{"id":132974,"date":"2022-04-03T08:42:28","date_gmt":"2022-04-03T06:42:28","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=132974"},"modified":"2022-04-11T12:47:50","modified_gmt":"2022-04-11T10:47:50","slug":"offen-mit-der-hiv-infektion-umgehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/offen-mit-der-hiv-infektion-umgehen\/","title":{"rendered":"Offen mit der HIV-Infektion umgehen?"},"content":{"rendered":"<h3>Nicht jeder Mensch mit HIV kann oder m\u00f6chte offen mit der eigenen Infektion umgehen &#8211; und das ist absolut okay. Sobald allerdings Sorgen und \u00c4ngste vor einem ungewollten HIV-Outing ins Spiel kommen, gilt es selbst wachsam zu sein.<\/h3>\n<p>Sorgen \u00fcber ein ungewolltes Outing k\u00f6nnen bei HIV-positiven Menschen nicht nur den Alltag beeintr\u00e4chtigen, sondern sich auch negativ auf die mentale Gesundheit auswirken, was wiederum auch einen grossen Einfluss auf die Lebensqualit\u00e4t haben kann.<\/p>\n<p><strong>Mentale Gesundheit \u2013 was ist das eigentlich?<\/strong><br \/>\nDer Begriff der mentalen Gesundheit (im Englischen als <em>mental health<\/em> bezeichnet) wird oft im Zusammenhang mit dem psychischen Befinden verwendet. Man versteht darunter nicht nur das Fehlen von psychischen Beeintr\u00e4chtigungen, sondern auch im positiven Sinne einen Zustand des psychischen sowie auch sozialen und emotionalen Wohlbefindens. Mental gesund sein bedeutet also nicht nur \u00abes geht mir nicht schlecht\u00bb, sondern dar\u00fcber hinaus auch \u00abes geht mir gut\u00bb.<br \/>\nWenn man als HIV-positiver Mensch einen f\u00fcr sich gesunden Umgang mit der eigenen Infektion gefunden hat, mit dem es einem gut geht und bei dem man keine Angst vor einem ungewollten Outing haben muss, tr\u00e4gt das zum Erhalt der mentalen Gesundheit und somit der Lebensqualit\u00e4t bei.<\/p>\n<p><strong>Was die mentale Gesundheit beeinflussen kann<\/strong><br \/>\nH\u00e4ufig wird HIV-positiven Menschen von ihrem engen Umfeld geraten, niemandem von ihrem Status zu erz\u00e4hlen. Dahinter steht h\u00e4ufig die \u00dcberzeugung, dass die HIV-Infektion ein selbst verschuldeter Makel sei, den es um jeden Preis zu verstecken gilt.<br \/>\nDiese Form der Stigmatisierung von Menschen mit HIV \u2013 also wenn diese ausschliesslich aufgrund ihrer Infektion in eine negative Schublade gesteckt und (vor-)verurteilt werden \u2013 ist leider noch immer weit verbreitet. Viele Menschen mit HIV verinnerlichen diese negative Bewertung von aussen sogar und verkn\u00fcpfen ihre HIV-Infektion dann mit belastenden Gef\u00fchlen wie Schuld und Scham \u2013 das nennt man auch Selbststigmatisierung. Sie machen sich zum Beispiel Vorw\u00fcrfe, verurteilen sich selbst und sch\u00e4men sich f\u00fcr ihren HIV-Status. All das hat einen negativen Einfluss auf die eigene mentale Gesundheit.<\/p>\n<p><strong>Die Angst geoutet zu werden<\/strong><br \/>\nDie Angst vor dem ungewollten Outing zeigt sich oft in der Bef\u00fcrchtung, dass jemand die HIV-Medikamente entdecken oder einen bei deren Einnahme beobachten k\u00f6nnte. Diese Sorge kann dann zu bestimmten Handlungen f\u00fchren, die dazu dienen, den eigenen positiven HIV-Status zu verheimlichen. Wenn diese Handlungen zur Gewohnheit werden, dann kann das h\u00e4ufig zu einer andauernden unbewussten Belastung f\u00fchren.<br \/>\nDie Sorge kann auch ein Grund daf\u00fcr sein, weshalb HIV-Medikamente h\u00e4ufig versteckt werden \u2013 vor allem dann, wenn man mit anderen Menschen zusammenwohnt, die nichts von der HIV-Infektion wissen sollen. Manchmal geht es sogar soweit, dass man Angst vor unangek\u00fcndigtem Besuch entwickelt, denn auch dieser k\u00f6nnte wom\u00f6glich offen herumliegende Medikamente entdecken und somit von der HIV-Infektion erfahren. Sp\u00e4testens hier sollte einem bewusst werden, dass dieser Umgang langfristig nicht f\u00f6rderlich f\u00fcr die eigene mentale Gesundheit ist.<br \/>\nEin weiteres Beispiel ist die Bef\u00fcrchtung, dass jemand die Tablettenverpackungen entdeckt, wenn sie entsorgt werden. Wenn man Angst hat, die Verpackungen der Medikamente im eigenen M\u00fcll zu entsorgen, dann sollte man sich bewusst machen, wie sich diese \u00c4ngste und Sorgen auch dauerhaft auf die eigene mentale Gesundheit auswirken k\u00f6nnen. Wichtig ist es dabei, dass man ehrlich zu sich selbst ist und sich hinterfragt, wie sehr einen das belastet.<\/p>\n<p><strong>Was kann man tun, wenn einem der offene Umgang schwerf\u00e4llt?<\/strong><br \/>\nVorteilhaft ist es, wenn man sicher und selbstbewusst mit der eigenen HIV-Infektion umgehen kann \u2013 denn dann gibt es keinen Grund mehr f\u00fcr ein unter Umst\u00e4nden belastendes Versteckspiel. Falls man aber nicht offen mit dem HIV-Status umgehen m\u00f6chte, gibt es auch andere M\u00f6glichkeiten, einen gesunden Umgang damit zu finden. Im Alltag k\u00f6nnen beispielsweise schon Kleinigkeiten zu einer merklichen Ver\u00e4nderung f\u00fchren. So gibt man der Angst vor einem ungewollten Outing weniger Raum und sie kann einen somit auch weniger belasten.<\/p>\n<p>Folgende Tipps k\u00f6nnen HIV-positiven Menschen dabei helfen:<\/p>\n<ol>\n<li>Die Medikamente in eine neutrale Pillenbox packen. Das erleichtert auch die Mitnahme, wenn man mal l\u00e4nger aus dem Haus ist und die Tabletten bei sich haben muss.<\/li>\n<li>Zuhause einen festen und diskreten Ort f\u00fcr die Aufbewahrung der Medikamente finden.<\/li>\n<li>Wenn man sich einen Wecker zur t\u00e4glichen Erinnerung an die Einnahme stellt, dann kann man bei der Benennung auf eine neutrale Bezeichnung achten. Es k\u00f6nnte ja sein, dass auch andere Menschen die Erinnerung sehen.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Unterst\u00fctzungsangebote nutzen<\/strong><br \/>\nAuch wenn man als HIV-positiver Mensch selbst mit solch kleinen Stellschrauben einiges bewirken kann, l\u00e4sst sich die grunds\u00e4tzliche Angst dadurch leider nicht beseitigen. Daher ist es wichtig, auch mit dem\/r \u00c4rzt*in \u00fcber die eigenen Sorgen zu sprechen, denn wenn diese\/r \u00fcber die pers\u00f6nliche Situation Bescheid weiss, kann sie\/er einen bestm\u00f6glich unterst\u00fctzen.<br \/>\nDie auf HIV spezialisierten \u00c4rzt*innen sind meist sehr gut vernetzt und k\u00f6nnen einem somit gezielte Unterst\u00fctzungsangebote ans Herz legen, die im Umgang mit \u00c4ngsten und dem Erhalt der mentalen Gesundheit helfen k\u00f6nnen. Ausserdem kann man sich zusammen die vielf\u00e4ltigen Therapiem\u00f6glichkeiten ansehen und gemeinsam eine Therapie finden, die sich besser in den Alltag integrieren l\u00e4sst, damit man keine Angst mehr vor einem ungewollten HIV-Outing haben muss.<\/p>\n<p><strong>Weitere Infos sowie pers\u00f6nliche Geschichten zum Leben mit HIV findest du unter <a href=\"https:\/\/livlife.com\/de-de\/?utm_campaign=2021-06_de-de-l_hiversity_other_treatment_PLHIV_27pall_16jall&amp;utm_medium=infositemicrosite&amp;utm_source=mannschaft\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">livlife.de<\/a>. <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><em>NP-DE-HVU-ADVR-210021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angst vor einem ungewollten HIV-Outing im Alltag ist ein wichtiges Thema f\u00fcr Menschen die mit HIV leben. Folgende Tipps k\u00f6nnen beim Umgang mit dem eigenen HIV-Status helfen.<br \/>\n <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/offen-mit-der-hiv-infektion-umgehen\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":21,"featured_media":132975,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[25],"tags":[5442,5467,5468],"wps_subtitle":"Was man gegen die Angst vor einem ungewollten HIV-Outing tun kann","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/132974"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/21"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=132974"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/132974\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":134489,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/132974\/revisions\/134489"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/132975"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=132974"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=132974"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=132974"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}