{"id":120095,"date":"2021-09-23T12:34:11","date_gmt":"2021-09-23T10:34:11","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=120095"},"modified":"2021-09-25T10:40:17","modified_gmt":"2021-09-25T08:40:17","slug":"gotteskrieger-mit-lidschatten-wieso-schminken-sich-die-taliban","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/gotteskrieger-mit-lidschatten-wieso-schminken-sich-die-taliban\/","title":{"rendered":"Gotteskrieger mit Lidschatten: Wieso schminken sich die Taliban?"},"content":{"rendered":"<h3>Seit die Taliban Mitte August in Afghanistan die Macht neuerlich \u00fcbernommen haben, sieht man sie \u00fcberall im Land und in den Nachrichten: meist mit schweren Waffen als Erkennungszeichen sowie mit \u00abtraditionellen\u00bb Outfits und Vollb\u00e4rten. Und mit dunkel geschminkten Augen.<\/h3>\n<p>Die Islamisten d\u00fcrfen laut ihrer Auslegung der Scharia nur den K\u00f6rper nicht betonende \u00abweite\u00bb Kleidung tragen und ihre B\u00e4rte nicht rasieren. Frauen sollen sich derweil verh\u00fcllen. Make-up ist verboten. Doch wenn man sich die Fotos der Taliban-K\u00e4mpfer genauer anschaut, erkennt man, dass die M\u00e4nner fast alle um die Augen herum einen Lidstrich tragen. <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/make-up-maenner-die-fassade-streichen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(MANNSCHAFT berichtete \u00fcber das Ph\u00e4nomen M\u00e4nner und Make-up.)<\/a><\/p>\n<p>Dadurch entstehe der \u00abdurchdringende\u00bb, \u00abgef\u00e4hrlich wirkende\u00bb und \u00abentschlossene\u00bb Blick. Auf Onlineplattformen werde viel dar\u00fcber spekuliert, schreibt <a href=\"https:\/\/www.derbund.ch\/wieso-schminken-sich-die-taliban-213650901959\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Der Bund<\/em><\/a>, welche Bedeutung diese schwarze Umrandung der Augen habe. Eine Umrandung, die man schon 2001 auf den Bildern sah, die der Fotograf Thomas Dworzak nach der US-Invasion von Afghanistan in zur\u00fcckgelassenen Fotogesch\u00e4ften fand. In Kandahar entdeckte Dworzak \u2013 trotz des grunds\u00e4tzlichen Fotografieverbots der Taliban \u2013 hunderte von Portr\u00e4ts, auf denen man die selbsternannten \u00abGotteskrieger\u00bb nicht nur mit schwarz umrandeten Augen sieht, sondern \u00fcberhaupt stark geschminkt und in innigsten Posen beieinanderstehen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_95038\" aria-describedby=\"caption-attachment-95038\" style=\"width: 990px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1603085884025martin-gropius-bau-masculinities-110_v-16x9@2dXL_-77ed5d09bafd4e3cf6a5a0264e5e16ea35f14925.jpg\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-95038 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 990 768'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1603085884025martin-gropius-bau-masculinities-110_v-16x9@2dXL_-77ed5d09bafd4e3cf6a5a0264e5e16ea35f14925.jpg\" alt=\"Masculinities\" width=\"990\" height=\"768\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1603085884025martin-gropius-bau-masculinities-110_v-16x9@2dXL_-77ed5d09bafd4e3cf6a5a0264e5e16ea35f14925.jpg 990w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1603085884025martin-gropius-bau-masculinities-110_v-16x9@2dXL_-77ed5d09bafd4e3cf6a5a0264e5e16ea35f14925-300x233.jpg 300w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1603085884025martin-gropius-bau-masculinities-110_v-16x9@2dXL_-77ed5d09bafd4e3cf6a5a0264e5e16ea35f14925-425x330.jpg 425w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1603085884025martin-gropius-bau-masculinities-110_v-16x9@2dXL_-77ed5d09bafd4e3cf6a5a0264e5e16ea35f14925-768x596.jpg 768w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1603085884025martin-gropius-bau-masculinities-110_v-16x9@2dXL_-77ed5d09bafd4e3cf6a5a0264e5e16ea35f14925-561x435.jpg 561w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1603085884025martin-gropius-bau-masculinities-110_v-16x9@2dXL_-77ed5d09bafd4e3cf6a5a0264e5e16ea35f14925-364x282.jpg 364w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1603085884025martin-gropius-bau-masculinities-110_v-16x9@2dXL_-77ed5d09bafd4e3cf6a5a0264e5e16ea35f14925-728x565.jpg 728w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1603085884025martin-gropius-bau-masculinities-110_v-16x9@2dXL_-77ed5d09bafd4e3cf6a5a0264e5e16ea35f14925-608x472.jpg 608w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1603085884025martin-gropius-bau-masculinities-110_v-16x9@2dXL_-77ed5d09bafd4e3cf6a5a0264e5e16ea35f14925-758x588.jpg 758w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1603085884025martin-gropius-bau-masculinities-110_v-16x9@2dXL_-77ed5d09bafd4e3cf6a5a0264e5e16ea35f14925-62x48.jpg 62w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1603085884025martin-gropius-bau-masculinities-110_v-16x9@2dXL_-77ed5d09bafd4e3cf6a5a0264e5e16ea35f14925-124x96.jpg 124w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1603085884025martin-gropius-bau-masculinities-110_v-16x9@2dXL_-77ed5d09bafd4e3cf6a5a0264e5e16ea35f14925-313x243.jpg 313w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1603085884025martin-gropius-bau-masculinities-110_v-16x9@2dXL_-77ed5d09bafd4e3cf6a5a0264e5e16ea35f14925-400x310.jpg 400w\" data-sizes=\"(max-width: 990px) 100vw, 990px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-95038\" class=\"wp-caption-text\">Thomas Dworzak, Taliban portrait. Kandahar, Afghanistan, 2002 (Foto: Collection T. Dworzak\/Magnum Photos, aus der Ausstellung und dem Katalog \u00abMasculinities: Liberation Through Photography\u00bb)<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u00abDiese stilisierten Fotografien widersprachen direkt dem \u00f6ffentlichen Bild des Soldaten in einer \u00fcberw\u00e4ltigend m\u00e4nnerdominierten patriarchalen Gesellschaft\u00bb, heisst es im Katalog zur <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/krise-der-maennlichkeit-und-befreiung-durch-fotografie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ausstellung \u00abMasculinities\u00bb<\/a>. Mit Verweis darauf, dass die Portr\u00e4ts \u2013 \u00abmit den stark geschminkten Augen voller schwarzem Kohl\u00bb \u2013 das konventionelle Image des hypermaskulinen Mannes \u00abverkomplizieren\u00bb.<\/p>\n<p><strong>\u00abQueerer Traum von M\u00e4nnlichkeit\u00bb<\/strong><br \/>\nJonathan B. Katz erw\u00e4hnt diese Taliban-Bilder auch in seinem Katalogbeitrag \u00abQueering Masculinity\u00bb und fragt, ob sie nicht den \u00abqueeren Traum von M\u00e4nnlichkeit\u00bb bebildern, der die Geschlechter-Binarit\u00e4t durchbreche. \u00dcber m\u00f6gliche Homosexualit\u00e4t bei den Taliban wurde damals, nach Auftauchen der Bilder, diskutiert. Auch \u00fcber die Frage, ob die M\u00e4nner miteinander Sex h\u00e4tten, ohne sich als homosexuell zu identifizieren.<\/p>\n<p>Nun widmet sich <em>Der Bund<\/em> dem Thema <a href=\"https:\/\/www.derbund.ch\/wieso-schminken-sich-die-taliban-213650901959\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00abWieso schminken sich die Taliban?\u00bb<\/a> und gibt eine deutlich weniger queere Erkl\u00e4rung f\u00fcr den Einsatz einer Schminke, die aus Antimonpulver besteht, einem Mineral, das wie Kajal auf die Augenlider aufgetragen wird.<\/p>\n<p>Demnach lasse sich die Benutzung des Pulvers zur\u00fcckverfolgen bis ins alte \u00c4gypten und sei bei vielen V\u00f6lkern und Kulturen beliebt, weil ihm eine heilende Wirkung nachgesagt werde. Besonders in W\u00fcstenregionen soll es die Augen vorm Eindringen von Sand sch\u00fctzen.<\/p>\n<blockquote><p>Gem\u00e4ss der \u00dcberlieferung soll der Prophet das Pulver auch selber verwendet haben<\/p><\/blockquote>\n<p>Von einer vermeintlich wohltuenden Wirkung des Antimonpulvers berichtete scheinbar auch der Prophet Mohammed<em>. Der Bund<\/em> sieht diesen Mohammed-Bezug als Hauptgrund f\u00fcr die Lidstriche der Taliban: \u00abGem\u00e4ss der \u00dcberlieferung soll er das Pulver auch selber verwendet haben. Er soll das Mineral dreimal auf sein rechtes und zweimal auf sein linkes Auge aufgetragen und gesagt haben, es sch\u00e4rfe die Sehkraft und lasse das Haar wachsen\u00bb, heisst es im Artikel.<\/p>\n<p>Im Islam sei die Verwendung des Pulvers vor allem im Fastenmonat Ramadan weit verbreitet.<\/p>\n<p><strong>Aussenminister Amir Khan Muttaqi<\/strong><br \/>\nLaut <em>Bund<\/em> variiere die Verwendung der Schinke bei den islamistischen K\u00e4mpfern je nachdem, ob sie aus l\u00e4ndlichen oder st\u00e4dtischen Regionen kommen. Taliban vom Lande w\u00fcrden das Pulver besonders intensiv einsetzen, w\u00e4hrend in urbanen Gegenden der Glaube an den heilenden Effekt des Antimonpulvers weniger verbreitet sei.<\/p>\n<p>Auch in Deutschland widmete der <em><a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/ausland\/afghanistan-warum-schminken-sich-die-taliban-die-augen-a-a378d2cb-fe44-4883-9993-3459a2c2c0ec\">Spiegel<\/a><\/em> sich dem Thema (hinter einer Bezahlschranke), w\u00e4hrend die neuen Machthaber in Afghanistan verlangen, dass ihr Aussenminister Amir Khan Muttaqi bei der Vollversammlung der Vereinten Nationen sprechen darf.<\/p>\n<p>Man darf bezweifeln, dass Amir Khan Muttaqi dem Verdikt von Jonathan Katz zustimmen w\u00fcrde, wonach die innig-intimen Taliban-Portr\u00e4ts, die Thomas Dworzak fand, \u00abtrans-maskulin\u00bb seien: \u00abSie hinterfragen M\u00e4nnlichkeit kritisch, betonen die Unnat\u00fcrlichkeit und Konstruiertheit dieses Konzepts \u00fcber sozialen Kontext\u00bb, meint Katz. <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/krise-der-maennlichkeit-und-befreiung-durch-fotografie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(MANNSCHAFT berichtete \u00fcber die Ausstellung.)<\/a><\/p>\n<p><strong>\u00abThe Dancing Boys of Afghanistan\u00bb<\/strong><br \/>\nDer soziale Kontext f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/terror-in-kabul-taliban-toeten-und-vergewaltigen-schwule\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LGBTIQ-Community in Afghanistan<\/a> ist derzeit bekanntlich katastrophal <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/lgbtiq-in-afghanistan-sind-massiver-verfolgung-ausgesetzt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(MANNSCHAFT berichtete \u00fcber die Lage)<\/a>. Wor\u00fcber jedoch noch gar nicht berichtet wurde, ist das Schicksal der sogenannten \u00abDancing Boys\u00bb, die sich einige Warlords als minderj\u00e4hrige m\u00e4nnliche Sexsklaven hielten.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hatte der afghanische Journalist Najibullah Quraishi 2010 eine Doku gedreht (die man auf YouTube vollst\u00e4ndig sehen kann). Sie heisst \u00abThe Dancing Boys of Afghanistan\u00bb und beschreibt die Tradition des \u00abbacha bazi\u00bb, w\u00f6rtlich aus dem Persischen \u00fcbersetzt \u00abKnabenspiel\u00bb oder \u00ab[Erwachsener,] der mit Knaben spielt\u00bb. Diese Knaben \u2013 als tanzende Jungs in Frauenkleidern \u2013 werden nicht nur sexuell gef\u00fcgig gemacht, sondern auch wie Wahre zwischen den Warlords getauscht. Da es dabei teils zu heftigen Eifersuchtsszenen kommt, werden die \u00abDancing Boys\u00bb vielfach tot aufgefunden. Die Umst\u00e4nde blieben ungekl\u00e4rt und w\u00fcrden von der Polizei nicht untersucht, heisst es in der Doku.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"YouTube video player\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/B7eMUwkKiFY\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>Quraishi zeigte sein Material der UN-Mitarbeiterin Radhika Coomaraswamy, die bis 2012 zust\u00e4ndig f\u00fcrs Schicksal von Kindern in Kriegsgebieten war. Sie erkl\u00e4rt vor laufender Kamera, dass jedes Mal, wenn sie das Thema bei den Vereinten Nationen anspreche, die Antwort laute, man m\u00fcsse zuerst den Krieg in Afghanistan beenden und k\u00f6nne sich dann erst anderen Themen zuwenden. Was im Klartext bedeutet: es wurde nichts unternommen. Und nun ist der Krieg beendet, zumindest offiziell.<\/p>\n<p>Kurz nach der Doku, die vom Sender PBS ausgestrahlt wurde, schuf das <a href=\"https:\/\/www.rosserandsohne.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">US-Autorenteam Tim Rosser und Charlie Sohne<\/a> basierend auf den von Quraishi vorgestellten Geschichten das Musical \u00abThe Boy Who Danced On Air\u00bb mit einer zentralen schwulen Lovestory zwischen zwei der tanzenden Knaben, die sich \u00fcber diese Liebe von der Unterdr\u00fcckung und von der durch ihre \u00abBesitzer\u00bb aufgezwungenden Sexualit\u00e4t befreien und selbsterm\u00e4chtigen. Das heisst, sie entscheiden schlussendlich selbst, mit wem sie ihre Gef\u00fchle und ihren K\u00f6rper teilen wollen. Und senden damit ein Zeichen an andere LGBTIQ in Afghanistan, dass queeres Leben jenseits von Traditionen wie \u00abbacha bazi\u00bb m\u00f6glich sein k\u00f6nnte. Irgendwann einmal.<\/p>\n<p>Das St\u00fcck kam 2017 an den Off-Broadway (mit Troy Iwata als Hauptdarsteller, inzwischen als schwuler Bruder aus der Netflix-Serie \u00abLily und Dash\u00bb bekannt). 2020 wurde w\u00e4hrend des ersten weltweiten Corona-Lockdowns eine gefilmte Fassung dieser Off-Broadway-Produktion gestreamt und erregte massiven Widerstand von Seiten vieler Afghanen im Ausland, die es widerw\u00e4rtig fanden, dass die Tradition des \u00abbacha bazi\u00bb (von der bereits in Texten aus dem 19. Jahrhundert die Rede ist) mit ihrer Heimat in Verbindung gebracht wurde.<\/p>\n<figure id=\"attachment_120098\" aria-describedby=\"caption-attachment-120098\" style=\"width: 1500px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_.jpg\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-120098 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 1500 1500'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_.jpg\" alt=\"\u00abThe Boy Who Danced On Air\u00bb \" width=\"1500\" height=\"1500\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_.jpg 1500w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_-300x300.jpg 300w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_-425x425.jpg 425w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_-50x50.jpg 50w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_-768x768.jpg 768w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_-192x192.jpg 192w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_-384x384.jpg 384w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_-110x110.jpg 110w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_-220x220.jpg 220w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_-561x561.jpg 561w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_-1122x1122.jpg 1122w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_-265x265.jpg 265w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_-531x531.jpg 531w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_-364x364.jpg 364w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_-728x728.jpg 728w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_-608x608.jpg 608w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_-758x758.jpg 758w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_-1152x1152.jpg 1152w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_-48x48.jpg 48w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_-96x96.jpg 96w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_-400x400.jpg 400w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/91EIdwD-YBL._SL1500_-100x100.jpg 100w\" data-sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-120098\" class=\"wp-caption-text\">Das Cast Album des Musicals \u00abThe Boy Who Danced On Air\u00bb (Foto: Broadway Records)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>\u00abKein Recht, diese Geschichte zu erz\u00e4hlen\u00bb<\/strong><br \/>\nAuch von Seiten der afghanischen LGBTIQ-Community hagelte es Kritik. Die <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/world-asia-53396586\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BBC zitierte in einem Beitrag<\/a> den queeren afghanischen Wissenschaftler Dr. Qais Munhazim, der in den USA lebt und unterrichtet. Er befand, dass das Musical \u00abschmerzhaft verletzend\u00bb sei f\u00fcr queere und trans Afghanen. Denn: Das St\u00fcck setze \u00abf\u00e4lschlicherweise\u00bb P\u00e4dophilie mit Queerness gleich. Und weil dabei angeblich eine Geschichte \u00abaus weisser Perspektive\u00bb erz\u00e4hlt werde, eine Geschichte, die Rosser\/Sohne \u00abnicht geh\u00f6re\u00bb und die zu erw\u00e4hlen sie \u00abkein Recht\u00bb h\u00e4tten, d\u00fcrfe das St\u00fcck nicht mehr gezeigt werden. Es gab sogar eine <a href=\"https:\/\/www.change.org\/p\/abingdon-theatre-company-demand-the-boy-who-danced-on-air-musical-be-cancelled\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Online-Petition<\/a>, die verlangte, dass die Autoren ihren Gewinn als Schadensersatz an die Opfer von \u00abbacha bazi\u00bb zahlten sollten. (Daf\u00fcr kam jedoch nur eine vergleichsweise bescheidene Anzahl an Unterschriften zusammen.)<\/p>\n<p>Dass die Liebesgeschichte zwischen zwei \u00abDancing Boys\u00bb bei Rosser &amp; Sohne fast eins-zu-eins auf dem Material der Doku eines afghanischen Journalisten basiert, blieb in der Debatte g\u00e4nzlich unerw\u00e4hnt. Genau wie bis heute nicht erw\u00e4hnt wird, wie die Taliban seit ihrer R\u00fcckeroberung des Landes mit den \u00abDancing Boys\u00bb dieser Warlords umgegangen sind.<\/p>\n<p>Zur Erinnerung: W\u00e4hrend ihrer letzten Gewaltherrschaft vor 2001 hatten die Taliban \u00abbacha bazi\u00bb verboten, als nicht der Scharia entsprechend. Man kann sich also ausmalen, was das jetzt f\u00fcr die Betroffenen bedeutet, \u00fcber die sogar LGBTIQ-Afghanen im Ausland lieber den Mantel des Schweigens legen.<\/p>\n<p><img data-expand=\"600\" class=\"lazyload\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 1 1'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/325ec8bb3f0147fab6bd062f7b1c4b99\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In #Afghanistan herrschen wieder strikte Kleiderregelungen, die auch das Verbot von Make-up beinhalten. Nur die #Taliban selbst halten sich nicht daran und tragen schwarzen Lidschatten. Kein Zeichen von Queerness, oder? <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/gotteskrieger-mit-lidschatten-wieso-schminken-sich-die-taliban\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":35,"featured_media":120097,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,2],"tags":[1368,5491,5466,5521,5501,5484],"wps_subtitle":"In Afghanistan herrschen wieder strikte Kleiderregelungen, die auch das Verbot von Make-up beinhalten. 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