{"id":142661,"date":"2022-07-05T08:33:49","date_gmt":"2022-07-05T06:33:49","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=142661"},"modified":"2022-07-16T09:35:54","modified_gmt":"2022-07-16T07:35:54","slug":"rastlose-britische-kunstikone-david-hockney-wird-85","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/rastlose-britische-kunstikone-david-hockney-wird-85\/","title":{"rendered":"Rastlose britische Kunstikone: David Hockney wird 85"},"content":{"rendered":"<h3>Farbenpr\u00e4chtige Portr\u00e4ts und Bilder von Swimmingpools machten ihn weltber\u00fchmt. David Hockney z\u00e4hlt zu den einflussreichsten K\u00fcnstlern der Gegenwart. Auch im hohen Alter ist der exzentrische Brite sehr aktiv.<\/h3>\n<p>Von Philip Dethlefs, dpa<\/p>\n<p>Im <a href=\"https:\/\/fitzmuseum.cam.ac.uk\/visit-us\/exhibitions\/hockneys-eye-the-art-and-technology-of-depiction\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fitzwilliam-Museum in Cambridge<\/a> erlebten einige Besucher*innen der aktuellen David-Hockney-Ausstellung vor kurzem eine echte \u00dcberraschung. Denn sie bekamen dort nicht nur die Bilder des britischen Malers zu sehen, sondern auch David Hockney h\u00f6chstpers\u00f6nlich. In einem auff\u00e4lligen, karierten Tweed-Anzug, mit roter Krawatte und weisser Schieberm\u00fctze sass er dort. Hockney, der am 9. Juli 85 Jahre alt wird, war offenbar unangek\u00fcndigt vorbeigekommen, um sich seine eigene Ausstellung anzusehen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_142662\" aria-describedby=\"caption-attachment-142662\" style=\"width: 425px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Kuenstler_David_Hockney-74384090-e1656941435266.jpg\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload size-large wp-image-142662\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 425 298'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Kuenstler_David_Hockney-74384090-425x298.jpg\" alt=\"David Hockney\" width=\"425\" height=\"298\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-142662\" class=\"wp-caption-text\">2016, David Hockney auf der Buchmesse FFM (Foto: Arne Dedert\/dpa)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Werkschauen des einflussreichen K\u00fcnstlers ziehen regelm\u00e4ssig grosse Besuchermengen an. 2017 kamen fast eine halbe Million Menschen in die Londoner Tate Britain, es war die bislang meistbesuchte Ausstellung der Tate. In Cambridge l\u00e4uft \u00abHockney&#8217;s Eye: The Art and Technology of Depiction\u00bb bis zum 29. August. Zeichnungen, Gem\u00e4lde und digitale Kunstwerke des einflussreichen K\u00fcnstlers sind dort zu sehen.<\/p>\n<p>Typisch sind die oft leuchtenden, subtilen Farbt\u00f6ne, mit denen Hockney gewissermassen seine eigene Farbsprache erschaffen hat. Meist erkennt man ein Bild von ihm sofort. Er gilt als hedonistischer Maler, der gern die sch\u00f6nen Dinge des Lebens zeigt, den Genuss, die Freiheit, die Natur. Auch Portr\u00e4ts sind seine Spezialit\u00e4t. Bevorzugt malt Hockney Menschen aus seinem Umfeld.<\/p>\n<p>Im Fitzwilliam-Museum, wo Werke von Domenico Veneziano, Claude Monet oder Vincent van Gogh h\u00e4ngen, wird erstmals ein neues Selbstportr\u00e4t &#8211; eins von mittlerweile gesch\u00e4tzten 300 &#8211; gezeigt, das der rastlose Hockney im vergangenen November gemalt hat. Mit Mitte 80 tritt er offenbar kein bisschen k\u00fcrzer. Inzwischen muss er beim Malen aber h\u00e4ufiger sitzen, verriet er k\u00fcrzlich dem <em>New Yorker.<\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_142666\" aria-describedby=\"caption-attachment-142666\" style=\"width: 425px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Sonderausstellung-Hockney-73382659.jpg\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-142666 size-large\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 425 270'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Sonderausstellung-Hockney-73382659-425x270.jpg\" alt=\"David Hockney\" width=\"425\" height=\"270\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-142666\" class=\"wp-caption-text\">Das grossformatige Werk \u00abAutumn\u00bb aus der Serie \u00abThree Trees near Thixendale\u00bb von Hockney aus der Sonderausstellung\u00a0 \u00abDavid Hockney &#8211; Landschaften im Dialog\u00bb \u2013 noch bis 10. Juli im Berlin (Foto: Monika Skolimowska\/dpa)<\/figcaption><\/figure>\n<p>David Hockney wurde w\u00e4hrend der Zeit der grossen Depression 1937 in der Industriestadt Bradford\/West Yorkshire als viertes von f\u00fcnf Kindern geboren. Sein Vater, ein begeisterter Hobbymaler, f\u00f6rderte die Begabung des Sohnes mit Malunterricht. \u00abBradford war eine sehr, sehr schwarze Stadt damals\u00bb, erinnerte sich Hockney vergangenes Jahr in der Zeitung <em>Guardian.<\/em> \u00abDie H\u00e4user waren total schwarz von der Kohle. Das hab ich gemalt. Man konnte kaum Farben sehen.\u00bb<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>\u00abChersace\u00bb: Cher und Donatella Versace bringen eine Pride-Kollektion heraus. Billig sind die Klamotten nicht<\/em> <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/chersace-cher-und-donatella-versace-mit-pride-kollektion\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(mehr)<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Sein Gesp\u00fcr f\u00fcr leuchtende Farben entwickelte er sp\u00e4ter. \u00abEs kam von Monet und Matisse und Picasso\u00bb, so Hockney, f\u00fcr den im Teenageralter eine Van-Gogh-Ausstellung in Manchester zur Offenbarung wurde. \u00abIch dachte, Van Gogh muss ein sehr reicher K\u00fcnstler sein, weil er ganze Tuben von Blau verwenden kann, um den Himmel zu malen. Diese Ausstellung habe ich immer in Erinnerung. Es war fantastisch f\u00fcr mich, das zu sehen.\u00bb<\/p>\n<p>Als Student am Royal College of Art in London sorgte Hockney f\u00fcr eine Revolution, als er sich weigerte, Teile der Abschlusspr\u00fcfung zu absolvieren. Er wollte auf Basis seiner Kunst bewertet werden. In Anerkennung seines Talents und wachsender Popularit\u00e4t \u00e4nderte das Royal College seine Regeln und verlieh ihm schliesslich sein Diplom.<\/p>\n<p>Damals, im Alter von 23 Jahren, outete sich Hockney auch als schwul, obwohl homosexuelle Handlungen unter M\u00e4nnern damals in Grossbritannien noch gesetzlich verboten waren. Seine Homosexualit\u00e4t war lange eines seiner beherrschenden Bildthemen &#8211; so etwa auf dem \u00d6lgem\u00e4lde \u00abDomestic Scene, Los Angeles\u00bb von 1963, das einen nackten Mann unter der Dusche zeigt, w\u00e4hrend ein anderer Mann seinen R\u00fccken w\u00e4scht.<\/p>\n<p>Nach Lehrauftr\u00e4gen in Grossbritannien zog es Hockney Mitte der 1960er Jahre in die USA. Die \u00abMagie von Hollywood\u00bb habe ihn dazu inspiriert, verriet er in Archivaufnahmen in der BBC-Dokumentation \u00abHockney\u00bb. Der meist etwas exzentrisch und farbenfroh gekleidete Brite dozierte unter anderem in Los Angeles und an der renommierten University of California in Berkeley.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dieser Zeit entstanden einige seiner ber\u00fchmtesten Kunstwerke, darunter \u00abThe Splash\u00bb (1966), das das Spritzen in einem Pool zeigt, in den gerade jemand hereingesprungen ist. Noch bekannter wurden das Nachfolgewerk \u00abA Bigger Splash\u00bb (1967) und \u00abPortrait of an Artist (Pool with Two Figures)\u00bb (1972). Letzteres erzielte 2018 bei einer Auktion des britischen Traditionshauses Christie&#8217;s 90 Millionen US-Dollar. Es war das teuerste Kunstwerk eines lebenden K\u00fcnstlers, das bis dato versteigert wurde.<\/p>\n<p>Swimmingpools waren fortan ein h\u00e4ufiges Bildmotiv von Hockney. Der begeisterte Schwimmer bemalte sogar den Boden seines eigenen Schwimmbads mit den f\u00fcr seine Bilder charakteristischen Wellen. Und nicht nur das. Der ikonische Tropicana-Pool des ber\u00fchmten Hollywood Roosevelt Hotels in Los Angeles hat noch heute ein solches Hockney-Design, eine Unterwasser-Wandmalerei, die gerade erst aufwendig restauriert wurde.<\/p>\n<p><strong>Seine Mitarbeiter Hockneys entwickelten eine Pinsel-App<br \/>\n<\/strong>\u00dcber die Jahrzehnte schuf der neugierige und stets an neuen Technologien interessierte K\u00fcnstler unz\u00e4hlige Portr\u00e4ts, Selbstportr\u00e4ts, Landschaftsgem\u00e4lde, Stillleben, Lithografien, Zeichnungen und Aquarelle. Er arbeitete mit Fotografie und malte auf dem Ipad. Daf\u00fcr entwickelten Mitarbeiter Hockneys eine Pinsel-App weiter, damit sie seinen hohen Anspr\u00fcchen gen\u00fcgt.<\/p>\n<p>Nach mehr als 30 Jahren in Kalifornien lebt Hockney seit einigen Jahren \u00fcberwiegend in der Normandie. Mit seinem langj\u00e4hrigen Assistenten und heutigen Partner Jean-Pierre Gon\u00e7alves de Lima bewohnt er ein Landhaus. Das \u00abSieben-Zwerge-Haus\u00bb, wie er es selbst nennt, hat er auch auf einem farbenpr\u00e4chtigen Gem\u00e4lde verewigt.<\/p>\n<p>Eine chronologische \u00dcbersicht \u00fcber sein umfangreiches Gesamtwerk bietet der schwere, riesige Bildband \u00abDavid Hockney: A Bigger Book\u00bb mit 500 Seiten im Grossformat. Fans m\u00fcssen f\u00fcr das auf 9000 Exemplare limitierte und von David Hockey signierte Buch allerdings tief in die Tasche greifen. Es kostet umgerechnet knapp 5200 Euro.<\/p>\n<p><strong>In der Retrospektive \u00abMoving Focus\u00bb stellt das Kunstmuseum Luzern die Werke von David Hockney aus \u2013 noch bis Herbst zu sehen <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/werke-von-david-hockney-ab-sommer-in-luzern-zu-sehen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(MANNSCHAFT berichtete).<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>#London Farbenpr\u00e4chtige Portr\u00e4ts &#038; Bilder von Pools machten ihn weltber\u00fchmt. 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