{"id":124794,"date":"2021-11-26T10:48:45","date_gmt":"2021-11-26T09:48:45","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=124794"},"modified":"2021-11-26T10:54:05","modified_gmt":"2021-11-26T09:54:05","slug":"weniger-msm-mit-hiv-neu-infiziert-auch-groessere-testbereitschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/weniger-msm-mit-hiv-neu-infiziert-auch-groessere-testbereitschaft\/","title":{"rendered":"Weniger MSM mit HIV neu infiziert, auch gr\u00f6ssere Testbereitschaft"},"content":{"rendered":"<h3>Weniger HIV-Neuinfektionen, auch unter M\u00e4nnern, die Sex mit M\u00e4nner haben (MSM) \u2013 aber die Pr\u00e4vention in Deutschland erreicht noch nicht alle Menschen. Die neue Bundesregierung muss Ank\u00fcndigungen zur Verbesserung der Versorgung z\u00fcgig umsetzen, fordert die Deutsche AIDS-Hilfe.<\/h3>\n<p>Die HIV-Neuinfektionen sind im Jahr 2020 in Deutschland deutlich zur\u00fcckgegangen: von 2.300 im Jahr 2019 auf 2.000. Die Anzahl der gesch\u00e4tzten HIV-Neuinfektionen bei M\u00e4nnern, die Sex mit M\u00e4nnern haben (MSM) lag laut RKI im Jahr 2020 bei etwa 1.100, das ist ein R\u00fcckgang von 300 Neuinfektionen gegen\u00fcber dem Vorjahr.<\/p>\n<p>Die Zahl der Menschen, die unwissentlich mit HIV leben, ist auf 9.500 gesunken \u2013 unter anderem dank verbesserter Testangebote. Zugleich k\u00f6nnte es noch weniger HIV-Infektionen und Aidserkrankungen geben, denn Schutzm\u00f6glichkeiten und medizinische Behandlung stehen noch nicht allen Menschen ausreichend zur Verf\u00fcgung <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/40-jahre-aids-5-es-gibt-immer-noch-zu-viele-hiv-erstdiagnosen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(MANNSCHAFT berichtete)<\/a>. Das ist die Essenz des <a href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/Infekt\/EpidBull\/Archiv\/2021\/Ausgaben\/47_21.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Epidemiologischen Bulletins<\/a> zum Thema HIV, das das Robert Koch-Institut am Donnerstag ver\u00f6ffentlicht hat.<\/p>\n<p>\u00abAuch wenn ein Teil davon mit Corona-bedingten Kontaktbeschr\u00e4nkungen zu tun haben d\u00fcrfte, ist der R\u00fcckgang der Neuinfektionen ein Erfolg. Die HIV-Prophylaxe PrEP hat dazu ebenso beigetragen wie Testangebote, die zu fr\u00fchen Diagnosen und Behandlungen von HIV-Infektionen f\u00fchren. Diese erfolgreichen Wege m\u00fcssen ausgebaut, Versorgungsl\u00fccken geschlossen werden\u00bb, sagt Sylvia Urban vom Vorstand der Deutschen Aidshilfe (DAH).<\/p>\n<p>Vor allem die Testbereitschaft schwuler und bisexueller M\u00e4nner in Grossst\u00e4dten hat sich in den letzten Jahren verbessert. \u00abZu diesem Erfolg haben vielf\u00e4ltige gezielte Testangebote beigetragen. Es ist gelungen, mehr Menschen zu vermitteln, dass eine fr\u00fche Diagnose und Behandlung im Falle einer HIV-Infektion wichtig sind und die M\u00f6glichkeit eines gesunden und langen Lebens mit HIV er\u00f6ffnen. Ermutigende Informationen zum HIV-Test und passgenaue Angebote f\u00fcr verschiedene Gruppen sind und bleiben ein essenzieller Bestandteil der Aidshilfearbeit\u00bb, so Urban.<\/p>\n<p>Trotz der Fortschritte hat dieses Anliegen aufgrund der weiterhin hohen Zahl an Sp\u00e4tdiagnosen nicht an Dringlichkeit verloren. Denn AIDS ist heute bei rechtzeitiger Diagnose vermeidbar. Und fr\u00fche Diagnosen sind auch deswegen wichtig, weil HIV unter Therapie auf sexuellem Wege nicht mehr \u00fcbertragbar ist.<\/p>\n<p>Seit September 2020 ist die PrEP f\u00fcr Menschen mit hohem HIV-Risiko eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Wie genau sich das auf das Infektionsgeschehen ausgewirkt hat, kann das RKI nicht beziffern. Da PrEP aber eine sehr zuverl\u00e4ssige Schutzmethode f\u00fcr Menschen mit hohem Risiko ist, steht ausser Frage, dass der Einsatz Infektionen verhindert hat. Das Potenzial der PrEP sei dabei noch nicht ausgesch\u00f6pft.<\/p>\n<p>\u00abWir brauchen unter anderem mehr Praxen und Ambulanzen abseits der Ballungszentren, die PrEP verordnen und mehr Offenheit f\u00fcr diese Schutzm\u00f6glichkeit. Nicht alle Menschen, die sich mit PrEP sch\u00fctzen k\u00f6nnten, haben Zugang und sind mit dieser M\u00f6glichkeit bereits vertraut. In der Pr\u00e4vention werden wir noch breiter auf potenzielle Nutzer*innen zugehen\u00bb, erkl\u00e4rt Sylvia Urban.<\/p>\n<p>Die Zahl der Menschen, die sich durch intraven\u00f6sen Drogenkonsum mit HIV infiziert haben, ist laut RKI-Bericht weiter leicht gestiegen und lag 2020 bei 370 F\u00e4llen. Anlass zur Sorge gibt die Nachricht des Robert Koch-Instituts, dass intraven\u00f6s Drogen konsumierende Menschen nicht \u00fcberall Zugang zu sterilen Spritzen und Konsumutensilien haben. Demnach ist die Finanzierung nicht \u00fcberall gesichert.<\/p>\n<p>\u00abVersorgungsl\u00fccken bei der Spritzenvergabe zeigen, wie stark die kommunale Drogenhilfe vielerorts unterfinanziert ist\u00bb, so Sylvia Urban. \u00abWenn seit Jahrzehnten erfolgreiche Massnahmen zum Schutz vor HIV, Hepatitis und anderen Gesundheitsrisiken nicht mehr funktionieren, muss sofort Abhilfe geschaffen werden. Der Mangel f\u00fchrt unmittelbar zu vermeidbaren Infektionen!\u00bb Dar\u00fcber hinaus sollten sterile Spritzen endlich auch in Gef\u00e4ngnissen verf\u00fcgbar werden.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt empfiehlt das RKI einen geordneten Zugang zu einer angemessenen HIV-Behandlung f\u00fcr alle Menschen in Deutschland. Heute werden Menschen ohne Aufenthaltspapiere durch die so genannte \u00dcbermittlungspflicht oft davon abgehalten, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, weil sie sonst ihre Abschiebung f\u00fcrchten m\u00fcssten.<\/p>\n<p>Im Koalitionsvertrag steht dazu: \u00abDie Meldepflichten von Menschen ohne Papiere wollen wir \u00fcberarbeiten, damit Kranke nicht davon abgehalten werden, sich behandeln zu lassen.\u00bb<\/p>\n<p>Ausserdem: \u00abWir werden f\u00fcr Menschen mit ungekl\u00e4rtem Versicherungsstatus, wie insbesondere Wohnungslose, den Zugang zur Krankenversicherung und zur Versorgung pr\u00fcfen und im Sinne der Betroffenen kl\u00e4ren.\u00bb<\/p>\n<p>Dazu DAH-Vorstand Sylvia Urban: \u00abDiesen Ank\u00fcndigungen m\u00fcssen nun dringend konkrete Taten folgen. Es geht um Leben und Gesundheit der betroffenen Menschen, aber auch darum, weitere HIV-Infektionen zu verhindern. Die neue Bundesregierung muss hier so schnell wie m\u00f6glich L\u00f6sungen schaffen \u2013 ein Modell f\u00fcr die Versorgung dieser Menschen ist seit vielen Jahren \u00fcberf\u00e4llig.\u00bb<\/p>\n<p>Zugleich ging die Zahl der Menschen, die bei der HIV-Diagnose bereits Aids oder einen schweren Immundefekt hatten, von 1.100 in 2019 auf 900 F\u00e4lle in 2020 zur\u00fcck.<\/p>\n<p>UNAIDS hatte f\u00fcr das Jahr 2020 das Ziel ausgerufen, dass weltweit 90 Prozent der Menschen mit HIV diagnostiziert sein sollten, davon 90 Prozent in Behandlung und davon wiederum 90 Prozent so effektiv, dass HIV nicht mehr nachweisbar ist. Dieses Ziel hat Deutschland erreicht: Mit 90 Prozent Diagnosen, 97 Prozent Behandlungs- und 96 Prozent Erfolgsquote. F\u00fcr das Jahr 2025 hat UNAIDS 95-95-95 als neues Etappenziel ausgegeben.<\/p>\n<p>Eine Steigerung fr\u00fcher Diagnosen wurde m\u00f6glich, obwohl in Covid-Zeiten viele Testangebote in Gesundheits\u00e4mtern nicht zur Verf\u00fcgung standen und die Checkpoints der Aidshilfen unter erschwerten Bedingungen arbeiteten. Das RKI empfiehlt nun zus\u00e4tzlich zu den bestehenden Angeboten eine \u00abaktivere Bewerbung von HIV-Einsende- und HIV-Selbsttests\u00bb, auch um Testl\u00fccken abseits der Grossst\u00e4dte zu schliessen. Mit dem Kooperationsprojekt s.a.m health hat die Deutsche Aidshilfe gerade eine innovative Form von Einsendetests auf HIV und Geschlechtskrankheiten etabliert. Mit wenig Aufwand von zu Hause aus und unabh\u00e4ngig von Kontaktbeschr\u00e4nkungen k\u00f6nnen Nutzer*innen ihre Proben per Post einschicken. Rund 700 Menschen machen davon bereits pro Monat Gebrauch \u2013 Tendenz steigend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weniger #HIV-Neuinfektionen, auch unter M\u00e4nnern, die Sex mit M\u00e4nner haben \u2013 aber die Pr\u00e4vention in Deutschland erreiche noch nicht alle Menschen, so die Deutsche #AIDS-Hilfe. #MSM  <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/weniger-msm-mit-hiv-neu-infiziert-auch-groessere-testbereitschaft\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":97944,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[25],"tags":[5468,5488],"wps_subtitle":"DAH zum HIV-Bericht des RKI: Erfolge ausbauen und Versorgungsl\u00fccken schliessen!","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/124794"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=124794"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/124794\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":124808,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/124794\/revisions\/124808"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/97944"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=124794"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=124794"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=124794"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}