{"id":120751,"date":"2021-09-30T18:00:38","date_gmt":"2021-09-30T16:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=120751"},"modified":"2021-09-30T18:10:49","modified_gmt":"2021-09-30T16:10:49","slug":"segen-fuer-homosexuelle-paare-sollte-selbstverstaendlich-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/segen-fuer-homosexuelle-paare-sollte-selbstverstaendlich-werden\/","title":{"rendered":"\u00abSegen f\u00fcr homosexuelle Paare sollte selbstverst\u00e4ndlich werden\u00bb"},"content":{"rendered":"<h3>Nach einer langen Corona-Pause nimmt der Reformprozess in der katholischen Kirche in Deutschland seit Donnerstag wieder Fahrt auf. Kritik von konservativer Seite weist der Chef der Bischofskonferenz zur\u00fcck. Von Eva Krafczyk und Christoph Driessen, dpa<\/h3>\n<p>Mit einer scharfen Replik gegen den konservativen Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat die zweite Synodalversammlung der katholischen Kirche in Frankfurt\/Main begonnen. Voderholzer, neben dem K\u00f6lner Kardinal Rainer Maria Woelki Wortf\u00fchrer der Traditionalisten, hatte den Reformern vorgeworfen, sie w\u00fcrden den Missbrauchsskandal f\u00fcr eine Umgestaltung der Kirche instrumentalisieren.<\/p>\n<p>Dazu sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg B\u00e4tzing, am Donnerstag: \u00abVon Instrumentalisierung des Missbrauchs zu sprechen, wenn wir uns hier an die Aufgabe heranmachen, die Situation der Kirche in unserem Land so zu ver\u00e4ndern, dass Menschen in unserem Land uns wieder vertrauen, das, finde ich, ist eine sehr unerlaubte, sehr anmassende Stellungnahme.\u00bb Eine grosse Mehrheit stehe hinter dem Synodalen Weg und trage die angestrebte Erneuerung mit, stellte B\u00e4tzing klar.<\/p>\n<p>Die bis Samstag tagende Synodalversammlung ist das Hauptgremium des Reformprozesses Synodaler Weg. \u00abWir sind wieder da\u00bb, sagte B\u00e4tzing in der Auftakt-Pressekonferenz. \u00abDer Synodale Weg geht weiter. Wir wurden ausgebremst durch Corona, aber nicht gestoppt.\u00bb Auch in den vergangenen eineinhalb Jahren sei in den vier Synodalforen wichtige Arbeit verrichtet worden.<\/p>\n<p>Konservative Kritiker wie Voderholzer und Woelki werfen den Reformern vor, dass der ganze Prozess zum Scheitern verurteilt sei, weil der Vatikan am Ende doch keine wesentlichen \u00c4nderungen mittragen werde. Bischof B\u00e4tzing wies diese Sicht im Interview der Deutschen Presse-Agentur zur\u00fcck: \u00abZun\u00e4chst einmal gehen wir im Synodalen Weg vieles an, was ohne r\u00f6mische Zustimmung von uns aus ver\u00e4ndert werden kann. Ich nehme aber auch aus Rom andere Zeichen wahr, zumindest was meine Gespr\u00e4che mit Papst Franziskus angeht.\u00bb<\/p>\n<p>\u00c4hnlich \u00e4usserte sich der Pr\u00e4sident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg: \u00abIm Vatikan hat man sehr wohl erkannt, dass sich etwas \u00e4ndern muss\u00bb, sagte Sternberg der dpa. Daneben gebe es aber auch Reformen, die die deutschen Katholiken eigenverantwortlich durchsetzen k\u00f6nnten, ohne dabei gegen Kirchenrecht zu verstossen.<\/p>\n<p>Sternberg sagte, engagierte Gl\u00e4ubige m\u00fcssten st\u00e4rker an der Leitung der Gemeinden beteiligt werden. Dies gelte insbesondere f\u00fcr Frauen. \u00abDie Vielfalt der Lebensformen muss gesehen und anerkannt werden. Der Segen f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare, den es ja l\u00e4ngst gibt, sollte selbstverst\u00e4ndlich werden.\u00bb Eben das aber hatte der Vatikan k\u00fcrzlich noch ausdr\u00fccklich verboten.<\/p>\n<p>Es gehe auch um das Demokratieverst\u00e4ndnis der Kirche, sagte Karin Kortmann vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken vor Beginn der Beratungen. Dies werde von einzelnen Vertretern abgelehnt. \u00abEin Wesensmerkmal von Demokratie muss in der Kirche Fuss fassen\u00bb, betonte Kortmann. Wenn das nicht der Fall sei, seien viele der in den kommenden Tagen eingebrachten Papiere \u00abMakulatur\u00bb.<\/p>\n<p>Katholische Reformgruppen bezeichneten den Synodalen Weg am Donnerstag in Frankfurt als \u00abdringend notwendig\u00bb. Dies gelte insbesondere f\u00fcr die \u00dcberwindung der sexualisierten Gewalt, betonte Christian Weisner von Wir sind Kirche. Ungeachtet einer schon viel zu lange dauernden Blockade des Reformprozesses gebe es auch positive Signale, etwa von B\u00e4tzing. \u00abDas Problembewusstsein ist angekommen.\u00bb<\/p>\n<p>Agnes Wuckelt, die als stellvertretende Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands auch an der Synodalversammlung teilnimmt, verglich dabei das Ringen um Ver\u00e4nderungen mit einer Wohnungsaufl\u00f6sung nach einem Todesfall. \u00abWir d\u00fcrfen nicht einfach die T\u00fcr verschliessen und das, was eigentlich raus muss, vergammeln lassen\u00bb, sagte sie. Stattdessen m\u00fcsse man grossz\u00fcgig und mutig wegwerfen. Dabei k\u00f6nne auch Wertvolles, aber lang Vergessenes wieder zum Vorschein kommen. \u00abWenn Altes verloren geht, kann Neues wachsen\u00bb, betonte auch Magnus Lux von Wir sind Kirche.<\/p>\n<p>Die Synodalversammlung z\u00e4hlt 230 Mitglieder: die 69 deutschen Bisch\u00f6fe, 69 Vertreter des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) &#8211; dies ist die Vertretung der Laien, also der Nicht-Kleriker &#8211; und 92 Vertreter verschiedener katholischer Berufsgruppen. Sie behandelt vier Themenfelder: die Position der Frau in der Kirche, den Umgang mit Macht, die katholische Sexualmoral und die priesterliche Ehelosigkeit (Z\u00f6libat).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach langer Pause nimmt der Reformprozess in der #katholischen Kirche in Deutschland wieder Fahrt auf. 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