stadt so zu gestalten, dass Vielfalt, Akzeptanz und Lebensfreude die Schatten von Homophobie, Hass und Gewalt \u00fcberstrahlen\u201c, so Wiederkehr.<\/p>\n<p>\u00abEs ist wichtig und notwendig, dass ein Denkmal die Erinnerung an die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus im \u00f6ffentlichen Raum manifestiert und uns dazu aufruft, jeglicher Form von Homophobie und Diskriminierung entschieden entgegenzutreten\u00bb, betonte Wiens Kulturstadtr\u00e4tin Veronica Kaup-Hasler.<\/p>\n<p>Das Denkmal ist eine Skulptur mit dem Titel \u00abArcus (Schatten eines Regenbogens\u00bb. Dabei stellen halbkreisf\u00f6rmig gebogene, in Graut\u00f6nen lackierte Stahlrohre einen Regenbogen dar. Dieser ist aber nicht bunt, sondern grau. Die Graut\u00f6ne sollen den Moment der Trauer und des Gedenkens f\u00fcr die in der NS-Zeit verfolgten gleichgeschlechtlich liebenden Menschen ausdr\u00fccken. Der graue Regenbogen ist sieben Meter lang und drei Meter hoch. Damit sollen Passant*innen unter diesem grauen Regenbogen durchgehen und verweilen k\u00f6nnen. Das Denkmal stammt von den K\u00fcnstler*innen Sarah Ortmeyer und Karl Kolbitz. Sie gingen in dem zweistufigen k\u00fcnstlerischen Wettbewerb als Gewinner*innen hervor. Das Projekt wurde von einer zehnk\u00f6pfigen Jury, die von einem Sachbeirat aus Community-Vertreter*innen und Expert*innen unterst\u00fctzt wurde, ausgew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Das Denkmal wird im Wiener Resselpark errichtet. Dieser war fr\u00fcher ein bekannter Treffpunkt von gleichgeschlechtlich liebenden M\u00e4nnern. Das Projekt wird von der Stadt Wien und dem Nationalfonds der Republik \u00d6sterreich unterst\u00fctzt. F\u00fcr den Wettbewerb und die Realisierung des Siegerentwurfs wurden 300.000 Euro zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>Bereits Anfang der 2000er Jahre hat die Stadt Wien beschlossen, ein Denkmal f\u00fcr gleichgeschlechtlich liebende Menschen, die von den Nazis verfolgt wurden, zu errichten. Als Ort wurde urspr\u00fcnglich der Morzinplatz ausgew\u00e4hlt. Dort hatte sich w\u00e4hrend der NS-Zeit im fr\u00fcheren Hotel Metropol das Wiener Hauptquartier der Gestapo befunden. Im Jahr 2006 wurde ein erstes Siegerprojekt ausgew\u00e4hlt. Doch dieses konnte technisch nicht umgesetzt werden. Anschliessend gab es mehrere tempor\u00e4re Mahnmale. 2019 wurde der Resselpark als neuer Standort f\u00fcr ein dauerhaftes Denkmal fixiert. Bei einem Wettbewerb ging der britische K\u00fcnstler Marc Quinn als Sieger hervor. Doch dieser zog seinen Entwurf zur\u00fcck. Daher musste die Stadt Wien den Wettbewerb erneut ausschreiben.<\/p>\n<p>Nach Angaben des queeren Forschungszentrums QWIEN wurden in Wien w\u00e4hrend der NS-Zeit etwa 1400 M\u00e4nner und 80 Frauen wegen gleichgeschlechtlicher Handlungen beschuldigt. Viele Personen wurden zu langen Haftstrafen verurteilt, landeten in der Psychiatrie oder auf dem Operationstisch. Auch wurden Betroffene in den Suizid getrieben. Zudem konnten die Nazis Homosexuelle als sogenannte Gewohnheitsverbrecher zum Tode verurteilen. Aus der Datenbank von QWIEN geht hervor, dass von den 1400 beschuldigten M\u00e4nnern \u00fcber 100 in ein Konzentrationslager eingewiesen wurden. Von ihnen \u00fcberlebten nicht einmal 30 Prozent.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>#Wien \u2013 Das Denkmal f\u00fcr verfolgte #Homosexuelle wird nach jahrelangen Diskussionen im  Resselpark errichtet. 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