{"id":141724,"date":"2022-07-15T15:52:45","date_gmt":"2022-07-15T13:52:45","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=141724"},"modified":"2022-07-18T10:51:08","modified_gmt":"2022-07-18T08:51:08","slug":"streitet-euch-warum-konfrontation-in-der-lgbtiq-community-gut-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/streitet-euch-warum-konfrontation-in-der-lgbtiq-community-gut-ist\/","title":{"rendered":"Streitet euch! Warum Konfrontation in der LGBTIQ-Community gut ist"},"content":{"rendered":"<h3>Konflikte innerhalb der LGBTIQ-Community sind keine Seltenheit. Manchmal geraten Meinungsverschiedenheiten an die \u00d6ffentlichkeit, wie etwa die Thematik der <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/zurich-pride-entschuldigt-sich-bei-lesbenorganisation-los\/\">Wagenvergabe bei der Zurich Pride<\/a>. Anna Rosenwasser schreibt in ihrem Kommentar* dar\u00fcber, weshalb Streitereien nicht unbedingt schlecht sind.<\/h3>\n<p>In letzter Zeit zerbreche ich mir so oft den Kopf \u00fcber Konflikte innerhalb unserer Community. Ich meine nicht das Exen-Drama an der letzten Lesbenparty (keine Lesbenparty ohne Exen-Drama!) und auch nicht den queeren Freundeskreis, der sich auseinanderlebt. Ich meine Organisationen, Gruppen, Kollektive. Ich rede von Aktivist*innen, die sich innerhalb ihres Aktivismus richtig happig in die Haare kriegen mit anderen Aktivist*innen. Organisationen, die sich spalten wegen einer Uneinigkeit. Und Gruppen von Menschen, die aufgrund eines Konflikts ihre Projekte aufgeben.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es eine sehr einfache Antwort darauf: H\u00f6rt auf, euch zu streiten. Seid doch lieb miteinander, ihr k\u00e4mpft ja f\u00fcr das Gleiche. Aber das wird der Sache nicht gerecht: Erstens k\u00e4mpft nicht jede Person f\u00fcr das Gleiche, nur weil sie sich in der LGBTIQ-Community engagiert. Manche wollen Rechte f\u00fcr alle und andere wollen Rechte f\u00fcr wenige, um nur ein Beispiel zu nennen. Die \u00abseid lieb zueinander\u00bb-Reaktion greift aber auch deshalb nicht, weil der Grund f\u00fcr Community-interne Konflikte auch ein guter sein kann: Dass Leute sich keinen Scheiss mehr gefallen lassen.<\/p>\n<p>Viele von uns Queers wachsen damit auf, es anderen recht zu machen, sich zu verstellen und zu verbiegen, damit alles beim Alten bleibt. Damit es nicht zur Konfrontation kommt und wir uns weiter verstellen k\u00f6nnen. Viele von uns haben das satt. Sind sich selbst und k\u00e4mpfen f\u00fcr ihre \u00dcberzeugungen. Das ist etwas sehr Gutes und einer der Gr\u00fcnde, weshalb ich die Menschen in unserer Community so liebe: Sie lassen sich nicht jeden Scheiss gefallen. Nicht mehr.<br \/>\nWas aber passiert, wenn Leute sich vereinen, die sich gr\u00f6sstenteils nichts mehr gefallen lassen? Sie wehren sich, wenn ihnen etwas nicht passt. (Nochmal: Das ist was Gutes.)<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>\u00abKriegsschauplatz des Kulturkampfs\u00bb? Berliner Uni holt Vollbrechts Geschlechtervortrag nach. Der Biologin<\/em><em> wird Diskriminierung von trans, inter und nicht-bin\u00e4ren Personen vorgeworfen <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/kriegsschauplatz-des-kulturkampfs-uni-holt-geschlechtervortrag-nach\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(mehr)<\/a><\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>Ich glaube also, dass viele Konflikte in unserer Community nicht einfach Drama sind, sondern Konsequenz. Konsequenzen ziehen daraus, dass queere Menschen unterschiedliche Werte haben und das Werte betrifft, die uns wichtig sind. Denn: Hier geht es nicht um irgendwas Entferntes, Entseeltes. Sondern um unser Innerstes, unsere Freiheit, unsere Existenz. Da gibt es keine einfachen Kompromisse.<\/p>\n<p><strong> Ungerechtigkeit kann tief verletzen <\/strong><br \/>\nDass es eben nicht um nichts geht, sondern um gef\u00fchlt alles, macht die Kommunikation schwieriger. Denn Ungerechtigkeit kann uns tief verletzen und wild aufw\u00fchlen. Egal, ob wir in einer der<br \/>\nwenigen bezahlten Positionen in einer queeren Organisation sitzen oder nach unserer Lohnarbeit noch stundenlang Freiwilligenarbeit leisten.<\/p>\n<p>Darum klappt es nicht, einfach zu verlangen, dass Queers sich nicht mehr streiten sollen. Denn, doch: Queers sollen sich streiten. Weil das heisst, dass sie sich vom Thema ber\u00fchren lassen. Weil das best\u00e4tigt, dass eine queere Identit\u00e4t nur eines von vielen Elementen eines komplexen Menschen ist. Und weil das zeigt: Queere Menschen lernen, sich nicht alles gefallen zu lassen. Sie stehen f\u00fcr sich ein. Sie setzen Grenzen. In einem Leben, in dem das nicht immer m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p><strong>Die MANNSCHAFT-Kommentare der letzten Wochen findest du <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/category\/aktuelles\/kommentar\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/strong><\/p>\n<p><em>*Die Meinung der Autor*innen von\u00a0<\/em><em>Kolumnen, Kommentaren oder Gastbeitr\u00e4gen\u00a0<\/em><em>spiegelt nicht zwangsl\u00e4ufig die Meinung der Redaktion wider.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>#Kommentar Konflikte in der #LGBTIQ-Community sind keine Seltenheit u. geraten oft auch an die \u00d6ffentlichkeit. Anna Rosenwasser schreibt, weshalb das nicht unbedingt schlecht ist. 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