{"id":143445,"date":"2022-07-14T07:14:25","date_gmt":"2022-07-14T05:14:25","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=143445"},"modified":"2022-07-14T14:51:55","modified_gmt":"2022-07-14T12:51:55","slug":"alles-was-maennern-spass-macht-der-deutsche-playboy-wird-50","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/alles-was-maennern-spass-macht-der-deutsche-playboy-wird-50\/","title":{"rendered":"Alles, was M\u00e4nnern Spass macht? Der deutsche \u00abPlayboy\u00bb wird 50"},"content":{"rendered":"<h3>Deutschlands beliebtestes M\u00e4nnermagazin hat Geburtstag, an diesem Donnerstag erscheint das Jubil\u00e4umsheft. Hier erz\u00e4hlt Chefredakteur Florian Boitin, warum das erste Titelgirl 1972 nicht nackt zu sehen war und welche Rolle James Bond f\u00fcr ihn spielt.<\/h3>\n<p>Von Christof Bock, dpa<\/p>\n<p>Ein halbes Jahrhundert Naked News: Das M\u00e4nnermagazin <em>Playboy<\/em> feiert in Deutschland seinen 50. Geburtstag. Die August-Ausgabe kommt an diesem Donnerstag in den Handel und bereitet den Leser*innen eine kleine \u00dcberraschung, \u00abmit einem nie dagewesenen Cover-Konzept\u00bb, wie <em>Playboy<\/em>-Chefredakteur Florian Boitin im Interview der Deutschen Presse-Agentur erz\u00e4hlt. \u00abWir werden bei der August-Ausgabe mit 50 unterschiedlichen Titelseiten im Handel erh\u00e4ltlich sein.\u00bb<\/p>\n<p>50 K\u00fcnstler*innen gestalteten sie nach eigenen Vorstellungen. \u00abUnd so kommt es auch, dass zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen <em>Playboy<\/em> M\u00e4nner auf dem Titel zu sehen sein werden.\u00bb Ziemlich nackte M\u00e4nner. Eigentlich nur konsequent &#8211; schliesslich ist jede*r zehnte der 870 000 Leser*innen heutzutage eine Frau.<\/p>\n<p>Den ersten schwulen Mann gab es schon letztes Jahr auf dem Cover<a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bunny-ohren-als-errungenschaft-der-erste-schwule-auf-dem-playboy-cover\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> (MANNSCHAFT berichtete)<\/a>. In den Niederlanden gab es vor zehn Jahren eine Lesben-Ausgabe. Doch, wie es in einer Rezension von <a href=\"http:\/\/www.phenomenelle.de\/sexuelle\/ein-blick-auf-die-lesbische-ausgabe-des-hollandischen-playboys\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Phenomenelle <\/em><\/a>heisst, wollte sich die Redaktion nicht wirkich an Lesben richten. \u00abLesbischer Sex verkauft sich und das wissen sie. In dem Interview lassen die Gast-Herausgeberinnen verlauten, dass sie Sex mit M\u00e4nnern hatten, es genossen haben und eine Wiederholung nicht ausschliessen.\u00bb<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>\u00abPlaygirl\u00bb mit nackten M\u00e4nnern startete k\u00fcrzlich neu \u2013 das historische Fotoarchiv steht erstmals online<\/em> <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/playgirl-startet-neu-durch-und-stellt-fotoarchiv-erstmals-online\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(mehr)<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/alice-schwarzer-hat-langjaehrige-freundin-geheiratet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Alice Schwarzer<\/a> soll die Redaktion einst 10.000 Mark f\u00fcr Nacktbilder geboten haben, doch die deutsche Feministin lehnte ab. Sie sei nicht k\u00e4uflich, erkl\u00e4rte sie k\u00fcrzlich r\u00fcckblickend.<\/p>\n<p>Im Jahr 2018 gab der <em>Playboy<\/em> eine Umfrage beim Meinungsforschungsinstituts Mafo.de in Auftrag, bei der es um das Thema sexuelle Freiz\u00fcgigkeit und Offenheit gegen\u00fcber LGBTIQ ging. U.a. ging es um den Austausch von Z\u00e4rtlichkeiten im \u00f6ffentlichen Raum. Zwar st\u00f6rten sich in dieser Hinsicht mehr Befragte an schwulen oder lesbischen Intimit\u00e4ten (24,6 Prozent) als an heterosexuellen (16,3 Prozent), dar\u00fcber hinaus jedoch zeigen sich die Deutschen in Fragen der sexuellen Orientierung entspannt: Rund zwei Drittel (69,1 Prozent) w\u00fcrde es <em>wenig<\/em> bis <em>gar nicht<\/em> st\u00f6ren, wenn ihr eigenes Kind homosexuell w\u00e4re.<\/p>\n<p>Doch zur\u00fcck in die Zeit, als der <em>Playboy<\/em> zwar gern f\u00fcr seine Interviews gelobt, aber eher wegen der nackten Frauen zum Ausklappen in der Heftmitte gekauft wurde. Also zur\u00fcck in die Zeit von Gaby Heier, die im August 1972 (\u00abDie sch\u00f6nen M\u00e4dchen von M\u00fcnchen\u00bb) vom quietschgelben Cover l\u00e4chelte. Sie war bekleidet mit einem gelben T-Shirt, das eine 1 zeigt. Das Heft ist ein Sammlerst\u00fcck und kostet im Netz heute mehrere hundert Euro. F\u00fcr das Jubil\u00e4umsheft traf die <em>Playboy<\/em>-Redaktion Heier nun knapp 50 Jahre sp\u00e4ter nochmal.<\/p>\n<p>\u00abWir sprachen mit ihr nat\u00fcrlich auch \u00fcber das Fotoshooting von damals\u00bb, so Boitin. \u00abGaby Heier ist 1972 zwar auf dem Titel zu sehen, aber im Magazin kommt sie gar nicht vor \u2013 geschweige denn nackt. Auf die Frage, warum das denn so ist, antwortet sie jetzt: &#8222;Mich hat damals keiner gefragt.&#8220; 30 Jahre sp\u00e4ter haben die <em>Playboy<\/em>-Kollegen das dann allerdings nachgeholt und sie 2003 noch mal nackt f\u00fcr eine Ausgabe fotografiert.\u00bb<\/p>\n<p>Zudem gibt es in der Jubil\u00e4umsausgabe ein Quiz und die \u00abbesten <em>Playboy<\/em>-Witze\u00bb aus 50 Jahren. \u00abIn einem 20-seitigen Feature sprechen wir mit zehn Prominenten dar\u00fcber, wie sich das Frauen- und das M\u00e4nnerbild in den 50 Jahren ver\u00e4ndert haben.\u00bb<\/p>\n<p>Denn seit der <em>Playboy<\/em> mit dem Motto \u00abAlles was M\u00e4nnern Spass macht\u00bb an den Start ging, hat sich die Gesellschaft sehr gewandelt. Boitin zum Beispiel kaufte sein erstes <em>Playboy<\/em>-Heft 1982 mit 15 Jahren &#8211; und gab es nie wieder her.<\/p>\n<p><strong>Mit dem <em>Playboy<\/em> erwachsen geworden <\/strong><br \/>\n\u00abIch war damals mitten in der Pubert\u00e4t. Und ich muss gestehen, bei meinem ersten <em>Playboy<\/em> haben mich die Interviews nur am Rande interessiert\u00bb, gibt er zu. \u00abDie Funktion des <em>Playboy<\/em> hat sich \u00fcber die letzten 50 Jahre nat\u00fcrlich stark ver\u00e4ndert. Ich selbst bin mit dem <em>Playboy<\/em> erwachsen geworden \u2013 oder wie man so sch\u00f6n sagt: Ich bin mit dem <em>Playboy<\/em> zum Mann geworden.\u00bb Boitin hat vier Kinder, zwei davon erwachsen. \u00abUnd ich weiss, dass mein grosser Sohn nicht mehr durch den <em>Playboy<\/em> sexuell aufgekl\u00e4rt werden musste.\u00bb<\/p>\n<p>Heute werde der <em>Playboy<\/em> viel st\u00e4rker in seiner Vielfalt wahrgenommen, meint der Chefredakteur. \u00abNat\u00fcrlich spielen die Erotik und die erotischen Bilder eine starke Rolle, aber heute geht es tats\u00e4chlich mehr darum, wer auf dem <em>Playboy<\/em> zu sehen ist, als dass man M\u00e4nnern zeigt: So sieht das weibliche Wesen unbekleidet aus.\u00bb<\/p>\n<p>Anfang 2020 zeigte der <em>Playboy<\/em> die damals 19-j\u00e4hrige Abiturientin Laura M\u00fcller, die Frau an der Seite des Skandal-S\u00e4ngers Michael Wendler, splitternackt. Und verkaufte so rund doppelt so viele Februar-Hefte. Der Traffic auf der Onlineseite verf\u00fcnffachte sich durch Laura M\u00fcller.<\/p>\n<p>Der <em>Playboy<\/em> ist mit monatlich verkauften 101.102 Exemplaren ohnehin sehr erfolgreich. Warum? Man sei sich im Kern immer treu geblieben, betont der Blattmacher. Er zieht dabei eine Analogie zum Actionhelden 007: \u00abGeheimagent James Bond ist trotz aller gesellschaftlicher Ver\u00e4nderungen noch immer \u2013 genau, ein Mann. Und: Er ist immer noch heteronormativ veranlagt. Er wirbt und k\u00e4mpft um Frauen. Die Figur des James Bond hat eine unver\u00e4nderbare DNA.\u00bb<\/p>\n<p>Und genauso sei das eben auch beim <em>Playboy<\/em>. Boitin: \u00abWir sind uns in der Grund-DNA einfach treu geblieben. Das hei\u00dft: Wir richten uns vordringlich an den heteronormativen Mann, der sich von der Sch\u00f6nheit und Einzigartigkeit der Frau angesprochen f\u00fchlt. Das heisst aber nicht, dass wir nicht trotzdem mit der Zeit gegangen sind.\u00bb Die Sprache im Heft habe sich ver\u00e4ndert. \u00abSo sprechen wir nat\u00fcrlich auch nicht mehr von <em>M\u00e4dchen<\/em>.\u00bb<\/p>\n<blockquote><p>Ich sehe in dem Gendersternchen keinen Evolutionsschritt, der so bahnbrechend ist, dass der <em>Playboy <\/em>diesem unbedingt folgen muss.<\/p><\/blockquote>\n<p>Kaum gealtert ist in der ganzen Zeit der durchschnittliche K\u00e4ufer. \u00abDer <em>Playboy<\/em>-Leser ist im Schnitt knapp 39 und sehr vielf\u00e4ltig\u00bb, so Boitin. \u00abWir erreichen den 25-j\u00e4hrigen Technik-Studenten aus M\u00fcnchen genauso wie den 43-j\u00e4hrigen Familienvater, der in Sachsen-Anhalt in seinem Einfamilienhaus lebt, bis hin zum Universit\u00e4tsprofessor an der Klinik Innsbruck, der gerade in den wohlverdienten Ruhestand geht.\u00bb Was viele von ihnen eint: \u00abDer <em>Playboy<\/em>-Leser hat Freude am Leben, kann sich aber tats\u00e4chlich auch viele seiner Leidenschaften leisten.\u00bb<\/p>\n<p>Was viele Menschen nicht wissen: Hinter den Kulissen der M\u00fcnchner M\u00e4nner-Lifestyle-Marke arbeiten mehrheitlich Frauen. Boitin: \u00ab60 Prozent des <em>Playboy<\/em>-Teams bestehen aus Frauen. Jeder, der sich bei <em>Playboy<\/em> verantwortlich mit dem Thema Fotografie besch\u00e4ftigt, ist weiblich.\u00bb Auf die Frage, ob man eines Tages Gendersternchen in seinem Heft finden wird, weicht Boitin elegant aus: \u00abIch pers\u00f6nlich sehe in dem Gendersternchen keinen Evolutionsschritt, der so bahnbrechend ist, dass der <em>Playboy <\/em>diesem unbedingt folgen muss.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der #Playboy hat Geburtstag, heute erscheint das Jubil\u00e4umsheft. Einen #schwulen Mann auf dem Cover gab es bereits letztes Jahr. Auch eine #lesbische Ausgabe, in den Niederlanden. <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/alles-was-maennern-spass-macht-der-deutsche-playboy-wird-50\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1950,"featured_media":143446,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[83,4384],"tags":[4527,5488],"wps_subtitle":"Den ersten schwulen Mann gab es schon letztes Jahr auf dem Cover","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/143445"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1950"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=143445"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/143445\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":143502,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/143445\/revisions\/143502"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/143446"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=143445"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=143445"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=143445"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}