{"id":139257,"date":"2022-05-25T15:29:30","date_gmt":"2022-05-25T13:29:30","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=139257"},"modified":"2022-05-25T18:48:04","modified_gmt":"2022-05-25T16:48:04","slug":"neues-denkmal-fuer-ns-opfer-der-homosexuellen-verfolgung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/neues-denkmal-fuer-ns-opfer-der-homosexuellen-verfolgung\/","title":{"rendered":"Neues Denkmal f\u00fcr NS-Opfer der Homosexuellen-Verfolgung"},"content":{"rendered":"<h3>Vizeb\u00fcrgermeister Christoph Wiederkehr und Kulturstadtr\u00e4tin Veronica Kaup-Hasler pr\u00e4sentierten am Mittwoch den Entwurf des k\u00fcnstlerischen Teams Sarah Ortmeyer und Karl Kolbitz.<\/h3>\n<p>Am Mittwoch wurde der Siegerentwurf f\u00fcr das \u201eDenkmal f\u00fcr die M\u00e4nner und Frauen, die Opfer der Homosexuellen-Verfolgung in der NS-Zeit wurden\u201c, im Wiener Resselpark von Wiens Vizeb\u00fcrgermeister Christoph Wiederkehr, Kulturstadtr\u00e4tin Veronica Kaup-Hasler und dem Jury-Vorsitzenden Hannes Sulzenbacher (Zentrum QWIEN) pr\u00e4sentiert. Das Team Sarah Ortmeyer und Karl Kolbitz ging mit seinem Entwurf \u201eARCUS (Schatten eines Regenbogens)\u201c aus dem zweistufigen k\u00fcnstlerischen Wettbewerb, ausgelobt von der Wiener Antidiskriminierungsstelle f\u00fcr LGBTIQ-Angelegenheiten (WASt) und der Kunst im \u00f6ffentlichen Raum Wien GmbH (K\u00d6R), als Gewinner*in hervor.<\/p>\n<p>Eine 10-k\u00f6pfige Jury, die von einem Sachbeirat aus Community-Vertreter*innen und Expert*innen unterst\u00fctzt wurde, w\u00e4hlte das Projekt aus. Dem Wettbewerb ging ein gro\u00dfangelegter Beteiligungsprozess und fachlicher Diskurs unter breiter Beteiligung der LGBTIQ-Community, sowie der Gedenk- und Kunst-Communities voraus.<\/p>\n<p>\u201eDer Menschen zu gedenken, die Opfer der NS-Homosexuellen-Verfolgung wurden, ist mir ein ganz pers\u00f6nliches Anliegen. Wir haben Standort, Widmungsgruppe und Gedenkzeitraum ausf\u00fchrlich diskutiert sowie Communities eingebunden und einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs im Vorfeld zu diesem Denkmal gef\u00fchrt. Ich danke allen, die sich an diesem Diskurs beteiligt haben, ganz herzlich\u201c, sagt Vizeb\u00fcrgermeister Wiederkehr. \u201eDas Denkmal soll uns alle mahnen, die Zukunft in unserer Stadt so zu gestalten, dass Vielfalt, Akzeptanz und Lebensfreude die Schatten von Homophobie, Hass und Gewalt \u00fcberstrahlen!\u201c, so Wiederkehr.<\/p>\n<p>\u201eIch freue mich, dass ein lang verfolgtes Projekt nun nach einem Prozess des offenen Dialogs von Communities und Expert*innen aus verschiedenen Bereichen finalisiert werden kann\u201c, so Wiens Kulturstadtr\u00e4tin Veronica Kaup-Hasler. \u201eEs ist wichtig und notwendig, dass ein Denkmal die Erinnerung an die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus im \u00f6ffentlichen Raum manifestiert und uns dazu aufruft, jeglicher Form von Homophobie und Diskriminierung entschieden entgegenzutreten. Der Regenbogen, der seine Farbigkeit verloren hat, verdeutlicht auf verst\u00e4ndliche Weise, in welches Grauen das Fehlen von Toleranz und die ideologische Instrumentalisierung von Vorurteilen f\u00fchrt\u201c, so Kaup-Hasler weiter. \u201eAngesichts der nach wie vor existierenden Diskriminierung und Verfolgung von Homosexuellen in vielen Regionen der Welt, ist das Denkmal ein Zeichen f\u00fcr vergangenes wie gegenw\u00e4rtiges Leid.\u201c<\/p>\n<p>Hannes Sulzenbacher, Jury-Vorsitzender: \u201eDer Entwurf \u2018ARCUS (Schatten eines Regenbogens)\u2018 \u00fcbersetzt die bunten Regenbogenfarben, die heute Symbol der LGBTIQ-Bewegung sind, in vielf\u00e4ltige Graut\u00f6ne und r\u00fcckt so ganz deutlich das Moment der Trauer und des Gedenkens in den Vordergrund. Der Entwurf ist auf den ersten Blick einfach und verst\u00e4ndlich, gleichzeitig vielschichtig, ausdrucksstark und auf verschiedenen Ebenen lesbar.<\/p>\n<p>Durch die Verwendung des Regenbogens wird das w\u00fcrdevolle Gedenken und Erinnern an die Opfergruppe der M\u00e4nner und Frauen, die Opfer der Homosexuellenverfolgung in der NS-Zeit wurden, in die Gegenwart geholt und f\u00fcr uns heute aktualisiert. Gleichzeitig kreiert der Entwurf Irritation, schafft Mehrfarbigkeit trotz der Graut\u00f6ne und ist un-fassbar, denn ein Regenbogen als optisches Ph\u00e4nomen kann doch eigentlich gar keinen Schatten werfen. Und unfassbar ist auch das Geschehene, die Verfolgung und Ermordung von Menschen.<\/p>\n<p>So bekommt die halbrunde Form der Skulptur, die wie beil\u00e4ufig einen Raum und verweilende Momente des Innehaltens schafft, Poesie, verbindet Vergangenheit mit Gegenwart, Gegenwart mit Zukunft und Trauer und Gedenken mit einer Mahnung an uns alle, denn ein Regenbogen braucht gute Rahmenbedingungen, um entstehen und leuchten, um lebendig sein zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die gelungene k\u00fcnstlerische Umsetzung \u00fcberzeugt zudem mit Eleganz und Leichtigkeit, der Entwurf f\u00fcgt sich mit seiner Formgebung sensibel in die Umgebung und in die Topographie des Ortes ein. Er ist monumental und doch fragil und er\u00f6ffnet zahlreiche neue Blickachsen im Park.\u201c<\/p>\n<p>Bereits vor Jahren hatte die Stadt Wien den Entschluss gefasst, ein Denkmal f\u00fcr die homosexuellen NS-Opfer zu errichten. Als Ort wurde damals der Morzinplatz auserkoren, wo sich seinerzeit das Gestapo-Hauptquartier befunden hatte. Der Siegerentwurf des Wettbewerbs von 2006 war technisch nicht realisierbar. Von 2010 bis 2015 wurden von K\u00d6R tempor\u00e4re Mahnmale am Morzinplatz und am Naschmarkt umgesetzt. Die WASt organisierte eine gro\u00dfe Fachkonferenz zu zeitgem\u00e4\u00dfem Gedenken, gab eine wissenschaftliche Studie in Auftrag und lud gemeinsam mit K\u00d6R Community-Vertreter*innen zu open spaces, um Anforderungen an das Denkmal zu erarbeiten. 2019 wurde der Resselpark als neuer Standort definiert und ein geladener Wettbewerb ausgelobt. Der Wettbewerbssieger, der britische K\u00fcnstler Marc Quinn, zog seinen Entwurf im Juli 2021 zur\u00fcck, daher wurde eine Neuausschreibung notwendig.<\/p>\n<p>Im zweistufigen Wettbewerb wurden aus 83 Einreichungen acht zur Weiterbearbeitung eingeladen. In der Jurysitzung am 18. Mai 2022 wurde schlie\u00dflich der Entwurf \u201eARCUS (Schatten eines Regenbogens)\u201c von Sarah Ortmeyer und Karl Kolbitz zum Siegerprojekt gek\u00fcrt. Alle Einreichungen k\u00f6nnen ab Juni auf der Homepage der WASt (www.queer.wien.gv.at) eingesehen werden.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\">\n<p dir=\"ltr\" lang=\"de\">Der Wiener Resselpark bekommt ein <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Denkmal?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#Denkmal<\/a> f\u00fcr die Opfer der Homosexuellenverfolgung in der NS-Zeit. Gemeinsam mit dem K\u00fcnstler Karl Kolbitz, Kulturstadtr\u00e4tin Kaup-Hasler und Jurymitglied Hannes Sulzenbacher haben wir das Siegerprojekt des WASt- Kunstwettbewerb pr\u00e4sentiert. 1\/3 <a href=\"https:\/\/t.co\/qwx68WTSuF\">pic.twitter.com\/qwx68WTSuF<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Christoph Wiederkehr (@chriswiederkehr) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/chriswiederkehr\/status\/1529433328226603009?ref_src=twsrc%5Etfw\">May 25, 2022<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Die Jury bzw. das Beurteilungsgremium setzte sich zusammen aus den stimmberechtigten Mitgliedern Julian G\u00f6the (K\u00fcnstler), Doris Haidvogl (Landschaftsplanerin), Lea Halbwidl (Bezirksvorsteherin Wieden), Franz Kobermaier (MA 19 -Architektur und Stadtgestaltung), Ursula Maria Probst (Kuratorin), Renate Meissner (Nationalfonds der Republik \u00d6sterreich), Cordula Loidl-Reisch (Landschaftsarchitektin), Hannes Sulzenbacher (Zentrum QWIEN), Ursula Schwarz (Stadt Wien Kultur, Referat Kulturelles Erbe), Corinna Tomberger (Kunst-und Sozialwissenschaftlerin) sowie aus einem nicht-stimmberechtigten, beratenden Sachbeirat, zusammen. Diesem geh\u00f6rten neben zahlreichen Magistratsabteilungen auch Andreas Brunner (Zentrum QWIEN), Marty Huber (Rosa Lila Tipp), Markus Steup (HOSI Wien), Martina Taig (K\u00d6R GmbH) und Wolfgang Wilhelm (WASt) an, um die Jury mit spezifischer LGBTIQ- und Wiener Community-Fachkompetenz anzureichern und den intensiven Dialog mit der LGBTIQ-Community auch im Beurteilungsgremium fortzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Das Projekt wird von der Stadt Wien und dem Nationalfonds der Republik \u00d6sterreich unterst\u00fctzt und als Gesamtbudget stehen f\u00fcr den Wettbewerb und die Realisierung des Siegerentwurfs \u20ac 300.000 zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Markus Steup, der die Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien im Sachbeirat f\u00fcr das Mahnmal vertreten hat, sagt: \u201eWir freuen uns sehr \u00fcber den gelungenen Entwurf und dass mit diesem neuen Anlauf ein w\u00fcrdiges und vor allem permanentes Mahnmal endlich Realit\u00e4t wird, das an die schwulen, lesbischen und bisexuellen Opfer der NS-Terrorherrschaft erinnert. Damit wird eine jahrzehntelange Forderung der HOSI Wien erf\u00fcllt. Diese \u00f6ffentliche Anerkennung ist besonders wichtig, denn gerade homosexuelle Opfer wurden auch nach Kriegsende jahrzehntelang nicht anerkannt, noch viel weniger entsch\u00e4digt. Wenn sie \u00fcberlebt haben, wurde ihnen ihre Zeit im KZ auch nicht auf die Pension angerechnet \u2013 den Aufseher*innen hingegen schon.\u201c<\/p>\n<p>Sarah Ortmeyer ist K\u00fcnstlerin. Ihre Arbeit umfasst klassische Disziplinen wie Bildhauerei und Malerei, oft in nicht-traditionellen Darstellungsweisen. Sie arbeitet in umfassenden Werkgruppen, zu Themen wie: GRANDMASTER Series (Schach), und EMOJI SHADOW Series (Schatten) und CANUS Collectio (Grau). Ortmeyer stellt international aus, unter anderem im Belvedere21, Wien; Palais de Tokyo, Paris; MAK Center, Los Angeles und im MoMA PS1, New York.<\/p>\n<p>Karl Kolbitz ist freiberuflicher Editor und als kreativer Berater und Produzent t\u00e4tig. Kolbitz arbeitet an der Schnittstelle zwischen inhaltlicher Entwicklung und visueller Gestaltung. In seinen dokumentarischen Projekten besch\u00e4ftigt er sich mit dem Einfluss von Design, Architektur und \u00f6ffentlichem Raum auf unser Leben. Die Zusammenarbeit mit K\u00fcnstlern*innen formt einen Schwerpunkt seiner Arbeit.\u200b<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>#Wien Das ist der Siegerentwurf f\u00fcr das #Denkmal f\u00fcr die M\u00e4nner und Frauen, die Opfer der #Homosexuellen-Verfolgung in der NS-Zeit wurden &#8211; es soll im #Resselpark stehen. @HOSIWien <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/neues-denkmal-fuer-ns-opfer-der-homosexuellen-verfolgung\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":139259,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2527],"tags":[5464,5461,567],"wps_subtitle":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/139257"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=139257"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/139257\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":139261,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/139257\/revisions\/139261"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/139259"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=139257"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=139257"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=139257"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}