{"id":139872,"date":"2022-06-02T17:14:12","date_gmt":"2022-06-02T15:14:12","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=139872"},"modified":"2022-06-02T20:12:30","modified_gmt":"2022-06-02T18:12:30","slug":"transphobe-hetze-und-gefaehrliches-spiel-kritik-an-axel-springer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/transphobe-hetze-und-gefaehrliches-spiel-kritik-an-axel-springer\/","title":{"rendered":"Transphobe Hetze und \u00abgef\u00e4hrliches Spiel\u00bb \u2013 Kritik an Axel Springer"},"content":{"rendered":"<h3>Ein Meinungsartikel in der Tageszeitung <em>Die Welt<\/em> f\u00fchrt zu Kritik an der Axel Springer Verlagsgruppe. Der Vorwurf: LGBTIQ-feindliche Aussagen und Falschinformationen.<\/h3>\n<p>Am Mittwoch war im Online-Portal der Zeitung <em>Die Welt<\/em> der Meinungsartikel \u00abWie ARD und ZDF Kinder sexualisieren und umerziehen\u00bb erschienen, sp\u00e4ter ge\u00e4ndert in: \u00abWie ARD und ZDF unsere Kinder indoktrinieren\u00bb. Die Autor*innen: Rieke H\u00fcmpel, Uwe Steinhoff, Antje Galuschka, Alexander Korte und Marie Vollbrecht.<\/p>\n<p>Die Uhlala Group als Veranstalterin der Sticks &amp; Stones, nach eigenen Angaben Europas gr\u00f6sste LGBTIQ Job- und Karrieremesse, hat den Verlag nun von der Messe ausgeladen. Man setze sich\u00a0 f\u00fcr LGBTIQ am Arbeitsplatz und deren Empowerment ein. \u00abWertsch\u00e4tzung, Vielfalt und Chancengerechtigkeit sind f\u00fcr uns nicht auf LGBTIQ beschr\u00e4nkt, sondern Werte, die unser Handeln leiten. Hass und Hetze treten wir entschlossen entgegen\u00bb, heisst in einer Erkl\u00e4rung.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\">\n<p dir=\"ltr\" lang=\"de\">Ausgerechnet am 1. Tag vom <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/PrideMonth?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#PrideMonth<\/a> bietet <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/WELT?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#WELT<\/a> in einem Meinungsbeitrag fachfremden (!) Gastautoren eine B\u00fchne f\u00fcr das Mainstreaming rechtsextremer Narrative mit <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Transfeindlichkeit?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#Transfeindlichkeit<\/a>, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Fr%C3%BChsexualisierung?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#Fr\u00fchsexualisierung<\/a> &amp; Vorw\u00fcrfen gegen die Sendung mit der Maus. <a href=\"https:\/\/t.co\/uyDetaWyVV\">https:\/\/t.co\/uyDetaWyVV<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Volksverpetzer (@Volksverpetzer) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Volksverpetzer\/status\/1532270007283027968?ref_src=twsrc%5Etfw\">June 2, 2022<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Mit Axel Springer habe man seit den Anf\u00e4ngen der Messe im Jahr 2010 zusammengearbeitet. Doch in dem Meinungsartikel in <em>Die Welt<\/em> w\u00fcrden LGBTIQ feindliche Aussagen get\u00e4tigt und Falschinformationen verbreitet. \u00abZudem wird Stimmung gegen sexuelle und geschlechtliche Vielfalt sowie deren Repr\u00e4sentanz gemacht. Der Artikel schadet LGBTIQ Menschen und vergiftet die \u00f6ffentliche Debatte\u00bb, heisst es in einer Pressemitteilung am Donnerstag.<\/p>\n<p>\u00abWir als Uhlala Group distanzieren uns ausdr\u00fccklich von dem genannten Artikel, der Tageszeitung <em>Die Welt<\/em> sowie von der Axel Springer SE, unter deren Dach dieser Beitrag erschien. Vor diesem Hintergrund k\u00f6nnen wir unsere bisher bestehende Zusammenarbeit mit der Axel Springer SE nicht weiterf\u00fchren. Die im Artikel verbreiteten Aussagen widersprechen unserem Selbstverst\u00e4ndnis, unseren Werten und der Mission unserer Arbeit als Uhlala Group. Selbiges trifft auf unsere Projekte und Veranstaltungen \u2013 und damit auch auf die Sticks &amp; Stones \u2013 zu.\u00bb<\/p>\n<p>Axel Springer sei daher von der geplanten Teilnahme an der Messe in diesem Jahr ausgeladen worden. \u00abWir bedauern die j\u00fcngsten Entwicklungen, insbesondere vor dem Hintergrund der engagierten Mitarbeitenden der Axel Springer SE, die sich f\u00fcr LGBTIQ einsetzen.\u00bb<\/p>\n<p>Man hoffe, dass Axel Springer in Zukunft Wertsch\u00e4tzung und Respekt f\u00fcr LGBTIQ in allen Teilen und Sparten des Konzerns ber\u00fccksichtige und zum Massstab mache. Dazu z\u00e4hle auch, sich von LGBTIQ-feindlichen Aussagen, Standpunkten sowie medialen Beitr\u00e4gen zu distanzieren und diesen keine Plattform zu geben.<\/p>\n<p>Auch der LSVD hatte den Artikel kritisiert. Alfonso Pantisano aus dem LSVD-Bundesvorstand erkl\u00e4rte: \u00abDass die Welt und der Axel-Springer-Verlag zum Auftakt des Pride Month den gef\u00e4hrlichen Falschaussagen zahlreicher Akademiker*innen eine Plattform bieten und es erm\u00f6glichen, dass mit Begriffen wie ,Transgender-Ideologie&#8216;, ,Umerziehung&#8216; und ,Sexualisierung&#8216; gegen trans, inter und nicht-bin\u00e4re Menschen gehetzt wird, ist erschreckend. Unter dem Mantel einer vermeintlichen Objektivit\u00e4t und akademischen Seriosit\u00e4t werden Falschbehauptungen gestreut, und ein offenes, diskriminierungsfreies und wertsch\u00e4tzendes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Verschiedenheit und Vielfalt der partnerschaftlichen Beziehungen, sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identit\u00e4ten wird d\u00e4monisiert.\u00bb<\/p>\n<p>\u00abTransgender-Ideologie\u00bb sei ein zentraler Kampfbegriff, der vor allem von rechtspopulistischen, rechtskonservativen oder rechtsreligi\u00f6sen Akteur*innen benutzt werde. Damit sollen die Rechte, Anerkennung und Gleichbehandlung von trans Personen, Gleichstellungspolitik oder sexuelle und reproduktive Rechte abgewehrt werden. \u00abDie Initiator*innen und Unterzeichner*innen des Aufrufs treiben mit Vorurteilen und Diffamierungen ein gef\u00e4hrliches Spiel, das auch Kindern und Jugendlichen schadet, anstatt sie vor Anfeindung und Ausgrenzung zu sch\u00fctzen.\u00bb All das unterst\u00fctze der Axel-Springer-Verlag mit der Ver\u00f6ffentlichung des Beitrages, so der LSVD.<\/p>\n<p>Auf dem <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/csd-und-stadtfest-sollen-2022-wieder-gross-gefeiert-werden-in-berlin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Berliner CSD<\/a> wolle der Verlag dann aber mit einem Wagen teilnehmen. Wenige Wochen vorher gebe er kruden und gef\u00e4hrlichen Thesen von Gleichstellungsgegner*innen noch einen Platz und unterst\u00fctze somit deren Verbreitung. Wie gef\u00e4hrlich diese Hetze gegen geschlechtliche Minderheiten sei, k\u00f6nne man an den steigenden transfeindlichen Hassgewaltdelikten ablesen, so Pantisano.<\/p>\n<blockquote><p>Der unaufgeregte Umgang mit vielf\u00e4ltigen Lebensweisen und Identit\u00e4ten st\u00e4rkt alle Kinder und Jugendlichen und wirkt gegen die vergiftete Ideologie von Gleichstellungsgegner*innen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Es sei wichtig, dass sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in den Formaten der \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender einen Platz habe. Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans und inter Menschen seien Teil gesellschaftlicher Selbstverst\u00e4ndlichkeit. \u00abDer unaufgeregte Umgang mit vielf\u00e4ltigen Lebensweisen und Identit\u00e4ten st\u00e4rkt alle Kinder und Jugendlichen und wirkt gegen die vergiftete Ideologie von Gleichstellungsgegner*innen.\u00bb<\/p>\n<p>Derweil erkl\u00e4rte Stephan Brandner, stellvertretender AfD-Bundessprecher, mehrere Wissenschaftler h\u00e4tten sich mit Hilfe eines umfangreichen Dossiers kritisch zu den transportierten Inhalten des \u00d6ffentlichen Rundfunks positioniert. Ihre Analyse zeichne ein erschreckendes Bild. \u00abSie kommen zu dem Schluss, dass es sich um keinen Journalismus mehr handele. So sei die Berichterstattung unwissenschaftlich und gen\u00fcge den anerkannten journalistischen Grunds\u00e4tzen nicht. Die Kritik bezieht sich insbesondere auf Darstellungen der Transgender-Ideologie \u2013 analysiert werden aber auch Beitr\u00e4ge zu Kannibalismus, Fetischen und Vergewaltigungsszenarien.\u00bb<\/p>\n<p>Der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk tragte laut Brandner dazu bei, Ideologien \u00abin die Zimmer unserer Kinder zu tragen, die dort nichts zu suchen haben\u00bb. Er sei ein \u00abSprachrohr der Trans-Lobby, das zur Sexualisierung und Umerziehung unserer Kinder dient\u00bb. Die AfD stehen darum f\u00fcr die Abschaffung \u00abdes sogenannten Staatsfunkes\u00bb, so Brandner.<\/p>\n<p><strong>Zum Internationalen Frauentag erlaubte sich die Dating-App OkCupid einen Streich mit dem Springer-Blatt <em>Bild.<\/em> In einer bundesweiten Kampagne korrigiert das Unternehmen Aussagen der Zeitung, die am generischen Maskulinum festhalten und unter den \u00dcberbegriff \u00abGender-Gaga\u00bb fallen <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/okcupid-gibt-springer-konzern-nachhilfe-im-gendern\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(MANNSCHAFT berichtete)<\/a>.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>#Berlin Ein Meinungsartikel in der Tageszeitung #Welt f\u00fchrt zu Kritik am #AxelSpringer Verlag. 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