{"id":125254,"date":"2021-12-02T10:46:53","date_gmt":"2021-12-02T09:46:53","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=125254"},"modified":"2021-12-02T10:53:59","modified_gmt":"2021-12-02T09:53:59","slug":"corona-pandemie-gibt-rechtspopulistischem-europa-rueckenwind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/corona-pandemie-gibt-rechtspopulistischem-europa-rueckenwind\/","title":{"rendered":"Corona-Pandemie gibt rechtspopulistischem Europa R\u00fcckenwind"},"content":{"rendered":"<h3>Die Corona-Pandemie hat Rechtspopulisten noch populistischer gemacht. So lautet ein Fazit Dresdner Forscher*innen aus einer europaweiten Analyse von Facebook-Beitr\u00e4gen. Wirkung werde vor allem dort erzielt, wo es schon einen Resonanzboden f\u00fcr populistischen Einstellungen gibt.<\/h3>\n<p>Die Corona-Pandemie dient Rechtspopulisten als Katalysator und hat ihnen in ganz Europa R\u00fcckenwind verschafft. Das ist ein zentraler Befund einer Studie des Mercator Forums Migration und Demokratie (Midem) an der Technischen Universit\u00e4t Dresden. Wissenschaftler hatten daf\u00fcr Beitr\u00e4ge populistischer Parteien in zw\u00f6lf L\u00e4ndern quantitativ und qualitativ analysiert.<\/p>\n<p>\u00abKrisenzeiten sind immer Einfalltore f\u00fcr Unzufriedenheit und Protest\u00bb, erkl\u00e4rte Midem-Chef Hans Vorl\u00e4nder am Mittwoch bei der Vorstellung der Studie \u00abCorona und Rechtspopulismus\u00bb in Dresden. Politische Kr\u00e4fte h\u00e4tten dann leichtes Spiel, Sorgen, \u00c4ngste und Ressentiments zu sch\u00fcren und Eliten, Institutionen oder gar ein ganzen System an den Pranger zu stellen. So sei es auch in der Migrationskrise schon gewesen.<\/p>\n<p>Allerdings differenziert die Analyse auch. Generell sei Corona nicht unbedingt ein Gewinnerthema f\u00fcr Rechtspopulisten gewesen, sagte Vorl\u00e4nder. \u00abAber sie konnten dort re\u00fcssieren, wo sie schon bestehende Entfremdungserfahrungen und populistische Einstellungen einzelner Bev\u00f6lkerungsgruppen mit ihre Systemkritik aufzugreifen und zuzuspitzen vermochten.\u00bb Insofern seien \u00abRechtspopulisten noch populistischer geworden\u00bb.<\/p>\n<p>Auf offiziellen Kan\u00e4len w\u00fcrden Rechtspopulisten das Thema Corona &#8211; so das Ergebnis der quantitativen Analyse &#8211; meist nicht h\u00e4ufiger ansprechen als andere. \u00abDie Art der Kommunikation hebt sich jedoch von der anderer Parteien deutlich ab.\u00bb Staatliche Massnahmen zur Pandemiebek\u00e4mpfung seien zu einer Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr polemisch und emotional aufgeladene Regierungskritik geworden. \u00abEine Ausnahme stellen rechtspopulistische Parteien dar, die an der Regierung sind: Sie waren w\u00e4hrend der Pandemie vor allem darauf bedacht, das Thema Corona zu entpolitisieren.\u00bb In der Opposition aber h\u00e4tten sie die Pandemie zur Sch\u00e4rfung ihres populistischen Profils genutzt.<\/p>\n<blockquote><p>Rechtspopulist*innen inszenieren sich als Sprachrohr eines von Corona-Massnahmen gebeutelten Volkes.<\/p><\/blockquote>\n<p>Um sich glaubhaft als Alternative zu etablierten Parteien zu empfehlen, h\u00e4tten oppositionelle Rechtspopulist*innen einen radikalen Kurswechsel zu Beginn der Pandemie vollzogen &#8211; von Bef\u00fcrworter*innen zu scharfen Kritiker*innen der Massnahmen, sagte Vorl\u00e4nder. \u00abAuf diese Weise bleiben sie ihrer Anti-Establishment-Haltung treu und inszenieren sich als Sprachrohr eines von Corona-Massnahmen gebeutelten Volkes.\u00bb Das Thema Migration bleibe f\u00fcr Rechtspopulist*innen auch in der Pandemie wichtig &#8211; vor allem in Nordeuropa. In den sozialen Medien w\u00fcrden Corona und Migration oft verkn\u00fcpft, etwa wenn man vor der Verbreitung des Virus durch Migrant*innen warne.<\/p>\n<p>Mit Fortdauer der Pandemie und angesichts dramatisch steigender Inzidenzen sei davon auszugehen, dass die Unzufriedenheit mit dem Krisenmanagement w\u00e4chst, bemerkte Vorl\u00e4nder. Das f\u00fchre zu einer Vertiefung politischer gesellschaftlicher Spaltungen. Als Beleg nannte er Demonstrationen &#8211; ob nun in Wien, Rotterdam oder in Zw\u00f6nitz. Wie schon in der Migrationskrise w\u00fcrden Rechtspopulisten und rechtsextreme Gruppierungen versuchen, sich der Unzufriedenheit zu bem\u00e4chtigen und in die b\u00fcrgerliche Mitte hineinzuwirken.<\/p>\n<p>Die Analyse offizieller Facebook-Kan\u00e4le rechtspopulistischer Parteien in Europa zeige, \u00abdass Corona ein wichtiges Mobilisierungsthema ist und zur Erschliessung populistischer W\u00e4hlerschichten genutzt wird\u00bb, hiess es weiter. Mit Blick auf die AfD zeige die Studie, dass deren populistischer Stil ausschlaggebend ist, um zahlreiche Corona-Skeptiker*innen hinter der Partei versammeln.<\/p>\n<p>Im Sommer hatte ein rechter Politiker in Israel erkl\u00e4rt, die Pride in Tel Aviv sei schuld an den steigenden Infektionen <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/rechter-politiker-pride-tel-aviv-schuld-an-steigenden-infektionen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(MANNSCHAFT berichtete).<\/a> Und im Rahmen der Fussball-EM hatte sich AfD-Mann Uwe Junge abf\u00e4llig \u00fcber die Regenbogen-Kapit\u00e4nsbinde von Fussball-Nationaltorwart Manuel Neuer ge\u00e4ussert <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/wegen-schwuchtelbinde-landes-afd-geht-auf-distanz-zu-uwe-junge\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(MANNSCHAFT berichtete)<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die #Corona-Pandemie hat Rechtspopulist*innen noch populistischer gemacht. So lautet ein Fazit Dresdner Forscher*innen aus einer europaweiten Analyse von #Facebook-Beitr\u00e4gen.  <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/corona-pandemie-gibt-rechtspopulistischem-europa-rueckenwind\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1950,"featured_media":125255,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2],"tags":[5467,5544,5515],"wps_subtitle":"Das zeigt eine aktuelle Studie","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/125254"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1950"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=125254"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/125254\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":125263,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/125254\/revisions\/125263"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/125255"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=125254"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=125254"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=125254"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}