{"id":170343,"date":"2023-05-25T10:17:37","date_gmt":"2023-05-25T08:17:37","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=170343"},"modified":"2023-05-26T14:35:46","modified_gmt":"2023-05-26T12:35:46","slug":"lgbtiq-feindlichkeit-in-herne-taeterschutz-bei-polizei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/lgbtiq-feindlichkeit-in-herne-taeterschutz-bei-polizei\/","title":{"rendered":"LGBTIQ-Feindlichkeit in Herne \u2013 T\u00e4terschutz bei Polizei?"},"content":{"rendered":"<h3>Der Polizei wird \u00abbewusstes Verschweigen eines queerfeindlich motivierten \u00dcbergriffs\u00bb am Rande des CSD Herne im Juni des vergangenen Jahres vorgeworfen.<\/h3>\n<p>Die Sprecher*innen des Linke-Kreisverbandes Herne\/Wanne-Eickel, Rosa M\u00fchlstrasser und Patrick Gawliczek, sowie der Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft DIE LINKE.queer, Frank Laubenburg \u00fcben Kritik an dem auch f\u00fcr Herne zust\u00e4ndigen Polizeipr\u00e4sidium Bochum<\/p>\n<p>Die Polizei in Herne hatte erst jetzt bekannt gegeben, dass es am Rande des CSD zu einem queer\u00adfeindlichen \u00dcbergriff gekommen war. Bei der Polizei hielt man die Bisexualit\u00e4t des Opfers geheim, um es zu sch\u00e4tzen, wie es heisst.<\/p>\n<p>Die <em>Westdeutschen Allgemeine Zeitung (WAZ) <\/em>berichtete dar\u00fcber, und so habe auch erst Laron Janus davon erfahren, der Mitveranstalter des Christopher Street Day in Herne und Gr\u00fcnder des Queeren Jugendforums. Die WAZ hatte anl\u00e4sslich der Vorstellung der Bilanz politisch motivierter Straftaten vor zwei Wochen bei der \u00f6rtlichen Beh\u00f6rde zum Thema nachgefragt.<\/p>\n<p>Das Verschweigen des \u00dcbergriffs war im Ergebnis \u00abreiner T\u00e4terschutz\u00bb, kritisiert die Linke. Es sei nun aufzukl\u00e4ren, ob dies aus politischen Gr\u00fcnden oder aus Inkompetenz erfolgte.<\/p>\n<p>\u00abWenn am Tag der Christopher-Street-Day-Veranstaltung am Herner Bahnhof ein Mensch aus offensichtlich queerfeindlicher Motivation heraus von mehreren Personen angegriffen wird, m\u00fcssen Zeug*innen und Hinweisgeber*innen auf die Gruppe der T\u00e4ter*innen gesucht werden. Gerade zum CSD reisen Menschen aus unterschiedlichen St\u00e4dten mit der Bahn an und ab. Beim Thema queerfeindlicher Gewalt gibt es bei diesen CSD-Besucher*innen eine hohe Sensibilit\u00e4t.\u00bb Eine Ver\u00f6ffentlichung zum Tatgeschehen h\u00e4tte sehr wahrscheinlich zu Hinweisen auf die Gruppe der T\u00e4ter gef\u00fchrt, zumal nicht ausgeschlossen werden k\u00f6nne, dass es vor der queerfeindlichen Gewalttat Bel\u00e4stigungen oder P\u00f6beleien gegen\u00fcber anderen G\u00e4sten des CSD durch dieselbe Gruppe gegeben habe.<\/p>\n<p>\u00abEs ist perfide, wenn die Herner Polizei nun angibt, auf eine Pressemitteilung und einen Fahndungsaufruf verzichtet zu haben, um das Opfer des Angriffs zu sch\u00fctzen.\u00bb Queerfeindliche Gewalt k\u00f6nne jeden Menschen treffen, der von T\u00e4ter*innen f\u00fcr queer gehalten wird, egal, ob das zutreffend sei oder nicht. \u00abVon daher ist es schlichtweg unsinnig, wenn die Polizei nun angibt, sich seinerzeit um die Privatsph\u00e4re des Opfers gesorgt zu haben. Diese \u201aArgumentation\u2018 ist wirklich d\u00fcmmer als die Polizei erlaubt\u00bb, heisst es in einer Pressemitteilung.<\/p>\n<p>\u00abVielmehr scheinen die in den Vorgang verwickelten Beamt*innen eine nicht-heterosexuelle Orientierung f\u00fcr einen Makel zu halten \u2013 und den erfolgten \u00dcbergriff nicht ernst zu nehmen.\u00bb Angesichts rechtsextremer, rassistischer und queerfeindlicher Chatgruppen von Polizeibeamt*innen in NRW und einer CDU\/Gr\u00fcnen-Landesregierung, die erst in dieser Woche eine renommierte Dozentin der Polizeihochschule im benachbarten Gelsenkirchen entlassen hat, weil sie auf diesen allseits bekannten \u00abbraunen Dreck\u00bb in den Polizeibeh\u00f6rden hingewiesen habe, d\u00fcrfe \u00fcber das Verhalten der Polizei bei der Nicht-Aufkl\u00e4rung des \u00dcbergriffs in Herne nicht zur Tagesordnung \u00fcbergegangen werden. Dies gelte besonders vor dem Hintergrund, dass die \u00f6rtliche Polizei bereits zuvor einen anderen queerfeindlichen und brutalen \u00dcbergriff nicht als solchen, sondern als \u00abStreit\u00bb dargestellt hatte.<\/p>\n<p>Die Hochschuldozentin Bahar Aslan hatte in einem Tweet geschrieben: \u00abIch bekomme mittlerweile Herzrasen, wenn ich oder meine Freund*innen in eine Polizeikontrolle geraten, weil der ganze braune Dreck innerhalb der Sicherheitsbeh\u00f6rden uns Angst macht. Das ist nicht nur meine Realit\u00e4t, sondern die von vielen Menschen in diesem Land.\u00bb<\/p>\n<p>Die Hochschule hatte daraufhin am Montag mitgeteilt: \u00abAus Sicht der Hochschulleitung ist die Dozentin aufgrund ihrer aktuellen \u00c4u\u00dferungen ungeeignet, sowohl den angehenden Polizistinnen und Polizisten als auch den zuk\u00fcnftigen Verwaltungsbeamtinnen und -beamten eine vorurteilsfreie, respektive fundierte Sichtweise im Hinblick auf Demokratie, Toleranz und Neutralit\u00e4t zu vermitteln.\u00bb<\/p>\n<p>Aslan r\u00e4umte danach erstmals ein: \u00abDie Ausdrucksweise mag man kritisieren, vielleicht war es eine ungl\u00fcckliche Wortwahl.\u00bb Es tue ihr leid, wenn sich Polizisten angesprochen f\u00fchlten, die vorbildlich ihren Dienst tun. \u00abEs ging mir um jene Beamtinnen und Beamte, die sich an rechtsextremen Chats beteiligen, die mit ihrer rassistischen Geisteshaltung ganze Dienststellen vergiften\u00bb, sagte sie <em>Zeit online<\/em><\/p>\n<p>\u00abEs braucht endlich fl\u00e4chendeckende polizeiunabh\u00e4ngige Beratungsstellen f\u00fcr Opfer queerfeindlicher und rassistischer Gewalt, die der Kumpanei mit T\u00e4tern unverd\u00e4chtig sind. T\u00e4terschutz ist kein Kavaliersdelikt\u00bb, so die Linke-Politiker*innen abschliessend. <em>(mit dpa)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>NRW \u2013 Der Polizei wird v. Die Linke \u00abbewusstes Verschweigen eines queerfeindlich motivierten \u00dcbergriffs\u00bb am Rande des CSD Herne im Juni des verg. 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