{"id":145794,"date":"2022-08-11T12:28:03","date_gmt":"2022-08-11T10:28:03","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=145794"},"modified":"2022-08-11T12:35:10","modified_gmt":"2022-08-11T10:35:10","slug":"hat-woelki-missbrauchsopfer-nach-drehbuch-ausgenutzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/hat-woelki-missbrauchsopfer-nach-drehbuch-ausgenutzt\/","title":{"rendered":"Hat Woelki Missbrauchsopfer nach \u00abDrehbuch\u00bb ausgenutzt?"},"content":{"rendered":"<h3>Hat Kardinal Rainer Maria Woelki Betroffene von sexuellem Missbrauch nach einem \u00abDrehbuch\u00bb von PR-Experten instrumentalisiert? Das ist die Frage, die derzeit das gr\u00f6sste deutsche Bistum K\u00f6ln bewegt.<\/h3>\n<p>Christoph Driessen, dpa<\/p>\n<p>Darum geht es: 2020 hatte <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/kardinal-woelki-kommt-zurueck-gegen-jeden-wunsch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kardinal Woelki<\/a> entschieden, ein seit langem angek\u00fcndigtes Gutachten zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Vorw\u00fcrfen des sexuellen Kindesmissbrauchs nicht zu ver\u00f6ffentlichen. Er f\u00fchrte rechtliche Gr\u00fcnde daf\u00fcr an und gab stattdessen ein neues Gutachten in Auftrag. Die Entscheidung war hochgradig umstritten und zog massive Kritik nach sich. Woelki bot dem Papst seinen R\u00fccktritt an<a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/kardinal-woelki-kommt-zurueck-gegen-jeden-wunsch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> (MANNSCHAFT berichtete).<\/a><\/p>\n<p>Immerhin: Der Betroffenenbeirat des Erzbistums unterst\u00fctzte Woelkis Vorgehen zun\u00e4chst. Dann allerdings distanzierten sich die beiden Beiratssprecher Patrick Bauer und Karl Haucke davon, traten von ihren \u00c4mtern zur\u00fcck und warfen Woelki einen \u00aberneuten Missbrauch von Missbrauchsopfern\u00bb vor. \u00abWir wurden v\u00f6llig \u00fcberrannt\u00bb, sagte Bauer damals.<\/p>\n<p>Im der vergangenen Woche enth\u00fcllte nun der <em>K\u00f6lner Stadt-Anzeiger<\/em>, dass Woelkis Vorgehen offenbar auf die Empfehlung einer Kommunikationsagentur zur\u00fcckging. Die PR-Strategen hatten ihm demnach geraten, den Betroffenenbeirat auf seine Seite zu ziehen, weil das seine Position st\u00e4rken w\u00fcrde. Bekannt war bereits, dass sich Woelki die PR-Beratung 820 000 Euro hatte kosten lassen &#8211; und das obwohl das Erzbistum selbst eine grosse Medienabteilung unterh\u00e4lt. Woelki lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht des <em>K\u00f6lner Stadt-Anzeiger<\/em> zun\u00e4chst ab. Erst als die Kritik immer weiter anschwoll und auch drei Dechanten &#8211; Regionalchefs &#8211; eine Erkl\u00e4rung forderten, tat sich etwas. Nicht Woelki selbst, aber wenigstens <a href=\"https:\/\/www.erzbistum-koeln.de\/news\/Generalvikar-zur-Medienberichterstattung-ueber-die-Informationsstrategie\/#\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sein Stellvertreter, Generalvikar Guido Assmann, meldete sich zu Wort<\/a>. Seine Botschaft: Da wird von der Presse wieder mal was aufgebauscht.<\/p>\n<p>Es stimme zwar, dass der Erzbischof damals die Dienste einer Kommunikationsagentur in Anspruch genommen habe, und die habe dann nat\u00fcrlich \u00abf\u00fcr ihr Geld auch gearbeitet\u00bb und \u00abSzenarien entwickelt\u00bb. Das heisse aber nicht, dass das Erzbistum diese Vorschl\u00e4ge auch alle umgesetzt habe. Auf die Mitglieder des Betroffenenbeirats sei vor ihrem Votum keinerlei Druck ausge\u00fcbt worden. \u00abEs gab nie das Ziel, diese zu einem bestimmten Stimmverhalten zu animieren\u00bb, versicherte Assmann. Wenn das sp\u00e4ter teilweise anders gesehen worden sei, zeige dies nur, \u00abdass wir im Umgang mit Betroffenen noch sensibler werden m\u00fcssen\u00bb. Das alles sei aber nun wirklich kein \u00abRiesenskandal\u00bb, auch wenn einige Medien es so darstellten.<\/p>\n<p>Patrick Bauer, einer der damals zur\u00fcckgetretenen Beiratssprecher, sieht das etwas anders. Er sei \u00aberbost und sauer\u00bb \u00fcber das Statement von Assmann, sagte Bauer am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Der Punkt sei der, dass das Vorgehen des Erzbistums damals ganz offenbar von vornherein festgestanden habe und sich Woelki bei den Betroffenen nur noch deren Segen habe abholen wollen. Dies mit dem Ziel, in der \u00d6ffentlichkeit besser dazustehen &#8211; so wie es ihm seine PR-Strategen empfohlen h\u00e4tten.<\/p>\n<blockquote><p>Ich erwarte, dass man sich bei mir entschuldigt, und das ist bis heute nicht geschehen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Besonders \u00e4rgert sich Bauer dar\u00fcber, dass Assmann in seinem Statement anmahnt, man solle doch miteinander und nicht \u00fcbereinander reden. \u00abSeit November 2020 hat weder Kardinal Woelki noch der damalige Generalvikar noch irgendjemand von der Kommunikationsabteilung mit mir geredet\u00bb, so Bauer. \u00abIch erwarte, dass man sich bei mir f\u00fcr all das entschuldigt, und das ist bis heute nicht geschehen.\u00bb<\/p>\n<p>Der oberste Katholik von Bonn, Stadtdechant Wolfgang Picken, nimmt die Medien ausdr\u00fccklich in Schutz: \u00abEs ist die Erfahrung der letzten Jahre, dass es ohne die Aufkl\u00e4rungsarbeit der Medien und eine kritische Debatte in der \u00d6ffentlichkeit keine hinreichende Transparenz \u00fcber den Missbrauch in der Kirche und auch keine erfolgreiche Pr\u00e4vention g\u00e4be.\u00bb Statt Medienkritik sei aufseiten des Erzbistums vielmehr Selbstkritik angebracht.<\/p>\n<p><strong>Vor eineinhalb Jahren machte der Vatikan klar: Segensfeiern f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare sind verboten. Diskriminierend sei das nicht <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/vatikan-verbietet-segensfeiern-fuer-gleichgeschlechtliche-paare\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(MANNSCHAFT berichtete)<\/a>.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>#K\u00f6ln Hat Kardinal Rainer Maria Woelki Betroffene von sexuellem #Missbrauch nach einem PR-\u00abDrehbuch\u00bb instrumentalisiert? Das ist die Frage, die derzeit das gr\u00f6sste deutsche Bistum bewegt. <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/hat-woelki-missbrauchsopfer-nach-drehbuch-ausgenutzt\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1950,"featured_media":107393,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3],"tags":[5512],"wps_subtitle":"Jetzt kommt heraus, was Berater dem Kardinal empfohlen haben","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/145794"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1950"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=145794"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/145794\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":145799,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/145794\/revisions\/145799"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/107393"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=145794"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=145794"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=145794"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}