{"id":143324,"date":"2022-07-12T09:00:14","date_gmt":"2022-07-12T07:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=143324"},"modified":"2022-07-12T09:16:59","modified_gmt":"2022-07-12T07:16:59","slug":"bye-bye-arschgeweih-laeuft-der-tattoo-trend-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/bye-bye-arschgeweih-laeuft-der-tattoo-trend-aus\/","title":{"rendered":"Bye bye, Arschgeweih \u2013 L\u00e4uft der Tattoo-Trend aus?"},"content":{"rendered":"<h3>Es summt und brummt die Tattoo-Maschine: Etwa jeder F\u00fcnfte in Deutschland und in der Schweiz ist t\u00e4towiert, vor allem Frauen. Doch das Gesch\u00e4ft mit der K\u00f6rperkunst litt wegen Corona. Endet der Tattoo-Trend bald?<\/h3>\n<p>Von Gregor Tholl, dpa<\/p>\n<p>Mit Arschgeweih oder Tribal outet man sich heute in erster Linie als Jugendlicher der 90er: Dennoch sind Tattoos so weit verbreitet wie noch nie. Jede vierte Frau in Deutschland ist t\u00e4towiert, bei den Mittzwanzigern bis Mittvierzigern sind es sogar mehr als 40 Prozent. Bei den Herren sind insgesamt weit weniger t\u00e4towiert (16 Prozent), am meisten sind es M\u00e4nner zwischen Mitte 20 und Mitte 30 (24 Prozent). Das geht aus einer neuen repr\u00e4sentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor.<\/p>\n<p>Insgesamt ist demnach jede*r f\u00fcnfte Erwachsene in Deutschland t\u00e4towiert, in \u00d6sterreich soll es sogar jede*r Vierte sein. Definitiv lange vorbei ist die Zeit des Klischees, dass Tattoos bloss was f\u00fcr Seem\u00e4nner oder verwegene Leute seien.<\/p>\n<p>Mehr als ein Viertel der Erwachsenen (27 Prozent) sagt, den Anblick von T\u00e4towierungen \u00absehr sch\u00f6n\u00bb oder \u00absch\u00f6n\u00bb zu finden. 20 Prozent finden Tattoos dagegen \u00abgar nicht sch\u00f6n\u00bb, 12 Prozent \u00abeher nicht sch\u00f6n\u00bb. Viele &#8211; n\u00e4mlich 36 Prozent &#8211; sagen, sie f\u00e4nden den Anblick \u00abteils\/teils\u00bb, der Rest machte keine Angabe.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Sogar Sisi (!) liess sich im Alter von 51 Jahren einen Anker stechen. Lieber ohne Tattoo statt mit, sagt unser Besserwisser<\/em> <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/tattoos-lieber-ohne-statt-mit-sagt-unser-besserwisser\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(mehr)<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Deutlich wurde bei der Umfrage Mitte Juni: Frauen finden Tattoos sch\u00f6ner als M\u00e4nner (32 Prozent gegen 21 Prozent). Junge Erwachsene sind offenbar besondere Tattoo-Fans &#8211; 43 Prozent der Befragten zwischen 18 und 25 Jahren finden sie \u00absehr sch\u00f6n\u00bb oder \u00abeher sch\u00f6n\u00bb. Bei den Frauen dieser Altersgruppe sind es 55 Prozent, bei den jungen M\u00e4nnern 32 Prozent. Besonders abgesto\u00dfen von Tattoos sind Leute ab 55: Fast die H\u00e4lfte (47 Prozent) dieser \u00c4lteren findet den Anblick \u00abeher nicht sch\u00f6n\/gar nicht sch\u00f6n\u00bb, M\u00e4nner mehr als Frauen (57 gegen 39 Prozent).<\/p>\n<p>Diese aktuellen Ergebnisse zeigten, dass sich der Tattoo-Trend in Deutschland auf einem Plateau stabilisiert zu haben scheine, sagt die Psychologin Ada Borkenhagen, die derzeit an einem Buch mit dem Titel \u00abBin ich sch\u00f6n genug?\u00bb \u00fcber Sch\u00f6nheitswahn arbeitet.<\/p>\n<p>Vor fast zehn Jahren gab Ada Borkenhagen zudem den Band \u00abBody Modification\u00bb heraus, ein \u00abManual f\u00fcr \u00c4rzte, Psychologen und Berater\u00bb, das sich auch mit Tattoos, Piercing, Bodybuilding und \u00e4sthetischer Chirurgie besch\u00e4ftigte. \u00dcber Jahre war die Psychologin an Forschungen zur Einstellung gegen\u00fcber Tattoos beteiligt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Wie sehen \u00abdurchschnittliche\u00bb queere Griechen aus? Der \u00abElska\u00bb-Fotograf Liam Campbell war in Athen\u00bb<\/em> <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/elska-athens-liam-campbell\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(mehr)<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>In den fr\u00fchen Zehnerjahren sei ein grosser Tattoo-Schub zu beobachten gewesen, erl\u00e4utert Borkenhagen, die an der Uni Magdeburg Professorin ist. Eine Studie vor sechs Jahren habe gezeigt, dass in den Jahren 2009 bis 2016 viele Frauen und \u00e4ltere Menschen auf den Tattoo-Trend aufgesprungen seien und damit zu einer Normalisierung beitrugen.<\/p>\n<p>Borkenhagen meint, dass es im Sommer 2022 zu fr\u00fch sei, das Ende des Tattoo-Trends auszurufen. \u00abEs ist vor allem abzuwarten, ob die \u00fcberdurchschnittlich hohe Tattoo-Begeisterung bei ganz jungen Frauen um die 20 sich bald auch in einer hohen Quote von T\u00e4towierten in dieser Generation niederschl\u00e4gt.\u00bb Zu bedenken seien die vergangenen zwei schwierigen Jahre f\u00fcr Dienstleistungsbetriebe im Bereich der K\u00f6rperpflege, darunter eben auch Tattoo-Studios. \u00abCorona und die Lockdowns haben viele Tattoos verhindert oder aufgeschoben. Der Nachholeffekt wird sich erst langsam zeigen.\u00bb<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu den 90ern hat sich jedenfalls auch die Art und Motivwahl sehr ver\u00e4ndert. Die Zeit gro\u00dffl\u00e4chiger Tattoos scheint vorbei zu sein: Popul\u00e4rer sind heute minimalistische Motive (oft dann gleich mehrere davon) wie zum Beispiel kleine Blumen, Bl\u00e4tter, Bl\u00fcten, Tiere, Autos, Papierflieger, Flugzeuge, Linien, Namen, Zahlen, Symbole und auch Spr\u00fcche.<\/p>\n<p>Auch die Stellen sind h\u00e4ufig andere als fr\u00fcher. Statt am Steiss, R\u00fccken oder Oberarm werden zum Beispiel der Hals oder der Bereich unterhalb der Achsel, direkt neben der Brust, t\u00e4towiert. Angesagt scheinen auch verzierte Waden, Kn\u00f6chel und F\u00fc\u00dfe.<\/p>\n<p>\u00abDer K\u00f6rper ist f\u00fcr viele junge Menschen heute eine Art Kunstwerk und Leinwand. Viele Tattoo-Willige suchen neue Motive und wollen sich von ihren Eltern unterscheiden\u00bb, sagt die Tattoo-Expertin Borkenhagen. \u00abAllerdings ist der K\u00f6rper auch nur ein begrenzter Raum. Ausserdem ist es wohl bloss eine Frage der Zeit, bis der Tattoo-Trend vielleicht v\u00f6llig vorbei ist. Denn nachwachsende Generationen k\u00f6nnten sich wiederum von ihren t\u00e4towierten Eltern ganz absetzen wollen.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es summt und brummt die #Tattoo-Maschine: Etwa jeder F\u00fcnfte ist t\u00e4towiert, vor allem Frauen. Doch das Gesch\u00e4ft mit der K\u00f6rperkunst litt wegen Corona. Endet der Tattoo-Trend bald? <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/bye-bye-arschgeweih-laeuft-der-tattoo-trend-aus\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1950,"featured_media":135238,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,262],"tags":[5466,5535],"wps_subtitle":"Insgesamt ist jede*r F\u00fcnfte in Deutschland t\u00e4towiert","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/143324"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1950"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=143324"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/143324\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":143327,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/143324\/revisions\/143327"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/135238"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=143324"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=143324"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=143324"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}