{"id":116489,"date":"2021-08-06T12:19:51","date_gmt":"2021-08-06T10:19:51","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=116489"},"modified":"2021-08-06T12:19:51","modified_gmt":"2021-08-06T10:19:51","slug":"ghana-kein-verfahren-gegen-beschuldigte-lgbtiq-aktivistinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/ghana-kein-verfahren-gegen-beschuldigte-lgbtiq-aktivistinnen\/","title":{"rendered":"Ghana: Kein Verfahren gegen beschuldigte LGBTIQ-Aktivist*innen"},"content":{"rendered":"<h3>Die im Mai verhafteten 21 ghanaischen LGBTIQ-Aktivist*innen werden nicht verurteilt; die Staatsanwaltschaft schliesst den Fall ab. Ein geplantes homofeindliches Gesetz f\u00fcr Ghana tr\u00fcbt allerdings die Freude \u00fcber die Einstellung des Verfahrens.<\/h3>\n<p>16 Frauen und f\u00fcnf M\u00e4nner wurden Ende Mai in der ghanaischen Stadt Ho verhaftet (<a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/releasethe21-ghanas-lgbtiq-aktivistinnen-kaempfen-um-freiheit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MANNSCHAFT berichtete<\/a>). Es handelt sich dabei um Teilnehmer*innen einer LGBTIQ-Konferenz. Der Vorwurf lautete: \u00abF\u00f6rderung von LGBTIQ-Aktivit\u00e4ten\u00bb. Am gestrigen Donnerstag gab die Staatsanwaltschaft bekannt, dass sie den Fall nicht weiterf\u00fchren werde.<\/p>\n<p><strong>\u00abGerechtigkeit hat gesprochen\u00bb<\/strong><br \/>\nWie <em>CNN<\/em> damals berichtete, st\u00fcrmten zwei Stunden nach Beginn uneingeladene Journalist*innen in das Hotel, wo die Konferenz stattfand. Sie fingen an, Fotos und Videos aufzunehmen. Kurz darauf kam die Polizei. Sie verhafteten die meisten der etwa 25 Teilnehmenden und nahmen auch Flyer, Plakate und die Flipcharts mit. Gem\u00e4ss der Menschenrechtsorganisation <em>Rightify Ghana<\/em> blieben die Aktivist*innen 22 Tage lang inhaftiert. Kautionen seien mehrfach abgelehnt worden.<\/p>\n<p>Wie Hauptkommissar Yakubu Ayamga nun mitteilt, habe die Staatsanwaltschaft \u00abnicht gen\u00fcgend Beweise\u00bb gesehen, um mit dem Fall fortzufahren. Das Gericht habe den Fall daraufhin verworfen und die 21 LGBTIQ-Aktivist*innen seien frei, sagte er gem\u00e4ss dem <em>Guardian<\/em>.<\/p>\n<p>Die Anw\u00e4ltin der Beschuldigten, Julia Ayertey, best\u00e4tigte und begr\u00fcsste die gerichtliche Entscheidung. Es sei ein harter Weg gewesen, doch nun habe zum Gl\u00fcck die Gerechtigkeit gesprochen.<\/p>\n<p><strong>Anti-LGBTIQ-Gesetz in Planung<\/strong><br \/>\nEin neuer Gesetzesentwurf tr\u00fcbt jedoch Freude in der ghanaischen LGBTIQ-Community \u00fcber die Einstellung des Verfahrens. Das Gesetz, dessen erste Lesung im Parlament diese Woche stattfand, will Ghanas \u00abFamilienwerte\u00bb f\u00f6rdern und gleichgeschlechtliche Beziehungen noch h\u00e4rter sanktionieren als bisher. Nur schon das Solidarisieren mit LGBTIQ k\u00f6nnte unter dem neuen Gesetz eine Freiheitsstrafe zur Folge haben.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet lazyload\" data-expand=\"600\" data-script=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\"  data-width=\"550\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">\ud83d\udea8 BREAKING NEWS:<\/p>\n<p>Ghana&#39;s anti-LGBTQ bill has officially been presented to Parliament after its first reading in the House.<\/p>\n<p>The &#39;Proper Human Sexual Rights and Ghanaian Family Values Bill&#39; has now been referred to the Constitution and Legal Affairs Committee of the house <a href=\"https:\/\/t.co\/CXY9bSrZZ1\">pic.twitter.com\/CXY9bSrZZ1<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Rightify Ghana (@RightifyGhana) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/RightifyGhana\/status\/1422263764326535174?ref_src=twsrc%5Etfw\">August 2, 2021<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Der Entwurf sorgt zurzeit international f\u00fcr Emp\u00f6rung. Am gestrigen Donnerstag etwa versammelten sich Menschen vor der ghanaischen Botschaft in New York zu einer Kundgebung (Beitragsbild oben). <em>Rightify Ghana<\/em> bezeichnet das Gesetz als \u00absch\u00e4dlich\u00bb. Ausserdem mache es \u00f6konomisch keinen Sinn und untergrabe Ghanas demokratische Glaubw\u00fcrdigkeit, schreibt die Menschenrechtsorganisation auf Twitter.<\/p>\n<p><strong>Fortlaufende Attacken<\/strong><br \/>\nDer Vorsitzende der Bischofskonferenz in Ghana forderte Anfang Jahr die Bev\u00f6lkerung auf, die Grundrechte von Schwulen und Lesben zu respektieren, aber Homosexualit\u00e4t an sich abzulehnen (<a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bischof-in-ghana-homosexualitaet-aechten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MANNSCHAFT berichtete<\/a>).<\/p>\n<p>Schon das ganze Jahr \u00fcber attackieren Politik, Polizei und religi\u00f6se Gruppen LGBTIQ. Als Reaktion auf die Schliessung eines LGBTIQ-Zentrums in Accra verfassten Prominente aus Grossbritannien, die ghanaischer Abstammung sind, einen offenen Brief. Darin verurteilten sie ihr Heimatland f\u00fcr die Attacken. Unterzeichnet wurde dieses Schreiben unter anderem von Idris Elba und Naomi Campbell.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die im Mai verhafteten ghanaischen #LGBTIQ-Aktivist*innen sind frei. 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