{"id":125703,"date":"2021-12-08T08:00:35","date_gmt":"2021-12-08T07:00:35","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=125703"},"modified":"2023-03-30T15:18:50","modified_gmt":"2023-03-30T13:18:50","slug":"wieder-ein-tatort-mit-lesbischer-sichtbarkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wieder-ein-tatort-mit-lesbischer-sichtbarkeit\/","title":{"rendered":"Wieder ein \u00abTatort\u00bb mit lesbischer Sichtbarkeit"},"content":{"rendered":"<h3>Der zweite Fall der Bremer \u00abTatort\u00bb-Kommissar*innen Moormann, Andersen und Selb ist mehrsprachig, manchmal witzig und gew\u00fcrzt mit mehr oder weniger fundierten Lebensweisheiten. Spannend ist der Krimi auch.<\/h3>\n<p><em>Von: Helmut Reuter, dpa<\/em><\/p>\n<p>Der vorletzte \u00abTatort\u00bb kam bei vielen LGBTIQ nicht gut an; das Lesbenbild, das der Krimi aus Dortmund zeichnete, erschien mehr als fragw\u00fcrdig<a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/ein-solches-frauen-und-lesbenbild-hat-im-tatort-nichts-zu-suchen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> (MANNSCHAFT berichtete)<\/a><\/p>\n<p>Nun kommt eine Folge aus Bremen. Die gute Nachricht zuerst. Kommissar Mads Andersen (Dar Salim) ist zur\u00fcck im Kripo-Team, denn der B\u00fcrojob in D\u00e4nemark war nichts f\u00fcr ihn. \u00abWas ist Kopenhagen gegen Bremen?\u00bb, begr\u00fcndet er seine Wahl und \u00fcberl\u00e4sst dem Zuschauer die Antwort. Seine beiden freudig-verdutzten Kolleginnen Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) und Linda Selb (Luise Wolfram) begr\u00fcssen ihn gleich mit einem Witz auf seine Kosten. \u00abSchlechte Witze &#8211; das habe ich vermisst\u00bb, kontert Andersen. Und zu dritt widmen sie sich dem neuen Fall, der zwischen Unterschichtenmilieu und grossb\u00fcrgerlicher Kaufmannsvilla pendelt. Der Fall \u00abUnd immer gewinnt die Nacht\u00bb ist am Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen.<\/p>\n<p>Das Verbrechen: Ein sozial engagierter Arzt wird im Hafen mit Vorsatz \u00fcberfahren und ermordet. An vordergr\u00fcndig Verd\u00e4chtigen fehlt es nicht. Ins Visier geraten unter anderem Seeleute eines Schiffes und eine vom Arzt zur\u00fcckgewiesene verliebte Praxishelferin. Zuschauer, die selbst Hinweise auf den T\u00e4ter oder die T\u00e4terin finden wollen, m\u00fcssen von Anfang an ganz genau aufpassen.<\/p>\n<p>Eine weitere Spur f\u00fchrt zu einem ungleichen lesbischen Paar: Die cellospielende Tochter aus gutem Hause verliebt sich in eine lebensw\u00fctende Underdog-Frau aus dem Milieu, die schon einen Menschen t\u00f6tete, ihre Strafe aber im Gef\u00e4ngnis absass. Beide rebellieren gegen das Establishment, sichern Lebensmittel aus Supermarkt-Containern, um sie in heruntergekommenen Hochh\u00e4usern an Mieter zu verschenken. Eine der beiden Frauen hat einen behinderten Bruder, der von der Praxis des ermordeten Arztes abgewiesen wurde. Ein m\u00f6gliches Tatmotiv.<\/p>\n<p>Bei der Suche nach dem M\u00f6rder arbeitet das Ermittler-Trio mal zu zweit, mal zu dritt. Die vergeistigt-schr\u00e4ge Kommissarin Selb l\u00e4dt sowohl ihre Kollegin Moormann als auch Andersen zum Essen in ihr spartanisches Tiny House &#8211; ein winziges Wohnhaus &#8211; ein. Mehr braucht sie nicht: \u00abWenn es mir reicht, bin ich weg.\u00bb Daran denkt Moormann nicht, denn sie kommt aus Bremerhaven. Ihre soziale Herkunft soll man ihr anmerken. Die schnell kombinierende Kommissarin tritt burschikos bis zur Schnoddrigkeit auf. Sie duzt fast jeden und wetteifert mit ihrer Kollegin Selb um die schnellsten kriminalistischen Schl\u00fcsse.<\/p>\n<p>Andersen muss sich indes wortw\u00f6rtlich mit Seem\u00e4nnern rumschlagen, die ihn nach einer deftigen Pr\u00fcgelei auf dem Frachtschiff \u00abAlways Lucky\u00bb kurzerhand \u00fcber Bord werfen &#8211; ein spektakul\u00e4rer Sturz ins tiefe Hafenbecken. Der Kommissar ist ohnedies f\u00fcr Undercover-Eins\u00e4tze zust\u00e4ndig. Die Nachwirkungen eines solchen Einsatzes aus der Vergangenheit in D\u00e4nemark holen ihn sogar in Bremen ein.<\/p>\n<p>In der Folge \u00abUnd immer gewinnt die Nacht\u00bb spricht Andersen d\u00e4nisch, englisch, vier Worte Spanisch und nat\u00fcrlich Deutsch mit d\u00e4nischem Akzent. Auch an sozialkritischen Einsprengseln mangelt es nicht. So erkl\u00e4rt Moormann ihrer Kollegin Selb en passant im Treppenhaus Hartz-IV-S\u00e4tze, Kindergeld und Wohngeld und dass dabei nicht mal zwei Euro f\u00fcr Bildung bleiben.<\/p>\n<p>Selb gl\u00e4nzt dagegen mit Lebensweisheiten wie \u00abWenn es nicht ab und an richtig weh tut, ist es auch kein Leben\u00bb oder \u00abIch habe noch von keinem Verbrechen geh\u00f6rt, das ich nicht selbst h\u00e4tte begehen k\u00f6nnen.\u00bb Auch Goethe, Pablo Neruda und Fidel Castro kommen zu ihrem Recht.<\/p>\n<p>Da mag selbst Andersen nicht zur\u00fcckstehen und gibt zum Schluss als Fazit des Falls zu sanften Cellokl\u00e4ngen seine \u00abGl\u00fcckskeks-Weisheit\u00bb weiter. N\u00e4mlich, dass man in der Schule lernen sollte, zu wissen, was man will: \u00abDass einem das zusteht, der zu werden, der man ist, oder die, die man ist, oder die, der man ist, oder der, die man ist. Oder, naja egal.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Die \u00d6ffentlich-Rechtlichen und die Privaten in Deutschland \u00fcbten k\u00fcrzlich Selbstkritik: Ihr Programm ist nicht divers genug <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/tv-sender-wir-sind-im-programm-nicht-divers-genug\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(MANNSCHAFT berichtete)<\/a>.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der zweite Fall der #Tatort-Kommissare aus Bremen ist mehrsprachig, manchmal witzig und gew\u00fcrzt mit mehr oder weniger fundierten Lebensweisheiten. Zu den Verd\u00e4chtigen geh\u00f6rt auch ein #lesbisches Paar <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wieder-ein-tatort-mit-lesbischer-sichtbarkeit\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1950,"featured_media":125704,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2534],"tags":[5531,5478,5501],"wps_subtitle":"Diesmal kommt der Film aus Bremen","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/125703"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1950"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=125703"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/125703\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":165961,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/125703\/revisions\/165961"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/125704"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=125703"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=125703"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=125703"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}