{"id":143410,"date":"2022-07-12T17:23:54","date_gmt":"2022-07-12T15:23:54","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=143410"},"modified":"2022-07-13T12:21:08","modified_gmt":"2022-07-13T10:21:08","slug":"documenta-kuenstlerinnen-fuehlten-sich-aufgrund-der-sexuellen-orientierung-diffamiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/documenta-kuenstlerinnen-fuehlten-sich-aufgrund-der-sexuellen-orientierung-diffamiert\/","title":{"rendered":"Documenta: Queere K\u00fcnstler*innen f\u00fchlten sich diffamiert"},"content":{"rendered":"<h3>Die Generaldirektorin der documenta, Sabine Schormann, hat den Umgang der Weltkunstschau mit den Antisemitismus-Vorw\u00fcrfen verteidigt.<\/h3>\n<p>In einer am Dienstagabend auf der Homepage der documenta ver\u00f6ffentlichten Erkl\u00e4rung betonte sie die Freiheit der K\u00fcnstlerischen Leitung und berichtete von deren Sorge, in Deutschland nicht willkommen zu sein.<\/p>\n<p>Den Vorwurf, zu lange unt\u00e4tig geblieben zu sein, wies Schormann zur\u00fcck. Seit Bekanntwerden der ersten Vorw\u00fcrfe im Januar habe es viele Gespr\u00e4che gegeben: mit den Kuratoren und K\u00fcnstlern, externen Experten, dem Aufsichtsrat, Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Gr\u00fcne) und auch dem Zentralrat der Juden in Deutschland.<\/p>\n<p>Schon damals h\u00e4tten Kurator*innen und K\u00fcnstler*innen \u00abZensur bef\u00fcrchtet und deswegen ein externes Expert*innengremium abgelehnt\u00bb, schreibt Schormann. \u00abSie sahen sich unter Generalverdacht gestellt und aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrer Religion oder auch ihrer sexuellen Orientierung diffamiert und zum Teil auch bedroht. Insofern gab es bereits im Januar eine deutliche Abwehrhaltung gegen\u00fcber Eingriffen in die Kunst.\u00bb<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Autor*innen gesucht: Schreibe f\u00fcr MANNSCHAFT.com! Unser Team sucht Verst\u00e4rkung<\/em> <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/autorinnen-gesucht-schreibe-fuer-mannschaft-com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(mehr)<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Das Banner von Taring Padi mit den antisemitischen Bildmotiven sei nicht gleich abgebaut worden, weil man zun\u00e4chst mit den Kuratoren und den K\u00fcnstlern habe sprechen wollen: \u00abEine Entfernung des Werks aus der Ausstellung gegen den Willen der K\u00fcnstlerischen Leitung und der K\u00fcnstler*innen w\u00e4re als Ultima Ratio ein erheblicher Eingriff in die K\u00fcnstlerische Freiheit gewesen.\u00bb Man habe das Bild inzwischen auch strafrechtlich pr\u00fcfen lassen: Jurist*innen seien zu dem Schluss gekommen, \u00abdass keine Strafbarkeit gegeben ist\u00bb.<\/p>\n<p>Dass nach dem Abbau erneut gefordert wurde, externe Expert*innen \u00abmit Entscheidungsbefugnissen\u00bb sollten die Ausstellung \u00fcberpr\u00fcfen, habe \u00abdas Vertrauensverh\u00e4ltnis zu ruangrupa und den K\u00fcnstler*innen enorm belastet\u00bb, schreibt Schormann. Dass es dem Gremium m\u00f6glich sein soll, K\u00fcnstler auszuladen, verstehe man \u00abals (Selbst-)Zensur\u00bb. Neuerdings sei durch Vorf\u00e4lle mit rassistischem und transphobem Hintergrund \u00abder Eindruck entstanden, in Kassel und Deutschland nicht willkommen oder sogar gef\u00e4hrdet zu sein\u00bb.<\/p>\n<p>Zuletzt hatte der Leiter der Bildungsst\u00e4tte Anne Frank, Meron Mendel, den Organisatoren vorgeworfen, auf den Antisemitismus-Skandal nicht ausreichend reagiert zu haben. Mendel k\u00fcndigte sein Engagement als externer Experte und warf der documenta-Leitung vor, \u00abauf Zeit zu spielen\u00bb. Schormann widersprach Mendel nun \u00f6ffentlich: \u00abDiverse Darstellungen\u00bb Mendels in Interviews k\u00f6nnten \u00abvon uns nicht nachvollzogen werden\u00bb: Man sei immer erreichbar gewesen, die Aufgaben seien klar kommuniziert worden.<\/p>\n<p>Die documenta sei \u00abkeine Nationen- oder Kunstleistungsschau\u00bb, schloss Schormann, sie lege vielmehr \u00abzukunftsweisende Konzepte\u00bb vor. \u00abM\u00f6glich wird dies, weil seit Jahrzehnten die k\u00fcnstlerische Freiheit der jeweiligen K\u00fcnstlerischen Leitung und der beteiligten K\u00fcnstler*innen garantiert wurde. Darauf gr\u00fcndet sich der Ruf der documenta als bedeutendster Kunstausstellung der Welt.\u00bb<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Mit ihren beklemmenden Portr\u00e4ts und menschlichen Figuren hat Marlene Dumas die gr\u00f6ssten Museen weltweit bespielt. Nun sind ihre Portr\u00e4ts ber\u00fchmter Homosexueller zu sehen<\/em> <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/venedig-stimmt-auf-biennale-ein-grosse-marlene-dumas-schau\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(mehr)<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Queer-feindliche Aggressionen durch Security-Personal<\/strong><br \/>\nNach den Antisemitismus-Vorw\u00fcrfen gab es Ende letzter Woche einen weiteren Aufreger: Das indische Kollektiv Party Office gab bekannt, sein gesamtes \u00f6ffentliches Live-Programm auf der documenta fifteen zu beenden. Als Grund wurden queer-phobische und rassistische Aggressionen genannt, ausgehend u.a. von documenta-Besucher*innen, aber auch Security-Personal, die die Gruppenmitglieder in den zur\u00fcckliegenden Wochen immer wieder erlebt h\u00e4tten, wie die <em><a href=\"https:\/\/www.hna.de\/kultur\/documenta\/live-programm-documenta-wir-sind-in-kassel-in-gefahr-party-office-beendet-91655375.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hessische\/Nieders\u00e4chsische Allgemeine<\/a><\/em> berichtet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>#Kassel Die Generaldirektorin der #documenta berichtet von Kurator*innen &#038; K\u00fcnstler*innen, die sich aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diffamiert u. teils auch bedroht gef\u00fchlt h\u00e4tten <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/documenta-kuenstlerinnen-fuehlten-sich-aufgrund-der-sexuellen-orientierung-diffamiert\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1950,"featured_media":143411,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3,83],"tags":[5490,919,5461],"wps_subtitle":"Es gab Vorf\u00e4lle mit rassistischem und transphobem Hintergrund","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/143410"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1950"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=143410"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/143410\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":143440,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/143410\/revisions\/143440"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/143411"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=143410"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=143410"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=143410"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}