{"id":117579,"date":"2021-08-21T09:19:24","date_gmt":"2021-08-21T07:19:24","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=117579"},"modified":"2021-08-21T09:19:24","modified_gmt":"2021-08-21T07:19:24","slug":"lgbtiq-in-afghanistan-sind-massiver-verfolgung-ausgesetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/lgbtiq-in-afghanistan-sind-massiver-verfolgung-ausgesetzt\/","title":{"rendered":"\u00abLGBTIQ in Afghanistan sind massiver Verfolgung ausgesetzt\u00bb"},"content":{"rendered":"<h3>In der afghanischen Hauptstadt Kabul belagern weiterhin Tausende Menschen die Eing\u00e4nge zum Flughafen. Sie hoffen allesamt auf auf einen Platz in einem Flugzeug, um nach der Macht\u00fcbernahme der islamistischen Talibank\u00e4mpfer zu fliehen. Hilfsorganisationen weisen nun auf das Schicksal von LGBTIQ in dem Krisenstaat hin.<\/h3>\n<p>Dringende Unterst\u00fctzung f\u00fcr akut gef\u00e4hrdete Menschen sexueller und geschlechtlicher Minderheiten in Afghanistan fordern die Rosa Strippe aus Dortmund, Schwulenberatung Berlin und die bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge und Folteropfer e.V. (BAfF).<\/p>\n<p>\u00abSeit der Macht\u00fcbernahme der Taliban erreichen uns grausame Bilder und Nachrichten von Menschen, die in Afghanistan mit massiver Gewalt, Folter und Tod rechnen m\u00fcssen\u00bb, heisst es in einer Pressemitteilung von Samstag. Insbesondere Angeh\u00f6rige sexueller und geschlechtlicher Minderheiten seien durch die radikalen politischen Kr\u00e4fte, die nun die Macht im Land \u00fcbernommen haben, gef\u00e4hrdet. Die akute Bedrohung betreffe insbesondere Frauen und M\u00e4dchen, aber auch alle Menschen, deren geschlechtliche und sexuelle Identit\u00e4t von der vermeintlichen gesellschaftlichen Norm abweicht und damit (ungewollt)gelebten Widerstand gegen die islamistische Herrschaft bedeutet.<\/p>\n<p>\u00abIn der aktuellen Situation, in der t\u00e4glich bestehende Schutzh\u00e4user f\u00fcr Aktivist*innen aufgel\u00f6st werden und Betroffene zum eigenen Schutz untertauchen, ist es besonders schwierig, Strukturen vor Ort zu finden und zu erreichen, die sich f\u00fcr LGBTIQ einsetzen\u00bb, heisst es in der Mitteilung weiter.<\/p>\n<p>Zum Schutz dieser Menschen fordern die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge und Folteropfer (BAfF e.V.), Rosa Strippe e.V. sowie die Schwulenberatung Berlin zum einen die Rettung von Personen, die aufgrund ihrer geschlechtlichen und\/oder sexuellen Identit\u00e4t mit Gewalt und dem Tod rechnen m\u00fcssen, etwa in Form von Kontingentl\u00f6sungen; zudem m\u00fcssten internationale Hilfs-und Kooperationsmassnahmen f\u00fcr LGBTIQ Rechte nachhaltig unterst\u00fctzt und Wege der Unterst\u00fctzung von Akteur*innen vor Ort, trotz der Herrschaft der radikal-islamistischen Taliban, gefunden werden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der vergangenen 20 Jahre seien LGBTIQ als Zielgruppe internationaler Hilfs-und Kooperationsmassnahmen ausgeblendet werden. Jene Menschen, die sich in Afghanistan f\u00fcr LGBTIQ Rechte einsetzen, seien bei den aktuellen Evakuierungsversuchen und damit f\u00fcr die politischen Entscheidungstr\u00e4ger*innen unsichtbar. Selbst die direkte, zum Beispiel finanzielle Unterst\u00fctzung wird dadurch erschwert.<\/p>\n<p>Alva Tr\u00e4bert von Rosa Strippe e.V. erkl\u00e4rt: \u00abSexuelle und geschlechtliche Minderheiten in Afghanistan sind massiver LGBTIQ-feindlicher und geschlechtsspezifischer Verfolgung ausgesetzt. Sie erleben sexualisierte Gewalt, Folter, Zwangsheirat, Konversionsversuche, aber auch die Verweigerung von Schutz und medizinischer Versorgung.\u00bb<\/p>\n<p>Nach der Aufnahme in Deutschland stehen Fl\u00fcchtende, die aufgrund ihrer Sexualit\u00e4t und geschlechtlichen Identit\u00e4t Verfolgung und Gewalt erfahren haben, vor der Herausforderung, ihre Erlebnisse und ihre Identit\u00e4t f\u00fcr deutsche Asylbeh\u00f6rden und Aufnahmeeinrichtungen verst\u00e4ndlich zu machen. Vielen fehlt das Wissen \u00fcber ihre bestehenden Schutzrechte innerhalb der EU. Hinzu kommt, dass westliche Identit\u00e4tskategorien wie schwul, lesbisch, bisexuell, transident f\u00fcr die Gefl\u00fcchtetenunter Umst\u00e4nden bislang weder bekannt noch relevant waren. Nichtsdestotrotz wurde sexuelle und geschlechtliche Vielfalt von ihrem Umfeld als krankhaft, s\u00fcndhaft und kriminell stigmatisiert.<\/p>\n<p>Dabei ist in vielen F\u00e4llen gerade die strafrechtliche Verfolgung bestimmter sexueller Handlungen ein direktes Relikt europ\u00e4ischer Kolonialbesetzung. Die hohen Barrieren in der Unterst\u00fctzung vor Ort sowie der Identifizierung von Schutzbed\u00fcrftigkeit in Deutschland erschweren den Zugang zu Sicherheit massiv.<\/p>\n<p>\u00abEs ist daher wichtig, dass afghanische LSBTIQ* jetzt Schutz und Asyl in St\u00e4dten finden, in denen es staatliche Verfahren und Community-Angebote gibt, die die Ressourcen und Kompetenz haben, Unterst\u00fctzung mit ad\u00e4quaten und sensiblen Angeboten zu leisten\u00bb, erkl\u00e4rt Stephan J\u00e4kel von der Schwulenberatung Berlin.<\/p>\n<p>Leonie Teigler von der BAfF sagt: \u00abDie psychosozialen Zentren f\u00fcr \u00dcberlebende von Krieg, Verfolgung und Flucht bieten LGBTIQ Gefl\u00fcchteten in Kooperation mit spezialisierten Beratungsstellen einen Raum der Anerkennung und des Vertrauens, sich mit ihrer Identit\u00e4t und den oft traumatisierenden Erfahrungen auseinanderzusetzen.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In #Kabul belagern weiter Tausende Menschen die Eing\u00e4nge zum Flughafen undhoffen auf einen Platz in einem Flugzeug, um vor den #Taliban zu fliehen. 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