{"id":135034,"date":"2022-04-11T08:39:12","date_gmt":"2022-04-11T06:39:12","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=135034"},"modified":"2022-04-12T16:29:25","modified_gmt":"2022-04-12T14:29:25","slug":"frankreich-darf-kein-zweites-ungarn-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/frankreich-darf-kein-zweites-ungarn-werden\/","title":{"rendered":"\u00abFrankreich darf kein zweites Ungarn werden!\u00bb"},"content":{"rendered":"<h3>Mehr Europa oder mehr Nationalismus? Nach dem Einzug von Emmanuel Macron und Marine Le Pen in die Stichwahl f\u00fcr das Pr\u00e4sidentenamt werden Frankreichs W\u00e4hler*innen Europas Zukunft entscheidend beeinflussen. Es k\u00f6nnte zu einem engen Rennen kommen.<\/h3>\n<p>Frankreich steht nach dem Erfolg des Liberalen Emmanuel Macron und der Rechten Marine Le Pen in der ersten Runde der Pr\u00e4sidentschaftswahl vor einer Richtungsentscheidung. Der 44 Jahre alte Amtsinhaber Macron und seine 53-J\u00e4hrige Herausforderin Le Pen qualifizierten sich am Sonntag f\u00fcr die Stichwahl am 24. April. Deren Ausgang k\u00f6nnte \u00fcber Frankreich hinaus Einfluss auf die Europ\u00e4ische Union, das deutsch-franz\u00f6sische Verh\u00e4ltnis und m\u00f6glicherweise auch auf die Unterst\u00fctzung der Ukraine gegen die<a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/gezielte-toetungen-und-entfuehrungen-von-lgbtiq-bei-einmarsch-in-ukraine\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Invasion Russlands<\/a> haben.<\/p>\n<p>Bis zum fr\u00fchen Montagmorgen waren nach Angaben des Innenministeriums 97 Prozent der Stimmen ausgez\u00e4hlt. Macron lag demnach mit 27,60 Prozent in F\u00fchrung. Le Pen kam auf 23,41 Prozent. Seit Monaten hatten Umfragen eine Wiederauflage des Duells von 2017 zwischen dem Europafreund und der Europaskeptikerin vorausgesagt. Auf Platz drei landete mit 21,95 Prozent der Linkspolitiker Jean-Luc M\u00e9lenchon. Historisch schlecht schnitten die beiden einstigen Volksparteien der Sozialisten und Konservativen ab.<\/p>\n<blockquote><p>16 % der befragten homosexuellen und bisexuellen Personen wollten Le Pen w\u00e4hlen<\/p><\/blockquote>\n<p>Unter Le Pen als Pr\u00e4sidentin d\u00fcrfte Deutschland den Rang als Partner der Wahl verlieren &#8211; Frankreich w\u00fcrde sich wohl eher dem Lager der Euroskeptiker wie Ungarn und Polen zuwenden. Le Pen, die seit Jahren um ein gem\u00e4ssigtes Image k\u00e4mpft, gilt mittlerweile in Teilen des b\u00fcrgerlichen rechten Lagers als w\u00e4hlbar. In einer von <em>T\u00eatu<\/em> in Auftrag gegebenen Umfrage zeigte sich, dass 16 % der befragten homosexuellen und bisexuellen Personen bereit waren, bei der Pr\u00e4sidentschaftswahl im ersten Wahlgang f\u00fcr ihre Partei zu stimmen.<\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnte in der zweiten Runde Anh\u00e4nger*innen der ausgeschiedenen Konservativen Val\u00e9rie P\u00e9cresse f\u00fcr sich gewinnen. Der extrem rechte, homophobe Publizist <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/frankreich-extrem-rechter-kandidat-zu-70-000-euro-strafe-verurteilt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00c9ric Zemmour<\/a> rief seine Anh\u00e4nger auf, f\u00fcr Le Pen zu stimmen. Aus dem Mitte-Links-Lager kann sie kaum auf Stimmen hoffen. Ihr w\u00fcrde es aber helfen, wenn frustrierte Linke der Wahl einfach fernblieben und so Le Pens Stimmanteil in die H\u00f6he trieben.<\/p>\n<p>LGBTIQ-Rechte spielten im bisherigen Wahlkampf keine Rolle. Die LGBTIQ-Organisation SOS Homophobia hatte allen Pr\u00e4sidentschaftskandidat*innen 40 Fragen gestellt, in denen um LGBTIQ-Freindlichkeit und die Menschenrechte von LGBTIQ ging.<a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/schwule-in-frankreich-duerfen-wieder-uneingeschraenkt-blut-spenden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> (Schwule in Frankreich d\u00fcrfen seit kurzem wieder uneingeschr\u00e4nkt Blut spenden \u2013 MANNSCHAFT berichtete)<\/a>.<\/p>\n<p>Nur drei Kandidat*innen antworteten, wie das Magazin <a href=\"https:\/\/tetu.com\/2022\/04\/05\/presidentielle-2022-les-droits-des-personnes-lgbti-remis-au-placard\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Tetu<\/em><\/a> berichtete: Nathalie Arthaud, Yannick Jadot und Jean-Luc M\u00e9lenchon, der am Sonntag auf Platz drei landete. Von den zw\u00f6lf Kandidat*innen hatten nur f\u00fcnf Vorschl\u00e4ge zum Kampf gegen LGBTIQ-Feindlichkeit und f\u00fcr Gleichberechtigung in ihrem Programm: Anne Hidalgo, Yannick Jadot, Jean-Luc M\u00e9lenchon, Philippe Poutou, Fabien Roussel. Also keine*r der beiden Kandidat*innen f\u00fcr die Stichwahl in zwei Wochen.<\/p>\n<p>Val\u00e9rie P\u00e9cresse habe sogar Fehlinformationen verbreitet. Die Kandidatin von Les R\u00e9publicains forderte die Regierung auf, \u00abGeschlechtsumwandlungsoperationen f\u00fcr Minderj\u00e4hrige zu verbieten\u00bb, Praktiken, die es in Frankreich laut <em>Tetu<\/em> gar nicht gebe. P\u00e9cresse positionierte sich auch als Besch\u00fctzerin von Kinderrechten, sprach sich aber gegen das Verbot von OPs an inter Kindern aus.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Stichwahl haben die Verlierer, vom linken Melenchon bis hin zu P\u00e9cresse, Yadot oder Hidalgo, dazu aufgerufen, auf keinen Fall f\u00fcr Le Pen zu stimmen. Sie warnen vor Le Pens antieurop\u00e4ischen und fremdenfeindlichen Projekt, egal wie sehr sie ihren Diskurs abgemildert haben mag und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu nutzen versucht.<\/p>\n<p>\u00abDie W\u00e4hler m\u00fcssen im zweiten Wahlgang ihrer Verantwortung gerecht werden, kommentierte am Montag die spanische Zeitung <em>El Mundo<\/em>. Denn: \u00abFrankreich darf kein zweites Ungarn werden.\u00bb Und die niederl\u00e4ndische Zeitung <em>de Volkskrant<\/em> meint zur Pr\u00e4sidentschaftswahl: \u00abAnders als beim letzten Mal ist Macron dabei nicht mehr der \u00fcberragende Favorit.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>#Frankreich Nach dem Einzug v. Macron &#038; Le Pen in die Stichwahl f\u00fcrs Pr\u00e4sidentenamt werden die W\u00e4hler*innen Europas Zukunft entscheidend beeinflussen. #LGBTIQ-Rechte spielten im Wahlkampf keine Rolle. <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/frankreich-darf-kein-zweites-ungarn-werden\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":135036,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2],"tags":[1826,754,5544],"wps_subtitle":"Macron und Le Pen k\u00e4mpfen um das Pr\u00e4sidentenamt","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/135034"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=135034"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/135034\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":135042,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/135034\/revisions\/135042"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/135036"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=135034"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=135034"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=135034"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}