{"id":159591,"date":"2023-01-16T18:01:27","date_gmt":"2023-01-16T17:01:27","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=159591"},"modified":"2023-01-17T12:20:22","modified_gmt":"2023-01-17T11:20:22","slug":"sicheres-nachtleben-sensibilitaet-fuer-awareness-ist-gross","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/sicheres-nachtleben-sensibilitaet-fuer-awareness-ist-gross\/","title":{"rendered":"Sicheres Nachtleben &#8211; \u00abSensibilit\u00e4t f\u00fcr Awareness ist gross\u00bb"},"content":{"rendered":"<h3>Wie kann das Nachtleben sicherer gestaltet werden \u2013 beispielsweise was sexistisches Verhalten und Diskriminierung betrifft? In der Szene steigt das Bewusstsein &#8211; aber es gibt auch noch Nachholbedarf.<\/h3>\n<p>Lange Schlangen, volle Clubs, enge Tanzfl\u00e4chen: Nach der Corona-Pause ist das Nachtleben auch in Hessen wieder in vollem Gange &#8211; zum Gl\u00fcck. Mitunter kann es aber auch Schattenseiten mit sich bringen. Etwa was Diskriminierung oder Grenz\u00fcberschreitungen betrifft. Bei den hessischen Clubbetreibern, in den Kommunen oder bei den Partyg\u00e4ngern w\u00e4chst teilweise das Bewusstsein.<\/p>\n<p>\u00abAwareness ist ein Thema, das sich schnell entwickelt, die Sensibilit\u00e4t daf\u00fcr ist gross\u00bb, sagt Victor Oswalt vom Netzwerk \u00abClubs am Main\u00bb, in dem sich um die 15 Clubs aus dem Rhein-Main-Gebiet zusammengeschlossen haben. Konkrete Angaben zu Fallzahlen l\u00e4gen aber nicht vor. Die Konzepte der Party- oder Clubbetreiber seien dabei ganz individuell. So gebe es geschulte Awareness-Beauftragte oder Codew\u00f6rter, mit denen man sich an der Bar melden k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Das Tanzhaus West betont, keinerlei Form von sexuellem Missbrauch, \u00fcbergriffigem oder sexistischem Verhalten, Diskriminierungen jeglicher Form, Rassismus, Antisemitismus, Homophobie oder andere Formen von Gewalt zu dulden. Wer sich bel\u00e4stigt f\u00fchle oder entsprechende Situationen beobachtet habe, k\u00f6nne sich jederzeit an das Personal wenden &#8211; auch anonym ausserhalb des Clubbetriebs. Zudem seien zwei Frauen als Ansprechpartnerinnen installiert worden, \u00abdie sich Zeit f\u00fcr Deine Geschichte nehmen\u00bb.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/frankfurter-polizei-null-toleranz-bei-queerfeindlichen-uebergriffen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>2022 hat es mehrere LGBTIQ-feindliche Vorf\u00e4lle in Frankfurt gegeben, besonders im queeren Ausgehviertel nahe der Konstablerwache<\/em><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Sowohl die Stadt Wiesbaden als auch der nordhessische Kreis Landkreis Waldeck-Frankenberg beteiligen sich an der 2016 in Nordrhein-Westfalen initiierte Kampagne \u00abLuisa ist hier!\u00bb. Wenn sich Frauen beim Ausgehen bel\u00e4stigt, bedr\u00e4ngt oder bedroht f\u00fchlen, k\u00f6nnen sie sich mit der Frage \u00abIst Luisa hier?\u00bb beispielsweise an die Mitarbeitenden an der Bar wenden.<\/p>\n<p>Die Frage fungiere als Code, um ohne weitere Erkl\u00e4rung Schutz und Hilfe zu erhalten, heisst es in Wiesbaden. Interessierte Betreiber*innen von Kneipen, Clubs oder Bars k\u00f6nnen sich beim dortigen Frauenreferat melden. \u00abAlles was Geld kostet, \u00fcbernimmt die Stadt\u00bb, sagt die Frauenbeauftragte Saskia Veit-Prang. Aber: \u00abIm Moment ist die Resonanz nicht euphorisch\u00bb.<\/p>\n<p>Nach Verz\u00f6gerungen durch Corona, sei das Projekt dann 2022 in der Landeshauptstadt konkret auf den Weg gebracht worden. Von mehr als 80 Lokalit\u00e4ten, deren Macher*innen angesprochen wurden, w\u00fcrden sich bislang nur 4 beteiligen. Die Stadt hat sch\u00e4tzungsweise bisher um die 6500 Euro ausgegeben, beispielsweise f\u00fcr die Lizenzierung, das Info-Material sowie die n\u00f6tige Schulung des Gastro-Personals.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/zuercher-kampagne-gegen-lgbtiq-feindliche-gewalt-kommt-in-die-clubs\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Z\u00fcrcher Kampagne gegen LGBTIQ-feindliche Gewalt in den Clubs: Die Plakate blieben den ganzen Sommer \u00fcber von Vandalismus verschont (MANNSCHAFT+)<\/em><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>In Waldeck-Frankenberg startete \u00abLuisa ist hier!\u00bb im Jahr 2018. \u00abGenerell ist das Feedback positiv, aber es ist schwierig das Projekt tats\u00e4chlich in die Bars und Clubs zu tragen\u00bb, erkl\u00e4rt auch die dortige Frauenbeauftragte Beate Friedrich. Im fl\u00e4chenm\u00e4ssig gr\u00f6ssten Landkreis Hessens seien bisher f\u00fcnf Locations dabei.<\/p>\n<p>Bei der aktuellen Fluktuation des Personals sei es eine Herausforderung f\u00fcr die Clubs, die kostenfreien Schulungen umzusetzen. \u00abAber es reicht nicht, die Plakate aufzuh\u00e4ngen oder die Flyer in der Damentoilette auszulegen\u00bb, sagt Friedrich. \u00abIch hoffe, wenn sich jetzt nach Corona alles wieder normalisiert und mehr Stammpersonal in der Gastro arbeitet, dass dann die Bereitschaft der Betreiber steigt.\u00bb<\/p>\n<p>Ihre Kollegin Veit-Prang sieht noch einen weiteren Grund: So werde bef\u00fcrchtet, dass bei einer Teilnahme der Verdacht entstehe, dass die Bar oder der Club ein besonderes Problem mit Bel\u00e4stigungen habe. Dabei sei doch eher das Gegenteil der Fall und das Projekt k\u00f6nne als eine Art G\u00fctesiegel gesehen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kann das Nachtleben sicherer gestaltet werden \u2013 beispielsweise was sexistisches Verhalten u. Diskriminierung betrifft? 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