{"id":139238,"date":"2022-05-25T14:25:32","date_gmt":"2022-05-25T12:25:32","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=139238"},"modified":"2022-05-26T13:36:22","modified_gmt":"2022-05-26T11:36:22","slug":"mehr-gleichstellung-fuer-lgbtiq-in-basel-stadt-geplant","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/mehr-gleichstellung-fuer-lgbtiq-in-basel-stadt-geplant\/","title":{"rendered":"Mehr Gleichstellung f\u00fcr LGBTIQ in Basel-Stadt geplant"},"content":{"rendered":"<h3>Am Dienstag ver\u00f6ffentlichte der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt seinen Ratschlag f\u00fcr die Erweiterung des Gleichstellungsgesetzes auf sexuelle Orientierung sowie Geschlechtsmerkmale und -identit\u00e4t. Damit nimmt der Kanton\u00a0eine wichtige Vorreiterrolle ein.<\/h3>\n<p>Die LGBTI-Dachverb\u00e4nde Transgender Network Switzerland (TGNS), Lesbenorganisation Schweiz (LOS), InterAction und Pink Cross begr\u00fcssen die wegweisende Erweiterung ausserordentlich, da sie nicht nur gesellschaftlich, sondern auch politisch und gesetzgeberisch f\u00fcr eine zukunftsgerichtete Gleichstellungspolitik steht.<\/p>\n<p>F\u00fcr die LGBTI-Dachverb\u00e4nde ist die vorgeschlagene Revision des Gleichstellungsgesetzes Basel-Stadt ein wichtiger Schritt hin zu einer inklusiven und intersektionalen Gleichstellung aller Geschlechter auf kantonaler Ebene: \u00abDas Gleichstellungsgesetz Basel-Stadt schafft die Grundlage f\u00fcr eine umfassende, progressive Gleichstellungspolitik, die ihren feministischen Urspr\u00fcngen treu bleibt und diese sinnvoll um queere Anliegen erweitert\u00bb, so Alessandra Widmer, Co-Gesch\u00e4ftsleiterin der Lesbenorganisation Schweiz (LOS).<\/p>\n<p>Und das sei dringend n\u00f6tig: Letzte Woche ver\u00f6ffentlichten Pink Cross, die LOS und TGNS den Hate Crime Bericht 2021 <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/schweiz-verzeichnet-50-mehr-lgbtiq-feindliche-hate-crimes\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(MANNSCHAFT berichtete)<\/a>. Die stark gestiegenen Zahlen von LGBTQ-feindlichen \u00dcbergriffen sind f\u00fcr Roman Heggli, Gesch\u00e4ftsleiter von Pink Cross, alarmierend: \u00abDer Bedarf an effektiven Sensibilisierungs- und Pr\u00e4ventionsmassnahmen, damit queere Menschen in der Schweiz sicherer leben k\u00f6nnen, ist noch immer riesig. Darum begr\u00fcssen wir sehr, dass das Gleichstellungsgesetz Basel-Stadt auch konkrete Massnahmen zur Erreichung der Ziele beinhaltet und zus\u00e4tzliche Ressourcen f\u00fcr diese Arbeit geschaffen werden sollen.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Von ausreichendem Diskriminierungsschutz noch weit entfernt<br \/>\n<\/strong>Neben konkreten Massnahmen und finanziellen Ressourcen f\u00fcr alle Gleichstellungsanliegen sei auch die explizite Nennung von Geschlechtsidentit\u00e4t, Geschlechtsausdruck und Geschlechtsmerkmalen sowie sexueller Orientierung im Gesetz eine relevante gleichstellungspolitische Weichenstellung. Alecs Recher, Leitung der TGNS Rechtsberatung erl\u00e4utert: \u00abVon einem ausreichenden Diskriminierungsschutz oder gar einer rechtlichen Gleichstellung von LGBTI-Menschen sind wir in der Schweiz sowohl kantonal wie national noch weit entfernt. Ein Grund daf\u00fcr ist die fehlende Klarheit, wen welches Gesetz sch\u00fctzt. Der Kanton Basel-Stadt nimmt mit dieser Revision des Gleichstellungsgesetzes eine Vorreiterrolle ein. Dies wird einen tats\u00e4chlichen Unterschied im Leben von diskriminierten Menschen ausmachen.\u00bb<\/p>\n<p>InterAction Schweiz begr\u00fcsst, dass das Basler Gleichstellungsgesetz auch intergeschlechtliche Menschen bzw. Menschen mit einer Variation der Geschlechtsmerkmale ber\u00fccksichtige. \u00abAuch f\u00fcr intergeschlechtliche Menschen sind spezifische Sensibilisierungs- und Pr\u00e4ventionsmassnahmen und ein effektiver Diskriminierungsschutz erforderlich\u00bb, so Urs Vanessa Sager von InterAction. \u00abUmso wichtiger ist es, dass die LGBTI-Organisationen an der Umsetzung des Gesetzes beteiligt sind.\u00bb<\/p>\n<blockquote><p>Die Pathologisierung von inter Kindern erh\u00f6ht Diskriminierungen und erschwert die Integration in den Arbeitsmarkt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Mirjam Werlen von InterAction betont: \u00abNicht lebensnotwendige Eingriffe in die k\u00f6rperliche Integrit\u00e4t von intergeschlechtlichen Kindern und Jugendlichen sind mit schwerwiegenden physischen, psychologischen und gesundheitlichen Folgen verbunden. Die Pathologisierung von intergeschlechtlichen Kindern erh\u00f6ht Diskriminierungen und erschwert die Integration in den Arbeitsmarkt.\u00bb InterAction w\u00fcrde es zudem begr\u00fcssen, wenn das Gesetz ausdr\u00fccklich den international verwendeten Begriff \u00abVariationen der Geschlechtsmerkmale\u00bb erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt sei das Gleichstellungsgesetz ein unmissverst\u00e4ndliches Signal an die Bev\u00f6lkerung, dass in Basel-Stadt kein Raum f\u00fcr Diskriminierung von LGBTIQ bestehe. \u00abDas ist nicht zuletzt auch ein wichtiges, best\u00e4rkendes Zeichen f\u00fcr alle LGBTIQ in Basel-Stadt.\u00bb Die Basler Politik habe nun die Verantwortung, dieses wichtige Gesetz, das sie im Grundsatz mit dem Anzug Bertschi und Konsorten bereits im Jahr 2017 unterst\u00fctzt hat, Realit\u00e4t werden zu lassen. Nach der Diskussion in der zust\u00e4ndigen Kommission werde der Grosse Rat das Gesch\u00e4ft voraussichtlich im Herbst behandeln.<\/p>\n<p>Auch Habs Queer Basel \u00e4ussert sich positiv und spricht von einem \u00abgrossen Meilenstein\u00bb. Der Verein fordert das Parlament auf, dieses Gesetz anzunehmen und f\u00fcr die vorgesehenen Massnahmen gen\u00fcgend Ressourcen zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>Marco M\u00fcller von Habs Queer Basel erkl\u00e4rte: \u00abDurch die Gesetzeserweiterung w\u00fcrden wichtige Pr\u00e4ventions- und Sensibilisierungsmassnahmen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung erm\u00f6glicht und zus\u00e4tzlich Ressourcen f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der Community zur Verf\u00fcgung gestellt. Dieser Ansatz gef\u00e4llt uns.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>#Basel-Stadt: Regierungsrat will Erweiterung d. Gleichstellungsgesetzes auf sexuelle Orientierung &#038; geschlechtliche Identit\u00e4t. 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