{"id":164744,"date":"2023-03-16T17:46:30","date_gmt":"2023-03-16T16:46:30","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=164744"},"modified":"2023-03-17T14:45:49","modified_gmt":"2023-03-17T13:45:49","slug":"bundestag-macht-schluss-mit-diskriminierung-bei-blutspende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/bundestag-macht-schluss-mit-diskriminierung-bei-blutspende\/","title":{"rendered":"Bundestag beendet Diskriminierung von Queers bei Blutspende"},"content":{"rendered":"<h3>Der Bundestag hat eine \u00c4nderung des Transfusionsgesetzes beschlossen. Damit soll die bestehende Diskriminierung von schwulen und bisexuellen M\u00e4nnern sowie trans Menschen bei der Blutspende abgeschafft werden.<\/h3>\n<p>\u00abWer Blut spendet, \u00fcbernimmt Verantwortung f\u00fcr andere. Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentit\u00e4t von der Blutspende zur\u00fcckzustellen ist diskriminierend\u00bb, erkl\u00e4rte Sven Lehmann (Gr\u00fcne), Beauftragter der Bundesregierung f\u00fcr die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. \u00abEs ist ein starkes Signal des Bundestags, die bestehende Diskriminierung bei der Blutspende gesetzlich zu untersagen.\u00bb<\/p>\n<p>Die sexuelle Orientierung und die Geschlechtsidentit\u00e4t d\u00fcrften bei der Blutspende keine Ausschluss- oder R\u00fcckstellungskriterien mehr sein. Denn: \u00abDas Risiko einer Infektion bei der Blutspende bemisst sich danach, ob das individuelle Sexualverhalten der spendewilligen Personen riskant war \u2013 nicht danach, ob eine Person homo-, bi- oder heterosexuell bzw. trans ist. Durch die Gesetzes\u00e4nderung wird die Bundes\u00e4rztekammer nun gesetzlich verpflichtet, die H\u00e4motherapie-Richtlinie entsprechend zu \u00e4ndern.\u00bb<\/p>\n<p>Im Transfusionsgesetz wird der Auftrag an die Bundes\u00e4rztekammer k\u00fcnftig eindeutig vorgegeben: Die Bewertung eines durch das Sexualverhalten bedingten Risikos, das zu einem Ausschluss oder einer R\u00fcckstellung von der Spende f\u00fchrt, hat auf Grundlage des jeweiligen individuellen Sexualverhaltens der spendewilligen Person zu erfolgen. Die sexuelle Orientierung und die Geschlechtsidentit\u00e4t der spendewilligen Person oder der Sexualpartner*in der spendewilligen Person d\u00fcrfen bei der Bewertung des Risikos, das zu einem Ausschluss oder einer R\u00fcckstellung von der Spende f\u00fchrt, nicht ber\u00fccksichtigt werden und in der H\u00e4motherapie-Richtlinie keine Erw\u00e4hnung mehr finden.\u00bb<\/p>\n<p>Alva Tr\u00e4bert, Mitglied im Bundesvorstand des LSVD, erkl\u00e4rte: \u00abDer LSVD begr\u00fcsst die Entscheidung des Bundestags, das Transfusionsgesetz zu \u00e4ndern und damit auch in Deutschland endlich diskriminierungsfreies Blutspenden zu erm\u00f6glichen. K\u00fcnftig soll das Infektionsrisiko auf Grundlage des jeweiligen individuellen Sexualverhaltens bewertet werden, ohne Ber\u00fccksichtigung der sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identit\u00e4t der spendewilligen Person und ihrer Partner*innen. Damit k\u00f6nnte die diskriminierende Blutspendepraxis bald ein Ende haben. Die Bundes\u00e4rztekammer muss die H\u00e4motherapierichtlinie innerhalb weniger Monate an die neuen Vorgaben des Transfusionsgesetzes anpassen.\u00bb<\/p>\n<blockquote><p>Viel zu lange schon hielt die Bundes\u00e4rztekammer an \u00fcberholten Vorstellungen von schwuler, bisexueller und trans Sexualit\u00e4t fest und trug zur anhaltenden Stigmatisierung queerer Menschen bei.<\/p><\/blockquote>\n<p>Viel zu lange schon hielten die Bundes\u00e4rztekammer und andere zust\u00e4ndige Stellen an \u00fcberholten Vorstellungen von schwuler, bisexueller und trans Sexualit\u00e4t fest und tr\u00fcgen damit zur anhaltenden Stigmatisierung queerer Menschen bei.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/oesterreich-senkt-huerden-fuer-blutspenden-von-schwulen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>\u00d6sterreich senkte letztes Jahr die H\u00fcrden f\u00fcr Blutspenden von Schwulen. Auch die \u00d6VP hat zugestimmt\u00a0<\/em><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Mit der Gesetzes\u00e4nderung werden auch die bisherigen H\u00f6chstaltersgrenzen f\u00fcr eine Blutspende aufgehoben. Bislang durften Erstspender &#8211; je nach Region &#8211; nur etwa 65 Jahre alt sein. Bei Wiederholungsspendern lag die Obergrenze meist zwischen 70 und 75 Jahren. K\u00fcnftig soll stattdessen nun ein Arzt die individuelle \u00abSpendetauglichkeit\u00bb beurteilen.<\/p>\n<p>Immer wieder \u00e4ussern sich Blutspendedienste besorgt, zuletzt Anfang des Jahres in Nordrhein-Westfalen. \u00abBei einigen Blutgruppen erhalten die Kliniken im Moment nur noch die H\u00e4lfte dessen, was sie bei uns anfordern\u00bb, so Stephan David K\u00fcpper vom DRK-Blutspendedienst West in Ratingen. Neben dem aktuellen Engpass macht vor allem ein genereller R\u00fcckgang der Spendebereitschaft den Fachleuten Sorgen.<\/p>\n<p>Laut DRK gehen nur drei Prozent der spendef\u00e4higen Bev\u00f6lkerung auch tats\u00e4chlich zur Blutspende. In den St\u00e4dten sind es noch deutlich weniger als auf dem Land. Das versch\u00e4rfe die Lage in den nordrhein-westf\u00e4lischen Ballungsr\u00e4umen zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<p><strong>Auch Kanada verk\u00fcndete bereits neue MSM-Blutspenderegeln: Premierminister Justin Trudeau stellte die neuen Richtlinien selber vor <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/ende-der-diskriminierung-kanada-verkuendet-neue-msm-blutspenderegeln\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(MANNSCHAFT berichtete)<\/a>.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>#Berlin \u2013 \u00c4nderung d. #Transfusionsgesetzes ist beschlossen. Damit soll d. 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