{"id":133635,"date":"2022-03-23T11:46:37","date_gmt":"2022-03-23T10:46:37","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=133635"},"modified":"2022-03-23T12:40:50","modified_gmt":"2022-03-23T11:40:50","slug":"zum-paradies-hanya-yanagiharas-neue-schwule-saga-mit-bipoc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/zum-paradies-hanya-yanagiharas-neue-schwule-saga-mit-bipoc\/","title":{"rendered":"\u00abZum Paradies\u00bb: Hanya Yanagiharas neue schwule Saga"},"content":{"rendered":"<h3>Mit ihrem Roman \u00abA Little Life\u00bb (\u00abEin wenig Leben\u00bb) hat die US-Autorin Hanya Yanagihara nicht nur einen Weltbestseller erschaffen, sondern auch eine der intensivsten schwulen Liebesgeschichten aller Zeiten zwischen zweien ihrer Hauptcharaktere. Nun ist \u00abTo Paradise\u00bb raus. Und diesmal sind alle Figuren schwul, von Anfang bis Ende. Und niemand scheint das bemerkenswert zu finden.<\/h3>\n<p>Im Roman \u00abEin wenig Leben\u00bb verwob Yanagihara die Lebensgeschichten verschiedener Freunde, die sich in der Universit\u00e4t kennengelernt hatten. Dabei intensiviert sie die zwischen Jude, der als Kind schwer sexuell missbraucht wurde, und dem attraktiven Willem. Einer wird Anwalt, der andere Hollywood-Actionheld. Und beide gehen eine ungew\u00f6hnliche Beziehung ein, die von einer solchen Tiefe und Liebe ist, dass es wenige andere LGBTIQ-B\u00fccher gibt, die da auch nur ann\u00e4hernd herankommen.<\/p>\n<p>Bis die \u00abHappy Years\u00bb von Jude und Willem allerdings beginnen, muss man sich bei \u00abEin wenig Leben\u00bb durch sehr sehr sehr viele Seiten k\u00e4mpfen. Bei \u00abZum Paradies\u00bb geht es dagegen gleich auf Seite 1 mit schwulen Figuren und Thematiken los. Und mit schwuler Liebe. Und das h\u00f6rt dann 800 Seiten lang nicht mehr auf.<\/p>\n<figure id=\"attachment_133641\" aria-describedby=\"caption-attachment-133641\" style=\"width: 627px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/693ef3163745eb28f3ff88bad1a19703.jpg\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-133641 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 627 1000'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/693ef3163745eb28f3ff88bad1a19703-e1648030552576.jpg\" alt=\"\u00abZum Paradies\u00bb\" width=\"627\" height=\"1000\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-133641\" class=\"wp-caption-text\">Die deutsche Ausgabe von \u00abZum Paradies\u00bb (Foto: Claassen bei Ullstein Buchverlage)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der neue Roman besteht aus drei Teilen, die jeweils hundert Jahre auseinanderliegen und im Kern von einem Haus am Washington Square in Manhattan handeln \u2013 es werden drei Generationen von schwulem Leben beschrieben, im Jahr 1893, 1993 und 2003.<\/p>\n<p>Der interessante Trick, mit dem Yanagihara gleich zu Beginn punktet, ist: Sie erz\u00e4hlt eine Geschichte aus dem \u00abGilded Age\u00bb New Yorks, die sich wie ein Henry-James-Roman liest. Aber es ist im Grunde eine Fantasy-Geschichte, denn obwohl sich alles \u00abrealistisch\u00bb anf\u00fchlt, ist es das nicht. New York ist hier ein eigenes Land, ein \u00abfreier Staat\u00bb, abgetrennt vom restlichen Amerika. Und in diesem freien Staat ist es eine gesellschaftliche Selbstverst\u00e4ndlichkeit, dass gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen werden. Diese gleichgeschlechtlichen Paare adoptieren Kinder und hinterlassen diesen dann ihr Verm\u00f6gen. D. h. praktisch, dass die reichen Spr\u00f6sslinge der \u00abFounding Families\u00bb bestm\u00f6glich unter die Haube gebracht werden m\u00fcssen, damit das Geld nicht in falsche H\u00e4nde ger\u00e4t.<\/p>\n<p><strong>Alternative Queer History<\/strong><br \/>\nDiese queere Fantasy-Welt mitzuerleben ist teils faszinierend \u2013 auf die gleiche Weise, wie das Color-blind-casting bei <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/emmy-nominierungen-fuer-the-crown-bridgerton-und-pose\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00abBridgerton\u00bb<\/a> neue Sichtweisen auf Geschichte zul\u00e4sst \u2013, als Gedankenexperiment ungemein attraktiv. So als ersch\u00fcfe hier jemand eine alternative Queer History, die\u2019s so nie gab, die es aber h\u00e4tte geben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Man erlebt die Geschichte des sch\u00fcchternen David, der bei seinem schwerreichen Grossvater am Washington Square lebt und sich in einen armen Gl\u00fccksritter Edward verliebt. Der ist m\u00f6glicherweise nur hinter seinem Geld her. Und David muss sich entscheiden, ob er aus seinem goldenen K\u00e4fig ausbricht oder ob er sich auf das Risiko einl\u00e4sst, von einem Mann ausgenutzt zu werden und mit ihm nach Westen zu ziehen \u2013 nach Kalifornien und m\u00f6glicherweise weiter nach Hawaii.<\/p>\n<blockquote><p>Yanagihara zeigt, dass die \u00abfreie\u00bb LGBTIQ-Welt von 1893 gar nicht so frei ist<\/p><\/blockquote>\n<p>Yanagihara zeigt, fast nebenbei, dass die \u00abfreie\u00bb LGBTIQ-Welt von 1893 gar nicht so frei ist, denn obwohl es die Ehe f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare als \u00abNorm\u00bb gibt (Hetero-Ehen sind verp\u00f6nt), heisst das noch lange nicht, dass es keine Einschr\u00e4nkungen gibt. So hat der Grossvater beispielsweise seit Jahrzehnten einen Liebhaber, der aber nicht aus der \u00abrichtigen\u00bb sozialen Klasse kommt. Und deshalb nicht offizieller Teil des Familienlebens sein darf.<\/p>\n<p>In diesen ersten Romanteil findet man als Leser*in sofort hinein. Und fragt sich, wie er mit dem zweiten Teil zusammenh\u00e4ngen k\u00f6nnte, der dann im New York der AIDS-Epidemie spielt. Die Figuren haben teils die gleichen Vor- und Nachnamen, was immer wieder dazu einl\u00e4dt zu \u00fcberlegen, ob es sich im Nachkommen der Charaktere aus Teil 1 handelt \u2013 Nachkommen, die diesmal aus Hawaii nach New York zur\u00fcckgekommen sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><strong>Separatistische Bestrebungen der Hawaiianer*innen<\/strong><br \/>\nDieser zweite Teil des Buchs ist nicht so eindeutig im Fantasy-Bereich angesiedelt, weil die beschriebenen LGBTIQ-Freiheiten durchaus der Realit\u00e4t der 1990er-Jahre entsprechen. Nur zwischen den Zeilen deutet sich in den separatistischen Bestrebungen der Hawaiianer*innen, sich von den USA zu l\u00f6sen, immer wieder an, dass das alles gleichfalls in einer erfundenen Welt spielen k\u00f6nnte.<\/p>\n<figure id=\"attachment_133642\" aria-describedby=\"caption-attachment-133642\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Image_Credit-_Wirasathya_Darmaja._Hanya_Yanagihara-_A_Little_Life._Neka_Museum._-_30595555742.jpg\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-133642 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 1000 667'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Image_Credit-_Wirasathya_Darmaja._Hanya_Yanagihara-_A_Little_Life._Neka_Museum._-_30595555742-e1648030670963.jpg\" alt=\"Hanya Yanagihara\" width=\"1000\" height=\"667\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-133642\" class=\"wp-caption-text\">Hanya Yanagihara bei einem Literaturfestival, 2016 (Foto: Ubud Writers &amp; Readers Festival \/ Wiki Commons)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die wird dann breit ausgemalt im dritten Teil, der eine von Pandemien und Seuchen dominierte Zukunft beschreibt. Wiederum in New York, wohin der hawaiianische Wissenschaftler Charles mit seinem Ehemann und dem gemeinsamen Sohn zieht. Dieser Romanteil springt zwischen dem Jahr 2093 als beklemmender Dystopie und den Briefen, die Charles in den Jahrzehnten davor an einen schwulen Freund in England geschrieben hat, hin und her. In diesen Briefen wird nachgezeichnet, wie die Welt allgemein und New York als \u00abfreier Staat\u00bb im Besonderen zu diesem Polizeistaat mutiert \u2013 in dem pl\u00f6tzlich gleichgeschlechtliche Partnerschaften nur noch toleriert werden, aber die meisten LGBTIQ sich entscheiden, lieber in heteronormativen Scheinehen zu leben.<\/p>\n<p>Nach zwei Jahren Corona ist es schockierend, diese d\u00fcstere Zukunftsvision zu lesen, wo eine Pandemie auf die n\u00e4chste folgt und immer mehr Freiheiten, die man als selbstverst\u00e4ndlich angesehen hat (Internet, Fernsehen, Nachrichten usw.), nach und nach weggenommen werden. Zum \u00abSchutz\u00bb der Allgemeinheit, wie es heisst.<\/p>\n<p><strong>Eine Million Dollar f\u00fcrs Manuskript<\/strong><br \/>\nYanagihara parodiert hier wie anderswo immer wieder \u00ablinke\u00bb bzw. \u00abwoke\u00bb Ideale, sie zeigt deren zerst\u00f6rerisches Potenzial. Aber sie zeigt gleichzeitig, was passiert, wenn man die Gegenseite einfach gew\u00e4hren l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Auf dem Cover des Buchs sieht man einen hawaiianischen Fischerjungen, 1898 von Hubert Vos in \u00d6l auf Leinwand gemalt. Das Buch mit seinen vielen BIPoC-Charakteren ist sicher eines der Ersten, das BIPoC so viel Sichtbarkeit verschafft in der Literaturszene. Laut Medienberichten soll Yanagihara vom Verlag eine Million Dollar f\u00fcr ihr Manuskript bekommen haben. Und wegen des Erfolgs des Vorg\u00e4ngerromans kletterte \u00abTo Paradise\u00bb sofort in die Bestseller-Listen, auch im deutschsprachigen Raum.<\/p>\n<figure id=\"attachment_133643\" aria-describedby=\"caption-attachment-133643\" style=\"width: 762px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Hubert_Vos_-_Iokepa_Hawaiian_Fisher_Boy.jpg\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-133643 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 762 922'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Hubert_Vos_-_Iokepa_Hawaiian_Fisher_Boy.jpg\" alt=\"Zum Paradies\" width=\"762\" height=\"922\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Hubert_Vos_-_Iokepa_Hawaiian_Fisher_Boy.jpg 762w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Hubert_Vos_-_Iokepa_Hawaiian_Fisher_Boy-248x300.jpg 248w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Hubert_Vos_-_Iokepa_Hawaiian_Fisher_Boy-425x514.jpg 425w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Hubert_Vos_-_Iokepa_Hawaiian_Fisher_Boy-561x679.jpg 561w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Hubert_Vos_-_Iokepa_Hawaiian_Fisher_Boy-265x321.jpg 265w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Hubert_Vos_-_Iokepa_Hawaiian_Fisher_Boy-531x642.jpg 531w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Hubert_Vos_-_Iokepa_Hawaiian_Fisher_Boy-364x440.jpg 364w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Hubert_Vos_-_Iokepa_Hawaiian_Fisher_Boy-728x881.jpg 728w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Hubert_Vos_-_Iokepa_Hawaiian_Fisher_Boy-608x736.jpg 608w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Hubert_Vos_-_Iokepa_Hawaiian_Fisher_Boy-758x917.jpg 758w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Hubert_Vos_-_Iokepa_Hawaiian_Fisher_Boy-40x48.jpg 40w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Hubert_Vos_-_Iokepa_Hawaiian_Fisher_Boy-79x96.jpg 79w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Hubert_Vos_-_Iokepa_Hawaiian_Fisher_Boy-400x484.jpg 400w\" data-sizes=\"(max-width: 762px) 100vw, 762px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-133643\" class=\"wp-caption-text\">\u00abI\u2019okepa &#8211; Hawaiianischer Fischerjunge\u00bb: \u00d6lgem\u00e4lde von Hubert Vos (Foto: Wiki Commons)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Allerdings waren sie Reaktionen aufs Buch \u2013 mit seinen stilistisch extrem unterschiedlichen Teilen \u2013 gemischt. Die <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/buch\/Zum-Paradies-Hanya-Yanagihara-und-die-Angst-vor-dem-Sterben,zumparadies102.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">NDR-Literaturkritikerin Annemarie Stoltenberg<\/a> schreibt: \u00abSchwere Kost ist das. Absolut brillant, aber auch erstaunlich beh\u00e4big mit vielen Wiederholungen geschrieben.\u00bb Der <em>Guardian<\/em> hingegen spricht von <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/books\/2022\/jan\/10\/to-paradise-by-hanya-yanagihara-a-masterpiece-for-our-times\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00abeinem Meisterwerk f\u00fcr unsere Zeit\u00bb<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Identit\u00e4tspolitik vs. k\u00fcnstslerische Freiheit<\/strong><br \/>\nEinige Kritiker*innen aus der LGBTIQ-Community warfen Yanagihara vor, es stehe ihr nicht zu, LGBTIQ-Charaktere zum Zentrum ihrer Romane zu machen, wenn sie selbst nicht LGBTIQ sei \u2013 das klassische Identit\u00e4tspolitikargument. Yanagihara hat darauf <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/books\/2022\/jan\/09\/hanya-yanagihara-to-paradise-interview-a-little-life\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00f6ffentlich geantwortet<\/a>, dass sie schreiben k\u00f6nne, was sie wolle und wor\u00fcber sie wolle. Im Sinn von Freiheit der Kunst <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/absage-von-pulse-gedenkkonzert-und-coming-out-aus-erschoepfung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(MANNSCHAFT berichtete \u00fcber diesen Konflikt)<\/a>.<\/p>\n<p>Sicherlich kann niemand Yanagihara vorwerfen, dass sie schwule Charaktere nicht mit dem gr\u00f6sstm\u00f6glichen Respekt behandelt, wenn das hier das richtige Wort ist. Das Irritierende ist eher, dass sie das teils \u00fcberzeugender und besser macht als viele LGBTIQ-Autor*innen selbst.<\/p>\n<p>Bei einem Gespr\u00e4ch mit dem Verk\u00e4ufer im Berliner Buchladen Eisenherz sagte dieser k\u00fcrzlich zu MANNSCHAFT, er habe den ersten Teil f\u00f6rmlich verschlungen vor Begeisterung, sei aber im zweiten Teil ausgestiegen, weil er nicht wusste, wohin der Roman wolle. Nach einer Pause habe er dann doch beschlossen, Teil 3 eine Chance zu geben. In diesem letzten Teil taucht dann auch erstmal eine heterosexuelle Frauenfigur auf, die Enkeltochter des hawaiianischen Wissenschaftlers Charles, die er versucht vor der neuen Welt in New York zu retten. Aber wie? Das entschl\u00fcsselt Yanagihara nach und nach. So dass man Geduld braucht, um durch die 800 Seiten zu kommen.<\/p>\n<blockquote><p>Im letzten Teil taucht auch erstmal eine heterosexuelle Frauenfigur auf, die Enkeltochter des hawaiianischen Wissenschaftlers Charles<\/p><\/blockquote>\n<p>Dass ein so gewichtiges Buch von einer so prominenten Autorin eine fast <em>ausschliesslich<\/em> schwule Geschichte erz\u00e4hlt, wird zwar von den meisten Rezensent*innen erw\u00e4hnt, aber nicht als Besonderheit hervorgehoben. Und die Mehrheit der LGBTIQ-Nachrichtenportale hat das Buch gar nicht gross zur Kenntnis genommen, vielleicht weil es nicht explizit als queerer Titel vom Verlag beworben wurde?<\/p>\n<p>Ist das eine neue Selbstverst\u00e4ndlichkeit um Umgang mit LGBTIQ in der Buchbranche? Oder glaubt man die Verkaufszahlen hochzutreiben, wenn man Homosexualit\u00e4t als zentrales Handlungselement bei einem Millionendollarbuchdeal nicht hervorhebt, um niemanden abzuschrecken? Die Antwort darauf muss jeder selbst suchen.\u00a0<a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/kein-groesseres-tabu-als-schwuler-sex-queere-literatur-in-corona-zeiten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(MANNSCHAFT berichtete dar\u00fcber, dass schwuler Sex im Literaturbetrieb nach wie vor wie ein Tabu behandelt wird.)<\/a><\/p>\n<p>Nach dem fulminanten ersten Teil 1893 \u00e0 la Henry James ist es dann \u00fcbrigens die r\u00fcckblickende Familiengeschichte-in-Briefen, die ansatzweise an die Geschichte von Jude und Willem herankommt. Mit teils \u00e4hnlich ersch\u00fctternden Momenten.<\/p>\n<p><img data-expand=\"600\" class=\"lazyload\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 1 1'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/e587991a766a41afac79042f2ae8a03d\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Sensationserfolg von \u00abEin wenig Leben\u00bb liegt der neue Roman von @YanagiharaHanya vor: #Zum Paradies erz\u00e4hlt auf \u00fcber 800 Seiten verschiedene Familiengeschichten in drei Jahrhunderten; 1893, 1993 und 2093. Das Besondere: fast alle Figuren sind #schwul! #LGBTIQ <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/zum-paradies-hanya-yanagiharas-neue-schwule-saga-mit-bipoc\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":35,"featured_media":133637,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4382],"tags":[5438,5468],"wps_subtitle":"Nach dem Sensationserfolg von \u00abEin wenig Leben\u00bb liegt der neue Roman der Starautorin vor","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/133635"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/35"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=133635"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/133635\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":133665,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/133635\/revisions\/133665"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/133637"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=133635"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=133635"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=133635"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}